David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Fraktion CVP/EVP/glp · 2009-06-10
Wortprotokoll
Bei diesen Anträgen frage ich mich: Was steht eigentlich im Zentrum? Steht der Aktionär im Zentrum oder das Unternehmen? Wollen wir tatsächlich den Aktionär stärken und das Unternehmen schwächen? Denn dies ist bei diesem Vorschlag ganz markant der Fall. Mit diesem Vorschlag würden wir alle schweizerischen Unternehmen, die dem schweizerischen Aktienrecht unterstehen, bei der Risikokapitalbeschaffung deutlich schwächen. Sie wären auf dem Markt deutlich schlechtergestellt, wenn sie Aktienkapital beschaffen wollten.
Ich wiederhole es: Vielfach sind es auch Ausländer, die irgendwo sind und sich einfach an der Firma beteiligen und am Wertzuwachs der Firma teilhaben wollen. Sie haben Vertrauen in die Geschäftsleitung, sonst würden sie die Aktien ja nicht kaufen, und sie verkaufen die Aktien auch wieder, wenn sie das Vertrauen in die Geschäftsleitung verlieren - aber an den Generalversammlungen wollen sie nicht teilnehmen. Die Vorstellung, nur der Aktionär, der an der Generalversammlung teilnimmt, sei der Gute, und nur ihn könne ein Unternehmen brauchen, ist eine Vorstellung, die nichts mit der Realität zu tun hat. In dem Sinne würde der Vorschlag, gerade in diesem Punkt, viele vor allem ausländische Investoren und vor allem auch ausländische institutionelle Investoren davon abhalten, in Schweizer Firmen zu investieren - natürlich mit den entsprechenden Konsequenzen für unsere Arbeitsplätze und unsere Volkswirtschaft.
Ich rate Ihnen ab, solchen Anträgen zuzustimmen.