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Büttiker Rolf · Ständerat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-12-15

Wortprotokoll

Ich möchte Sie ebenfalls bitten, dem Antrag von Herrn Hêche zuzustimmen.

Herr Bundesrat Merz, Sie haben vorhin, bei der Denkmalpflege, gesagt, Sie hätten ein gutes Gewissen. Das mag dort richtig sein. Aber bei der Dopingbekämpfung in der Schweiz kann der Bundesrat nachts nicht ruhig schlafen. Da haben wir gewaltige Defizite, und ich sage Ihnen, wenn wir die Sportförderung, die Sportpolitik in der Schweiz glaubwürdig weiterführen wollen, dann müssen wir den Dopingsumpf trockenlegen. Wenn wir uns die Ereignisse anschauen - und zwar geht es nicht nur um eine Sportart, wie immer wieder gesagt wird -, dann sehen wir, dass wir handeln müssen. Der Bundesrat hat es in den vergangenen Jahren unterlassen, wirksame Massnahmen zu ergreifen.

Mit einem weiteren Irrtum muss auch noch aufgeräumt werden: Es geht nicht nur um den Spitzensport. Gehen Sie mal in die Freizeitzentren, wenn da die Körper mit den entsprechenden Mitteln für die Ausstellungen fitgetrimmt werden, und reden Sie einmal mit dem Betreiber eines Sport-Freizeitparks, wie man sie so schön nennt. Es geht nicht nur um den Spitzensport, sondern es geht auch um den Breitensport.

Wenn ich die Mittel vergleichbarer Länder anschaue, muss ich sagen, die Schweiz hinkt hinterher. Die Schweiz ist eines der wenigen Länder Europas, die die Blutprobe im Dopingbereich nicht kennen. Wir müssen dafür sorgen - Herr Jenny hat das richtig gesagt -, dass diejenigen, die kontrollieren, endlich nicht mehr immer denjenigen, die diese [PAGE 986] Substanzen anwenden, hinterherhinken. Deshalb müssen wir diese Mittel auch zur Verfügung stellen. Es gibt sicher einige Verbände, die die Mittel haben. Aber es gibt auch andere Verbände, die alleine auf verlorenem Posten sind und die mit dieser Aufgabe völlig überfordert sind.

Der entscheidende Punkt ist hier: Der Staat muss dafür sorgen, dass am Start irgendeines Wettbewerbs alle die gleichen Bedingungen haben. Das ist eine liberale Position, die in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und eben auch beim Sport gilt. Alle müssen am Start eines Wettbewerbs, insbesondere eines Sportwettbewerbs, die gleichen Voraussetzungen haben.