Noser Ruedi · Nationalrat · 2007-09-20
Noser Ruedi · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2007-09-20
Wortprotokoll
Die FDP-Fraktion wird die Anträge der Mehrheit unterstützen und empfiehlt Ihnen, die Anträge der Minderheiten abzulehnen. Ich äussere mich im Weiteren in erster Linie zum Antrag der Minderheit Genner zu Artikel 9 und werde die Kommentierung der restlichen Anträge den Kommissionssprechern überlassen.
Frau Genner hat zu Recht ausgeführt, dass wir Vollmitglied der ESA sind und wie deren Finanzierung funktioniert; das hat alles gestimmt. Es ist auch richtig, dass ein Verpflichtungskredit von 390 Millionen Franken schon gesprochen ist und 70,1 Millionen noch offen sind. Das hat Frau Genner alles zutreffend dargestellt. Nur hat sie nicht gesagt, weshalb der Betrag von 70,1 Millionen noch offen ist; die technische Wahrheit dahinter hat damit zu tun, dass die Kreditvergabe bzw. die Zusagen in der ESA nicht synchron sind mit der BFI-Botschaft. Wenn wir diese 70,1 Millionen Franken nicht bezahlen, wird es schwierig sein, Vollmitglied der ESA zu bleiben. Ich möchte eigentlich dem Rat vorschlagen, dass wir Vollmitglied der ESA bleiben. Der eine oder andere von Ihnen weiss sicher, was die Schweizer Universitäten mit der ESA zu tun haben. Ich erwähne zum Beispiel das Weltraumforschungszentrum zur Auswertung der Daten des Satelliten Integral in Genf. Wir alle kennen die Berner Erfolge in diesem Bereich; etwas weniger kennen wir vielleicht das Schweizer Zentrum zur Auswertung der Fernerkundungsdaten, das sich in Zürich befindet. Die Universitäten der Schweiz sind überall führend dabei und profitieren davon.
Was macht die ESA? Sie will in erster Linie unsere Erde verstehen. Sie misst aus, hat Sensoren usw. Es wurde vorhin schon gesagt, dass es ein ESA-Satellit ist, der das Arktikeis überwacht und letzthin festgestellt hat, dass es schneller schmilzt als vorgesehen. Wenn man wirklich wissen will, was auf der Erde los ist, muss man diese Forschung unterstützen. Aber vielleicht liegt es daran - Sie gestatten mir diesen Satz, Kollegin Genner -, dass das Wissen vielleicht nicht ganz so wichtig ist, wenn man ideologisch schon alles weiss.