Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2007-09-20
Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2007-09-20
Wortprotokoll
Ich hatte das Vergnügen, mich in Meiringen zusammen mit einigen meiner Kollegen über das Immobilienvorhaben "Flugplatz. Kaverne. Bauliche Anpassungen und Sanierungsarbeiten" über 11,83 Millionen Franken zu orientieren und diese Kavernen auch anzuschauen. Kollege Bürgi hat bereits ausgeführt, worum es grundsätzlich geht, und er hat auch ausgeführt, dass wir nicht sicher waren, ob das Ganze nicht überdimensioniert ist. Das ist es aber nicht, das hat sich bei der Besichtigung schnell gezeigt.
Ich weiss, dass Soldaten im Dienst nicht verwöhnt werden. Aber dass unsere Armeeangehörigen noch heute in Unterkünften hausen müssen, die in einem solch pitoyablen Zustand sind, hätte ich mir nie vorstellen können - da war das katholische Mädchenpensionat direkt eine Luxusvilla dagegen. (Heiterkeit) In der Kaverne gibt es einen langen Raum. Auf der einen Seite dieses Raumes verläuft auf der ganzen Länge ein Waschbecken. Da waschen sich die Männer, während auf der anderen Seite, ohne durch eine Trennwand oder etwas anderes davon abgetrennt zu sein, Tische und Bänke stehen, an denen Männer zur gleichen Zeit essen. Auf der einen Seite in der Mitte gibt es eine Türe, die in einen Schlafraum ohne Fenster oder Lüftung führt, in dem Männer in Etagenbetten schlafen müssen, in denen selbst ich weder in der Länge noch in der Breite Platz hätte, ohne dass etwa meine Füsse auf eine Holzkante zu liegen kämen - geschweige denn meine Söhne, die noch einen Kopf grösser sind als ich.
An diesem Ort wäre man tatsächlich lieber eine F/A-18, denn deren Hangar ist gross, hell und freundlich gestaltet. Ich möchte aber doch noch anfügen, dass der Flugplatz für Meiringen ein Segen ist, denn Arbeitsplätze sind in dieser Region rar. Zirka 200 Leute finden dort ihr Auskommen, und es wurden auch 25 Lehrstellen geschaffen. Für den Bundesrat ist es nicht denkbar, dass Meiringen die Bedeutung als Kriegsflugplatz verliert, obwohl man sich über die Belastung im Klaren ist. Es wird denn auch Rücksicht genommen in Bezug auf die Start- und Landezeiten. Gutachten bestätigen im Übrigen, dass die Landpreise trotz des Flugplatzes nicht gesunken sind.
Während unseres Besuches sahen wir auch den Start einer F/A-18 und waren wirklich sehr beeindruckt - nicht nur ich als Frau, sondern auch die Männer -, mit welcher Geschwindigkeit das Flugzeug stieg, bis wir es aus den Augen verloren. Das schafft Vertrauen für den Ernstfall. Ich bin also mit grosser Überzeugung der Meinung, dass wir diesen [PAGE 738] Kredit unbedingt sprechen müssen. Dafür danke ich auch im Namen all jener, die dort leben müssen.