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Decisione

RRB Nr. 203/2010

Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 1. Serie

10 febbraio 2010Tedesco31 min

Source zh.ch

Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 1. Serie

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 10. Februar 2010

203. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 1. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungsle- gung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allge- meinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 700 000 gespro- chen (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/07 festgelegten jährlichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kon- gresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zu- lasten der Quote 2010 noch Fr. 9 300 000 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständi- gen Fachdirektionen im Rahmen einer 1. Serie 2010 die folgenden Bei- tragsleistungen aus dem Lotteriefonds:

1. Ausstellung «Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung» Bereiche Soziales Gesuchstellende Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe Organisation (SKOS): Die SKOS setzt sich ein für Ausge- staltung und Entwicklung der Sozialhilfe in der Schweiz. Die Konferenz ist in Fachwelt und Politik gut verankert und arbeitet eng mit der Konferenz der kantonalen Sozialdirekto- rinnen und -direktoren zusammen. Projektrahmen 2010 findet das «Europäische Jahr zur Be- kämpfung von Armut und sozialer Ausgren- zung» statt. Im Rahmen einer breit angelegten Informationskampagne erarbeitet die SKOS eine nationale Wanderausstellung, die von Frühling bis Herbst 2010 in möglichst vielen Schweizer Städten gezeigt werden soll. Ziel der Ausstellung ist es, einem breiten Publikum die Institution Sozialhilfe und ihre Einbettung in die nationale, kantonale und kommunale Sozialpolitik zu erklären. Gleichzeitig soll die Ausstellung das Verständnis für das Instru-

ment Sozialhilfe fördern und dadurch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Solidarität leis- ten. Projektinhalt Im Kanton sind als Ausstellungsstandorte Zürich, Winterthur, Wetzikon und Schlieren im Gespräch. Die Ausstellung arbeitet mit assoziativen und spielerischen Zugängen zum Thema und präsentiert unter anderem statis- tische Eckdaten zur Sozialhilfe. Konzipiert für Innenräume, kann sie zum Teil auch im öffent- lichen Raum gezeigt werden. Parallel zu den einzelnen Ausstellungen finden jeweils runde Tische zur Sozialhilfe und Tage der offenen Tür in den Sozialdiensten statt. Gesamtkosten Fr. 740 000 Gewünschter Betrag Fr. 110 000 Übrige Finanzierung Die SKOS erbringt eine grosse Eigenleistung. Von den Kantonen (ohne Zürich) werden insgesamt Fr. 275 000 erwartet. Bis anhin haben AR, LU, NW, SH, SZ und ZG insgesamt Fr. 30 500 zugesichert. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleistung. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es bedeutsam, dass über den Sozialhilfebereich sachlich korrekt orien- tiert wird. Die SKOS gewährleistet dies. Zudem ist sie für den Kanton ein besonders wichtiger Dienstleister. Bewilligter Betrag Fr. 110 000 Auflage Von den anderen Kantonen muss mindestens ein Betrag von Fr. 110 000 gesprochen werden. Erst dann kann die Auszahlung des Zürcher Beitrages erfolgen.

2. Erneuerung Arbeitsmobiliar Bereich Soziales, Integration Gesuchstellende Verein «Taskforce für interkulturelle Konflikte Organisation TikK»: Der Verein leistet Krisenintervention bei akuten interkulturellen Problemen und begleitet entsprechende Lern- und Lösungs- prozesse. Zudem betreibt er eine Beratungs- und Fachstelle und bietet Präventionshilfe und Weiterbildungskurse an.

Projektrahmen Rund ein Viertel der Leistungen der TikK kommen den Städten Zürich und Winterthur zugute, ein weiteres Viertel dem übrigen Kan- ton. Die restlichen Leistungen gehen in an- dere Kantone. Auf Stufe Kanton arbeitete TikK in einzelnen Fällen mit der Kantonspoli- zei zusammen. Projektinhalt Die mittlerweile unbrauchbaren Büromöbel, die alte und pannenanfällige Computerin- frastruktur sowie die Telefonanlage müssen ersetzt werden. Zudem hat der Verein einen zusätzlichen Arbeitsplatz einzurichten. Gesamtkosten Fr. 93 664.00 Gewünschter Betrag Fr. 60 086.80 Übrige Finanzierung Der Verein kann sich mit einer kleineren Eigenleistung an den Kosten beteiligen. Der offene Restbetrag muss über Dritte finanziert werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion und die Beauftragte für Integrationsfragen befür- worten eine Beitragsleistung. Aufgrund der Leistung, welche die TikK auch zugunsten des Kantons erbringt, ist ein Beitrag gerechtfer- tigt, allerdings nicht in der gewünschten Höhe. Bewilligter Betrag Fr. 40 000

3. Ausstellung «Brain Bus 2009/10» Bereich Bildung Gesuchstellende Life Science Communication AG (im Auftrag Organisation der Swiss Society for Neuroscience SSN): Die SSN hat unter anderem das Ziel, das öffent- liche Verständnis für die Hirnforschung zu för- dern. Projektrahmen Die SSN und die European Dana Alliance for the Brain haben das Öffentlichkeitsprojekt «Brain Bus» entwickelt. Ein als mobiles «For- schungslabor» eingerichteter Bus soll es einem breiten Publikum ermöglichen, sich über Ar- beiten, Experimente und Innovationen rund um die Neurowissenschaften zu informieren. Projektinhalt Diese Wanderausstellung, die vor allem den Nutzen der Hirnforschung für die Gesellschaft aufzeigen soll, wird zwischen dem 26. April

und dem 19. Mai 2010 an verschiedenen Orten im Kanton Station machen, vor allem an der Uni Irchel. Themen wie z. B. Migräne, Multiple Sklerose, Hirnverletzungen und Parkinson sind so aufbereitet, dass auch Schulklassen den Bus besuchen können. Für sie wird didak- tisches Material erarbeitet bzw. bereitgestellt. Gesamtkosten Fr. 375 000 Gewünschter Betrag Fr. 80 000 Übrige Finanzierung Die gesuchstellenden Organisationen über- nehmen einen kleinen Kostenanteil. Von Stif- tungen werden insgesamt Fr. 60 000 erwartet, von den Kantonen (ohne Zürich) Fr. 235 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion und die Gesundheitsdirektion empfehlen eine Beitrags- leistung. Bewilligter Betrag Fr. 80 000 Auflage Die Auszahlung des bewilligten Betrages er- folgt erst, wenn das didaktische Material der Bildungsdirektion vorgelegt und von ihr ak- zeptiert wurde.

4. Ausstellung «Die Kinder der Landstrasse und ihre Akten» Bereiche Bildung/Soziales Gesuchstellende Historisches Seminar der Universität Zürich: Organisation Über die klassischen Aufgaben von Lehre und Forschung hinaus hat das Seminar die Aufga- be, der Öffentlichkeit historisches Wissen in allgemein verständlicher Form zu vermitteln. Projektrahmen Mit dem Ziel, die «Vaganität» in der Schweiz zu bekämpfen, wurden zwischen 1926 und 1973 mithilfe der Behörden mehrere Hundert Kinder aus «Vagantenfamilien» ihren Eltern weggenommen und in Pflegefamilien, meis- tens aber in Kinder- und Erziehungsheimen, Arbeitsanstalten und psychiatrischen Kliniken platziert. Sie sollten zu «sesshaften und brauch- baren Menschen» umerzogen werden. Das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute, beheimatet am Hauptsitz der Pro Juventute in Zürich, war dabei engster Partner der Behörden.

Ein Team aus Historikerinnen und Historikern, angegliedert dem Historischen Seminar der Universität Zürich, schuf zu diesem Thema eine Ausstellung, die im vergangenen Winter am Rhätischen Museum in Chur gezeigt wor- den war. Diese Ausstellung wird nun um einen Zürcher Teil ergänzt und soll im Haus zum Rech (Stadtarchiv) gezeigt werden. Projektinhalt Die Ausstellung in Zürich umfasst drei Module: – Das «Hilfswerk für die Kinder der Land- strasse»: In diesem Modul werden Vorge- hen und Mittel der Pro Juventute erläutert. Auch wird gezeigt, wie sich das «Hilfswerk» in der Öffentlichkeit präsentierte und um Spenden warb. Zudem werden die Einrich- tungen vorgestellt, in denen die Mündel der Pro Juventute untergebracht wurden. – «Aktenführung und Stigmatisierung»: Hier wird das Instrument der Aktenführung in der Jugendfürsorge dargestellt und gezeigt, wie die Stigmatisierungen in den Akten dokumentiert wurden und welche Formen der Diskriminierung daraus erwuchsen. – «Öffentliche und private Jugendfürsorge»: Dieser Teil ist der Zusammenarbeit der Pro Juventute mit den Behörden gewidmet und zeigt die Gemeinsamkeiten und Unter- schiede zwischen der Praxis der privaten Stiftung und der städtischen Amtsvormund- schaft Zürich. In der Ausstellung kommen auch Zeitzeugen zu Wort, die von den Hilfswerksmassnahmen betroffen waren. Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum, besonders auch an Schulen. Sie wird begleitet von einem um- fassenden Rahmenprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmbeiträgen. Gesamtkosten Fr. 374 000 Gewünschter Betrag Fr. 120 000 Übrige Finanzierung Vorleistungen im Umfang von Fr. 102 000 sind bereits erbracht. Die offenen Fr. 272 000 sollen neben dem Kantonsbeitrag durch einen gros-

sen Beitrag von Pro Patria und Beiträge der Stadt Zürich und von Stiftungen gedeckt wer- den. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion und die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern empfehlen eine Beitragsleistung. Die geplante Ausstellung behandelt das Thema in zeitgemässer Form. Die fachliche Leitung durch das Historische Seminar stellt dabei eine wissenschaftlich einwandfreie Bearbei- tung sicher. Bewilligter Betrag Fr. 120 000

5. Baumassnahmen Kunsthalle Winterthur Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Kunsthalle Winterthur: Er bezweckt die Organisation Förderung und Vermittlung von bildender Kunst der Gegenwart und organisiert in der Kunsthalle entsprechende Ausstellungen. Ein- zelne dieser Ausstellungen werden durch die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern unterstützt. Projektrahmen 2010 feiert die Kunsthalle ihr 30-jähriges Jubi- läum. 2006 konnte sie im zweiten Geschoss ihres Gebäudes einen grossen Administra- tions- bzw. Infrastrukturraum, den sogenann- ten «Dritten Raum», beziehen. In neuerer Zeit hat er sich zu einem wichtigen Begeg- nungs- und Vermittlungsort aktueller Kunst entwickelt, wo das interessierte Publikum mit Kunstschaffenden ins Gespräch kommt. Aller- dings ist der Zugang über eine schmale Türe unbefriedigend. Projektinhalt Anlässlich des Jubiläums sollen einerseits der «Dritte Raum» besser erschlossen (gross- zügigere Türe) und anderseits die Eingangs- situation der Kunsthalle besucherfreundlicher gestaltet werden. Gesamtkosten Fr. 90 000 Gewünschter Betrag Fr. 30 000 Übrige Finanzierung Der Verein hat der Stadt Winterthur und dem Kanton vorgeschlagen, dass die Gesamtkosten gedrittelt werden.

Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Fach- stelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern empfehlen eine Beitragsleistung. Die Kunsthalle nimmt mittlerweile eine wichtige Stellung innerhalb der Winterthurer Kultur- landschaft ein. Zudem ist aufgrund der bishe- rigen guten Arbeit der Kunsthalle ein Jubi- läumsbeitrag angebracht. Bewilligter Betrag Fr. 30 000 Auflage Der Beitrag kann ausbezahlt werden, sobald die Zusage der Stadt Winterthur für ihre Bei- tragsleistung vorliegt. Kürzt die Stadt ihren Beitrag, erfolgt eine entsprechende Kürzung des Lotteriefondsbeitrages.

6. Publikation «Bemalte Fassaden» Bereiche Kultur, Denkmalpflege Gesuchstellende Verlag Huber, Frauenfeld: Der Verlag hat sich Organisation auf die Herausgabe von Sachbüchern vor allem in den Bereichen Kultur und Zeitge- schichte spezialisiert. Projektrahmen Er plant die Herausgabe einer umfassenden Dokumentation zum Thema «Farbige Fassa- den» in der Schweiz. Als Autorin zeichnet eine Mitarbeiterin des Instituts für Denkmalpflege an der ETH, die sich seit 20 Jahren mit dem Thema beschäftigt. Projektinhalt Das über 500 Seiten starke, durchgehend illus- trierte Buch enthält Beschreibungen bebilder- ter Fassaden vom Mittelalter bis ins 19. Jahr- hundert. Der Kanton (ohne die Stadt Zürich) ist darin mit 17 Beispielen vertreten (u. a. Bubikon, Kappel a. A., Rorbas, Eglisau). Das Buch erscheint in einer Auflage von 1200 Ex- emplaren. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 128. Gesamtkosten Fr. 158 600 Gewünschter Betrag Fr. 5 000 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden rund Fr. 58 000 er- wartet. Von den Kantonen wird insgesamt eine Beitragsleistung von Fr. 35 000 gewünscht. Bereits zugesagt hat zudem der Nationalfonds mit Fr. 50 000.

Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung. Die bereits lange erwar- tete Dokumentation dürfte zu einem Standard- werk werden. Die Autorin bürgt für eine hohe inhaltliche Qualität. Weil der Kanton 22 Be- legexemplare wünscht, ist es gerechtfertigt, den Kantonsbeitrag entsprechend zu erhöhen. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auflage verbunden, dass dem Kanton gratis 22 Belegexemplare abgegeben werden.

7. Jubiläumsinvestitionen Bereich Bildung/Kultur: Gesuchstellende Verein Zirkus Chnopf: Der Zirkus feierte 2009 Organisation sein 20-jähriges Bestehen. Mit seinem Pro- gramm tourt er vom Hauptstandort Zürich aus jährlich durch 10 bis 15 Schweizer Kantone. Er arbeitet mit dem Ziel, Kindern und Jugend- lichen in der Öffentlichkeit schöpferische Tätig- keit zu ermöglichen. Projektrahmen Aus Anlass des Jubiläums möchte der Zirkus einen Teil seiner Infrastruktur erneuern. Projektinhalt Die Investitionen erster Priorität (Kosten von Fr. 192 300) betreffen vor allem die Anschaf- fung eines Zeltes, von Fahrzeugen mit einem Anhänger, die Erneuerung der Musik- und Lichtanlage und Arbeiten am Büro- und Werkstattwagen sowie den Kauf einer Wasch- bzw. Geschirrwaschmaschine. Für Fr. 14 000 sind Arbeiten zweiter Priorität anstehend. Sie umfassen zahlreiche kleine Unterhaltsarbei- ten und Anschaffungen. Gesamtkosten Fr. 206 300 Gewünschter Betrag Fr. 206 000 Hinweis, übrige Da der Zirkus zu einem grossen Teil ausser- Finanzierung halb des Kantons auftritt, muss er auch andere Kantone um Investitionsbeiträge ersuchen. Allenfalls hat er seine Anschaffungen zu staf- feln. Die Stadt Zürich hat zugesichert, Auffüh- rungen in der Stadt zu unterstützen.

Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleistung. Der Zirkus leistet pädagogisch, sozial und künstlerisch wertvolle Arbeit. Allerdings profitieren davon eher wenig Jugendliche. Eine Beitragsleistung ist gerecht- fertigt, eine Kürzung am gewünschten Beitrag jedoch angebracht. Bewilligter Betrag Fr. 110 000

8. Dokumentarfilm über sexuelle Gewalt an geistig behinderten Frauen Bereich Soziales Gesuchstellende Unico Film- und Projektrealisation GmbH: Organisation Zweck der Firma ist es, vorwiegend Filme von sozial-kultureller Bedeutung zu produzieren und zu fördern. Projektrahmen Unter dem Titel «Phönix» soll ein Film entste- hen, der sich mit dem tabuisierten Thema «sexuelle Gewalt an Frauen mit geistiger Be- hinderung» auseinandersetzt und es öffentlich macht. Der Film soll als Informations- und Ausbildungsmittel dienen, mehrere Pflegefach- schulen haben ihr Interesse bereits angemel- det. Zahlreiche Behindertenorganisationen unterstützen das Vorhaben ideell. Projektinhalt Der Film wird im Rahmen einer Seminarwoche mit behinderten Frauen gedreht. Er ermög- licht Einblicke in das Erleben und die Nöte der Frauen. Darüber hinaus enthält er Sequen- zen aus ihrem Alltag. Als Endprodukte werden eine DVD und Begleitmaterial (Hintergrund- informationen und Adressen von Fachinstitu- tionen) vorliegen. Gesamtkosten Fr. 200 000 Gewünschter Betrag Fr. 15 000 Übrige Finanzierung Der Bund beteiligt sich mit Fr. 50 000 am Vor- haben. Von den Kantonen AG, BE, BS, GR, SO, TG und ZG wird ein Beitrag von ins- gesamt Fr. 75 000 erwartet. Der offene Rest- betrag muss durch Beiträge Dritter gedeckt werden.

Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion und die Direktion der Justiz und des Innern befür- worten eine Beitragsleistung. Der Film kann zum wertvollen Beitrag für Aufklärung, Infor- mation und Sensibilisierung der Öffentlich- keit werden und dazu beitragen, dass Betrof- fene ernst genommen werden. Er stellt die erste filmische Aufarbeitung des Themas dar und schliesst eine bedeutende Lücke. Bewilligter Betrag Fr. 15 000

9. Einrichten neuer Büroräumlichkeiten Bereich Soziales Gesuchstellende Die Dargebotene Hand, Regionalstelle Organisation Zürich: Der Verein besteht seit mehr als 50 Jahren. Er hat zum Ziel, rat- und hilfe- suchenden Menschen per Telefon oder online anonym und kostenlos ein Gespräch anzu- bieten. Projektrahmen Der Verein erhält massgebliche Unterstützung von den Landeskirchen. Er arbeitet gemäss den Richtlinien des internationalen Verban- des für Telefonseelsorge. Gut ausgebildete Freiwillige, unterstützt durch ein professionel- les Team, dienen den Ratsuchenden (wovon rund 95% aus dem Kanton stammen) als Ge- sprächspartnerinnen und -partner. Nachdem die Mietpreise am bisherigen Standort sehr stark angehoben wurden, musste die Darge- botene Hand neue Räumlichkeiten suchen. Seit November 2009 führt sie ihren Betrieb in einer städtischen Liegenschaft am Zeltweg. Projektinhalt Der Umzug kostete rund Fr. 19 000. Am neuen Standort waren die Räumlichkeiten neu ein- zurichten (Installation EDV-Netzwerk, Kon- figuration der Arbeitsstationen, neue Büro- beleuchtung, Telefonapparate). Dadurch ent- standen Kosten von Fr. 26 800. Gesamtkosten Fr. 45 800 Gewünschter Betrag Fr. 20 800 Übrige Finanzierung Die Dargebotene Hand, die Stadt Zürich und eine Stiftung übernehmen Fr. 25 000. Der Rest- betrag wird vom Lotteriefonds gewünscht.

Hinweis Die Stadt Zürich stellt der Dargebotenen Hand neu renovierte Büroräumlichkeiten zur Verfügung und gewährt der Organisation einen Vorzugsmietpreis. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleistung. Die Dargebotene Hand ist eine anerkannte, niederschwellige Einrichtung der Telefonseelsorge. Sie erbringt einen wesentlichen Beitrag im Bereich der psychosozialen Grundversorgung und ent- lastet somit indirekt auch die öffentliche Hand. Bewilligter Betrag Fr. 20 800

10. Anschaffungen für Ausbildungs- und Werkstätten Bereiche Soziales/Bildung Gesuchstellende Stiftung Märtplatz: Die Stiftung besteht seit Organisation mehr als 24 Jahren. Sie ermöglicht jungen Menschen mit psychischen und/oder sozialen Schwierigkeiten eine Ausbildung und den Ein- stieg ins Erwerbsleben. Mit zum Angebot ge- hören auch betreutes Wohnen. Projektrahmen Die Stiftung betreibt neun verschiedene Werkstätten (unter anderem eine Küche, ein Fotoatelier, ein Journalistikbüro und eine Re- novierwerkstatt). Bis Ende 2008 haben ins- gesamt 139 junge Menschen eine Märtplatz- Ausbildung durchlaufen. Rund die Hälfte davon lebt heute ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand. Weitere 30% sind eben- falls beruflich tätig, meist in Teilzeitarbeit mit Halbrente. Gegenwärtig absolvieren 27 Perso- nen ihre Berufslehren im Märtplatz. Projektinhalt Bei der Infrastruktur besteht deutlicher Nach- holbedarf. Zahlreiche Maschinen und Arbeits- geräte müssen ersetzt werden, so die Schweiss- und Audioanlage, die Sandstrahlmaschine und die gesamte Fotoausrüstung. Notwendig sind zudem der Einbau einer Absauganlage in der Renovierwerkstatt (Fr. 7589) und die bessere Ausrüstung der Küche (Fr. 7172). Hinzu kommt der Kauf eines Transporters (Fr. 50 242). Gesamtkosten Fr. 193 833 Gewünschter Betrag Fr. 167 100

Übrige Finanzierung Eine Stiftung übernimmt den Kostenanteil von Fr. 11 000. Den Restbetrag muss der Märt- platz über Beiträge von Dritten decken. Beurteilung Die Bildungsdirektion und die Sicherheits- direktion befürworten eine Beitragsleistung. Die Stiftung weist bei den Eingliederungen eine grosse Erfolgsquote aus. Dadurch verrin- gert sie die Anzahl von IV- bzw. Sozialhilfebe- zügerinnen und -bezügern. Bewilligter Betrag Fr. 167 000

11. Weiler zum Pflug, Bau eines Landwirtschaftshauses Bereiche Volkswirtschaft, Soziales Gesuchstellende Stiftung Fintan (Rheinau): Die Stiftung besteht Organisation seit 1998. Sie bewirtschaftet in Pacht rund 140 ha Kulturland und mehrere zum Teil histo- rische Bauten und bietet in ihren Betrieben Menschen mit Behinderungen und Jugend- lichen im Berufsvorbereitungsjahr verschiede- ne Ausbildungs- und Arbeitsplätze, darunter 14 geschützte Plätze. Heute leben und arbei- ten 40 Menschen mit geistigen, sozialen oder psychischen Behinderungen zusammen mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesen Betrieben. Es ist vorgesehen, das Ange- bot der geschützten Arbeitsplätze um zehn zu erweitern. Projektrahmen Der Kanton hat unter anderen der Stiftung auch den Landwirtschaftsbetrieb im Weiler «Zum Pflug» am Dorfrand von Rheinau ver- pachtet. Die dazugehörigen Wohn- und Be- triebsgebäude genügen den Bedürfnissen nur teilweise. Der Gebäudebestand wird deshalb im Baurecht und auf der Grundlage eines Ge- staltungsplans umgebaut und erweitert. Wäh- rend die meisten Bauvorhaben mit Staats- und Bundesbeiträgen unterstützt werden, können für das sogenannte Landwirtschaftshaus, wel- ches Wohnungen und Büros für die betreuen- den Landwirte enthält, keine Subventionen beansprucht werden. Projektinhalt Das Raumprogramm für das Wohnhaus sieht eine 5-Zimmer-Betriebsleiterwohnung und zwei 4-Zimmer-Wohnungen für Betriebs-

bauern vor. Dazu kommen zwei Zimmer als Büro oder Gästezimmer. Im Erdgeschoss wer- den zudem eine Garderobe und ein gemein- samer Wasch- und Trockenraum eingerichtet. Gesamtkosten Fr. 1 975 000 Gewünschter Betrag Fr. 450 000 Übrige Finanzierung Höchstens 1,2 Mio. Franken der Kosten wer- den über Darlehen, Hypotheken und Eigen- kapital sichergestellt. Der Restbetrag muss durch Beiträge von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Die Baudirektion und die Sicherheitsdirek- tion haben das Vorhaben geprüft. Die Bau- direktion empfiehlt eine Beitragsleistung. Der gewünschte Betrag wird jedoch als hoch be- urteilt. Die Dienstleistungen der Stiftung Fintan sind wertvoll und entlasten die öffentliche Hand. Das Neubauvorhaben ist sinnvoll und zweck- mässig. Allerdings muss sichergestellt sein, dass die Mietzinse, die Fintan den Mieterinnen und Mietern des Landwirtschaftshauses ver- rechnet, marktgerecht sind. Bewilligter Betrag Fr. 400 000 Auflage Die Auszahlung ist an die Auflage gebunden, dass die Stiftung für die Wohnungen im Land- wirtschaftshaus einen marktüblichen Mietzins festlegt und diesen dem Kanton durch eine unabhängige Expertin oder einen unabhängi- gen Experten bestätigt.

12. Biografie Walter Jonas Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung Walter und Rosa Maria Jonas: Die Organisation Stiftung bezweckt die Erforschung des künst- lerischen Werkes von Walter Jonas. Gleichzei- tig will sie das Werk von Jonas einer breitern Öffentlichkeit bekannt machen. Projektrahmen Der Maler und Grafiker Walter Jonas (1910– 1979) lebte von 1940 bis zu seinem Tod in Zü- rich. Er war eng befreundet mit Dürrenmatt, Frisch und zahlreichen anderen Grössen der damaligen Kulturszene. Seine Arbeiten wur- den in verschiedenen Ausstellungen im Kan- ton gezeigt bzw. publiziert.

Projektinhalt Die Stiftung plant anlässlich des 100. Geburts- tages von Jonas in Zusammenarbeit mit dem Verlag Scheidegger&Spiess eine Publikation, welche die verschiedenen Bereiche von Jonas’ Schaffen aufzeigt. Autor der rund 240 Seiten starken, illustrierten Biografie ist der Publizist Stefan Howald. Geplant ist eine Auflage von 1000 Exemplaren. Der voraussichtliche Ver- kaufspreis beträgt Fr. 69. Gesamtkosten Fr. 122 000 Gewünschter Betrag Fr. 25 000 Übrige Finanzierung Von der Stadt Zürich und der Pro Helvetia werden Beiträge erwartet. Bereits zugesagt hat der Kanton Aargau. Der grosse Restbe- trag muss durch Zuwendungen von Stiftungen gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Direk- tion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Verlag und Autor gewährleis- ten eine hohe Professionalität und lassen eine qualitativ gute Publikation erwarten. Ange- lehnt an Druckkostenbeiträge für vergleichba- re Publikationen, ist ein Beitrag von Fr. 10 000 gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare zugestellt werden.

13. Jubiläum 25 Jahre Theater Rigiblick Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Theater Rigiblick: Der Verein trägt den Organisation Betrieb des gleichnamigen Theaters in Zürich, das vor allem die Sparten Tanz, Theater, Lite- ratur und Musik pflegt. 2010 feiert der Träger- verein sein 25-jähriges Jubiläum (gleichzeitig kann die neue Direktion auf fünf Jahre erfolg- reiche Arbeit zurückblicken). Projektrahmen Das Theater bietet Gruppen aus den verschie- denen Sparten einen wichtigen Aufführungsort, insbesondere treten viele Kulturschaffende

aus Zürich auf. Die Nutzung (Spielplandichte) des Theaters und das Publikumsinteresse sind in den vergangenen 15 Jahren stark gestiegen. Projektinhalt Im Zusammenhang mit dem Jubiläum plant das Theater eine Teilerneuerung seiner Infra- struktur und ein besonderes Programm: Durch die häufige Nutzung wurde die technische Infrastruktur des Theaters stark beansprucht und muss zum Teil erneuert werden. In den Bereichen Beleuchtung, Tontechnik, Bühne und Mobiliar sind Investitionen von Fr. 112 000 not- wendig, die über den Lotteriefonds finanziert werden sollen. Das Jubiläumsprogramm umfasst eine Haupt- produktion («Der Spieler» nach Dostojewski), die verdichtete Präsentation verschiedener für das Theater charakteristischer Produktionen, Lesungen und die thematische Reihe «Klassi- ker im Rigiblick». Gewünscht wird ein Beitrag von Fr. 200 000. Gesamtkosten Fr. 325 200 Gewünschter Betrag Fr. 312 000 Übrige Finanzierung Das Theater leistet einen Beitrag von Fr. 13 200. Die Stadt Zürich hat dem Theater im Sommer 2009 einen Investitionsbeitrag von Fr. 880 000 bewilligt. Aus diesem Grund kann darauf ver- zichtet werden, nun nochmals eine Leistung der Standortgemeinde zu verlangen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Di- rektion der Justiz und des Innern befürwortet eine Beitragsleistung. Die Infrastrukturer- neuerung ist dringend und die Jubiläumspro- duktionen sind geeignet, den Ruf des Theaters als zeitgemässen Aufführungsort zu festigen. Bewilligter Betrag Fr. 312 000

14. Pilotprojekt KidsCare Bereiche Soziales, Bildung Gesuchstellende Beratungsstelle Pinocchio. Die Beratungsstelle Organisation besteht seit 25 Jahren. Sie wird von einem Ver- ein getragen und hat das Ziel, Kinder und El- tern in der Bewältigung schwieriger Situatio- nen zu unterstützen.

Projektrahmen Das Gewaltschutzgesetz (GSG) sieht für Er- wachsene, für von Gewalt betroffene Perso- nen sowie für Gewaltausübende obligatorisch eine Beratung vor. Für betroffene Kinder hin- gegen enthält das GSG keine derartige Be- stimmung, sodass entsprechende Angebote fehlen. Das GSG verlangt lediglich, dass die Polizeiorgane den Vormundschaftsbehörden Meldung erstatten. Die eingeleiteten Ver- fahren des zivilrechtlichen Kindesschutzes dauern oft lange, insbesondere dann, wenn die Erwachsenen die Zusammenarbeit mit den Behörden verweigern. Bis ein betroffenes Kind die Möglichkeit erhält, mit einer Berate- rin oder einem Berater über seine Erfahrun- gen, Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen, können Wochen oder Monate vergehen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass im Kanton pro Jahr rund 1350 Kinder von sol- chen Gewaltsituationen betroffen sind. Projektinhalt Diesen Mangel will die Beratungsstelle Pinoc- chio mit dem Pilotprojekt KidsCare beheben und eine zeitnahe Beratung für Kinder anbie- ten. Die Zuweisung der Kinder erfolgt durch die Polizei oder durch die Eltern. Das dreijäh- rige Pilotprojekt wird in der Stadt Zürich und im Bezirk Horgen durchgeführt und ergänzt das in der Region Winterthur bereits beste- hende, vergleichbare Projekt KidsPunkt. Die Pilotphase wird wissenschaftlich begleitet, sodass die Erfahrungen über Nachfrage, Er- reichbarkeit, Beratungs- und Unterstützungs- bedarf sowie Wirkung des Angebots ausge- wertet werden können. Gesamtkosten Fr. 650 000 Gewünschter Betrag Fr. 350 000 Übrige Finanzierung Eine Stiftung hat Fr. 250 000 zugesichert. Die Stadt Zürich beteiligt sich voraussichtlich mit Fr. 50 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion, die Direktion der Justiz und des Innern sowie die Sicherheitsdirektion empfehlen eine Beitrags-

leistung. Das Projekt dient der Abklärung zahlreicher zentraler Fragen im Bereich Kin- derschutz und dürfte grossen gesamtkantona- len Nutzen bringen. Bewilligter Betrag Fr. 350 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass das Amt für Jugend und Berufsberatung in die Projektbegleitung ein- bezogen wird und ihm die Ergebnisse der wis- senschaftlichen Begleitung zur Verfügung ge- stellt werden.

15. Artenvielfalt ist Lebensqualität Bereich Naturschutz, Ökologie Gesuchstellende Amt für Landschaft und Natur der Baudirek- Organisation tion in Zusammenarbeit mit den nachfolgend erwähnten Organisationen: Das Amt setzt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden das kantonale Naturschutzkonzept zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt (Biodiversität) um. Projektrahmen Die UNO hat das Jahr 2010 zum Internationa- len Jahr der Biodiversität erklärt. Es soll Or- ganisationen und Einzelpersonen bestärken, sich vermehrt für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen. Bleichzeitig soll Bilanz gezogen werden zum UNO-Übereinkommen von Rio (1992), in dem sich die Mitgliedsstaaten ver- pflichtet hatten, den Verlust an Biodiversität bis ins Jahr 2010 zu stoppen. Projektinhalt Die Fachstelle Naturschutz der Baudirektion will aus Anlass des Themenjahres das Projekt «Artenvielfalt ist Lebensqualität» durchfüh- ren und damit folgende Ziele erreichen: – Die Bevölkerung nimmt die biologische Vielfalt als zentrale Lebensgrundlage und Lebensqualität wahr. – Der Kanton informiert die Bevölkerung über seine Aktivitäten zum Erhalt der bio- logischen Vielfalt. – Das Verständnis für die öffentliche Aufgabe Naturschutz nimmt zu.

Es sind verschiedene Aktivitäten geplant: So findet 2010 zusammen mit Pro Natura Zürich, WWF Zürich und ZVS / BirdLife Zürich erst- mals ein Tag der Artenvielfalt statt, an dem an mehreren Orten Artenspezialistinnen und -spezialisten innert 24 Stunden eine möglichst grosse Anzahl von Arten bestimmen. Die Fachstelle Naturschutz ihrerseits führt verschie- dene Anlässe durch (z. B. Nachtexkursionen, Plakataktionen, Artikelserien in Zeitungen). Hinzu kommen auf lokaler Ebene zahlreiche Begleitaktionen für die Bevölkerung (Exkur- sionen, Animationen usw.). Gesamtkosten Fr. 375 000 Gewünschter Betrag Fr. 375 000 Übrige Finanzierung Da das Projekt durch den Kanton – unter Mit- arbeit von Organisationen – durchgeführt wird, ist es angebracht, von den Gemeinden keine Beitragsleistung zu erwarten. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 375 000. Es ist gerechtfertigt, im Jahr der Biodiversität die Bevölkerung des Kantons mit besonderen An- geboten und Anstrengungen für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren. Bewilligter Betrag Fr. 375 000

16. Pilotprojekt «Kompass» Bereiche Gesundheit/Soziales Gesuchstellende Stadt Zürich, Amt Gesundheitsdienste: Das Organisation Amt als Teil des Gesundheits- und Umwelt- departements ist mitverantwortlich für die all- gemeine Gesundheitsversorgung der Bevöl- kerung. Projektrahmen Psychisch Kranke bzw. Menschen mit schwie- rigen gesundheitlichen und psychosozialen Belastungen sind sozial zunehmend schlechter gestellt und haben jeweils eine deutlich länge- re Verweildauer im Akutspital. Diese Effekte können nur mit einer verbesserten Koordina- tion und Vernetzung angegangen werden. Unter dem Namen «Kompass» wird ein Case Management für Menschen mit den beschrie-

benen Belastungen in der Stadt Zürich einge- richtet. Das Projekt soll einerseits Patientin- nen und Patienten sowie Angehörigen zugute kommen, anderseits den Gesundheitsdiensten bessere Lösungswege unter Einbezug neues- ter Entwicklungen (Beschleunigung der Be- handlungsabläufe, Verknappung der Finan- zen, Zunahme der sozialen und kulturellen Vielfalt) aufzeigen. Projektinhalt Die «Kompass»-Betreuung soll für die einzel- ne Patientin bzw. den einzelnen Patienten sub- sidiär über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis hin zu einigen Monaten erfolgen, so lange, bis sie bzw. er hinreichend durch ein Helfer- netz betreut ist. Während des Pilotbetriebes von 2010 bis 2012 soll ein entsprechendes An- gebot aufgebaut und geprüft werden. Danach ist die Überführung in einen Regelbetrieb denkbar. «Kompass» betrifft nicht nur städti- sche, sondern auch kantonale Krankenhäuser (USZ, PUK). Gesamtkosten Fr. 1 361 300 Gewünschter Betrag Fr. 285 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich übernimmt einen Beitrag von Fr. 1 076 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Gesundheitsdirektion und die Sicherheitsdirektion empfehlen eine Bei- tragsleistung. Der Gesundheitsdirektion ist das Projekt gut bekannt. Sie bezeichnet es als Erfolg versprechend. Mit dem Projekt wird die Schnittstelle im Dreieck Somatik / Psychia- trie / Soziale Hilfe ausgeleuchtet. Es kann zu wesentlich schlankeren Strukturen und besse- ren Abläufen sowie zur Verringerung von sta- tionären Spitalaufenthalten führen. Bewilligter Betrag Fr. 285 000

17. Allergie-Broschüren Bereich Gesundheit Gesuchstellende Stiftung Schweizerisches Zentrum für Allergie, Organisation Haut und Asthma: Die Stiftung versteht sich als Kompetenzzentrum. Sie bietet den Betrof-

fenen, Betreuenden und weiteren Kreisen In- formationen, Beratung und Schulungen und führt Präventions- und Informationskampag- nen durch. Projektrahmen In den vergangenen zehn Jahren hat die Stif- tung mehrere Informationsbroschüren zu ein- zelnen Krankheitsbildern (z. B. Allergisches Asthma, Medikamentenallergie, Innenraum- allergie) veröffentlicht und sie den Betroffe- nen kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Titel sind zum Teil vergriffen. Projektinhalt Unter der Projektbezeichnung «Broschüren- bereitstellung Allergie» sollen vergriffene Titel neu überarbeitet und aufgelegt werden. Mit neuen Broschüren soll zudem der ver- mehrten Nachfrage nach gesicherter Informa- tion entsprochen werden. Alle Broschüren werden zusammen mit den fünf grossen schweizerischen (Universitäts-)Kliniken mit Allergiestationen entwickelt. Das Vorhaben umfasst die Produktion von insgesamt 375 000 Broschüren (in Deutsch, Französisch und Ita- lienisch) zu neun unterschiedlichen Themen. Gesamtkosten Fr. 232 858 Gewünschter Betrag Fr. 35 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung und die erwarteten Beiträ- ge von Sponsoren betragen Fr. 44 200. Die Loterie Romande hat Fr. 50 000 zugesichert. Vom Standortkanton Bern werden Fr. 40 000 erwartet. Von den anderen Deutschschweizer Kantonen (ohne Zürich) sind weitere Fr. 40 000 erhofft. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Gesundheitsdirektion befür- wortet eine Beitragsleistung. Von den Broschü- ren profitieren viele Bevölkerungsgruppen. Bewilligter Betrag Fr. 35 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass der Gesundheitsdirektion ein umfassender Abschlussbericht zugestellt wird.

18. Investitionen «Blinde Kuh» Bereich Soziales Gesuchstellende Die Stiftung Blind-Liecht besteht seit 1998. Sie Organisation bezweckt die Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Sehenden, Blinden und Behinderten und entwickelt und unter- stützt Selbsthilfeprojekte für sehbehinderte und blinde Menschen (auch die Schaffung von Arbeitsplätzen). Zudem betreibt sie in Zürich und Basel je ein Restaurant Blinde Kuh. Projektrahmen Das Zürcher Restaurant wurde am 17. Septem- ber 1999 eröffnet. Die Stiftung beschäftigt dort 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind 16 blind oder sehbehindert. Projektinhalt Grosse Teile der Infrastruktur, des Mobiliars und des Kleininventars des Restaurants müs- sen altershalber ersetzt werden. Zu den Vor- haben mit erster Priorität zählen die Sanie- rung des Küchenbodens, die Anschaffung von neuen Küchengeräten (Aufschnittmaschine, Kaffeemaschine, Kühlschrank usw.), der Kauf neuer Stühle und Tische sowie die Moder- nisierung der elektronischen Hilfsmittel (PC- Arbeitsplatz, Kommunikationssystem Service- Küche usw.). Die Kosten für diese Anschaffun- gen erster Priorität betragen rund Fr. 177 000. In zweiter Priorität stehen die bauliche Erwei- terung des Restaurants und EDV-Massnah- men für rund Fr. 394 000 an. Gesamtkosten Fr. 570 000 Gewünschter Betrag Fr. 100 000 Übrige Finanzierung Die Stiftung kann mit Gratisarbeit eine gewisse Eigenleistung erbringen. Die übrigen Kosten müssen mit Spenden und Beiträgen von Stif- tungen gedeckt werden. Die Stadt Zürich hat einen Jubiläumsbeitrag von Fr. 16 000 bewil- ligt. Die Stiftung hofft jedoch, die Investitio- nen zweiter Priorität über zusätzliche Leistun- gen der Stadt und Beiträge von (stadtnahen) Stiftungen decken zu können. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion emp- fiehlt eine Beitragsleistung. Die Stiftung er- bringt einen wesentlichen Beitrag im Bereich

der Integration von blinden und sehbehinder- ten Personen und entlastet dabei die öffent- liche Hand wirkungsvoll. Bewilligter Betrag Fr. 100 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- forderung verbunden, dass sich die Stiftung weiterhin um eine grosszügige Beitragsleis- tung der Stadt Zürich bemüht.

19. «Delogierungsprävention» und «Wohnraum-Akquisition» Bereich Soziales Gesuchstellende Stiftung Domicil: Die Stiftung besteht seit Organisation 15 Jahren und ist eine anerkannte Einrichtung in der Vermittlung von günstigem Wohnraum für Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen und schwierigen Lebenssitua- tionen. Sie unterstützt, begleitet und berät be- troffene Personen bei der Wohnungssuche. Der Leistungsausweis ist beachtlich: Über 1600 Erwachsene und mehr als 1500 Kinder fanden bisher durch die Vermittlung von Do- micil ein neues und angemessenes Zuhause. Projektrahmen Zu den Zielgruppen des Vereins zählen Per- sonen, die durch mangelnde Finanzkraft, Sprachprobleme, ethnische Zugehörigkeit oder durch eine aussergewöhnliche Lebenssitua- tion Schwierigkeiten haben, eine finanzier- bare Wohnung zu finden. Der Wohnungs- markt im Raum Zürich ist ausgetrocknet und teuer. Das Angebot an günstigem Wohnraum verringert sich. Mit den Projekten «Delogie- rungsprävention» und «Wohnraum-Akquisi- tion» sollen neue Wege zur Erhaltung von günstigem Wohnraum beschritten werden. Projektinhalt Das Projekt «Delogierungsprävention» soll helfen, eine Wohnungskündigung zu vermei- den (z. B. durch finanzielle Soforthilfe bei aus- stehenden Mietzinsen). Die Stiftung will in diesem Handlungsfeld ihre Kenntnisse im Rahmen einer zweijährigen Projektphase auf- bauen bzw. ihre Möglichkeiten austesten. Ziel ist es, gefährdete Mietverhältnisse retten und nachhaltig stabilisieren zu können.

Das Projekt «Wohnraum-Akquisition», aus- gelegt für ein Jahr, umfasst die verstärkte Ak- quisition von günstigem Wohnraum, vor allem bei Genossenschaften. Domicil möchte auf dem Wohnungsmarkt zusätzliche Partner fin- den und mindestens 20 zusätzliche Wohnun- gen mieten bzw. sich bei Genossenschaften einkaufen. Gesamtkosten für beide Projekte Fr. 481 000 Gewünschter Betrag Fr. 125 000 Bemerkung Das Projekt «Delogierungsprävention» soll mit Fr. 100 000, die Wohnraumakquisition mit Fr. 25 000 unterstützt werden. Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich und eine stadtnahe Stiftung leisten Fr. 50 000. Der offene Restbetrag muss über Beiträge von Stiftungen und Gemeinden gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion und die Volkswirtschaftsdirektion empfehlen eine Beitragsleistung. Die Tätigkeit der Stiftung ist wichtig und sinnvoll. Sie erbringt einen we- sentlichen Beitrag im Bereich der sozialen Grundversorgung und entlastet die öffentli- che Hand wirkungsvoll. Die beiden Vorhaben der Stiftung stellen eine wertvolle Ergänzung zum bisherigen Angebot dar. Bemerkung Die Stadt Zürich wird von den beiden Projek- ten in hohem Umfang profitieren. Aus diesem Grund ist es angebracht, einen Beitrag entspre- chend der städtischen Leistung von Fr. 50 000 zu gewähren. Sollte die Stiftung die beiden Pilotprojekte jedoch auf das gesamte Kan- tonsgebiet ausdehnen, wäre ein Beitrag von Fr. 100 000 gerechtfertigt. Bewilligter Betrag Fr. 100 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Fr. 50 000 können sofort ausbezahlt werden. – Sobald die Stiftung dem Kanton nachgewie- sen hat, dass sie die beiden Projekte auf das gesamte Kantonsgebiet ausgeweitet hat, können die restlichen Fr. 50 000 ausbezahlt werden.

20. Publikation «Das Chorherrenstift am Grossmünster» Bereich Kulturgeschichte Gesuchstellende Werner Gysel: Der ehemalige Pfarrer am Gross- Person münster hat sich jahrelang mit der Geschichte des Stiftes befasst. Projektrahmen Aufgrund neu erschlossener Quellen ist es möglich, die Geschichte des Chorherrenstifts vertieft darzustellen. Zu diesen Quellen zäh- len der Grossmünster-Rotulus, in welchem die Verhältnisse der Gemeinschaft im 9. und

10. Jahrhundert beschrieben sind, und der Liber Ordinarius mit der Darstellung des gottes- dienstlichen Lebens im 13. Jahrhundert. Zu- dem hat der Autor Statutenbücher aus dem

14. Jahrhundert ausgewertet. Projektinhalt In 23 Kapiteln führt der Autor durch die Ge- schichte des Stifts. Ist es anfänglich geprägt vom gemeinschaftlichen Leben der Kleriker im Dienst der Seelsorge, dominieren ab 1100 die Säkularkanoniker mit individualisierter Lebensweise. Das Buch umfasst rund 300 Sei- ten und erscheint in einer Auflage von 800 Ex- emplaren. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 38. Gesamtkosten Fr. 35 000 Gewünschter Betrag Fr. 7 163 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 13 500 erwartet. Die restlichen Kosten sollen durch Beiträge der Kirchgemeinde Grossmünster und durch den Verband der evangelisch-reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Di- rektion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Das Buch ermöglicht einen Überblick zur Geschichte des Grossbe- triebes Chorherrenstift, in der sich das mittel- alterliche Zürich spiegelt. Bewilligter Betrag Fr. 7 000 Auflage Die Gewährung ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis sieben Belegexem- plare zugestellt werden.

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): in Franken

1. Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe Ausstellungsbeitrag 110 000

2. Verein Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte Investitionskostenbeitrag 40 000

3. Life Science Communication AG Ausstellungsbeitrag 80 000

4. Historisches Seminar der Universität Zürich Ausstellungsbeitrag 120 000

5. Verein Kunsthalle Winterthur Investitionskostenbeitrag 30 000

6. Verlag Huber, Frauenfeld Druckkostenbeitrag 10 000

7. Zirkus Chnopf Jubiläumsinvestitionsbeitrag 110 000

8. Unico Film- und Projektrealisation GmbH Investitionsbeitrag 15 000

9. Die Dargebotene Hand Investitionsbeitrag 20 800

10. Stiftung Märtplatz Investitionsbeitrag 167 000

11. Stiftung Fintan Investitionsbeitrag 400 000

12. Stiftung Walter und R. M. Jonas Druckkostenbeitrag 10 000

13. Verein Theater Rigiblick Jubiläumsbeitrag 312 000

14. Beratungsstelle Pinocchio Projektbeitrag 350 000

15. Baudirektion Projektbeitrag 375 000

16. Stadt Zürich Projektbeitrag 285 000

17. Stiftung Schweizerisches Zentrum für Allergie Druckkostenbeitrag 35 000

18. Stiftung Blind-Liecht Investitionsbeitrag 100 000

19. Stiftung Domicil Projektbeitrag 100 000

20. Gysel, Werner Publikationsbeitrag 7 000 Total 2 676 800

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 1. Serie | Lexipedia