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Merz Hans-Rudolf · Bundesrat · 2007-12-11

Merz Hans-Rudolf · Bundesrat · Appenzell A.-Rh. · 2007-12-11

Wortprotokoll

Ich glaube, im Ziel, den Sport zu fördern, die Gesundheit zu fördern, Doping zu bekämpfen, sind sich mit Sicherheit alle hier Anwesenden einig. Darüber bestehen keine Meinungsunterschiede. Dass wir in der heutigen Zeit den Sport fördern wollen, auch für sich selber, das akzeptieren auch alle. Aber wo wir uns offenbar nicht einig sind, ist in der Erreichung der Ziele; da gibt es zwei Abweichungen, die zwei Positionen, die hier jetzt zur Debatte stehen.

Die eine Abweichung bezieht sich auf das Projekt des Baspo, wo im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern ein wissenschaftliches Testprojekt unterwegs ist. Es wird im nächsten Jahr mit 400 Schulklassen abgewickelt, dann wird es ausgewertet, und daraus wird man sehen, wie ein solches Projekt definitiv zu gestalten ist. Ich glaube, es gibt im Augenblick keinen Grund, schon vorzeitig Kredite aufzustocken. Das Geld ist da. Für die anschliessende Übergangsphase ins Definitivum wird ja dann auch noch die private Wirtschaft um Fördermittel angegangen. Das Projekt ist unterwegs, und es läuft eigentlich vernünftig. Es ist also nicht das Ziel, bei dem wir uns nicht einig sind, sondern es ist der Weg.

Das gilt auch bei der Dopingagentur. Die Schweiz hat via Bund bis heute drei Viertel der Kosten getragen, die Swiss Olympic zur Dopingbekämpfung im privatrechtlichen Sport hatte. Jetzt soll eine unabhängige Agentur entstehen, die ab 1. Januar des kommenden Jahres diese Aufgaben übernehmen soll. In diesem Zusammenhang hat man die Mittel etwas aufgestockt, und zwar auf rund 1,9 Millionen Franken pro Jahr seitens Swiss Olympic. Der Bund will sich auch weiterhin an dieser Agentur beteiligen; seine Beteiligung wird im nächsten Jahr 47 Prozent sein, 53 Prozent kommen von privater Seite dazu. Die Unabhängigkeit eines solchen Institutes ist durch die unterstützende Bundesbeteiligung garantiert, aber mit dem Bund allein genügt es eben nicht. Ich glaube, je mehr Organisationen aus dem Sport sich an einer solchen Agentur beteiligen, je breiter die Agentur abgestützt ist, desto unabhängiger ist sie; daher wäre es falsch, den Bund hier zusätzlich in die Pflicht zu nehmen. Man muss sagen, dass 47 Prozent eine gute Beteiligung des Bundes ist - aber die privaten Sportorganisationen und Swiss Olympic sollen sich breit beteiligen; erst dann ist das Institut unabhängig, erst dann hat es auch einen guten Ruf.

Deshalb empfehle ich Ihnen, keine Aufstockung für diese Agentur vorzunehmen, also in beiden Fällen der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen.