Widmer-Schlumpf Eveline · Bundesrat · Graubünden · 2009-06-02
Wortprotokoll
Das Fedpol verfügt über keine polizeilichen Daten zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von legalen oder illegalen Drogen und Gewaltdelikten, insbesondere Familiendramen. Die bisher vom Bundesamt für Polizei geführte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) enthielt keine systematischen Angaben zu den gestellten Fragen. Das Projekt für eine grundlegende Revision der PKS wird seit Anfang 2006 vom Bundesamt für Statistik geführt. Die neue PKS erscheint zum ersten Mal im Jahr 2010. Erst dann können Daten zu illegalen Drogen- und Gewalthandlungen auf wissenschaftlicher Grundlage national erfasst und im gewünschten Sinne dargestellt werden. Bezüglich der Rolle des Konsums bestimmter Substanzen bei der Begehung von Gewaltdelikten liegt derzeit also noch keine Studie vor.
Hingegen wurden in den letzten Monaten verschiedene Berichte, welche die Rolle des Alkoholkonsums bei Gewaltverbrechen untersuchen, veröffentlicht. Einhellig kommt man zum Schluss, dass Tatverdächtige, welche im Zeitpunkt der Tat alkoholisiert waren, deutlich überrepräsentiert sind. Die Studien geben aber keine Auskunft über die Ursächlichkeit des Substanzkonsums für die Begehung von Gewaltstraftaten.