Schenker Silvia · Nationalrat · 2006-09-20
Schenker Silvia · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-09-20
Wortprotokoll
Ich spreche zu den persönlichen Auslagen, zur Minderheit Bruderer: Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion, dieser Minderheit zu folgen. Wenn wir über die persönlichen Auslagen reden und entscheiden, entscheiden wir für die betroffenen Heimbewohnerinnen und Heimbewohner darüber, ob sie sich über die reine Existenzsicherung hinaus auch noch ein kleines Stück Lebensqualität gönnen können oder nicht. Aus meinem Arbeitsalltag kenne ich viele Menschen, die in Heimen oder in einer Langzeitabteilung eines Spitals leben. Obwohl sich das Personal sehr viel Mühe gibt, sind die Tage für die Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen manchmal sehr lang, manchmal sind sie auch langweilig. Die Möglichkeit, sich in der Cafeteria [PAGE 1250] einen Kaffee und vielleicht noch ein Stück Kuchen zu gönnen, hängt für viele der Betroffenen von der Höhe des Betrages für die persönlichen Auslagen ab. Einen kleinen Ausflug unternehmen, sich ein Buch kaufen, kleine Geschenke machen - diese Dinge sind für uns eine absolute Selbstverständlichkeit. Für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bedeuten diese kleinen Ausgaben, die sie dann tätigen können, Inseln im Alltag - vielleicht noch mehr als für uns.
Wenn Sie der Minderheit Bruderer folgen, setzen Sie den Betrag in einer immer noch sehr bescheidenen, aber dafür verbindlichen Höhe fest. Es gibt im Moment - so wurden wir in der Kommission informiert - starke kantonale Schwankungen bei der Höhe dieses Betrages. Aus den Gründen, die Frau Bruderer schon ausgeführt hat, sind diese Unterschiede problematisch.
Ich bitte Sie, hier ein Zeichen zu setzen und den betroffenen Menschen ein Stück Lebensqualität zu gönnen. Stimmen Sie bitte der Minderheit Bruderer zu!