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Huber-Hotz Annemarie · 2006-05-09

Huber-Hotz Annemarie · Bern · 2006-05-09

Wortprotokoll

Ich kann Ihre Bemühungen, sehr verehrter Herr Nationalrat, nur unterstützen. Ich glaube, der Sprachfrieden ist für den Zusammenhalt in der Schweiz und insbesondere zwischen den Sprachregionen existenziell. Wir müssen alles unternehmen, um hier Massnahmen zu ergreifen, damit die Sprachenvielfalt in der Schweiz gewahrt bleibt.

Wo gibt es auf der Ebene des Bundes Massnahmen zu ergreifen? Ich bin froh, dass das Parlament das Sprachengesetz wieder auf die Traktandenliste gesetzt hat. In der Herbstsession wird sich zeigen, in welcher Form dieses Gesetz eben die Bemühungen, die Sie erwähnt haben, unterstützen kann.

Sie haben auch das Problem der Volksabstimmungen erwähnt. Hier vielleicht nur so viel: Ich bin natürlich froh, dass mit der nun generellen Einführung der brieflichen Stimmabgabe die Stimmbeteiligung, insbesondere im Kanton Waadt, erhöht werden konnte. Ich glaube, das trägt auch dazu bei, dass die Westschweiz hier ein grösseres Gewicht erhält. Bemühungen muss der Bund natürlich auch auf den praktischen Ebenen wahrnehmen; Sie haben das Beschaffungswesen erwähnt. Ich unterstütze, was Sie gesagt haben: dass wir hier sorgfältig mit den Vergaben umgehen müssen; dass wir aber auch im Sprachgebrauch versuchen, alle Abkürzungen auch in der französischen Sprache in den Alltag zu bringen. Sie bestehen zwar in den schriftlichen Texten; darauf schaut die Bundeskanzlei im Detail. Sie setzt sich auch für die Mehrsprachigkeit in der Verwaltungssprache und vor allem bei den amtlichen Publikationen ein. Wir haben uns in der Bundeskanzlei die Mehrsprachigkeit wieder als Jahresziel für dieses Jahr vorgenommen, damit wir uns noch mehr als bis anhin für die Mehrsprachigkeit einsetzen. Dies sowohl bei den amtlichen Publikationen und bei der Verwendung der Amtssprachen, als auch bei der Besetzung von Stellen in der Bundeskanzlei. Zusammen mit dem Personalamt setzen wir uns auch dafür ein, dass die Weisungen für die Bundesverwaltung betreffend die Mehrsprachigkeit in die Tat umgesetzt werden. Das geht bis und mit Stellenausschreibungen in allen drei Amtssprachen.

Aber der Bund ist nicht in allen Teilen zuständig, sondern einen wesentlichen Beitrag müssen auch die Kantone liefern. Ich bin froh, dass die EDK sich dafür einsetzt, dass der Fremdsprachenunterricht in der Primarschule nun durchgängig mit zwei Sprachen durchgeführt wird. Ich hoffe auch, dass die Deutschschweizer Kantone das Französische und umgekehrt die Westschweizer Kantone das Deutsche als die erste Fremdsprache bezeichnen werden. Ich glaube, diese Diskussion ist im Gange. Aber es geht um ein ständiges Bemühen im Alltag, auch von privater Seite. Zum ständigen Bemühen gehört meines Erachtens auch, dass man das Thema immer wieder auf die Traktandenliste setzt. Deshalb bin ich Ihnen sehr dankbar für Ihre Interpellation.

Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass die Kantone bzw. die CH-Stiftung der Kantone dieses Thema ebenfalls aufgegriffen haben und in der vergangenen Woche ein Sprachenmanifest publiziert haben. Sie wollen sich mit verschiedenen Massnahmen dafür einsetzen, dass die [PAGE 578] Mehrsprachigkeit wieder vermehrt traktandiert und diskutiert wird und auch entsprechende Massnahmen ergriffen werden.

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