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Scherer Marcel · Nationalrat · 2007-03-08

Scherer Marcel · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-03-08

Wortprotokoll

Bei der Durchsicht all der Vorstösse, die sich mit dem Thema Gleichstellung befassen, fällt auf, dass sich die Hälfte mit Lohnfragen auseinandersetzt. Das scheint das Hauptproblem der Anliegen von Frau Roth-Bernasconi, Frau Hubmann, Frau Leutenegger Oberholzer oder auch Frau Teuscher zu sein. Das ist jedoch ein Thema, das nur die Wirtschaft und nicht der Staat lösen kann.

An die Adresse von Kollege Hofmann: In meinem Betrieb bekommt eine Frau den höchsten Lohn aller Mitarbeiter, das ist eine Frage der Ausbildung, der Eignung. Wenn man diese Tatsache hinterfragt, ist zu bemerken, dass sich die Probleme bezüglich der Stellung der Frau weitestgehend gelöst haben. Es ist tatsächlich festzustellen, dass wenigstens bei den bürgerlichen Frauen diesbezüglich kaum Bedürfnisse bestehen; ja, Fragen der Gleichstellung von Frau und Mann stossen sogar kaum auf Interesse. Die Diskussion ist nicht nur nicht mehr nötig, sondern sogar schädlich. Frauen in meinem Umkreis, Frauen in KMU-Betrieben, Frauen auch in der Landwirtschaft ekeln solche Diskussionen geradezu an. Unsere Frauen haben den Mut, ungleich zu sein, ja vielleicht ungleich besser zu sein. Für Aktionen, wie sie auf dem Rütli dieses Jahr geplant sind, haben meine Frau und Frauen in ihrem Umkreis gerade mal ein Kopfschütteln übrig. Die Überreizung eines angeblichen Problems, das eigentlich gar keines ist, ist offensichtlich. Wo ist da die Gleichstellung? Was haben solche Aktionen mit der Gleichstellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft zu tun? Stellen Sie sich vor, welchen Aufschrei es hervorrufen würde, wenn Herr X und Herr Y ein landesweites Fest organisieren würden, zu welchem nur Männer zugelassen wären. Ja, richtig, das wäre unvorstellbar - weil nämlich alle Gerichte landauf, landab mit Klagen bezüglich der Gleichstellung überhäuft würden. Und was zeigt dies? Die Toleranz hat dann ein jähes Ende, wenn es um wirkliche Gleichstellung geht. Grundsätzlich ist festzuhalten: Die Rahmenbedingungen betreffend die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft sind in Ordnung. Es ist nicht einzusehen, weshalb es weiterhin ein Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und in jedem Kanton noch ein kantonales Büro für die Gleichstellung braucht. Eine Berechtigung bestünde einzig - und darauf zielt die Motion Wehrli 06.3706 ab - bei Fragen bezüglich der ausländischen Frauen und auch der Gewaltbereitschaft eines Teils der ausländischen Wohnbevölkerung. Viele dieser Frauen, die hier in der Schweiz leben, kommen mit der Freiheit, mit der Selbstverständlichkeit des Zusammenlebens von Frau und Mann nicht zurecht. Aber dafür braucht es kein Gleichstellungsbüro, dafür braucht es Integration.

Bei der Vorbereitung dieses Geschäftes ging ich auf die Homepage des Büros für Gleichstellung. Eine der Stellen innerhalb des Gleichstellungsbüros ist die Fachstelle gegen Gewalt. Leider wird mit keinem Wort das effektive Problem der Gewalt angegangen, nämlich die wachsende Zahl der Fälle von sexuellen Übergriffen durch Ausländer oder Asylbewerber auf unsere Frauen und auf unsere Jugendlichen. Nennen Sie doch das Problem der Multikulti-Gesellschaft beim Namen, anstatt mit allgemeinen Forderungen die ganze Schweizer Bevölkerung zu schikanieren.

Wenn man ein ebenbürtiges Zusammengehen in unserer Gesellschaft wirklich leben will, braucht es keine speziellen Regelungen für die Frauen, ja auch keine speziellen Regelungen für die Männer. Nein, betrachten wir es als Selbstverständlichkeit, dass wir ohne Spezialgesetze für die einen oder anderen in Frieden zusammenleben können. Haben wir den Mut zur Ungleichheit! Alles andere schafft Ungerechtigkeit, Streit und Unzufriedenheit.

Lehnen Sie bitte alle Vorstösse zu diesem Thema ab.