RRB Nr. 543/2012
Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2010/2011, Kenntnisnahme
23 maggio 2012Tedesco4 min
Source zh.ch
Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2010/2011, Kenntnisnahme
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 23. Mai 2012
543. Fachstelle für Schulbeurteilung (Jahresbericht 2010/2011)
Erwägungen
1. Ausgangslage Gemäss § 48 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG) über- prüft die Fachstelle für Schulbeurteilung mindestens alle vier Jahre die Qualität der Schulen in pädagogischer und organisatorischer Hinsicht. Sie erstattet der Schule und der Schulpflege Bericht und schlägt Mass- nahmen zur Qualitätssicherung vor. Gemäss § 49 VSG erstattet die Fach- stelle dem Regierungsrat jährlich einen Gesamtbericht über den Stand der Schulen. Der vorliegende vierte Gesamtbericht 2010/2011 bezieht sich auf das letzte Jahr des ersten Beurteilungszyklus. Alle Regelschu- len wurden einmal besucht. Deshalb können auch Aussagen über alle Regelschulen des Kantons gemacht werden und verschiedene Entwick- lungen während der letzten Jahre dargestellt werden. Die Gesamtbeur- teilung stützt sich auf die Auswertung der Einzelschulberichte und der Daten aus den schriftlichen Umfragen. Der Gesamtbericht stellt in einem ersten Teil die Befunde in den Merkmalen des Qualitätsprofils aller evaluierten Schulen dar. Im zweiten Teil werden Gesichtspunkte der Zusammenarbeit der Schulen mit den Eltern analysiert. Der Bil- dungsrat hat den Gesamtbericht an seiner Sitzung vom 12. April 2012 zur Kenntnis genommen.
2. Zusammenfassende Ergebnisse In den Jahren des ersten Evaluationszyklus konnten die Wirkungen der Umsetzungsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Volksschul- gesetz festgestellt werden. Die Entwicklung der geleiteten Schule spie- gelt sich in den Beurteilungen, welche die Schulen im ersten Evalua- tionszyklus erhielten. Im gestiegenen Anteil positiver Beurteilungen zeigen sich Erfolge in der Schulentwicklung durch eine professionelle Schulführung und deren zunehmenden Einfluss auf die Unterrichtsqua- lität. Das Modell der geleiteten Schule hat die Qualität der Volksschule gefestigt.
Überblick Schulqualität 2007–2011 Anteil der Schulen pro Schuljahr, die in den folgenden Qualitäts- bereichen mit «gut» oder «sehr gut» beurteilt wurden Qualitätsbereiche 2010/2011 2009/2010 2008/2009 2007/2008 Schulgemeinschaft 90% 85% 80% 90% Klassenführung 90% 85% 85% 80% Unterrichtsstruktur 80% 75% 70% 60% Verhaltensregeln 75% 65% 60% 60% Elternzusammenarbeit 75% 65% 55% 35% Schulführung 65% 55% 65% 40% Zusammenarbeit 55% 45% 35% nicht vergleichbar Qualitätssicherung und -entwicklung 45% 45% 40% 15% Individuelle Lernbegleitung 35% 25% 20% 25% Beurteilungspraxis 15% 10% 10% nicht vergleichbar Die Qualität der Schulgemeinschaft ist seit den ersten Schulbeurtei- lungen 2007/2008 auf hohem Niveau. Die Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler hat sich in der Primarstufe verbessert. Die Umsetzung der im Volksschulgesetz verankerten Mitsprache der Schülerinnen und Schüler brachte Erfolge. Klassenführung und Unterrichtsstrukturie- rung wurden in der Mehrheit der Schulen als «gut» beurteilt. Im Be- reich der individuellen Förderung und Lernbegleitung sind Fortschritte zu verzeichnen. Dies wird auch von den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern wahrgenommen. Allerdings wurden im Berichtsjahr erst ein Drittel der Schulen in diesem Qualitätsmerkmal als «gut» be- urteilt. Bei der Beurteilung der Schülerleistungen sind nur kleine Fort- schritte zu verzeichnen. Im Jahresbericht 2009/2010 musste in Bezug auf verschiedene Berei- che der Schulführung ein Qualitätsverlust festgestellt werden. Im vor- liegenden Berichtsjahr ist der Anteil Schulen, die in diesem Bereich mit «gut» oder «sehr gut» beurteilt wurden, auf 65% gestiegen. Auch aus Lehrpersonensicht sind verschiedene Bereiche im Berichtsjahr im Durchschnitt wieder deutlich besser beurteilt worden, in bestimmten Bereichen wurden Höchstwerte erzielt. In diesem Zusammenhang ist jedoch festzuhalten, dass trotz den guten Mittelwerten grosse Unter- schiede zwischen den Schulen bestehen. Die Schulmittelwerte der Antworten der Lehrpersonen zu den Schulführungsfragen weisen auch im Vergleich zu anderen Fragen weitaus die grösste Streuung auf. Während einige Schulmittelwerte deutlich unter der Beurteilung «ge- nügend» liegen, werden andere mit «sehr gut» beurteilt. Einige Schulen sind zwar strukturell geleitet, jedoch in der Praxis noch wenig geführt, sodass kaum pädagogische Schwerpunkte wahrgenommen werden kön- nen und Ressourcen ungenutzt bleiben. Die Qualität der schulinternen
Zusammenarbeit und des schulischen Qualitätsmanagements hängen stark mit der Qualität der Schulführung zusammen und sind durch die Führungspersönlichkeit geprägt. Diese Bereiche haben sich positiv ent- wickelt. Deutliche Fortschritte können im Bereich Zusammenarbeit der Schu- len mit den Eltern festgehalten werden. Der systematische Einbezug der Eltern durch die Schulen ist eine der wichtigen Neuerungen des Volksschulgesetzes. Messbare Erfolge dieser Neuerungen zeigen sich im Bereich Mitwirkungsmöglichkeiten und Einbezug der Eltern, aber auch in der besseren Information der Eltern über die Schule, den Klas- senbetrieb und über das eigene Kind. Der jährliche Gesamtbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung soll in Zukunft die Übersicht über die Qualität der beurteilten Schulen kürzer fassen, dafür einen thematischen Schwerpunkt, der vom Bil- dungsrat festgelegt werden kann, vertiefter darstellen. Damit soll der jährliche Gesamtbericht aussagekräftiger werden.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Vom Gesamtbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung über die Evaluationen des Schuljahres 2010/2011 wird Kenntnis genommen.
II. Mitteilung an die Fachstelle für Schulbeurteilung, die Mitglieder des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi