Fluri Kurt · Nationalrat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-12-02
Wortprotokoll
Ich nehme an, dass Sie an die Fremdenlegionäre denken. Sie werden im Laufe der Debatte sehen, dass wir zwischen den Spanienkämpfern und den übrigen Kämpfern, die auch zur Diskussion gestanden sind, unterschieden haben. Wir taten dies gerade, um Präjudizien zu verhindern. Wir haben auch eine Grenze gegenüber der Résistance gezogen, damit wir nicht andere Freiwillige, z. B. in Norditalien oder in anderen Konfliktgebieten, ebenfalls rehabilitieren müssen. Es ist nicht primär so, dass wir das nicht tun wollten; vielmehr sind diese Ereignisse historisch zu wenig gesichert, es sind zu wenig individualisierbare Fälle bekannt, und die Motivation bei den Résistance-Kämpfern und anderen Kriegsteilnehmern ist umstrittener als bei den Spanienkämpfern.
Zu den Fremdenlegionären: Wir wissen, dass die Fremdenlegion eine französische Streitkraft ist, und ich glaube nicht, dass wir Gefahr laufen, dass die Fremdenlegionäre, die irgendwo in Asien oder in Afrika zum Einsatz gekommen sind, heute wegen ihrer demokratischen Gesinnung rehabilitiert werden könnten. Diese Leute sind ja aus völlig anderen Motiven in die Legion eingetreten und zogen dann nicht in ein Land ihrer Wahl, um dort für Frankreich Krieg zu führen, sondern sie wurden dorthin gesandt, wohin der französische Staat sie senden wollte. Mit anderen Worten: Es fehlt das individuelle Motiv, aufgrund der demokratischen Gesinnung konkret einem Land zu helfen.
Unter diesem Aspekt befürchten wir nicht, dass wir hier ein Präjudiz schaffen.