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Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2008-12-08

Wortprotokoll

Mit dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember dieses Jahres ändert sich auch der Fahrplan für Chiasso. Die Konsequenzen für Chiasso waren aber nicht etwa unvorhersehbar, sondern entsprechen den Grundsätzen, die der Bund im Rahmen der Fernverkehrskonzession festgelegt hat. In dieser Fernverkehrskonzession ist die Mindestbedienung von Strecken und Halten definiert. Um möglichst attraktive Reisezeiten und ein wirtschaftliches Angebot im Fernverkehr zu ermöglichen, sind Zwischenstopps, die nicht zwingend notwendig sind, zu vermeiden. Daher halten nicht alle Fernverkehrszüge immer an allen Orten.

Welche Züge in Chiasso halten, entscheiden in diesem Fall die Transportunternehmungen jeweils bei der Gestaltung des Fahrplans. Sie tun dies unter Einbezug der Öffentlichkeit. Für die internationale Verbindung zwischen der Schweiz und Italien ist die Cisalpino AG als eine eigenständige Eisenbahnverkehrsunternehmung verantwortlich. Sie setzt gemäss neuem Fahrplankonzept für den Verkehr auf der Gotthardachse von und nach Mailand ausschliesslich Neigezüge ein.

Bisher waren die verschiedenen Stromsysteme in den einzelnen Ländern ein grosses Hindernis für die internationalen Zugsverbindungen: Weil an der Grenze die Lokomotive gewechselt werden musste, ging viel Zeit verloren. Aufgrund der Neigezugtechnik fällt das bisherige Wechseln der Lokomotive an der Grenze nun weg. Aus diesem Grund ist der Halt in Chiasso nicht länger zwingend, und der bei heutigen Eurocity-Zügen übliche Halt von 20 Minuten kann entfallen. Chiasso hat jedoch mit den Anschlüssen in Como Richtung Mailand und in Lugano Richtung Gotthard/deutsche Schweiz weiterhin attraktive Reisemöglichkeiten.

Wegen der verspäteten Ablieferung der neuen Cisalpino-Neigezüge kann der neue Fahrplan nur schrittweise eingeführt werden, das heisst, ein Teil der internationalen Züge hält im Moment nach wie vor in Chiasso an - das ist der einzige Vorteil dieser verspäteten Lieferung. Das Neigezugkonzept, welches einen Halt an der Grenze eben überflüssig macht, wurde bereits im Jahre 2004 den Gotthard-Kantonen vorgestellt. Dieses Konzept hat auch das ordentliche Fahrplanverfahren im Jahre 2008 durchlaufen.