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Lotteriefonds des Kantons Zürich, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2014, 3. Serie

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 19. November 2014

1223. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2014, 3. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungsle- gung (CRG) konnte der Regierungsrat bisher in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis ins- gesamt 10 Mio. Franken bewilligen. Da mit RRB Nr. 1503/2007 zuguns- ten der Staatskanzlei (Konto «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltun- gen usw.») jährlich ein Beitrag von Fr. 200 000 bewilligt wurde, standen dem Regierungsrat für 2014 ursprünglich insgesamt Fr. 9 800 000 zur Ver- fügung. Davon wurden Fr. 9 799 000 für Beitragsleistungen zugespro- chen; es verbleibt ein Restbetrag von Fr. 1000. Mit Beschluss vom 20. August 2014 setzte der Regierungsrat eine Teil- revision des CRG (Zuständigkeit bei Ausgaben aus dem Lotteriefonds, ABl 2014-05-16) auf 1. November 2014 in Kraft. Neu kann der Regie- rungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lot- teriefonds pro Jahr Beiträge bis 20 Mio. Franken bewilligen. Für die ver- bleibenden Monate November und Dezember 2014 ergibt dies einen Anteil von Fr. 1 666 000. Zusammen mit dem Restbetrag von Fr. 1000 er- gibt sich somit ein Beitrag von Fr. 1 667 000, der dem Regierungsrat für 2014 noch zur Verfügung steht. Zulasten der jetzt anstehenden Beitragsserie hat der Regierungsrat mit Beschluss Nr. 791/2014 einen Beitrag von Fr. 350 000 bewilligt. Somit stehen für Vergabungen 2014 noch Fr. 1 317 000 zur Verfügung. Der ein- zelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 3. Serie 2014 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:

1. Kompetenzzentrum «ProjekDeal – für Jugendliche mit Projektideen» Bereich Soziales Gesuchstellende Verein infoklick.ch, Kinder- und Jugendförde- Organisation rung Schweiz: Der in Moosseedorf BE behei- matete Verein ist mit verschiedenen Projekt- und Regionalstellen in den Kantonen aktiv. Seit 2009 betreibt er in Zürich in Kooperation mit der «okaj zürich» eine Projektstelle. Okaj ist der Dachverband der offenen, verbandlichen

und kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit im Kanton und zugleich vom Kanton Zürich mit der kantonalen Kinder- und Jugendförderung beauftragt. Ausgangslage Kinder und Jugendliche haben viele gute Ideen und Visionen und möchten diese umsetzen. Je- doch fehlen ihnen dazu oft das nötige Wissen und die Mittel. «ProjekDeal» will Kinder und Jugendliche bei der Projektgestaltung unter- stützen und so einen Beitrag zur Chancengleich- heit und zur gesellschaftlichen Integration von Kindern und Jugendlichen leisten. Projektziel Niederschwellige Förderung und Begleitung von Projekten von Kindern und Jugendlichen durch fachliche und finanzielle Unterstützung mittels eines Kompetenzzentrums. Projektbeschrieb Das geplante Zentrum ProjekDeal soll Infor- mationen, konkrete Hilfestellungen und Orien- tierung leisten für Kinder und Jugendliche, die im Kanton Zürich eigene Projekte umsetzen wollen. Ziel ist, sie bei der Verwirklichung ihrer Ideen mittels Kurzberatung, Projektbegleitung, Vermittlung von Kontakten oder kleinen finan- ziellen Förderungen zu unterstützen sowie ihre Aktivitäten für die Gesellschaft sichtbar zu machen. Die gesamte Pilotphase ist auf drei Jahre ausgerichtet. Mit der Umsetzung wird auf- grund bestehender Synergien und der kantona- len Verankerung die «okaj zürich», Kantonale Kinder- und Jugendförderung, beauftragt. Kosten Fr. 1 108 400 Gewünschter Betrag Fr. 459 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 84 180. Von der Stadt Zürich sowie von Zürcher Gemeinden wird ein Betrag von Fr. 176 360 erwartet. Von Stiftungen und anderen Institutionen ist ein Betrag von Fr. 388 860 budgetiert. Der Restbe- trag muss durch Dritte finanziert werden. Beurteilung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Angebot, das Kindern und Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Pro- jektideen systematische und ganzheitliche Un- terstützung anbietet, ist unterstützungswürdig.

Dieses Engagement kann unter anderem zu einer positiven Wahrnehmung und gesellschaft- lichen Akzeptanz von Kindern und Jugendli- chen beitragen. Obwohl Jugendarbeit nach § 20 KJHG an sich eine Gemeindeaufgabe ist, ist für das geplante Projekt eine gemeindeüber- greifende Struktur zweckmässig. Die Bereit- stellung des nötigen Wissens in jeder Gemeinde wäre nicht umsetzbar. Jedoch sind die Projekt- kosten sehr hoch. Es rechtfertigt sich daher, nicht den vollen gewünschten Beitrag zu ge- währen. Der Beitrag ist um einen Drittel zu senken. Bewilligter Betrag Fr. 310 000 Auflagen Die Bildungsdirektion hat die Auszahlung des Betrages an einige Auflagen gebunden (Ver- ringerung der Projektkosten, Betriebsbeiträge der Gemeinden ab Mitte Pilotprojekt), die mittlerweile alle erfüllt sind.

2. Historisch-kritische Ausgabe ausgewählter Werke Lavaters Bereich Bildung Gesuchstellende Forschungs-Stiftung Johann Caspar Lavater: Organisation Die 1996 errichtete Stiftung bezweckt die wis- senschaftliche Erforschung und öffentliche För- derung der Werke von Johann Caspar Lavater, insbesondere die Edition einer historisch-kri- tischen Lavater-Ausgabe. Ausgangslage Aus dem Gesamtwerk Lavaters wurden jene Werke zur Bearbeitung vorgesehen, die zu sei- ner Zeit als bedeutend erachtet wurden und die auch heute noch wichtig sind. Die Arbeit an der Ausgabe wurde in den 1990er-Jahren auf- genommen und erwies sich als arbeitsinten- siver als angenommen, weil erst durch die Edi- toren die erhaltenen, äusserst vielseitigen Kor- respondenzen Lavaters ausgewertet werden konnten. Projektziel Herausgabe des Werkes von Johann Caspar Lavater, Teil 2. Projektbeschrieb Von den zehn geplanten Bänden und zwei Er- gänzungsbänden sind sieben bereits erschienen; die restlichen sind in Vorbereitung. Die Ausga-

ben erscheinen im Verlag NZZ-Libro mit einer Auflage von 750 Exemplaren. Bisher kam der Schweizerische Nationalfonds (NF) für die Löhne der Editoren auf. Aufgrund von Budget- kürzungen des NF kann die Ausgabe ohne zu- sätzliche Mittel nicht vollendet werden. Die Kosten für die Gesamtausgabe belaufen sich auf rund 3,1 Mio. Franken. Kosten Fr. 335 000 Gewünschter Betrag Fr. 235 000 Übrige Finanzierung Verschiedene Stiftungen und Private wurden gesamthaft um einen Beitrag von Fr. 100 000 angefragt. Der offene Restbetrag soll vom Lot- teriefonds des Kantons Zürich übernommen werden. Bemerkung Aufgrund der Vernehmlassung ist eine Beitrags- leistung von Fr. 200 000 angezeigt. Mit RRB Nr. 483/2014 konnte der Lavater-Stiftung ein Beitrag von Fr. 160 000 bewilligt werden. Mit diesem Beschluss sollen in Ergänzung zum ersten Teilbeitrag nochmals Fr. 40 000 bewilligt werden. Beurteilung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Da die Lavater-Ausgabe ohne einen Beitrag von insgesamt Fr. 200 000 des Kantons nicht fertiggestellt werden kann und unter Be- rücksichtigung, dass immerhin rund Fr. 600 000 von privaten Stiftungen eingebracht wurden, ist ein ergänzender Beitrag von Fr. 40 000 ge- rechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 40 000 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis je drei Belegexemplare zugestellt werden.

3. Oerlikoner Industriegeschichten «Ein Krokodil für Oerlikon» Bereich Kultur/Denkmalpflege Gesuchstellende Verein Oerlikon Industriegeschichten: Der 2008 Organisation gegründete Verein will die Erinnerung an die Industriegeschichte Oerlikons bewahren und das Wissen um diese Geschichte vermitteln. Der Verein plant, verwirklicht und fördert Projekte und Veranstaltungen, die dieses Ziel verfolgen.

Ausgangslage Das «Krokodil» ist die bekannteste und popu- lärste Lokomotive, die je in der Schweiz ge- baut wurde. Der Verein möchte eine dieser Lokomotiven mit Baujahr 1920 (sie stand bis 1969 im Einsatz und ab 1971 vor dem Depot Erstfeld) erwerben und in Oerlikon ausstellen. Projektziel Mit der öffentlich zugänglichen Ausstellung der Lokomotive soll an die vergangenen Erfolge der Zürcher Maschinenindustrie erinnert werden. Projektbeschrieb Die Lokomotive soll so nahe wie möglich an ihren «Geburtsort» zurückgebracht werden. Als neuer Standort ist der Vorplatz vor dem PWC- Gebäude an der Birchstrasse 160 in Oerlikon vorgesehen. Zur Sicherung vor Witterung und Vandalismus wird die Lok in einer «Hülle» aufgestellt. Die Krokodil-Lokomotive soll als Denkmal und der entsprechende Standort so ausgestaltet und betrieben werden, dass auch die Zusammenhänge mit den heutigen indus- triellen Tätigkeiten und der laufenden Ent- wicklung auf dem zukunftsfähigen High-Tech- Werkplatz Kanton Zürich aufgezeigt werden können. Kosten Fr. 1 450 000 Gewünschter Betrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich als Standortgemeinde unter- stützt das Projekt mit einem Beitrag von Fr. 450 000. Der offene Restbetrag ist durch Dritte zu decken. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Lokomotive stellt ein Indus- triekulturgut von überregionaler Bedeutung dar. Das Vorhaben ist unterstützungswürdig. Ein Betrag von Fr. 400 000 erscheint als ange- messen. Bewilligter Betrag Fr. 400 000

4. Sanierung Theaterraum Bereich Kultur Gesuchstellende Verein turbine theater: Der Trägerverein be- Organisation treibt seit 1989 ein Kleintheater im ehemaligen Turbinenraum der Spinnerei in Langnau am Albis.

Ausgangslage Der Verein veranstaltet kulturelle Anlässe. Jähr- lich finden im Turbinenraum rund 50 Konzerte, Theater-, Kleinkunst- und Kindervorstellun- gen statt, die pro Spielzeit von rund 6000 Per- sonen aus Langnau und Umgebung besucht werden. Mit seinen jährlichen Eigenproduktio- nen verschaffte sich das Theater Ansehen über die Region hinaus. Der Theaterraum muss grundlegend saniert werden. Die Sanierungen sollen aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Vereins erfolgen. Projektziel Durch bauliche Massnahmen kann der Thea- terbetrieb in Zukunft bedarfsgerecht geführt und den verschiedenen Ansprüchen des Thea- terpublikums gerecht werden. Projektbeschrieb Die Sanierungsmassnahmen und baulichen An- passungen umfassen mehrere Teilvorhaben: Einbau einer neuen Bar sowie einer Nasszelle für die Künstlergarderoben, Massnahmen zur Entfeuchtung und zur besseren Schalldämmung des Raumes, die Anschaffung von neuen Podes- terie- und Bühnenelementen sowie verschie- dene weitere Einzelmassnahmen zur Verbesse- rung der Betriebstauglichkeit und der Sicher- heit des Theaterlokals. Kosten Fr. 293 471 Gewünschter Betrag Fr. 206 210 Übrige Finanzierung Von der Standortgemeinde ist lediglich ein Be- trag von Fr. 10 000 zu erwarten. Allerdings hat sie dem Theater zusätzlich ein zinsloses Darle- hen bis höchstens Fr. 150 000 in Aussicht ge- stellt. Der Restbetrag muss durch Dritte finan- ziert werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die vorgesehenen baulichen Mass- nahmen sind sinnvoll und zweckmässig. Die Umbauten verbessern die Betriebstauglichkeit des Lokals deutlich. Allerdings kann erwartet werden, dass sich auch Dritte am Vorhaben beteiligen. Deshalb ist eine Kürzung des nach- gesuchten Betrages auf Fr. 170 000 angebracht. Bewilligter Betrag Fr. 170 000

5. Ausstellung «Höhlenbewohner – Tiere im Verborgenen» Bereich Ökologie Gesuchstellende Verein Pro Natura Zürich – Zürcher Natur- Organisation schutzbund: Pro Natura Zürich ist eine Kanto- nalsektion von Pro Natura Schweiz. Sie setzt sich ein für die Förderung und den Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. Ausgangslage Pro Natura Zürich engagiert sich auch in der Umweltbildung. Sie organisiert das sogenannte Pro Natura Schiff auf dem Zürichsee – eine Ausstellung mit Führungen insbesondere für Schulklassen. Die Ausstellungen widmen sich jeweils einem bestimmten Thema. Die laufende Ausstellung unter dem Titel «Höhlenbewoh- ner – Tiere im Verborgenen» wird in mehreren Ufergemeinden am Zürichsee und danach im Naturzentrum Sihlwald gezeigt. Der Lotterie- fonds hat bereits frühere Ausstellungen unter- stützt (letztmals wurde mit RRB Nr. 577/2010 ein Betrag von Fr. 110 000 bewilligt). Projektziel Die Ausstellung hat das Ziel, Besucherinnen und Besucher für das Thema Tierhöhlen zu sen- sibilisieren. Projektbeschrieb Die Ausstellung zeigt verschiedene Typen von Höhlen, die einer Vielzahl von Tieren als Un- terschlupf, Nist- oder Brutplatz dienen. Ein- zelne Höhlen werden so gross gestaltet, dass sie von den Besucherinnen und Besuchern selbst erforscht werden können. Zudem werden zahl- reiche lebende Tiere auf der Ausstellung zu sehen sein. Der erlebnisorientierte Ansatz soll insbesondere Kinder und Jugendliche anspre- chen. Für Schulklassen finden täglich Führun- gen statt. Den Lehrpersonen werden Informa- tionen und didaktisches Material zur Verfügung gestellt. Kosten Fr. 270 000 Gewünschter Betrag Fr. 110 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 100 000. Von an- gefragten Institutionen und Gemeinden wird ein Beitrag von Fr. 60 000 erwartet, wobei sich die Gemeinden mit Fr. 5000 beteiligen. Der offene Restbetrag ist durch Dritte zu decken.

Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Ausstellung ist ein sinnvol- les pädagogisches Angebot für Schulen. Durch die erlebnisorientierte Gestaltung werden neben Schulklassen auch Familien mit Kindern, Ju- gendliche sowie interessierte Erwachsene ange- sprochen. Aufgrund des besonderen Ausstel- lungsortes kann mit einem breiten Interesse gerechnet werden. Aufgrund der anteilsmässig geringen Beteiligung der Gemeinden ist der Beitrag auf Fr. 90 000 zu vermindern. Bewilligter Betrag Fr. 90 000

6. Publikation über das Leben von Georgette Klein Bereich Kultur Gesuchstellende Associazione Archivi Riuniti delle Donne Ticino Organisation (AARDT): AARDT sammelt und veröffent- licht Materialien von Frauen, die aus dem Tes- sin stammen oder im Tessin gelebt und gewirkt haben. Ausgangslage Georgette Klein (1893–1963), eine gebürtige Winterthurerin, wanderte nach ihrem Studium an der Universität Zürich mit ihrer Familie nach Barbengo TI aus. Dort war sie künstlerisch tätig. Aus Anlass ihres 50. Todestages plant die AARDT, Person und Werk von Georgette Klein, insbesondere unveröffentlichte Tagebü- cher, einem breiten Publikum vorzustellen und zugänglich zu machen. Das Projekt bezieht auch das ehemalige Wohnhaus in Barbengo mit ein. Projektziel Veröffentlichung eines Buches zu Leben und Werk der Künstlerin. Projektbeschrieb Das Projekt umfasst Erfassen, Archivieren und Auswerten des Nachlasses von Georgette Klein sowie die Veröffentlichung eines zweisprachi- gen Textes (italienisch und deutsch) mit Exper- tenbeiträgen zu den bedeutendsten Gesichts- punkten ihres künstlerischen Schaffens. Das Buch erscheint im Eigenverlag des AARDT in Zusammenarbeit mit dem Elster Verlag, Zürich. Angestrebt wird ein Verkaufspreis von Fr. 30. Kosten Fr. 63 750 Gewünschter Betrag Fr. 10 000

Übrige Finanzierung Die Eigenleistung der AARDT beträgt Fr. 11 250. Aus dem Buchverkauf werden Fr. 4500 erwartet. Von Stiftungen und Privaten ist ein Betrag von Fr. 5000 zugesichert. Der Rest- betrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die geplante Publikation ist aus kultur- und gesellschaftspolitischer Sicht zu be- grüssen, zumal Georgette Klein nicht nur eine vielseitige Künstlerin (Violinistin, Textilhand- werkerin und Bildhauerin), sondern auch eine Brückenbauerin zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin war. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare zugestellt werden.

7. MenCare Switzerland Bereich Soziales Gesuchstellende Verein «männer.ch»: Der seit 2005 bestehende Organisation Verein ist der Dachverband Schweizer Män- ner- und Väterorganisationen und vertritt die Anliegen von Knaben, Männern und Vätern beim Erreichen einer umfassenden Geschlech- tergerechtigkeit. Ausgangslage Eine stärkere Beteiligung der Männer an der Kinderbetreuung und Familienarbeit ist wün- schenswert. Auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene gibt es wenige Projekte und Programme, die gezielt Männer und Väter und ihre besonderen Informations-, Beratungs- und Unterstützungsanliegen – auch im Care- Bereich – ansprechen. Hierzu fehlt es an zent- ralen und regionalen Übersichten zu entspre- chenden Angeboten, auch im Kanton Zürich. Projektziel Ziel ist es, ratsuchenden Männern online schweiz- und kantonsweit eine leicht zugäng- liche Informationsmöglichkeit anbieten zu kön- nen. Projektbeschrieb Im Rahmen des Projektes wird eine Bestan- desaufnahme der bestehenden Angebote für Männer vorgenommen. Auf dieser Grundlage

soll eine interaktive Landkarte mit den ver- schiedenen kantonalen Beratungs-, Vernet- zungs- und Bildungsangeboten zur Online-Ver- öffentlichung erstellt werden. Kosten Fr. 319 000 Gewünschter Betrag Fr. 40 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 80 000 (Gratis- arbeit). Der Restbetrag soll durch die Kantone gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Mit einer leicht zugänglichen Orientierungsmöglichkeit könnte ein verstärk- tes Engagement in der Kindererziehung und der Familienarbeit einhergehen. Bewilligter Betrag Fr. 40 000 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass andere Kantone Beiträge von insgesamt mindestens Fr. 120 000 zusichern.

8. Publikation «Wägen und Wagen»: Erhard Mettler, Pionier der Präzisionswaagen Bereich Volkswirtschaft Gesuchstellende Verein für wirtschaftshistorische Studien: Der Organisation 1950 gegründete Verein hat es sich zur Auf- gabe gemacht, einem breiteren Publikum mit- tels Publikationen Pioniere der Schweizer Wirt- schaft nahezubringen. Ausgangslage Der Verein fördert historische Forschungen auf dem Gebiet der schweizerischen Wirtschaft. Zu diesem Zweck gibt er entsprechende Pub- likationen heraus, insbesondere die Buchreihe «Schweizer Pioniere der Wirtschaft und der Technik». Projektziel Das Buchprojekt «Wägen und Wagen» zielt darauf ab, das Leben, Werk und Wirkung des Erfinders, Technikers und Unternehmers Er- hard Mettler (1917–2000, von Küsnacht und Stäfa) bekannt zu machen. Projektbeschrieb Mit seinen Erfindungen hat Erhard Mettler den Markt für Präzisionswaagen und Mess- technik revolutioniert. In der Publikation wer- den nicht nur die technische und unternehme- rische Lebensleistung geschildert, sondern auch

der Mensch Erhard Mettler wird sichtbar (Her- kunft, Familie, Persönlichkeit). Das Buch um- fasst 112 Seiten und 60 Illustrationen. Geplant ist eine Auflage von 2250 Stück. Der Verkaufs- preis beträgt Fr. 29. Kosten Fr. 80 000 Gewünschter Betrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 5000. Von Stif- tungen, Privaten und Gemeinden ist ein Bei- trag von Fr. 30 000 zugesichert. Der Verkaufs- erlös ist mit rund Fr. 35 000 budgetiert. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Es handelt sich bei der Publika- tion um die Darstellung eines bedeutenden Zürcher Wirtschaftspioniers. Da ein Teil der Auflage verkauft wird, ist mit entsprechenden Einnahmen zu rechnen. Aus diesem Grund rechtfertigt sich eine Kürzung des nachge- suchten Betrags. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare zugestellt werden.

9. Publikation «Schwarzbuch Bührle» Bereich Kultur Gesuchstellende Interessengemeinschaft für die Herausgabe des Organisation Schwarzbuches Bührle: Der Interessengemein- schaft gehören mehrere Historiker und Kunst- historiker an. Ausgangslage Die Kunstsammlung Emil G. Bührle hat bis anhin eher ein Schattendasein geführt. Im Er- weiterungsbau des Kunsthauses Zürich sollen nun etwa zwei Drittel dieser Sammlung ge- zeigt werden. Dadurch erfährt das Kunsthaus eine bedeutende Aufwertung. Diese integrale Eingliederung der Sammlung ist allerdings wegen der umstrittenen Persönlichkeit Bühr- les nicht unumstritten. Projektziel Herausgabe der Publikation «Schwarzbuch Bührle»

Projektbeschrieb Das von verschiedenen Autorinnen und Auto- ren verfasste Buch will Geschichte und Persön- lichkeit von Emil G. Bührle, seines Unterneh- mens und seiner Sammlung in ihren Facetten darstellen sowie das vorgesehene Ausstellungs- konzept diskutieren. Das Buch soll im Rah- men der Grundsteinlegung des Kunsthaus-Er- weiterungsbaus erscheinen. Es soll das Wirken einer starken, kontrovers beurteilten Persön- lichkeit einer breiteren Bevölkerung näher- bringen. Die Publikation umfasst rund 250 Sei- ten und erscheint im Rotpunktverlag in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Der angestrebte Verkaufspreis beträgt Fr. 45. Kosten Fr. 131 000 Gewünschter Betrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 10 000. Die Stadt Zürich beteiligt sich mit Fr. 10 000 am Projekt. Der Verkaufserlös wird auf rund Fr. 51 000 geschätzt. Der offene Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der Beitrag des Lotteriefonds rich- tet sich nach der Beitragsleistung der Stadt Zü- rich. Die regionale Bedeutung und der inhalt- liche Bezug zum Kanton sind gegeben. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Auszahlung erfolgt erst, wenn der Nach- weis vorliegt, dass die Finanzierung des Projektes gesichert ist. – Dem Kanton werden gratis fünf Belegex- emplare zugestellt.

10. Kulturpflanzenentwicklung Bereich Ökologie Gesuchstellende Verein für Kulturpflanzenentwicklung Getrei- Organisation dezüchtung Peter Kunz: Ziel des seit 2000 be- stehenden Vereins sind u. a. die Erforschung neuer Zuchtmethoden, die Züchtung ange- passter Sorten für die nachhaltige Landwirt- schaft und die Förderung der Kulturpflanzen- vielfalt.

Ausgangslage Seit knapp 30 Jahren setzt sich Peter Kunz aus Hombrechtikon intensiv und engagiert mit der Züchtung von Nutzpflanzen für die biolo- gische Landwirtschaft auseinander. Aufgrund der hohen Nachfrage soll die Getreidezüch- tung weiter ausgebaut werden. Dringend not- wendig ist eine eigene Saatgutproduktion. Projektziel Das Erdgeschoss der Scheune Oberhuswisen in Feldbach soll so umgebaut werden, dass da- rin dem Verein eine eigene Nutzpflanzenzüch- tung für die biologische Landwirtschaft mög- lich wird. Projektbeschrieb Der Stall im Erdgeschoss der Liegenschaft wird denkmalpflegekonform umgebaut. Die Hauptfläche ist für mobile Laborversuche ver- schiedener Art vorgesehen, wie z. B. Untersu- chungen der Eigenschaften von Getreide- und Gemüsesamen bis zur Untersuchung fertiger Produkte. Zudem sollen dringend benötigte Labor-, Umkleide- und Sanitärräume für das Personal erstellt werden. Kosten Fr. 1 619 000 Gewünschter Betrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Die Fremdfinanzierung in Form einer Anleihe beträgt Fr. 1 000 000. Von Stiftungen und Gön- nern wird ein Beitrag von Fr. 269 000 erwartet. Der Rest muss durch Dritte gedeckt werden. Die Standortgemeinde unterstützt das Projekt nur mit einem symbolischen Beitrag von Fr. 500. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Es handelt sich schweizweit um das einzige Projekt dieser Art. Der Verein leis- tet einen wesentlichen und in der Praxis be- währten Beitrag zur biologischen Pflanzen- züchtung. Den Aktivitäten des Vereins wird grosse Bedeutung zugemessen. Ein Beitrag von Fr. 200 000 erscheint als angemessen. Bewilligter Betrag Fr. 200 000 Auflage Die Auszahlung des Betrages ist an die Auf- lage gebunden, dass ein Nachweis der Finan- zierung des Gesamtvorhabens erbracht wird.

11. Pilotprojekt «Kleines Sinnesorchester» Bereich Soziales Gesuchstellende Stiftung Theodora: Die Stiftung Theodora ver- Organisation folgt seit ihrer Gründung 1993 das Ziel, den Aufenthalt von Kindern in Spitälern und in spe- zialisierten Institutionen für Kinder mit Be- hinderung erträglicher zu machen. Zu diesem Zweck finanziert und organisiert die Stiftung den Besuch von Spitalclowns in 52 Institutionen. Ausgangslage Die Stiftung möchte ein Angebot besonders für Kinder in heilpädagogischen Einrichtungen schaffen. Diese Einrichtungen fragen verstärkt nach Angeboten für ihre Patientinnen und Pa- tienten. Projektziel Starthilfe beim Aufbau eines neuen Programms im Kanton Zürich zugunsten von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen. Projektbeschrieb Das «Kleine Sinnesorchester» ist eine Ergän- zung zum bestehenden Programm. Es besteht aus drei Artistinnen und Artisten, die mit einer interaktiven Aufführung die Sinne (Hören, Sehen, Tasten, Spüren und Schmecken) von be- hinderten Kindern und Jugendlichen anspre- chen, um so positive Erlebnisse und Freude zu induzieren. Das Clown-Trio soll Kindern und Jugendlichen Selbstwert vermitteln, was neue Möglichkeiten schafft, die Kinder und Jugend- lichen zu fördern. Im Kanton Zürich sollen zwei Teams à je drei Clowns aufgebaut werden. Kosten Pilotphase 2014–2016 Fr. 74 200 Gewünschter Betrag Fr. 36 640 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 7560. Von Pri- vaten und Stiftungen wird ein Beitrag von Fr. 30 000 erwartet. Der offene Restbetrag ist durch Dritte zu decken. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Angebot der Stiftung ist bei heilpädagogischen Einrichtungen im Kanton Zürich sehr gefragt. Behinderung und Krank- heit sind im Kindesalter gewaltige Grenzer- fahrungen. Die Bewältigung dieser Erfahrung kann positive Kräfte wecken und eine Bewäl- tigungsstrategie eröffnen. Das Programm wird im Ausland bereits mit Erfolg angewendet. Bewilligter Betrag Fr. 36 640

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000): in Franken

1. Verein infoklick.ch Programmbeitrag 310 000

2. Stiftung Lavater Druckkostenbeitrag 40 000

3. Oerlikoner Industriegeschichten «Ein Krokodil für Oerlikon» Investitionsbeitrag 400 000

4. Verein turbine Theater Investitionsbeitrag 170 000

5. Verein Pro Natura Zürich Investitionsbeitrag 90 000

6. Associazione Archivi Riuniti delle Donne Ticino Druckkostenbeitrag 10 000

7. Verein «männer.ch» Projektbeitrag 40 000

8. Verein für wirtschaftshistorische Studien Druckkostenbeitrag 10 000

9. IG für die Herausgabe des Schwarzbuches Bührle Druckkostenbeitrag 10 000

10. Verein für Kulturpflanzenentwicklung Investitionsbeitrag 200 000

11. Stiftung Theodora Beitrag an Pilotprojekt 36 640 Total 1 316 640

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

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