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Germann Hannes · Ständerat · 2007-06-05

Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-06-05

Wortprotokoll

Hier hat der Nationalrat die Förderung der Wytweiden über Ökobeiträge aufgenommen. Doch der Reihe nach: Was sind diese Wytweiden überhaupt? Es handelt sich bei den Wytweiden um mosaikartige Verflechtungen von Wiesenflächen mit Waldstücken. Dieser Typ von Fläche wird eigentlich gemäss Waldgesetz als "Waldweide" bezeichnet. Der Begriff "Wytweiden" wird insbesondere entlang des Jurabogens verwendet, Wyt- respektive Waldweiden gibt es aber auch im Kanton Graubünden, im Entlebuch, im Tessin und im Wallis. Waldweiden können einerseits im Gebiet der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegen. Dort wird der Wiesenanteil erfasst und mit Direktzahlungen unterstützt. Anderseits können die Waldweiden im Sömmerungsgebiet liegen. Dort sind die Flächen nicht vermessen, und es gibt keine flächenbezogenen Direktzahlungen.

Die Kommission hat sich intensiv über die Frage der Förderung der Wytweiden unterhalten. Diese Diskussion hat gezeigt, dass diese Förderung gemäss dem Willen des Nationalrates viele Probleme mit sich bringen würde. Im Zentrum stehen folgende Hauptprobleme:

1. Bezüglich der Ausdehnung der Waldweiden gibt es keine eindeutigen Angaben. Gemäss Arealstatistik gibt es 120 000 Hektaren Wytweiden, gemäss Bundesamt für Umwelt 80 000 Hektaren.

2. Die Zahlen zu den Flächen liegen zwar weit auseinander. Es ist jedoch klar, dass die Unterstützung von 80 000 bis 120 000 Hektaren Wytweiden erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel beanspruchen würde. Die Finanzierung ist nicht geklärt.

3. Es wäre mit einem erheblichen zusätzlichen administrativen Aufwand zu rechnen. Es müssten nicht nur die Wytweiden erfasst werden. Innerhalb der Wytweiden müssten der Waldanteil, der Anteil an Schotterhalden, an Gesteinsflächen und weitere Anteile erfasst werden.

4. Die Biodiversität wird durch die Unterstützung der Wytweiden nicht einfach verbessert; dazu würden klarere Qualitätskriterien gebraucht. Gerade auch das Anliegen der Biodiversität ist uns in der angenommenen Motion zur Überprüfung der Direktzahlungen wichtig. Doch mit neuen Beiträgen für Wytweiden würden wir das Problem der Biodiversität nicht lösen. Dafür müssen zuerst klare, nachweisbare Qualitätskriterien definiert und muss ein spezieller Qualitätstyp festgelegt werden. Die dafür notwendigen vertieften Abklärungen sollen im Rahmen unserer Motion gemacht werden; das hat uns Frau Bundesrätin Leuthard auch so zugesichert. Weil dem so ist, wurde ein Antrag auf Zustimmung zum Nationalrat in der Kommission zurückgezogen, um das Problem der Wald- respektive Wytweiden einer seriösen Lösung zuführen zu können.

Die WAK empfiehlt Ihnen aus diesen Erwägungen einstimmig, an Ihrem Beschluss festzuhalten.