Markwalder Bär Christa · Nationalrat · 2008-03-04
Markwalder Bär Christa · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-03-04
Wortprotokoll
Es gibt viele Gelegenheiten, die Schweiz vorzustellen und punktuell für die Vorzüge unseres Landes zu werben. Doch es gibt wohl kaum eine bessere Gelegenheit, die Schweiz umfassend zu [PAGE 41] präsentieren und unsere Eigenheiten und Stärken Millionen von Menschen näherzubringen, als an einer Weltausstellung. Deshalb befürwortet die Fraktion der FDP und der Liberalen den Verpflichtungskredit von 20 Millionen Franken für die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung in Shanghai im Jahr 2010. Als positiv erachten wir auch, dass 4 Millionen Franken dieses Verpflichtungskredits in der Privatwirtschaft beschafft werden sollen.
Als Schweizer Pavillon wird ein hybrides Natur-Technik-Gebäude dienen, das sowohl die ländliche und touristisch gut erschlossene Schweiz wie auch die urbane Schweiz präsentiert. Das Thema "Better City, Better Life" passt ausgezeichnet zur Schweiz. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wertschöpfung in unserem Land auf die Zentren und ihre Agglomerationen konzentriert. Pendler fahren in der Schweiz immer weiter, weil die Städte attraktive Arbeitsplätze anbieten und in ihren Kulturkalendern Veranstaltungen für nahezu jeden Geschmack präsentieren. Die Schweiz wächst zusammen. Gleichzeitig dezentralisiert sie sich. Die touristischen Destinationen ermöglichen Gästen von nah und fern in einer intakten Landschaft Erholung von der städtischen Hektik.
Diese Symbiose von Stadt und Land, aber auch die Verschiedenheiten will die Schweiz an der Weltausstellung in Shanghai einem breiten Publikum präsentieren. Erwartet werden während der sechsmonatigen Ausstellungszeit 70 Millionen Besucherinnen und Besucher. Das ist fast das Zehnfache dessen, was unser Land an Einwohnern zählt, und mehr als dreimal so viel wie an der letzten Weltausstellung in Aichi in Japan. China wird als wirtschaftlicher Partner für die Schweiz immer wichtiger. Daher drängt sich eine Präsenz an der Weltausstellung in Shanghai geradezu auf.
Auch wenn wir auf die Erfahrungen von den vergangenen Weltausstellungen zurückblicken, stellen wir fest, dass die Bilanz durchaus positiv ist. Weltausstellungen bieten grosse Chancen, um unser Land mit seiner kulturellen Vielfalt, seinen wirtschaftlichen Standortvorteilen, seiner Mehrsprachigkeit, seinem speziellen politischen System und dem Trumpf der wunderschönen Landschaften der grossen Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Vielleicht findet da der eine oder die andere auch eine Antwort darauf, warum unser Land zwar wirtschaftlich international exzellent vernetzt ist, politisch aber zuweilen isoliert dasteht. Die Weltausstellung 2010 in Shanghai bietet auf alle Fälle eine willkommene Plattform, unser Land mit all seinen schönen Seiten einer breiten Weltöffentlichkeit zu präsentieren, was hoffentlich so nachhaltig wirkt wie Monumente früherer Weltausstellungen wie beispielsweise der Eiffelturm in Paris oder das Atomium in Brüssel.