Genner Ruth · Nationalrat · 2007-09-19
Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2007-09-19
Wortprotokoll
Ich habe das gleiche Anliegen wie meine Vorrednerin und bitte Sie ebenfalls, der Minderheit I (Widmer) zuzustimmen. Wir wissen, dass der Gesamtbetrag, der für die Universitäten in den Jahren 2004 bis 2007 vorgesehen war, höher war als der jetzt beantragte Betrag. Insbesondere sind die Grundbeiträge viel zu tief angesetzt. Sie tragen weder dem Anstieg der Zahl der Studierenden noch der Teuerung Rechnung. Der Bund entzieht sich seiner Verantwortung, wenn er bei den Grundbeiträgen so kleine Beträge spricht. Das ist ein falsches Signal für die Lehre und erlaubt keine Verbesserung in den Betreuungsverhältnissen; wir haben das schon vorher gehört.
Ich meine, wenn die Zahlen bei den Betreuungsverhältnissen so schlecht sind, führt das zum Teil zu Studienverzögerungen. Genau das wollen wir nicht. Es stehen an gewissen Fakultäten keine Termine zur Verfügung, die Qualität leidet. Ich habe auch gehört, dass zum Teil mehrere Studenten zusammenarbeiten müssen, wenn Seminararbeiten zu schreiben sind; das ist auch nicht der Sinn eines Studiums. In gewissen Abteilungen ist die Situation angespannt und die Stimmung schlecht. Das muss man klar sehen, und das wollen wir nicht.
Wir haben auch gehört, dass die SUK gegenüber dem Bund 500 Millionen Franken mehr Mittel beantragt hat und dass bei diesem Betrag das Minus insbesondere bei den Grundbeiträgen liegt, wo etwa 380 Millionen Franken fehlen. Das sind die Beiträge des Bundes pro Studierenden. Ein Teil geht auf die Investitionen zurück und ein Teil auf die projektgebundenen Beträge. Die EDK wurde deshalb vorstellig und hat genau im Sinne des Minderheitsantrages Widmer beantragt, den Betrag zu erhöhen. Wir Grünen wollen uns auch in diesem Sinne einsetzen und verlangen ganz konkret, dass diese Mittel bei der Lehre einfliessen.
Wir haben hier nun schon siebenmal von Herrn Pfister gehört, dass er Kürzungsanträge stellt und dass er findet, wir hätten die teuerste Ausbildung. Andererseits leistet sich kein Land in ganz Europa eine so teure Landwirtschaft wie die Schweiz; das könnten wir hier mit gleichem Recht erwähnen. Trotzdem unterstützen Sie immer noch höhere Beiträge für die Landwirtschaft.
Für uns hat die Bildung Zukunft; die Hochschulbildung und die Forschung bringen eine entsprechende Wertschöpfung für die Volkswirtschaft. Sie muss zukunftsorientiert ausgestaltet werden. Deshalb setzen wir uns genau hier dafür ein, damit wir für die Zukunft gewappnet sind und entsprechend ausgebildete Leute haben.
Ich möchte Sie deshalb bitten, der Minderheit I (Widmer) zuzustimmen.