Moser Tiana Angelina · Nationalrat · 2008-09-30
Moser Tiana Angelina · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2008-09-30
Wortprotokoll
Ich spreche zuerst im Namen der CVP/EVP/glp-Fraktion zu Absatz 2 Buchstabe a:
Die Schweiz besteht nicht nur aus vier Sprachräumen; nein, die Schweiz besteht - zum guten Glück - aus zahlreichen verschiedenen Sprach- und Kulturgemeinschaften, wie es eben im Entwurf des Bundesrates formuliert ist. Kulturgemeinschaften sind auch innerhalb einer Sprachregion anzutreffen. Es würde hier wohl niemand bestreiten, dass die Appenzeller ein anderes Kulturgut haben als die Zürcher oder die Glarner ein anderes als die Berner. Diese Vielfalt auf engstem Raum ist eine Besonderheit der Schweiz; diese Vielfalt ist auch enorm wertvoll. Es ist deshalb wesentlich, dass ihr auch im Rahmen der Kulturförderung entsprechend Rechnung getragen wird. Ihr entsprechend Rechnung zu tragen heisst eben auch, dass ein Kulturgut einer Gemeinschaft gefördert werden kann, wenn es zwar nicht für den gesamten Sprachraum von Bedeutung ist, aber national vielleicht vermittelt werden soll. Eine Beschränkung auf die vier Sprachräume würde hier zu wenig weit greifen.
Die CVP/EVP/glp-Fraktion lehnt aus diesem Grund den Minderheitsantrag Pfister Theophil ab.
Ich spreche jetzt noch im Namen der Grünliberalen zu Artikel 6 Absatz 2 Buchstabe e. Für die Grünliberalen ist Innovation im Bereich des Kunstschaffens und der Kulturvermittlung zentral. Ein Projekt, das wesentlich zur Innovation des Kunstschaffens oder auch der Kulturvermittlung beiträgt, ist deshalb für uns Grünliberale auch förderungswürdig. Wenn wir in der Schweiz eine lebhafte Kunst- und Kulturlandschaft wollen, müssen wir das Grenzensuchen, das Grenzenüberschreiten ermöglichen. Es ist das Suchen und Überschreiten von Grenzen, das Innovation möglich macht. Dieses Prinzip gilt nicht nur für die technologische Innovation; nein, dieses Prinzip gilt auch für das Kunstschaffen, und es gilt auch für die Vermittlung. Wir Grünliberalen sind überzeugt, dass wir der Innovation auch Raum geben müssen, wenn wir in Zukunft die Qualität des Kunstschaffens in der Schweiz erhalten und weiter steigern wollen.
Dann aber müssen wir auch innovative Projekte fördern. Es ist selbstverständlich, dass auch bei einem innovativen Projekt die Qualität stimmen muss. Das stellen wir nicht infrage. Ein Projekt, das lediglich innovativ ist, dessen Qualität jedoch zu wünschen übrig lässt, soll auch unserer Meinung nach keine Unterstützung erhalten. Es sind jedoch oft gerade innovative Projekte, die eine besondere Ausstrahlungskraft für oder gar über die Schweiz hinaus aufweisen. Denken Sie etwa an die international anerkannte und absolut innovative Schweizer Architektur.
Die Grünliberalen unterstützen deshalb bei Absatz 2 Buchstabe e den Antrag der Kommissionsmehrheit.