Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2009-06-11
Wortprotokoll
Ich gehe gleich auf die Frage ein, die Sie mir gestellt haben.
Interessant ist ja: Zum künftigen Energieverbrauch und zur Stromlücke, wie man damals sagte, im Jahr 2030 waren praktisch sämtliche Studien mehr oder weniger identisch. Sie haben sie sicher alle gesehen: Die Kurven weichen etwas voneinander ab, aber im Grunde genommen sind alle absolut gleich. Ich habe dann schon vor etwa einem Jahr die Frage gestellt: Wurde bei diesen Studien die Elektromobilität einbezogen oder nicht? Ich erhielt die Antwort: nein. Und hochinteressant ist: Alle Studien haben die Elektromobilität übersehen, gingen nicht von ihr aus.
Meine Skepsis bei all diesen Studien, seien es Mobilitätsstudien, seien es Energieszenarien, seien es Konjunkturvoraussagen, ist: Immer wenn hinterher etwas völlig anderes passiert, heisst es, das sei ein exogener Faktor, da könne man natürlich nichts dazu tun. Aber im Moment erkennen wir hier einen solchen exogenen Faktor. Ich selbst bin tatsächlich der Meinung, die elektrische Mobilität werde ganz gewaltig zunehmen und sie werde uns vor grosse Probleme stellen. Sie sprechen jetzt die Energieprobleme an. Es gibt dann aber noch weitere Probleme, nämlich der Finanzierung der Strassen beispielsweise. Aber die energiepolitischen Fragen im Zusammenhang mit der Stromknappheit sind natürlich gigantisch, und von daher teile ich Ihre Meinung vollkommen: Solche Studien sind immer wieder unter Einbezug der angeblich plötzlich auftauchenden exogenen Umstände, wie beispielsweise des Mehrverbrauchs für die Mobilität, neu zu erstellen.
Etwas anders ist es beim Gebäudebereich: Diese Entwicklung wurde berücksichtigt. Sie wurde in Erwägung gezogen und ist in diesen Szenarien enthalten - aber nicht die Mobilität. Ich muss natürlich auch sagen: Es gibt zahlreiche Wissenschafter oder Auguren, die bestreiten, dass die Mobilität in der Zukunft elektrisch sein wird. Das gibt es auch. Man müsste variable Szenarien machen, je nachdem, was eintreten könnte.
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