RRB Nr. 1440/2010
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 4. Serie
29 settembre 2010Tedesco20 min
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Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 4. Serie
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 29. September 2010
1440. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 4. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungs- legung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den all- gemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 8 028 200 bewilligt (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/2007 festgelegten jährlichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kon- gresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zu- lasten der Quote 2010 noch Fr. 1 971 800 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zustän- digen Fachdirektionen im Rahmen einer 4. Serie 2010 die folgenden Beitragsleistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Sanierung Studentinnen- und Studentenhaus Moussonstrasse 17 Bereich Bildung Gesuchstellende Verein reformierter Studentinnen- und Studen- Organisation tenhäuser Zürich: Der Verein verfügt in Zü- rich über vier Häuser und bietet darin Studie- renden kostengünstigen Wohnraum. Die Häu- ser werden soweit als möglich selbsttragend finanziert. Projektrahmen In der 1902 erstellten und mittlerweile denk- malpflegerisch geschützten Vereinsliegenschaft Moussonstrasse 17 bestehen heute, neben einer Hauselternwohnung, 15 Wohnplätze für Stu- dentinnen und Studenten in neun Einer- und drei Zweierzimmern. Projektinhalt Der Verein beabsichtigt, die Hauselternwoh- nung zu verlegen und dadurch Platz für je zwei zusätzlich vermietbare Einer- bzw. Zweier- zimmer zu erhalten. Die Umbaukosten für das mit denkmalpflegerischen Auflagen bereits baubewilligte und zweckmässige Projekt wer- den auf Fr. 720 000 geschätzt. Darin eingeschlos- sen sind auch Aussenarbeiten (Garten). Diese
Kosten überschreiten die Eigenfinanzierungs- möglichkeiten des Vereins. Durch die vier zu- sätzlichen Zimmer erzielt der Verein voraus- sichtlich pro Monat rund Fr. 2000 zusätzliche Mieteinnahmen. Gesamtkosten Fr. 720 000 Gewünschter Betrag Fr. 355 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich beteiligt sich voraussichtlich mit Fr. 100 000 am Vorhaben. Die Evangelisch- reformierte Landeskirche leistet Fr. 110 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Mit dem voraussichtlichen Jah- resmietzinsertrag von Fr. 24 000 für die zusätz- lichen Wohnplätze sollte eine Investition von Fr. 400 000 finanzierbar sein. Unter Berück- sichtigung des durch die Ev.-ref. Landeskirche bereits zugesagten Beitrages sowie des von der Stadt Zürich gewünschten Beitrages ver- bleibt somit ein Finanzierungs-Restbetrag von Fr. 110 000. Lotteriefondsbeiträge sind massgeblich an die Leistung der jeweiligen Standortgemeinde ge- bunden. Weil die Stadt Zürich sich voraus- sichtlich mit Fr. 100 000 am Vorhaben beteiligt und weil mit einem Beitrag von Fr. 110 000 dem Verein die Durchführung des Vorhabens möglich wird, ist eine Beitragsleistung in die- ser Höhe gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 110 000 Auflage Die Beitragsleistung ist an die Auflage gebun- den, dass die Stadt Zürich einen Beitrag von Fr. 100 000 übernimmt. Sollte die Stadt ihren Anteil kürzen, würde auch der Beitrag des Lotteriefonds entsprechend verringert.
2. Kulturführer Limmat, Zürichsee, Linth und Seez Bereiche Kultur, Denkmalpflege Gesuchstellende Verein Archäologie Schweiz (VAS): Die Orga- Organisation nisation erforscht archäologische Denkmäler und will – auch mit Publikationen – das Inte- resse an diesen historischen Zeugen fördern.
Projektrahmen In der VAS-Reihe «Kulturgeschichtliche Führer» sind bisher drei Publikationen er- schienen. Mit einer Vierten werden Objekte im Raum Limmat – Zürichsee – Linth – Seez einem breiten Publikum vorgestellt. Projektinhalt In der Publikation – konzipiert als nieder- schwellige Einsteigerpublikation – finden sich rund 140 kulturgeschichtlich wichtige und attraktive Bauten und Baureste, jeweils mit Hinweisen zu Standort, Öffnungszeiten und weiterführender Literatur. Der Kanton Zü- rich ist mit 60 Objekten vertreten. Die Aus- wahl dieser Objekte erfolgte durch die Kan- tonsarchäologie. Die Publikation erscheint im Format A5 in einer Auflage von 6000 Exem- plaren (voraussichtlich in der KDMZ). Vor- gesehen ist auch eine französischsprachige Version. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 19. Gesamtkosten Fr. 221 500 Gewünschter Betrag Fr. 57 200 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 15 000 erwartet. Der VAS deckt rund einen Viertel der Kosten. Von den Kantonen Glarus und Schwyz sowie den Städten Zürich und Rapperswil-Jona ist ein Beitrag von insgesamt Fr. 55 000 zuge- sichert. Noch ausstehend ist eine Beitragszu- sage des Kantons St. Gallen. Der Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 30 000. Sie macht geltend, dass vor allem die einheimische Be- völkerung Zielpublikum der Veröffentlichung sei und deshalb auf eine französischsprachige Version verzichtet werden könne. Bewilligter Betrag Fr. 30 000 Auflage Die Gewährung ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis 100 Belegsexemplare abgegeben werden.
3. Langzeitsicherung und Digitalisierung von Luftbildern des Kantons Zürich Bereiche Bildung, Denkmalpflege Gesuchstellende Stiftung Luftbild Schweiz: Die Stiftung besitzt Organisation rund 315 000 historisch und kulturell bedeut- same Luftbilder der Schweiz ab 1917 (u. a. Mittelholzer-Aufnahmen und das Bildarchiv der ehemaligen Swissair.) Sie will diese Auf- nahmen fachgerecht aufbewahren und der Öffentlichkeit deren Nutzung ermöglichen. Projektrahmen Angesichts der Kosten und des notwendigen Fachwissens sah sich die Stiftung gezwungen, für Archivierung und Nutzungsangebote einen Partner zu suchen. Ende 2008 schlossen Stif- tung und ETH Zürich (Bibliothek) einen Ver- trag über die Langzeitsicherung und das Auf- bewahren der Originale. Die ETH übernimmt im Zeitraum 2009 bis 2013 alle Originaldo- kumente, sichert sie (digital, Mikrofilm) und führt die Sacherschliessung des Bildarchives durch. Projektinhalt Der Erhaltungszustand der Datenträger (Glas- platten, Abzüge in Alben, Negative, Dias) ist sehr unterschiedlich. So sind die Mittelholzer- Glasplatten in schlechtem Zustand, die Pa- pierabzüge von diesen Platten silbern teilwei- se aus. Handlungsbedarf besteht auch bei den farbigen Luftbildern aus den 1960er-Jahren. Im Digicenter der ETHZ werden die Originale gesichert (zum Teil auch geputzt); eine grös- sere Auswahl der Bilder wird zwecks Siche- rung und Benutzung digitalisiert und mikro- verfilmt. Alle Originale werden in klimatisch optimierten Archivräumen gelagert. Die digi- talisierten Bilder werden für die Öffentlich- keit einsehbar. Der Anteil des Kantons Zürich an den Bildern beträgt insgesamt 56%. Viele Aufnahmen betreffen die beiden Flughäfen Kloten und Dübendorf. Gesamtkosten Fr. 1 354 402 Gewünschter Betrag Fr. 500 000
Übrige Finanzierung Die ETH beteiligt sich über ihre Bibliothek mit Fr. 417 000 am Vorhaben. Die Stiftung kann Fr. 40 000 beisteuern, von Dritten wird ein Betrag von Fr. 60 000 erwartet, von den Kantonen – ohne Zürich – entsprechend des jeweiligen Bildanteils insgesamt Fr. 333 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion, die Bau- direktion und die Direktion der Justiz und des Innern wünschen eine Beitragsleistung von Fr. 500 000. Der Quellenwert der Bestände ist hoch, insbe- sondere für die Schweizer Kultur- und Sied- lungsgeschichte. Die veranschlagten Kosten erscheinen als angemessen bis tief. Für den Kanton entsteht aus dem Projekt ein grosser Mehrwert, der aber nur dann nutzbar ist, wenn der Zugang zu den Aufnahmen bzw. Abbil- dungen gewährleistet ist. Bewilligter Betrag Fr. 500 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Bedingungen gebunden: – Die Nutzung der Bilder für kantonale Stellen (wissenschaftliche Archive und Bibliotheken, Ämter, Universität und Fach- hochschulen) erfolgt unentgeltlich. Die Projektträger werden eingeladen, mit dem Staatsarchiv eine entsprechende Vereinba- rung abzuschliessen. – Die Stiftung hat alle Kantone (auch Wallis und Tessin und die beiden Basel) um Beiträ- ge anzufragen.
4. Ausstellung Sammlung Rheinau Bereich Kultur Gesuchstellende Katrin Luchsinger: Die Kunsthistorikerin be- Person schäftigt sich seit Jahren mit künstlerischen Arbeiten von Patientinnen und Patienten aus Pflegeanstalten. Projektrahmen Zum Inventar der Gebäude auf der Kloster- insel Rheinau zählt auch eine Sammlung von Patientenarbeiten, die in der Pfleganstalt seit 1867 entstanden sind. Die Sammlung umfasst
eigenartige und berührende Werke aus unter- schiedlichsten Materialien (Texte, Zeichnun- gen, textile Werke, Kleinplastiken). Die Er- schliessung der Sammlung erfolgte im Jahr 2000, die Sammlung ist im Inventar der Kul- turgüter des Kantons aufgeführt. Derzeit lässt das Immobilienamt der Baudirek- tion prüfen, wie die Sammlung später im Klos- tergebäude Rheinau auszustellen sei. Projektinhalt Noch dieses Jahr sollen 150 Werke aus der Sammlung Rheinau (Zeitraum 1867 bis 1943) im «Museum im Lagerhaus» in St. Gallen ge- zeigt werden. Das Museum ist spezialisiert auf Naive Kunst und Art Brut und möchte einen mehrjährigen Ausstellungszyklus von histori- schen Sammlungen aus Schweizerischen psychiatrischen Anstalten mit der Sammlung Rheinau eröffnen. Für 2012 ist eine Präsen- tation derselben Ausstellung auf dem Platz Zürich vorgesehen (Standort noch nicht fest- gelegt, möglicherweise Kunsthistorisches Ins- titut der Universität). Die Kosten dieser Zürcher Ausstellung sind provisorisch mit Fr. 108 000 budgetiert. Für beide Ausstellun- gen in St. Gallen und in Zürich wird ein Ka- talog hergestellt (Druckkosten, ohne Recher- chierarbeiten: Fr. 20 000). Er erscheint in einer Auflage von 650 Exemplaren. Die meisten Objekte müssen für die Präsen- tation gerahmt werden. Das Museum in St. Gallen verfügt jedoch über keine entspre- chenden Wechselrahmen. Diese müssen von den Ausstellungsinitianten zur Verfügung ge- stellt werden. Diese Rahmen werden dann auch für die Präsentation der Sammlung in Zürich und für die Dauerausstellung in Rhein- au verwendet. Vom Kanton wird eine Beteiligung an den Kosten des Kataloges (Fr. 31 200) und ein An- teil von Fr. 66 500 für den Kauf von Bilderrah- men und zur Deckung von Versicherungsprä- mien gewünscht.
Gesamtkosten Fr. 229 545 Gewünschter Betrag Fr. 97 700 Übrige Finanzierung Die Kantonale Denkmalpflege hat einen Gross- teil der bereits abgeschlossenen Recherchier- arbeiten finanziert (Fr. 64 000). Das Museum in St. Gallen stellt seine Infrastruktur und einen Beitrag von Fr. 30 000 zur Verfügung. Fr. 38 000 werden von Dritten erwartet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Es ist zwar nicht üblich, ausser- kantonale Ausstellungen direkt oder indirekt zu unterstützen. Allerdings sind in Fällen, bei denen ein enger Bezug zum Kanton bestand, entsprechende Ausnahmebeiträge bewilligt worden (zum Beispiel: Fr. 20 000 an Aargauer Kunsthaus; Fr. 20 000 an Festungsmuseum Reuenthal; Fr. 8000 an Bickel-Museum Walen- stadt). Für die praktisch unbekannte Samm- lung ist es nützlich, wenn sie der Öffentlichkeit bereits jetzt – und in einem thematisch dafür geeigneten Museum – präsentiert wird. Seitens des Kantons besteht ein grosses Interesse an der Präsentation der Sammlung. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine Beitragsleistung an die Präsentation der Sammlung und an die Kosten des Ausstellungskataloges gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 97 000
5. Digitalisierung Tonarchiv Regionaljournal ZH/SH Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Memoriav: Der Verein bezweckt eine Organisation angemessene Sicherung, Erschliessung und Vermittlung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz. Projektrahmen 2005 bewilligte der Regierungsrat für das Pro- jekt Digitalisierung Regionaljournal ZH/SH (Digitalisierung von Mitschnitten auf Kasset- ten aus dem Zeitraum 1978–2002) Fr. 400 000 aus dem Lotteriefonds. Das Vorhaben kommt gut voran. Der öffentliche Zugang zu den Do- kumenten erfolgt zurzeit noch bei Schweizer Radio DRS vor Ort. Am Online-Zugriff über
die Datenbank von Memoriav (über öffentlich zugängliche Arbeitsstationen in den Staatsar- chiven Zürich und Schaffhausen) wird zurzeit gearbeitet. Projektinhalt Nun hat sich gezeigt, dass der Aufwand für die Digitalisierung insgesamt grösser ist als bud- getiert. Zudem hat sich bei den beteiligten Staatsarchiven und Memoriav die Einsicht durchgesetzt, dass eine lückenlose Überliefe- rung der Regionaljournale (insbesondere für den Zeitraum 2003 bis 2006, ab diesem Zeit- punkt sind fast alle Sendungen digital erfasst) sinnvoll wäre. Damit wären alle Sendungen für Bildung, Forschung und der interessierten Öffentlichkeit nutzbar. Um dieses Ziel zu er- reichen, müssen vor allem noch die restlichen Kassetten aus dem Zeitraum 1978–2002 und die CDs von 2003–2006 eingespielt, fehlende Beiträge ab dem Webserver konvertiert und ausgewählte Zusatzdaten zu bereits gespei- cherten Dokumenten digitalisiert werden. Gesamtkosten Fr. 427 236 Gewünschter Betrag Fr. 302 559 Übrige Finanzierung Die Eigenleistungen von Memoriav betragen Fr. 95 076. Vom Kanton Schaffhausen wird ein Beitrag von Fr. 30 000 gewünscht. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern (Staatsarchiv und Fachstelle Kultur) empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 300 000. Regionaljournale werden seit 1978 produziert. Ihre historische und politische Bedeutung ist gross, da sie eine dichte, zum Teil bedeutende Quelle zum regionalen Zeitgeschehen bilden. Der Gesuchsteller hat mit seiner bisherigen Arbeit gezeigt, dass er gesteckte Ziele auch unter schwierigen Bedingungen erreichen kann. Er verfügt heute über einen Erfahrungs- schatz, der die Projektrisiken als klein erschei- nen lässt. Bewilligter Betrag Fr. 300 000
6. Bauinvestitionen und Infrastrukturmassnahmen Bereiche Soziales, Sicherheit Gesuchstellende Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Ent- Organisation lassenenfürsorge (ZSGE): Die ZSGE hat zum Zweck, Personen, die in einem Strafverfahren stehen oder verurteilt wurden, durch Beratung und Führung, Gewähren von Obdach, finan- zielle Zuwendungen usw. beizustehen. Sie bie- tet zurzeit in zwei Wohnhäusern 21 Wohn- und in drei Betrieben 33 Arbeitsplätze. Projektrahmen Das Amt für Justizvollzug finanziert der ZSGE einerseits eine Vergütung pro Arbeits- stunde, die von einer verurteilten Person an einem ZSGE-Arbeitsplatz zum Vollzug ge- meinnütziger Arbeit geleistet wird. Anderseits wird ein Kostgeld für die Durchführung von Arbeits- und Wohnexternaten bezahlt. Die ZSGE erhält jedoch keine Investitionsbei- träge. Bis 2014 muss die ZSGE rund Fr. 870 000 in den Ausbau ihrer Werkstätten und den Werterhalt der Liegenschaften investieren. Projektinhalt Die beiden Häuser, in denen sich die ZSGE- Wohnungen befinden, müssen für insgesamt Fr. 543 200 saniert werden. In einem der Arbeits- betriebe werden aufgrund eines neuen Arbeits- angebotes für eine zusätzliche Klientengruppe grosse bauliche Anpassungen notwendig. Hinzu kommt die Erneuerung der Informa- tionstechnologie. In einem zweiten Arbeits- betrieb drängt sich eine mobile Einrichtung für den Gemeinschafts- bzw. Sitzungsraum auf. Zudem ist in der Geschäftsstelle eine Büro-Neuorganisation notwendig. Diese Ar- beitsplatz-Investitionen belaufen sich auf ins- gesamt Fr. 326 400. Gesamtkosten Fr. 869 600 Hinweis Ursprünglich wünschte die ZSGE einen Bei- trag von Fr. 378 300. Durch die Überarbeitung des Gesuches verringerte sich der Betrag auf rund Fr. 270 000. Da jedoch bereits vor der Ge- suchseingabe Investitionen von Fr. 109 904 getätigt wurden, die vom Lotteriefonds – weil
die Richtlinien des Fonds keine Nachfinanzie- rungen erlauben – nicht übernommen werden können, verringerte sich der nachgesuchte Be- trag auf Fr. 160 779. Gewünschter Betrag Fr. 160 779 Übrige Finanzierung Über ihren Erneuerungsfonds deckt die Stif- tung einen Teil der Investitionskosten. Von einer Stiftung hat sie zudem einen Beitrag von Fr. 20 000 erhalten. Die offenen Kosten müs- sen über Beiträge von Dritten gedeckt wer- den. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Die Direktion der Justiz und des Innern wünscht einen Beitrag von Fr. 160 779. Die ZSGE ist ein langjähriger und bewährter Partner des Kantons. Dem Engagement der Stiftung und ihren Investitionen kommen grosse Bedeutung zu, da die Öffentlichkeit durch eine erfolgreiche Eingliederung von (entlassenen) Strafgefangenen sehr profitiert. Bewilligter Betrag Fr. 160 700
7. Infrastruktur für digitalen Unterrichtsraum Bereich Soziales Gesuchstellende Verein für Sprache und Integration DIMA: Organisation Der Verein wurde 2004 gegründet. Er unter- stützt Gehörlose und Hörbehinderte – ins- besondere solche mit einer fremden Mutter- sprache – mit Schulungs- und Weiterbildungs- angeboten. Projektrahmen Seit 2005 bietet der Verein Gehörlosen und Hörbehinderten Deutschkurse an, zurzeit stam- men 80% der Kursbesucherinnen und -besu- cher aus dem Kanton. Die Kurse bestehen aus visuell aufbereiteten Lektionen, in denen die Grundgrammatik der deutschen Sprache ver- mittelt und trainiert wird. Projektinhalt Wegen der Nachfrage muss der Verein einen digitalen Unterrichtsraum mit Arbeitplätzen für acht Lernende und zwei Lehrpersonen einrichten. Die Kosten für die IT-Anschaffun-
gen betragen Fr. 33 500, die Kosten für Moni- tor, DVD und Video rund Fr. 3500. Hinzu kommen Kosten für die Möblierung. Gesamtkosten Fr. 39 000 Gewünschter Betrag Fr. 23 250 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich wird um einen Beitrag von Fr. 7750 ersucht, von Stiftungen bzw. der Wirt- schaft werden Fr. 5000 erwartet. Den offenen Restbetrag hat der Verein als Eigenleistung zu decken. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 23 250. Mit seiner Sprachenschule schliesst der Verein eine gros- se Lücke in der Alltagsintegration und im Bil- dungswesen für fremdsprachige Gehörlose und Hörbehinderte. Bewilligter Betrag Fr. 23 000
8. Neumöblierung grösserer Büroräumlichkeiten Bereich Soziales Gesuchstellende Fachstelle Frauenhandel und Frauenemigration Organisation (FIZ). Der Verein FIZ (ehemals Fraueninfor- mationszentrum für Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa) setzt sich ein für den Schutz und die Rechte von Migrantin- nen und bietet seit über vier Jahren auch ein Beratungs- und Begleitangebot für Opfer von Frauenhandel an. Die FIZ erhält einen jähr- lichen Staatsbeitrag. Projektrahmen In den letzten Jahren wuchsen die räumlichen Bedürfnisse der FIZ, die Zahl der ratsuchen- den Frauen stieg, ebenso der Bedarf an Sen- sibilisierungs- und Bildungsarbeit. Die Mehr- zahl der ratsuchenden Frauen wohnt im Kan- ton. Die FIZ bietet ihnen direkte Beratung, Unterstützung und Zugang zum sozialen Netz, zu Stellen und Ämtern im Kanton. Zudem bringt die FIZ ihr Fachwissen in mehreren kantonalen Gremien zu Sexarbeit, Häuslicher Gewalt und Frauenhandel ein und trägt dazu bei, dass Verbesserungen zur Situation gewalt- betroffener Migrantinnen erarbeitet werden.
Projektinhalt Die FIZ kann neue Räumlichkeiten beziehen. Die damit verbundenen Investitionen betra- gen Fr. 135 400 (worunter Vorbereitungs- und Rückbau- und die eigentlichen Umzugskosten von insgesamt Fr. 21 000). Der restliche Betrag von Fr. 114 400 wird für bauliche Anpassungen und die Neuanschaffung von Möbeln, Elek- tro- und EDV-Installationen sowie Sicher- heitseinrichtungen benötigt. Gesamtkosten Fr. 135 400 Gewünschter Betrag Fr. 60 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung der FIZ beträgt Fr. 27 000. Von Stiftungen wird insgesamt ein Beitrag von Fr. 48 400 erwartet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern und die Sicherheitsdirektion emp- fehlen eine Beitragsleistung von Fr. 50 000. Die FIZ verfügt über einen 25-jährigen Leis- tungsausweis. Ihr kommt im sozialen Netz des Kantons eine grosse Bedeutung zu, ihre Leis- tungen sind professionell und anerkannt. Allerdings ist es angebracht, dass sich auch die Stadt Zürich mit einem Beitrag beteiligt. Bewilligter Betrag Fr. 50 000
9. Publikation über den Zürcher Zoo Bereich Volkswirtschaft Gesuchstellende Verein für wirtschaftshistorische Studien: Seit Organisation 60 Jahren veröffentlicht der Verein im Rah- men seiner Reihe «Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik» Publikationen zu herausragenden Persönlichkeiten und bemer- kenswerten Unternehmen der Schweizer Wirt- schafts- und Technikgeschichte. Projektrahmen Seit 80 Jahren ist der Zürcher Zoo ein belieb- tes Ausflugsziel, zugleich aber auch ein Unter- nehmen, das sich zu einem wichtigen Arbeit- geber und Wirtschaftsfaktor in der Region entwickelt hat. Mit einer Publikation werden die wirtschaftliche Entwicklung des Zoos, seine soziale und kulturelle Bedeutung sowie Personen vorgestellt, die in Direktion und im Verwaltungsrat zur Weiterentwicklung der Institution beigetragen haben.
Projektinhalt Die Broschüre wird rund 100 Seiten mit rund 120 Illustrationen umfassen. Die Auflage be- trägt 2500 Exemplare. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 25. Gesamtkosten Fr. 75 000 Gewünschter Betrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich leistet einen Beitrag von Fr. 10 000. Stiftungen und die Wirtschaft haben Druckkostenbeiträge von Fr. 23 000 zugesagt. Aus dem Verkauf werden Einnahmen von Fr. 17 500 erwartet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Volkswirtschaftsdirektion empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 20 000. Bewilligter Betrag Fr. 20 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Be- dingung gebunden, dass dem Kanton gratis 105 Belegsexemplare zugestellt werden.
10. Jubiläum Theater Winkelwiese Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Gesellschaft zur Förderung des Thea- Organisation ters an der Winkelwiese: Der Verein stellt seit 1964 den Betrieb des Kellertheaters Winkel- wiese (Theater für Gegenwartsdramatik) in der Villa Tobler sicher. Die Stadt Zürich unter- stützt das Theater mit einer jährlichen Sub- vention von Fr. 620 000. Vom Kanton erhielt das Theater 2003 für die Teilerneuerung seiner Infrastruktur einen Beitrag von Fr. 160 000. Projektrahmen 1998 bis 2000 wurde die Villa Tobler saniert, während dieser Zeit konnte in der Villa nicht gespielt werden. Mit der Wiederaufnahme des Betriebes im Laufe des Jahres 2000 begann der Verein mit seinem Projekt «Dramen- prozessor», mit dem junge Dramatikerinnen und Dramatiker (bis anhin 34) gefördert wer- den. Nach zehn Jahren «Wiederaufnahme Spielbetrieb» und «Dramenprozessor» plant das Theater, einen Teil der Infrastruktur zu er- neuern bzw. auszubauen und eine Jubiläums- veranstaltung und eine Jubiläumsinszenierung durchzuführen.
Projektinhalt Die Erneuerung der Infrastuktur verursacht Kosten von Fr. 128 000 und umfasst den Kauf eines mobilen Bühnenbodens, der ohne gros- sen Aufwand den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden kann. Ebenso müssen die aus verschiedenen Einzelteilen zusammen- gesetzte Tonanlage und Teile des Beleuch- tungssystems ersetzt werden. Hinzu kommt der Ersatz der bis zu zehn Jahre alten Desk- top-Computer und der Ankauf zweckmässiger Gestelle für den Abstellraum. Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung «Autorenfrühling» – verteilt über mehrere Abende – sollen zehn bis zwölf Autorinnen und Autoren aus dem «Dramenprozessor» eigene Texte lesen (Kosten: Fr. 43 800). Als Jubiläumsproduktion ist die deutschspra- chige Uraufführung eines Stücks des engli- schen Dramatikers David Greig vorgesehen (Kosten: Fr. 140 000). Gesamtkosten Fr. 312 291 Gewünschter Betrag Fr. 220 000 Übrige Finanzierung Aufgrund der grosszügigen Unterstützung des Theaters durch die Stadt Zürich ist es ange- messen, dass der Kanton beim vorliegenden Projekt auf eine Mitfinanzierung durch die Stadt verzichtet. Die Eigenleistung des Ver- eins beträgt Fr. 54 291. Aus den Eintritten wer- den Fr. 15 000 erwartet, von Dritten Fr. 23 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 220 000. Der Verein ist ein fester und wich- tiger Bestandteil des städtischen Kulturange- botes. Die geplante Erneuerung der Infrastruk- tur ist sinnvoll und notwendig, um weiterhin einen professionellen und zeitgemässen Be- trieb gewährleisten zu können. Die Veranstal- tungen im Rahmen des «Autorenfrühlings» sind aus kulturpolitsicher Sicht unterstüt- zungswürdig, ebenso die geplante Erstauffüh- rung. Die Baudirektion hat nur den Investi- tionsteil des Gesuches (Fr. 120 000) geprüft
und bezeichnet die vollumfängliche Gewäh- rung des gewünschten Teilbeitrages als ge- rechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 220 000
11. Jubiläum Ustertag Bereich Feiern/Feste Gesuchstellende Ustertag-Komitee: Das Komitee führt alljähr- Organisation lich im November den Ustertag durch. Projektrahmen Der Anlass erinnert an die Vorkommnisse am 22. November 1830, als sich auf dem Zimiker- Hügel in Uster rund 10 000 Männer aus der zürcherischen Landschaft versammelten und eine neue Verfassung forderten. Diese De- monstration von 1830 bedeutete die politische Wende zum modernen Kanton Zürich und hatte deutlichen Einfluss auf die damalige Eidgenossenschaft und die Verfassung von 1848. Der Gedenkakt findet jeweils in der refor- mierten Kirche von Uster statt. Anschliessend folgt ein Apéro für Gäste und die Bevölke- rung sowie eine Nachfeier im Stadthof. Projektinhalt Dieses Jahr wird der 180. Jahrestag der Ereig- nisse von 1830 gefeiert. Allerdings hat das Komitee mit dem Anlass von 2009 sein Ver- mögen aufgebraucht und ersucht Privatperso- nen, Firmen, Organisationen und den Kanton um Beiträge einerseits zur Durchführung des Gedenktages 2010, anderseits zur Äufnung des Vermögens (damit die Durchführung der zukünftigen Jahrestage im bisherigen Rahmen sichergestellt werden kann). Gesamtkosten jährlich rund Fr. 15 000 Gewünschter Betrag Fr. 10 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Uster leistet einen direkten Beitrag von Fr. 4500 pro Jahr. Zudem übernimmt sie zusätzlich indirekte Leistungen (Sicherheit, Verkehrsführung). Kleinere Beiträge kommen von den politischen Parteien. In den vergange- nen Jahren musste das Komitee aus seinem Vermögen jeweils eine Leistung von Fr. 2700 bis Fr. 6500 erbringen.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Aufgrund der historischen Bedeutung des Ustertages und des 2010 an- stehenden Jubiläums ist eine einmalige Unter- stützung gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 10 000
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): in Franken
1. Verein reformierter Studentinnen- und Studentenhäuser Zürich Investitionsbeitrag 110 000
2. Verein Archäologie der Schweiz Druckkostenbeitrag 30 000
3. Stiftung Luftbild Schweiz Investitionsbeitrag 500 000
4. Luchsinger, Katrin Ausstellungsbeitrag 97 000
5. Verein Memoriav Beitrag für Digitalisierung 300 000
6. Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Entlassenenfürsorge Investitionsbeitrag 160 700
7. Verein für Sprache und Integration Investitionsbeitrag 23 000
8. Fachstelle Frauenhandel und Frauenemigration Investitionsbeitrag 50 000
9. Verein für wirtschaftshistorische Studien Druckkostenbeitrag 20 000
10. Theater Winkelwiese Jubiläumsbeitrag 220 000
11. Ustertag-Komitee Jubiläumsbeitrag 10 000 Total 1 520 700
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi