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Decisione

2022.BKD.5164

Geschäftsbericht 2022 der Pädagogischen Hochschule Bern (PH Bern). Kenntnisnahme

14 giugno 2023Tedesco9 min

Source be.ch

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 668/2023 Datum RR-Sitzung: 14. Juni 2023 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Geschäftsnummer: 2022.BKD.5164 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Geschäftsbericht 2022 der Pädagogischen Hochschule Bern (PH Bern). Kenntnisnahme

Erwägungen

1. Gegenstand

Die Aufgaben, Ziele und Vorgaben für die PH Bern sind im Gesetz vom 8. September 2004 über die deutschsprachige Pädagogische Hochschule (PHG; BSG 436.91), in der Bildungsstrategie des Kantons Bern sowie im Leistungsauftrag des Regierungsrates vom 15. Dezember 2021 an die PH Bern für die Jahre 2022–2025 (RRB 1469/2021, 1318/2022) und im Leistungsauftrag der Bildungs- und Kulturdirek- tion vom 17. September 2021 an die PH Bern für die Jahre 2022–2025 in den Bereichen Weiterbildung und Dienstleistungen festgelegt.

Der Regierungsrat stellt zuhanden des Grossen Rates fest, dass die PH Bern im Berichtsjahr gute Leis- tungen erbracht hat. Ihr Geschäftsbericht zeigt auf, dass sie erfolgreich im Rahmen ihrer vorgegebenen Aufgaben und Ziele tätig war. Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

− An der PH Bern waren im Studienjahr 2022/2023 (Stichdatum 15. Oktober 2022) 32991 Studierende in den Grundausbildungsstudiengängen (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Schulische Heilpädagogik) immatrikuliert (Vorjahr: 3263 Studierende). Das Wachstum der Anzahl immatrikulierter Personen gegenüber dem Vorjahr betrug damit 1,1 %.

− Die Institute Primarstufe, Sekundarstufe I sowie das Institut für Heilpädagogik verzeichnen eine Zu- nahme an Studierenden. Ein Rückgang der Anzahl Studierender macht sich dagegen am Institut Se- kundarstufe II bemerkbar. Dabei handelt es sich um eine Entwicklung, die national festgestellt wird.

− An den Pädagogischen Hochschulen der Schweiz waren im Herbstsemester 2022 gemäss dem Bun- desamt für Statistik (BFS) 23 4122 Studierende immatrikuliert. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt schweizweit gemäss Daten des BFS3 0,4 %. Die PH Bern hat trotz gesamtschweizerischem Rückgang gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum der Studierendenzahlen verzeichnet (Wachstum von 1,9 % gemäss BFS) und ist weiterhin die drittgrösste Pädagogische Hochschule der Schweiz. Die An- zahl Neuanmeldungen von Studierenden an der PH Bern stieg gemäss BFS zwischen 2021 und 2022 um knapp 1 % (von 841 auf 849).

− Die Anzahl der ausserkantonalen Studierenden in den Grundausbildungsstudiengängen der PH Bern (1116 per Stichdatum 15. Oktober 20224) ist – wie bereits in den Vorjahren – wesentlich höher als die Studierende der Regelstudiengänge inkl. Studierende der Erweiterungs - und Ergänzungsausbildungen ohne paralleles Regelstudium und inkl. Studierende Fachdi- daktikzentren. Quelle: Studierendenstatistik der PH Bern (https://www.phbern.ch/ueber-die-phbern/hochschule/portraet/statistiken).

Stand: 28. März 2023 Das BFS berücksichtigt folgende Angebote nicht: kantonale Angebote, die nicht EDK-anerkannt sind; Facherweiterungsstudien; Kooperationsstudiengänge (Fachdi- daktikzentren, Bilingualer Studiengang). ohne Studierende FDZ Sport, FDZ NMG-NE und IVP Bilingualer Studiengang [Immatrikulation an der HEP-BEJUNE]

Anzahl der Berner Studierenden in Grundausbildungsstudiengängen an ausserkantonalen Pädagogi- schen Hochschulen (432 per Stichdatum 15. Oktober 2022).

− Der Kanton Bern begrüsst, dass die PH Bern für Schulen verschiedene Unterstützungsangebote anbie- tet, um dem Lehrpersonenmangel entgegenzuwirken. Aufgrund der anhaltend angespannten Situation im Berufsfeld, wurden zudem auch verschiedene Anpassungen in den Grundausbildungen eingeleitet, um ein breiteres Zielpublikum zu erreichen und die Vereinbarkeit von Studium und Unterrichtstätigkeit zu erhöhen. Zudem bietet die PH Bern Personen ohne adäquate pädagogische Ausbildung verschie- dene Beratungsangebote und Weiterbildungsformate für den Berufseinstieg an.

− Per Herbstsemester 2022 wurden am Institut Sekundarstufe I und am Institut Sekundarstufe II neue Studienpläne eingeführt. Diese ermöglichen dank mehr zeit- und ortsunabhängigem Lernen und Lehren ein noch flexibleres Studieren und tragen damit der Heterogenität der Studierenden Rechnung. Ein neuer Studienplan wird auch am Institut Primarstufe ab Herbst 2023 gültig sein. Dieser ermöglicht es, neben der stufenspezifischen auch eine thematische Schwerpunktbildung zu setzen, welche sich an berufsfeldrelevanten Themen orientiert. Am Institut Primarstufe startet im Herbstsemester 2023 der neue Studiengang Primarstufe ohne EDK-anerkanntes Lehrdiplom, welcher sich an Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmaturität richtet. Damit kommt die PH Bern dem Entscheid des Grossen Rates vom Frühling 2022 nach.

− Durch das Modell des berufsbegleitenden Studiums in Schulischer Heilpädagogik leistet die PH Bern auch einen aktiven Beitrag gegen den Mangel an Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Die überwiegende Mehrheit der Studierenden (80 %) absolvieren den Studiengang berufsbegleitend, was ihnen einen frühen, durch die Dozierenden des Instituts eng begleiteten Einstieg ins Praxisfeld er- möglicht.

− Das Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen bot im vergangenen Geschäftsjahr ein stark ausdif- ferenziertes Weiterbildungs- und Dienstleistungsangebot, das auf die heterogenen Bedürfnisse der Lehrpersonen aller Zyklen und Stufen bzw. in jeder Phase ihrer Professionalitätsentwicklung abzielte. Im Jahr 2022 waren die Entwicklungsthemen vor allem im Bereich der Kader- und Systementwicklung hoch (u.a. neue Autorität, Führung im Wandel) sowie bei der unterrichtszentrierten Beratung. Um den Bedürfnissen der Lehrpersonen und der Mitglieder von Schulleitungen noch besser nachzukommen, wurden auch die Weiterbildungslehrgänge zunehmend hybrider konzipiert. Damit kann die Orts- und Zeitunabhängigkeit von Angeboten gesteigert werden. Gesamthaft stieg die Zahl der Studierenden und Teilnehmenden an Weiterbildungslehrgängen an der PH Bern.

− 2022 feierte das Institut für Forschung, Entwicklung und Evaluation sein 10-jähriges Jubiläum. In den vergangenen Jahren wurde die Forschung als Querschnittsaufgabe an der PH Bern etabliert und der interne Transfer zwischen Lehre und Forschung gestärkt. Zukünftig soll der Fokus noch stärker auf dem Einbezug der Schulen in Forschungsprojekte liegen. Der Anteil der Forschungserträge aus Drittmitteln erhöhte sich im Berichtsjahr um CHF 418 000 auf CHF 2 162 000 und entspricht 2,3 % (Vorjahr 1,9 %) des betrieblichen Ertrags.

− Im Rechnungsjahr 20215 sind die jährlichen Kosten pro Vollzeitäquivalent eines/einer Studierenden der Grundausbildungen der PH Bern (Durchschnittswert aller Grundausbildungsstudiengänge) erneut ge- sunken und liegen weiterhin unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Dies gilt neu für alle Stu- diengänge der PH Bern auch einzeln betrachtete (neu auch Studiengang Schulische Heilpädagogik).

Es können lediglich Aussagen für das Rechnungsjahr 2021 gemacht werden, da die offiziellen BFS-Zahlen zu den Finanzen der Pädagogischen Hochschulen erst im August 2023 für das Jahr 2022 publiziert werden.

− In der Jahresrechnung 2022 schliesst die PH Bern mit einem Gewinn von TCHF 1 296 ab (Vorjahr: Ge- winn von TCHF 375 respektive von TCHF 41 nach Restatement6). Damit fällt das Resultat besser als in der Finanzplanung und den Hochrechnungen vorausgesehen aus. Dies ist insbesondere auf Mehrein- nahmen bei den Schulgeldern FHV (Interkantonale Fachhochschulvereinbarung) und auf personelle Minderaufwände, wegen des aktuell herrschenden Fachkräftemangels und längerer Vakanzen, zurück- zuführen.

− Die grössten Veränderungen in der Erfolgsrechnung zum Vorjahr sind die Erhöhung des Kantonsbei- trags um 1% sowie die im Berichtsjahr neu eingeführte wiederkehrende Erhöhung des Kantonsbeitra- ges um CHF 2.0 Mio. Im Vorjahresvergleich zeigt sich auch, dass aufgrund der weiterhin steigenden Studierendenzahlen einerseits erneut Mehreinnahmen bei den Schulgeldern FHV (Interkantonale Fach- hochschulvereinbarung) sowie bei den Studiengeldern zu verzeichnen sind. Andererseits führt diese Entwicklung auch zu einer Erhöhung des Personalaufwandes, wobei im Berichtsjahr nicht sämtliche Stellen wie geplant besetzt werden konnten. Der jährliche Staatsbeitrag trug mit 65,5 % (Vorjahr 66%7) zum Gesamtertrag der PH Bern bei. Weitere Erträge der PH Bern ergeben sich insbesondere aus den Schulgeldern FHV sowie beispielsweise aus Beiträgen Übriger (u. a. auch für objektfinanzierte Weiter- bildungen im Auftrag der Bildungs- und Kulturdirektion).

− Die finanzielle Situation der PH Bern bleibt trotz des Gewinns im Jahr 2022 angespannt. Die PH Bern weist per 31. Dezember 2022 weiterhin ein negatives Eigenkapital von CHF –7.897 Mio. aus. Für die Stabilisierung des Eigenkapitals durch eine nachhaltige Finanzierung der PH Bern wurde durch den Re- gierungsrat beschlossen, den Kantonsbeitrag der PH Bern ab 2022 um CHF 2 Mio. zu erhöhen. Diese Erhöhung hat zum Ziel, das seit ihrer Ausgliederung in eine eigene Rechnung bestehende negative Ei- genkapital der PH Bern zu stabilisieren und ihr zu ermöglichen, mittelfristig Ertragsreserven für weitere strategische Entwicklungen bilden zu können. Die PH Bern ist gehalten, alles zu unternehmen, um die- ses von der Regierung im Leistungsauftrag 2022–2025 neu formulierte Ziel zu erreichen. Sollte sich das in der jüngeren Vergangenheit festgestellte starke Wachstum der Studierendenzahlen in den nächsten Jahren weiter fortsetzen, könnte dies mittelfristig dazu führen, dass die PH Bern trotz der vorgenomme- nen Erhöhung des Staatsbeitrags Verluste generieren würde. Das neue Angebot eines aufgrund einer neuen gesetzlichen Vorgabe des Grossen Rates entwickelten Studiengangs Primarstufe ohne Ergän- zungsprüfung für Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden kann das bereits umschriebene Risiko der Unterfinanzierung akzentuieren, eine diesbezügliche Anpassung der Finanzierung wird daher zu prüfen sein.

− BeLEARN - Zur Überprüfung der Umsetzung des gemeinsamen Vorhabens BeLEARN der Berner Hochschulen wurde gleichzeitig mit der Erteilung der Leistungsaufträge an die Hochschulen ein separa- ter Controlling-Zyklus definiert: Für BeLEARN wird dem Amt für Hochschulen jährlich eine eigene Be- richterstattung zu vordefinierten Kenngrössen unterbreitet. Im 2022 befand sich BeLEARN in der Auf- bauphase und ein erstes Zwischenreporting wurde erstellt, welches aufzeigte, dass sich der Aufbau des interdisziplinären Kompetenzzentrums und des Hub-Standorts auf Kurs befindet. Das erste reguläre Re- porting wird Ende Mai 2023 für das Geschäftsjahr 2022 eingereicht und somit in die Berichterstattung zu den Geschäftsberichten der Hochschulen im 2024 aufgenommen werden. Zusätzlich wurden im Ge- schäftsjahr durch die PH Bern transversale Leistungen für BeLEARN erbracht. Die diesbezüglichen Mo- dalitäten werden, wie von der Finanzkontrolle angeregt, im Geschäftsjahr 2023 überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Im Verlaufe des Geschäftsjahres 2022 musste die PH Bern feststellen, dass die zeitlichen Abgrenzungen für die Beiträge an fachwissenschaftliche Teilstudien für das Herbstsemester 2021 nicht korrekt vorgenommen worden waren und damit das Ergebnis 2021 der PH Bern zu positiv dargestellt wurde. Des Weiteren wurde in der Vergangenheit der kurzfristige Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber den Vorsorgeeinrichtungen nicht ermittelt und ausgewies en. Der Prozentsatz gemäss Geschäftsbericht 2021 (67,1%) beruht auf einer anderen Berechnungsgrundlage. Der Wert wurde der besseren Vergleichbarkeit halber in

vorliegendem RRB bereinigt. Die im Staatsbeitrag reservierten Beiträge für Weiterbildungsangebote für die Sekundarstufe II un d Schul- und Gemeindebibliotheken sowie das Case Management (vgl. auch Auflistung im RRB 1526/2021 vom 22. Dezember 2021) werden bei der Berechnung des prozentualen Anteils nicht als Kan- tonsbeitrag, sondern als Leistungseinkäufe des Kantons Bern angerechnet (vgl. Geschäftsbericht 2022, S. 46).

− Die Umsetzung des Leistungsauftrags 2022–2025 (Studienjahr 2021/2022) wurde durch die Bildungs- und Kulturdirektion im jährlichen Controllinggespräch mit der PH Bern vom 15. Dezember 2022 geprüft. Die Bildungs- und Kulturdirektion stellte fest, dass die PH Bern den ihr durch die Gesetzgebung erteilten Auftrag umfassend und in sehr guter Qualität erfüllt und dass die PH Bern die Zielvorgaben des Leis- tungsauftrags des Regierungsrates und der Bildungs- und Kulturdirektion erreicht oder übertroffen hat. Der direktionsübergreifende Koordinationsausschuss Controlling Hochschulen befasste sich am 20. Ap- ril 2023 mit dem Geschäftsbericht der PH Bern.

2. Rechtsgrundlagen

− Artikel 47 Absatz 1 Buchstabe a, Artikel 74b Abs. 2 des Gesetzes vom 8. September 2004 über die deutschsprachige Pädagogische Hochschule (PHG; BSG 436.91)

− Artikel 62 Absatz 3 der Verordnung vom 16. November 2022 über die deutschsprachige Pädagogische Hochschule (PHV; BSG 436.911)

3. Beschluss

Aufgrund des Antrags der Bildungs- und Kulturdirektion wird beschlossen: Der Geschäftsbericht 2022 der PH Bern wird vom Grossen Rat zur Kenntnis genommen.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Grosser Rat ‒ Bildungs- und Kulturdirektion

Beilagen ‒ Geschäftsbericht 2022 der PH Bern