Carobbio Guscetti Marina · Nationalrat · 2007-12-11
Carobbio Guscetti Marina · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-12-11
Wortprotokoll
Ich werde ein Votum im Namen der SP-Fraktion zu den Bereichen Film und Kunst halten, zu denen verschiedene Anträge vorliegen.
Ich komme erstens zur Position "Förderung Filme": Schon beim Budget des letzten Jahres hat die SVP-Fraktion eine Kürzung in diesem Bereich beantragt. Wieder einmal soll bei der Kultur eine Sparübung gemacht werden; das trotz der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung des Films für die Schweiz. Im April 2006 sind die ersten Resultate einer [PAGE 1887] soziologischen Untersuchung der Universität Lausanne im Auftrag des Bundesamtes für Kultur veröffentlicht worden. Nach der Studie meinen 48 Prozent der Befragten, dass man dank den Schweizer Filmen das eigene Land besser verstehen könne. Sogar 72 Prozent der Befragten finden, man rede mehr und mehr vom Schweizer Film. Man kann ohnehin sagen, dass die Filmförderung nicht nur für die Kultur, sondern auch für unsere Identität sehr wichtig ist. Über den Film werden die vielfältigen regionalen, sprachlichen und kulturellen Entwicklungen in unserem Land thematisiert. In der ganzen Schweiz gibt es verschiedene Filmfestivals, die diese Vielfalt aufzeigen. Orte, die nicht zu den ökonomischen Zentren der Schweiz gehören, können von der Filmindustrie, von der Filmförderung, von den Übernachtungen und vom Tourismus profitieren. Schon aus diesem Grund ist es ein Unsinn, das Budget für die Kultur heute in diesem Bereich zu kürzen.
Die Filmförderung hat auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Ich sage dies bewusst, weil ich aus einem Kanton komme, dem Kanton Tessin, der viel in die Filmförderung, hauptsächlich in das Filmfestival von Locarno, investiert. Im Jahre 2006 erzielten Schweizer Filme einen historischen Zuschauerrekord, nämlich einen Marktanteil von 9,6 Prozent, bei einer Zunahme von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg der Zuschauerzahlen war in der ganzen Schweiz markant.
Klar, es ist immer schwierig, von Wirtschaft zu reden, wenn man von Kultur spricht. Sowohl die Filmförderung wie auch die anderen Bereiche, die von Kürzungsanträgen betroffen sind, die bildende und die angewandte Kunst, sind wichtige Bereiche für die Entwicklung unserer Kultur. Die SP-Fraktion ist gegen die drei Anträge der Minderheit, die Kürzungen bei der Filmförderung, bei der bildenden und bei der angewandten Kunst verlangen, und unterstützt die Anträge der Mehrheit der Kommission.