David Eugen · Ständerat · 2007-09-25
David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-09-25
Wortprotokoll
Ich habe nichts gegen diese Motion, sie verlangt ja im Wesentlichen nur zusätzliche Berichte. Es ist immer gut, sich genau zu informieren, bevor man entscheidet.
Ich möchte aber in einer anderen Sache widersprechen. Es wurde verschiedentlich gesagt, dass andere Methoden angewendet werden müssten. Es gibt wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Methoden, so ist das Leben, es gibt einfach die zwei Dinge. Es gibt eigentlich nichts dazwischen. Wenn man wissenschaftlich argumentieren will, heisst das, dass es intersubjektiv überprüfbar sein muss: Wenn zwei das gleiche Experiment machen, muss das Resultat unabhängig von den beiden Personen dasselbe ergeben. Von den wissenschaftlichen Prinzipien sollten wir, finde ich, keinesfalls abweichen, indem wir den Leistungskatalog aufgrund unwissenschaftlicher Kriterien ausweiten. Wenn man diesen Bericht macht, bitte ich zu berücksichtigen, bei einer Ausweitung des Leistungskatalogs nicht nach Wohlfühlkriterien oder nach anderen subjektiven Kriterien zu verfahren, sondern die existierenden wissenschaftlichen Methoden anzuwenden. Es ist nicht so, dass es eine Welt Schulmedizin und eine Welt Komplementärmedizin gibt; beides sind Therapieformen, beide haben ihre Berechtigung - sie müssen sich aber beide der wissenschaftlichen Analyse stellen. Es gibt auch zahlreiche schulmedizinische Therapieformen, die nicht erfolgreich sind und darum nicht in den Leistungskatalog aufgenommen werden, weil sie diesen Prüfkriterien nicht standhalten. Es mag durchaus, ich möchte es gar nicht abstreiten, sogenannt komplementärmedizinische Methoden geben - ich denke jetzt beispielsweise an die Akupunktur -, die durchaus auch eine lange historische Geschichte mit Therapieerfolgen haben, die nach wissenschaftlichen Methoden ausgewiesen werden können. Eine solche Therapiemethode soll dann auch Aufnahme finden.
Ich warne davor, dass man hier sagt: "Wir müssen hier mit zwei Methoden auf zwei Gleisen fahren." Ich bitte den Bundesrat, das bei der Ausarbeitung dieses Berichtes nicht zu tun.