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Maissen Theo · Ständerat · Graubünden · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-12-07

Wortprotokoll

Bei der Diskussion, die wir führen, geht es darum, ob wir eine Motion oder ein Postulat überweisen sollen. Ich muss festhalten, dass die Situation des Holzmarktes Schweiz etwas eigenartig ist. Wir wissen, dass wir beim Holz im Gegensatz zu anderen Produkten der Urproduktion praktisch dem Markt ausgesetzt sind. Wir haben aber in der Schweiz bedeutend höhere Gewinnungskosten und sind da eindeutig in einer nachteiligen Wettbewerbssituation. Andererseits wissen wir, dass die Schweizer Wälder unternutzt sind. Es hätte bedeutend mehr Holz, das zu gewinnen wäre, als effektiv geschlagen wird. Gleichzeitig wird über grosse Distanzen Holz eingeführt. Das ist schon von den Transportwegen her ökologisch wenig vernünftig.

Dazu kommt, dass mit der Gewinnung dieses Holzes in ausländischen Wäldern, vor allem auch in Entwicklungsländern, sehr grosse ökologische Schäden entstehen, die irgendeinmal auch uns treffen werden. Das wissen wir, man kann es immer wieder lesen, zum Beispiel wenn wir die Aktivitäten von Herrn Manser etwas verfolgen. Dazu werden in diesen Ländern soziale Strukturen gefährdet, wenn nicht gar zerstört.

Aus dieser Mitverantwortung heraus, die wir an sich hätten, wäre für mich die Form der Motion gerechtfertigt. Es ist ein Anliegen; wir können nicht einfach sagen: Wir überlassen das der Branche. Denn die Branche hat natürlich zwei Seelen in ihrer Brust. Auf der einen Seite denkt sie sicher auch ökologisch. Auf der anderen Seite sind es auch wirtschaftliche Überlegungen, die dort massgebend sind. Was die landwirtschaftlichen Produkte betrifft, will man die Herkunft verfolgen, z. B. vom Fleisch auf der Bank des Metzgers bis zurück in den Stall, der irgendwo in der Schweiz steht. Oder denken wir an die Frage der Produktehaftpflicht, wie sie in den USA gehandhabt wird und je länger, je mehr auch nach Europa überschwappt. Vor diesem Hintergrund wäre die Deklaration der Herkunft des Holzes - das hat mit den Labels an sich nur indirekt etwas zu tun - angebracht. Auf diese Weise weiss der Konsument: Aha, ich kaufe hier ein Möbelstück mit Holz aus einem Gebiet, wo die Holzschläge problematisch sind.

Ich verzichte aber darauf, den Gegenantrag zu stellen, die Motion des Nationalrates (Eymann Christoph) als Motion zu überweisen, und zwar, weil ich nicht riskieren möchte, dass das Ganze untergeht. Aber ich möchte festhalten: Vom Anliegen her wäre eine Motion gerechtfertigt. Wenn wir sie nun als Postulat überweisen, wäre ich sehr dankbar, wenn der Bundesrat doch möglichst bald Wege suchen würde, um diese Deklaration beim Holz in der Schweiz einzuführen und umzusetzen.