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Keller Robert · Nationalrat · 2007-09-18

Keller Robert · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-09-18

Wortprotokoll

Warum engagiere ich mich für die Prämiensenkungs-Initiative der SVP? Ich habe keine Interessenbindungen, bin also nur Konsument. Aber das Gesundheitswesen belastet unsere Budgets immer mehr. Das ist Ihnen bekannt. Als einer der älteren im Saal werde ich vor allem die Demografie ansprechen. Einerseits ist es schön, dass wir immer älter werden. Genau genommen haben wir Schweizer jedes Jahr, statistisch gesehen, eine um zwei Monate längere Lebenserwartung. Die Lebenserwartung steigt innerhalb von sechs Jahren also um ein Jahr.

Auch die Kosten steigen, das ist doch allen klar, wenn das Medianalter laufend ansteigt, von heute 39 Jahren auf 47 Jahre bis 2050. Das Medianalter scheidet diejenigen, die in Bezug auf diese Altersgrenze jünger sind, von denjenigen, die älter sind. Vom späteren 19. Jahrhundert bis heute hat sich die Lebenserwartung mehr als verdoppelt. Der Anteil der 65-jährigen und älteren Menschen war im Jahr 2000 bei 16 Prozent, und im Jahr 2030 liegt dieser Anteil bei rund 25 Prozent.

Gesundheit ist ein kostbares Gut, aber auch ein kostspieliges Gut. 2005 kostete es ungefähr 53 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Die AHV kostete 30,6 Milliarden Franken. Das sind 11,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes. 1995 lag das noch bei 9,8 Prozent. Das sind also plus 20 Prozent in zehn Jahren. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Der Blick in die Zukunft beunruhigt, Stichwort Gesundheitskosten im Alter. Ich meine den demografischen Alterungseffekt.

Es gibt mehr ältere Menschen, und diese leben länger als früher. Es ist also eine Binsenwahrheit, dass die Kosten steigen. Das hat auch nichts mit den Akteuren des Gesundheitswesens zu tun. Die Kosten der Krankenversicherungen für 19- bis 25-Jährige lagen 1996 durchschnittlich bei je 900 Franken und 2005 bei je 1200 Franken - also eine Steigerung von 33 Prozent. Ich muss nun etwas überzeichnen: Die Kosten für Menschen ab 91 Jahren stiegen durchschnittlich von je 9700 Franken im Jahre 1995 auf 16 400 Franken - also plus 70 Prozent. Das ist fast das 14-fache der Kosten für die 19- bis 25-Jährigen. Das ist systembedingt ein fulminanter Kostenanstieg. Das müssen wir sehen.

Da der Preis für die Produkte für Patienten kaum von Belang ist, müssen wir mit weiteren grossen Kostenschüben rechnen. Fragwürdig sind auch Kosten, die durch den Jugendwahn ausgelöst werden. Man muss die Notwendigkeit für kosmetische Eingriffe usw. wirklich hinterfragen. Aber das Sparpotenzial liegt vor allem bei den älteren Menschen, zu denen ich und Ältere gehören. Dieses sollte auch ausgeschöpft werden. Prämienrabatte wären vonnöten oder andere Massnahmen, um die Sache ins Gleichgewicht zu bringen.

Aus diesen Gründen werde ich der Prämiensenkungs-Initiative zustimmen. Also: kein übertriebener Luxus in der Grundversicherung. Das Gesundheitswesen muss dringend durchforstet, überarbeitet und entschlackt werden.

Also: Erste Priorität hat der Antrag der Minderheit II (Bortoluzzi), und zweite Priorität hat jener der Minderheit I (Gutzwiller).