Schmid Samuel · Ständerat · 2000-09-27
Schmid Samuel · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-09-27
Wortprotokoll
Die blumige Schilderung von Kollege Leuenberger könnte mich dazu verleiten, den Gedanken zu äussern, die falsche Medikation sei bereits hörbar, aber ich verzichte selbstverständlich darauf.
Was will ich sagen? Ich bin Präsident des Kantonalbernischen Gewerbeverbandes, insofern habe ich beide Seiten in meiner Klientel. Was ich auch tue, mache ich Fehler. Sie können das jetzt als Zeichen der Neutralität werten, ich überlasse das Ihnen.
Ich habe etwas Mühe, wenn wir ad hoc praktisch zu "Kurpfuschern" werden, indem wir den Fachleuten dreinreden und jetzt selbst eine Medikamentenliste zusammenstellen. Ich für mich bin selbstverständlich auch der Meinung, dass alles, was irgendwie möglich ist, in Drogerien verkauft werden soll. Diese Meinung teile ich durchaus. Aber wie nun offenbar die Fachleute einhellig feststellen, und zwar mit Zustimmung der Drogisten, das ist die Vereinbarung zwischen den Betroffenen, gibt es eben auch bei derartigen Medikamenten - ob es gerade die Medikamente sind, die Sie erwähnt haben, Herr Leuenberger, weiss ich nicht - Interaktionen, die jetzt möglicherweise dazu führen, dass nicht das Medikament selber, aber vielleicht doch Verbindungen mit diesem Medikament für den Patienten negative Folgen haben könnte. Wie dem auch sei, ich anerkenne, dass wir die Sache selbstverständlich politisch zu entscheiden haben. Aber ich habe etwas Mühe, die Fachkompetenz dieser Leute einfach auf die Seite zu schieben und jetzt gesamtschweizerisch eine neue Regelung durchzusetzen. Ich bitte Sie, doch den Betroffenen selbst - es gibt negativ wie positiv Betroffene - Glauben zu schenken und ihren Antrag gutzuheissen.
Ein Letztes noch: Wenn ich davon ausgehe, dass alles, was irgendwie möglich und vernünftig ist und auch problemlos abgegeben werden kann, über die Drogerien abgegeben wird, dann habe ich auch da zustimmend zur Kenntnis genommen, dass die Liste C, die den Apotheken vorbehalten war, wesentlich gekürzt wurde, und zwar zugunsten der Liste D, der Liste der Drogerien. Hier wurde also offenbar ein Schritt getan. Das alles sage ich selbstverständlich auch in Kenntnis davon, dass auch die Drogistinnen und Drogisten eine gute und seriöse Ausbildung haben, aber dass es offenbar dennoch Unterschiede gibt, die diese Listen rechtfertigen.
Ich bitte Sie deshalb trotz allem, hier der - ich wage es zu sagen - Vernunft zu folgen und der Minderheit zuzustimmen.