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Decisione

2025.BKD.3086

Geschäftsbericht 2025 der Berner Fachhochschule (BFH). Kenntnisnahme

10 giugno 2026Tedesco9 min

Source be.ch

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 657/2026 Datum RR-Sitzung: 10. Juni 2026 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Geschäftsnummer: 2025.BKD.3086 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Geschäftsbericht 2025 der Berner Fachhochschule (BFH). Kenntnisnahme

Erwägungen

1. Gegenstand

Die Aufgaben, Ziele und Vorgaben für die BFH sind im Gesetz vom 19. Juni 2003 über die Ber- ner Fachhochschule (FaG), in der Bildungsstrategie des Kantons Bern sowie im Leistungsauf- trag des Regierungsrates an die Berner Fachhochschule für die Jahre 2025–2028 (RRB 1280/2024) festgelegt.

Der Regierungsrat stellt zuhanden des Grossen Rates fest, dass die BFH im Berichtsjahr gute Leistungen erbracht hat. Ihr Geschäftsbericht zeigt auf, dass sie erfolgreich im Rahmen ihrer vorgegebenen Aufgaben und Ziele tätig war. Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

- Mit Beginn des Geschäftsjahres wirkt die BFH gemäss dem am 11. Dezember 2024 vom Regierungsrat beschlossenen Leistungsauftrag an die BFH für die Leistungsperiode 2025–2028 (RRB 1280/2024). Die BFH bildet hochqualifizierte Fachkräfte aus und leistet konkrete Beiträge zur Umsetzung der Regierungsrichtlinien, zum Abbau des Fachkräfte- mangels und zur Stärkung der Innovationskraft der Wirtschaft. Sie fokussiert in ihren strategischen Themenfeldern auf Nachhaltige Entwicklung, humane digitale Transforma- tion, Gesundheit und fördert das unternehmerische Denken und Handeln.

- Von den 7 959 Studierenden an der BFH sind 6 015 in den 32 Bachelor- und 1 944 in den 28 Masterstudiengängen immatrikuliert, dazu kommen 2 704 Weiterbildungsabschlüsse (CAS, DAS sowie MAS/EMBA). Die zur Konsolidierung des Marktanteils der BFH bei den Studierenden ab Herbstsemester 2024 neu aufgenommenen zwei Studienangebote (Ba- chelor in Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie Master in Healthcare Leadership) sind sehr erfolgreich gestartet. Zudem wird seit dem Herbst 2025 am Wirtschafts-Depar- tement der BFH neu ein Masterstudium in «Entrepreneurship and Business Innovation» angeboten.

- An den Fachhochschulen der Schweiz studierten im Herbstsemester 2025 gemäss dem Bundesamt für Statistik BFS rund 80 000 Studierende. Das entspricht einer Zunahme ge- genüber dem Vorjahr von 2.8 %. Das Wachstum auf Masterstufe (+6.4 %) fällt dabei deut- lich höher aus als jenes auf Bachelorstufe (+2.0 %). Die BFH hat gemäss BFS im aktuel- len Studienjahr 2025/2026 0.4 % Studierende mehr als im Vorjahr. Während auf Bachelor- stufe ein Rückgang von −1.0 % verzeichnet werden muss, wächst die Studierendenzahl auf Masterstufe um 5.7 %. Der Marktanteil der BFH an allen an einer schweizerischen

Fachhochschule Studierenden sinkt insgesamt leicht auf 9.6 % (Vorjahr 9.8 %). Über alle

Departemente der BFH hinweg beträgt das Wachstum 33 Studierende, wobei der Rück- gang bei den Bachelor-Studierenden (−62) durch das Wachstum auf Masterstufe (+95) kompensiert wird.

- Die 2025 gemäss BFS beobachtete Anzahl der Eintritte auf Stufe Bachelor bestätigt das schweizweite Wachstum der FH-Studierenden (19 100, +2.3 %). Die Entwicklung der An- zahl Eintritte an der BFH (1 570, −5.6 %) fällt gegenüber dem Vorjahreswachstum von +6.1 % (1 663 Neustudierenden) negativer aus. In absoluten Zahlen gemessen konnten die beiden benachbarten Fachhochschulen FHNW und HSLU die Anzahl Neueintritte mit je rund 150 Studierenden mehr als noch im Vorjahr am deutlichsten steigern.

- Die Jahresrechnung der BFH schliesst mit einem Ergebnis von CHF 24.7 Mio. ab (Vorjahr CHF −5.4 Mio.). Das betriebliche Ergebnis beläuft sich auf CHF 20.4 Mio. (Vorjahr CHF −12.4 Mio.). Das Eigenkapital der BFH steigt damit auf CHF 65.9 Mio. (Vorjahr CHF 41.3 Mio.). Dieses positive Ergebnis ist auf einmalige Effekte zurückzuführen und nicht betrieblich bedingt. So erreichte insbesondere die Bernische Pensionskasse (BPK) Ende 2025, neun Jahre früher als geplant, die Vollkapitalisierung. Aufgrund dessen konnte die BFH einmalig CHF 22.9 Mio. Passiven aus Vorsorgeverpflichtungen auflösen. Ohne diesen einmaligen Effekt würde das betriebliche Ergebnis auch 2025 mit CHF −2.5 Mio. negativ ausfallen.

- Der Staatsbeitrag trug 2025 mit CHF 132.0 Mio. (Vorjahr CHF 122.6 Mio., +7.7 %) bzw.

36.5 % (Vorjahr 35.5 %) zum Gesamtertrag der BFH bei. Auch gemäss dem neuen Leis- tungsauftrag wächst der Basisbeitrag jährlich um 1 % an. Die erstmalige Aufnahme einer Plafonderhöhung (CHF 6 Mio.) sowie der teilweise Ausgleich der kantonalen Lohnmass- nahmen des Regierungsrates (CHF 1.4 Mio.) lassen 2025 den Staatsbeitrag gegenüber dem Vorjahr deutlich höher ausfallen. Zur Umsetzung der Legislaturziele des Kantons sind im Staatsbeitrag 2025 CHF 3.6 Mio. bestimmt, namentlich für den Aufbau und Betrieb des TecLab in Burgdorf, der School of Biomedical and Precision Engineering in Zusammenar- beit mit der Universität Bern, für den Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums BeLEARN, an welchem alle drei Berner Hochschulen beteiligt sind, sowie für das Projekt Care@home, mit dem der Kanton Bern den aktuellen Herausforderungen in der Gesund- heitsversorgung begegnen will.

- Ende 2025 haben Regierungsrat und Parlament im Budget 2026 und Aufgaben-/Finanz- plan (AFP) 2027–2029 des Kantons Bern in Ergänzung zu bereits im Vorjahr umgesetzten Schritten weitere Massnahmen zur Verringerung der strukturellen Unterfinanzierung für die laufende Leistungsauftragsperiode (2025–2028) beschlossen. Dank des Sondereffekts 2025 (Vorsorgeverpflichtungen BPK) stieg das Eigenkapital der BFH temporär auf rund CHF 66 Mio. an und die beschlossenen Massnahmen (Verstetigung des Plafonds sowie teilweiser Ausgleich der kantonalen Lohnmassnahmen) bringen Entspannung in die Fi- nanzplanung für die aktuelle Leistungsperiode. Allerdings konnte die strukturelle Unterfi- nanzierung noch nicht in vollem Ausmass aufgefangen werden, was sich an der weiter fort- schreitenden Abnahme der Grundmittelreserven zeigt (von CHF 18.5 Mio. auf 13.5 Mio.), und die BFH erwartet für die nächsten Jahre immer noch negative Betriebsergebnisse.

- Die Kosten pro Studienplatz an der BFH stiegen 20241 leicht an und liegen um 0.9 % über denjenigen des Vorjahres. Sie liegen damit aber deutlicher (-3 %) unter dem Niveau des Schweizer Durchschnitts (auf Bachelorstufe -4 % und 0 % Abweichung auf Masterstufe).

- Die Bilanz der Finanzströme für die Fachhochschulbildung gemäss Interkantonaler Fach- hochschulvereinbarung (FHV) fällt 2025 im Vergleich zum Vorjahr mit CHF -4.9 Mio. deut- lich ungünstiger aus (CHF -3.1 Mio.). Die FHV-Einnahmen 2025 wachsen um +1.1 % (von CHF 41.3 Mio. auf CHF 41.7 Mio.). Gleichzeitig steigen die FHV-Ausgaben für Berner Stu- dierenden, die an einer ausserkantonalen Fachhochschule studieren, deutlich an: Die FHV-Ausgaben liegen 2025 mit CHF 46.7 Mio. um 5.1 % über denjenigen des Vorjahres (CHF 44.4 Mio.). Dieser Anstieg ist sowohl auf eine erhöhte Abwanderung von Berner Stu- dierenden als auch auf die Revision der FHV-Tarifherleitung zurückzuführen, welche neu die Teuerungsentwicklung berücksichtigt.

- Die räumliche Verzettelung der BFH wird über die neue Leistungsperiode hinaus weiterhin einen wesentlichen Standortnachteil darstellen. Die Realisierung des Campus-Neubaus des Kantons in Biel/Bienne wird voraussichtlich noch zwei Jahre beanspruchen und zum Fertigstellungstermin des Campus-Neubaus in Bern besteht noch eine signifikante Unge- wissheit. Während in Biel die Baufortschritte plangemäss erfolgen, erlitt das Projekt für den Campus Bern im Berichtsjahr einen beträchtlichen Rückschlag, weil im ersten Quartal 2025 Befunde bestätigt wurden, dass das Areal für den künftigen Campus im Gebiet Wey- ermannshaus Ost mit PFAS-Schadstoffen belastet ist. Die nun erforderliche Sanierung des Grundstücks durch den Eigentümer und Baurechtsgeber SBB hat zur Folge, dass ein Be- zug des Campus Bern sich erheblich verzögern wird.

- Insbesondere in den drei strategischen Themenfeldern der BFH «Caring Society», «Hu- mane digitale Transformation» und «Nachhaltige Entwicklung», kommt die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche zum Ausdruck. Im Berichtsjahr erarbeitete die BFH im Themenfeld «Caring Society» im Auftrag des Bundesamts für Sozialversiche- rung ein Konzept für den «Rat für Armutsfragen» für die Mitwirkung und den Einbezug der Perspektive von Menschen mit Armutserfahrung. Die «Humane digitale Transformation» wurde durch die Wanderausstellung «Hello Robot» erlebbar, welche die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter bereits Jugendlichen anhand programmierbarer Miniroboter nä- herbrachte. Im Bereich «Nachhaltige Entwicklung» ist das Forschungsprojekt «CircuBAT» unter Leitung der BFH besonders erwähnenswert: Über den gesamten Lebenszyklus von Lithium-Ionen-Batterien wurden innovative Lösungen erarbeitet, woraus Start-ups und marktreife Produkte entstanden sind.

- Für den Aufbau des hochschulübergreifenden Kompetenzzentrums BeLEARN wird dem Amt für Hochschulen jährlich eine eigenständige Berichterstattung zu vordefinierten Kennzahlen vorgelegt, die von den beteiligten Hochschulen gemeinsam erarbeitet wird. Das Controlling-Gespräch zu diesem Reporting fand anfangs Mai 2025 für das Ge- schäftsjahr 2024 statt. Dieses zeigt, dass das Vorhaben BeLEARN in der ersten Pro- jektphase erfolgreich umgesetzt werden konnte: Mit Ausnahme eines einzelnen Ziels wurden sämtliche Vorgaben erreicht. Die Anzahl der Kooperationsprojekte der fünf Grün- derhochschulen übertraf die Erwartungen deutlich. Auch die Zahl der organisierten Ver- anstaltungen, Referate sowie Tagungsbeteiligungen lag über den prognostizierten Wer- ten. Für die zweite Projektphase (2025–2028) steht die weitere Stärkung der Vernetzung

Aufgrund der späten Verfügbarkeit der nationalen Vergleichszahlen wird hier auf die gemäss Leistungsauftrag 2021–2024 festgelegten Kennzahlen des Vorjahres zurückgegriffen.

mit der Forschung sowie die vertiefte Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis im Zentrum. Für die Nachhaltigkeit von BeLEARN werden in dieser zweiten Phase Vergleiche mit Organisationen mit ähnlichem Auftrag gezogen sowie verschie- dene Modelle für Kooperationen erarbeitet, welche über die Projektzusammenarbeit hin- ausgehen. Das Controllinggespräch fand im Mai 2026 für das Geschäftsjahr 2025 statt.

- Die betrieblichen Erträge der BFH stiegen auf CHF 361.8 Mio. (Vorjahr CHF 345.1 Mio.). Wesentlich trugen die gegenüber dem Vorjahr erneut erhöhten Drittmittelerträge in der Forschung dazu bei. Diese konnten auf einen neuen Höchstwert von CHF 58.5 Mio. (+6.6 % ggü. Vorjahr) gesteigert werden. Leicht höher fielen auch die Erträge aus der Wei- terbildung (CHF 24.6 Mio.) und den Dienstleistungen (CHF 3.1 Mio.) aus.

- Die Anzahl Vollzeitstellen an der BFH erhöhte sich um rund 35 (+1.8 %, Vorjahr +0.9 %). Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um CHF 7.4 Mio. an (+2.6 %, Vorjahr +4.0 %), fällt aber unter Berücksichtigung des Sondereffekts (Auflösung Vorsorgeverbind- lichkeit BPK über CHF 22.9 Mio.) in der Jahresrechnung rund 15.5 Mio. tiefer aus als im Vorjahr.

- Die Controllingsitzung zwischen der Bildungs- und Kulturdirektion und der BFH fand am 23. Oktober 2025 statt. Die BKD stellte fest, dass die Berner Fachhochschule den ihr durch die Gesetzgebung erteilten Auftrag umfassend und in guter Qualität erfüllt und dass die BFH die Zielvorgaben des Leistungsauftrags des Regierungsrates erreicht oder über- troffen hat. Der direktionsübergreifende Koordinationsausschuss Controlling Hochschulen befasste sich am 21. April 2026 mit dem Geschäftsbericht der Berner Fachhochschule.

2. Rechtsgrundlagen

- Artikel 47 Absatz 2 und Artikel 56 Absatz 2 des Gesetzes vom 19. Juni 2003 über die Ber- ner Fachhochschule (FaG; BSG 435.411)

- Artikel 67 Abs. 3 der Verordnung vom 16. November 2022 über die Berner Fachhoch- schule (FaV; BSG 436.811)

3. Beschluss

Aufgrund des Antrags der Bildungs- und Kulturdirektion wird beschlossen:

1. Der Geschäftsbericht 2025 der Berner Fachhochschule wird zur Kenntnis genommen.

2. Gestützt auf Artikel 56 Absatz 2 des Gesetzes vom 19. Juni 2003 über die Berner Fachhoch- schule (FaG; BSG 435.411) beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Grosser Rat

Beilagen ‒ Geschäftsbericht 2025 der Berner Fachhochschule