RRB Nr. 842/2009
Lotteriefonds, Auslandhilfe 2009, Ermächtigung
27 maggio 2009Tedesco35 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 27. Mai 2009
842. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Auslandhilfe 2009
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Allgemeines Mit Vorlage 4415 (KRB vom 5. November 2007) bewilligte der Kan- tonsrat für 2007 bis 2010 einen Auslandhilfe-Rahmenkredit von 16 Mio. Franken. Dem Regierungsrat stehen somit für diesen Zeitraum jährlich 4 Mio. Franken zur Unterstützung von Auslandhilfevorhaben zur Ver- fügung. Der einzelne Beitrag zugunsten eines Projektes darf den Betrag von Fr. 400 000 nicht übersteigen.
1.2 Zielsetzung und Partner Mit seinen Auslandhilfebeiträgen will der Kanton folgende Ziele errei- chen: – entsprechend dem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe die Bevölkerung in den Projektgebieten in ihren Anstrengungen unterstützen, die ei- genen Lebensbedingungen zu verbessern, – bei den Bemühungen mithelfen, die grossen Unterschiede zwischen den hochentwickelten und den armen Nationen vor allem in Afrika und in europäischen Randregionen abzubauen, – einen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten und – gleichzeitig verdeutlichen, dass dies nicht nur Bundessache oder pri- vate Angelegenheit ist, sondern eine Verpflichtung aller wohlhaben- den Gemeinwesen. Direkter Ansprechpartner des Kantons ist Alliance Sud (früher: Ar- beitsgemeinschaft der Hilfswerke). Sie besteht aus folgenden Organisa- tionen: Brot für alle (BFA), Caritas, Fastenopfer, Hilfswerk der Evange- lischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Helvetas und Swissaid.
1.3 Gesuchseingaben Die Alliance koordinierte die Gesuchseingabe unter ihren Mitglie- dern sowie bei den Organisationen Schweizerisches Arbeiterhilfswerk (SAH), Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK), Swisscontact und Terre des hommes Schweiz (TDH Schweiz). Die Hilfswerke Biovision, Brücke – Le Pont, Christlicher Friedens- dienst (cfd), Co-Operaid, Enfants du monde, Green Cross Schweiz, Grünwerk, Horyzon, Iamaneh, Interteam, Médecins Sans Frontières
(MSF), New Tree, Rokpa Schweiz, Solidarität Dritte Welt, SolidarMed, Stiftung Berg, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, TearFund Schweiz, Terre des hommes Kinderhilfe (TDH Kinderhilfe), Vétérinaires Sans Frontiè- res (VSF), Vivamos mejor sowie die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) haben ihre Gesuche unabhängig von der Alliance eingereicht. Die erwähnten 32 (2008: 30) Organisationen reichten dem Kanton für das laufende Jahr 46 (42) Gesuche in der Gesamtsumme von Fr. 10 585 377 (Fr. 8 399 060) ein. In diesen Angaben sind die Auslandhil- fegesuche nicht mitgezählt, die während des Jahres eingereicht und direkt abgelehnt wurden, da die gesuchstellenden Organisationen grundlegen- de Vorgaben – wie z. B. Unterstützung durch die DEZA (Direktion für Entwicklungszusammenarbeit des Bundes) – nicht erfüllten. Die eingereichten Gesuche verteilen sich wie folgt: 33 Gesuche für Vorhaben in Afrika, 1 Gesuch für ein Vorhaben in Südamerika, 9 Gesuche für Vorhaben in Osteuropa, 2 Gesuche für Vorhaben in Kirgistan und Tadschikistan (GUS) und 1 Gesuch für ein Projekt in China.
1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge 2009 Die Kriterien für die Auswahl der Auslandhilfeprojekte sind in den «Richtlinien über Beiträge an Katastrophen-, Ausland- und Inlandhilfe- vorhaben» festgelegt. Mit Postulat KR-Nr. 272/2006 wurde der Regierungsrat ersucht, im Rahmen der Auslandhilfe-Vergabungen auch Projekte aus akuten Krisen- regionen und aus Staaten, aus denen Menschenrechtsverletzungen be- kannt sind, zu berücksichtigen. In seiner Stellungnahme (RRB Nr. 1566/ 2006) zu diesem Postulat hat der Regierungsrat festgehalten, dass auch Staaten mit problematischer Menschenrechtslage berücksichtigt wer- den, sofern dabei nicht staatliche Organisationen Nutzniesser des ent- sprechenden Auslandhilfebeitrages werden. Dies ist bei den entspre- chenden Projekten (z. B. in Simbabwe) sichergestellt. Jedes gesuchstellende Hilfswerk – mit Ausnahme von MSF, der Stif- tung Berg und Vivamos mejor (vgl. Abschnitt 1.5) – erhält einen Pro- jektbeitrag. 2009 berücksichtigt der Kanton erstmals das Hilfswerk Rokpa Schweiz (Projekt Nr. 18). Hat ein Hilfswerk bzw. eine Organisation mehrere Projekte einge- reicht, erfolgte die Auswahl nach vorgegebener Priorität des Hilfswerks. Die Kürzung an den gewünschten Beiträgen erfolgte aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel.
Für das Festlegen der einzelnen Projektbeiträge gelten die folgenden Vorgaben: – Es ist nicht Absicht des Kantons, alle Hilfswerke gleichrangig zu be- rücksichtigen. Vielmehr will er – wenn angezeigt – Schwerpunkte set- zen. Dies ist bei besonders innovativen Vorhaben und bei Vorhaben von kantonsnahen Institutionen möglich. Gestützt auf den Mitbe- richt der Bildungsdirektion wurde das Vorhaben der PHZH (Projekt Nr. 22; Kooperation im Lehrmittelbereich mit Kosovo) als Schwer- punktvorhaben behandelt und mit einem überdurchschnittlich hohen Beitrag berücksichtigt. – In den Richtlinien ist u. a. festgelegt, dass Osteuropa insgesamt nicht mit einem höheren Beitrag berücksichtigt werden darf als Afrika. Da für Projekte in Osteuropa wesentlich weniger Gesuche eingereicht wurden als für Projekte in Afrika, können die durchschnittlichen Bei- träge an Osteuropaprojekte höher ausfallen als die Beiträge für Afri- kavorhaben. – Organisationen, die erstmals einen Beitrag aus dem Lotteriefonds er- halten, werden in der Regel mit einem etwas geringeren Beitrag als die übrigen Organisationen berücksichtigt (vgl. Projekt Nr. 18 von Rokpa Schweiz). Diese Vorgaben sind wie folgt umgesetzt: – Das Schwerpunktprojekt Nr. 22 der Pädagogischen Hochschule Zürich wird mit Fr. 400 000 unterstützt. – Die anderen Osteuropaprojekte erhalten je Fr. 170 000, sofern nicht ein geringerer Beitrag gewünscht wird. – Die Afrikaprojekte werden mit je Fr. 116 000 berücksichtigt. – Da erstmals berücksichtigt, erhält Ropka Schweiz (Projekt Nr. 18) einen Beitrag von Fr. 110 000. Somit entfallen von den insgesamt 4 Mio. Franken, die für 2009 zur Verfügung stehen, auf Vorhaben Fr. % – in Afrika (Projekte Nrn. 1–21) 2 430 000 60,75 – in (Süd-)Osteuropa und GUS (Projekte Nrn. 22–29) 1 570 000 39,25 Total 4 000 000 100 Die 29 ausgewählten Vorhaben verteilen sich auf rund 30 Staaten bzw. politische Einheiten. Einzelne Staaten kommen in den Genuss mehrerer Projektbeiträge (vgl. dazu Abschnitt 3.2). Über mehrere Jahre ergibt sich jedoch eine ausgewogenere Verteilung.
1.5 Nicht berücksichtigte Gesuche 17 der eingereichten Vorschläge wurden nicht in den Antrag über- nommen; zwölf dieser Vorhaben betreffen Afrika, die übrigen (Süd-) Osteuropa, Südamerika und Asien. Drei Projekte stammen von Orga- nisationen, die nicht über das ZEWO-Gütesiegel verfügen. Ein Projekt aus Südamerika wurde nicht berücksichtigt, weil Südamerika nicht zu den kantonalen Schwerpunktgebieten der Auslandhilfe zählt. Die übri- gen 13 Vorhaben waren Ausweichvorschläge der Hilfswerke mit zweiter oder dritter Priorität. Die folgende Liste ermöglicht einen Überblick: Hilfswerk Beschrieb; Land Begründung Biovision Tsetsefliegen Kontrolle in Äthiopien, Fr. 114 000 2. Priorität BFA Gesundheitsprogramm im Kongo, Fr. 180 800 2. Priorität Caritas Sauberes Wasser als Lebensgrundlage, 2. Priorität Äthiopien, Fr. 200 000 Fastenopfer Nahrungsmittelknappheit, Burkina Faso, Fr. 134 750 2. Priorität HEKS Wasserversorgung und Verbesserung 2. Priorität des Einkommens in Äthiopien, Fr. 160 000 HEKS Dorfentwicklung Moldau, Fr. 160 000 3. Priorität Iamaneh Frauenhaus, Bosnien-Herzegowina, Fr. 140 000 2. Priorität MSF Medizinische Versorgung, Kongo, Fr. 150 000 kein ZEWO-Zertifikat MSF Versorgung von HIV-Menschen, Mosambik, Fr. 150 000 kein ZEWO-Zertifikat SolidarMed Sauberes Trinkwasser, Tanzania, Fr. 125 000 2. Priorität SRK Förderung Gemeindeschwestern, 2. Priorität Weissrussland, Fr. 180 000 Stiftung Berg Operationsprogramm für Kinder, China, Fr. 157 000 kein ZEWO-Zertifikat Stiftung Alternative Schul- und Berufsbildung, 2. Priorität Kinderdorf Äthiopien, Fr. 110 000 Pestalozzi Swissaid Frauenhaus, Tansania, Fr. 148 000 2. Priorität Swisscontact Armutsbekämpfung und Finanzdienst, 2. Priorität Kenia, Fr. 120 000 TdH Schweiz Ausbildung Jugendlicher, südliches Afrika, 2. Priorität Fr. 240 000 Vivamos mejor Abfallsammler, Kolumbien, Fr. 135 000 Südamerika kein Schwerpunktgebiet
1.6 Weiterführung der Auslandhilfe Da der Rahmenkredit 2007 bis 2010 läuft, kann der Regierungsrat auch im kommenden Jahr Beiträge von insgesamt 4 Mio. Franken für die Auslandhilfe einsetzen. Da immer mehr Organisationen die grund- sätzlichen Bedingungen für eine Beitragsleistung erfüllen (ZEWO-Gü- tesiegel und Unterstützung durch die DEZA), ist im Zusammenhang
mit einem neuen Rahmenkredit ab 2011 eine Verschärfung der Verga- bekriterien anzustreben. Ziel muss es sein, die Anzahl der beitragsbe- rechtigten Organisationen einschränken bzw. definieren zu können.
2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: – Unter dem Berichtspunkt Partner sind die jeweils wichtigsten Orga- nisationen aufgeführt, mit denen das entsprechende Vorhaben durch- geführt wird. In der Regel handelt es sich dabei um regionale oder nationale Nicht-Regierungsorganisationen (NRO). – Im Berichtspunkt Grundinformationen findet sich die Ausgangslage bzw. finden sich die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben. – Unter Projektziel ist das Hauptziel des Vorhabens aufgeführt. Eine detaillierte Auflistung der untergeordneten Ziele wäre zu umfang- reich. – In der Rubrik PBK finden sich die jeweiligen Projektbegleitkosten, die das Hilfswerk ausweist. Im Beitrag, den der Kanton gewährt, ist ein Projektbegleitkostenanteil von 10% eingeschlossen, sofern nicht anders angegeben. Ein höherer Anteil als 10% wird nicht gewährt.
2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–21) 1) Psychosoziale Unterstützung für Gewaltopfer Hilfswerk Christlicher Friedensdienst Staat/Region Algerien, Sidi Moussa (Präfektur Alger) Partner Nationaler Fachverband SARP (er bietet psy- chologische Unterstützung u. a. für Opfer von Terrorismus und häuslicher Gewalt, für Migran- tinnen aus subsaharischen Gebieten und für Opfer von Naturkatastrophen) Grundinformationen Die Umgebung von Sidi Moussa war während des Konflikts der 90er-Jahre vom Terror stark betroffen. Die offizielle Politik der «Nationa- len Versöhnung» verhindert eine Aufarbeitung des Geschehenen. Die Gewalterfahrung wirkt sich in den Familien oft in Form von häuslicher Gewalt aus. Die ökonomischen Aussichten sind schlecht. Zudem ist der Islamismus wieder am Erstarken. Insbesondere Frauen sind in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Projektinhalte Einzel- und Gruppentherapie für von Gewalt betroffene Menschen (Kinder/Jugendliche, Frauen und Männer), soziale und juristische
Unterstützung, Ausbildung für Jugendliche und Mütter, Gewaltprävention, Weiterbildung von Fachpersonen. Projektziele Die von politischer und sozialer Gewalt be- troffene Bevölkerung aus dem Gebiet von Sidi Moussa kann ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten. Zudem wird Gewaltprävention gefördert (Schutz von Kindern und Frauen). Begünstigte Jährlich rund 750 Frauen, Kinder/Jugendliche und Männer Gesamtkosten 09/10 Fr. 229 292 PBK 8% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 8% PBK) Fr. 116 000 2) Wiederbewaldung Hilfswerk New Tree Staat/Region Burkina Faso, Nordregion Partner Ökologisches Zentrum Albert Schweitzer, Imker-Organisation Grundinformationen Die Übernutzung der Wälder und der anhal- tend grosse Bedarf an Bau- und Brennholz (in den Städten) verringern die vorhandenen Baum- bzw. Holzressourcen. Die Desertifika- tion kann jedoch ausschliesslich durch eine Wiederbewaldung aufgehalten werden. Damit Bäume gedeihen, ist ein strenger Schutz not- wendig (parzellenweises Einzäunen). Projektinhalte Einzäunen von Ödlandflächen (Arbeit für Grossfamilien, Frauengruppen) und Wieder- bewaldung. Flechten von Maschendrahtgitter; Betreuung von Parzellen, Lebendhecken und Fruchtbäumen, Ausbildungskurse. Projektziel Verbesserung der Lebensgrundlagen (ökolo- gisch, ökonomisch, sozial) der ländlichen Be- völkerung. Begünstigte Direkt: 15 Grossfamilien und Frauengruppen Gesamtkosten 09 Fr. 451 680 PBK 18% Gewünschter Beitrag Fr. 180 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000
3) Verbesserte Lebensbedingungen für Bauernfamilien Hilfswerk HEKS Staat/Region Demokratische Republik Kongo, Provinz Nord Kivu Partner Vier NRO Grundinformationen Die Bauernfamilien in der Region betreiben vorwiegend Landwirtschaft, Fisch- und Vieh- zucht. Die Erträge sind nicht nur von den kli- matischen Verhältnissen abhängig, sondern auch vom Fachwissen, dem Zugang zu gutem Saatgut und tiermedizinischem Wissen. Projektinhalte Erhöhung der landwirtschaftlichen Produk- tion (Ausbildung z. B. in den Bereichen Pflan- zenkrankheiten, Vermeiden von Bodenero- sion, Veterinärmedizin); Erhöhung des Ein- kommens durch handwerkliche Ausbildung (Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Bauernkooperativen, Ausbildung von Jugend- lichen und Erwachsenen); Stärkung der Bau- ernkooperativen und Zugang zu Kleinkrediten (Ausbildung bei 67 Dorfkassen). Projektziel Verbesserung der Lebensverhältnisse. Begünstigte Rund 4300 Bauernfamilien (Haushalte), ins- gesamt rund 25 000 Personen Gesamtkosten 09/10 Fr. 1 248 903 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 180 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 4) Reintegration von Kindersoldatinnen Hilfswerk VSF Staat/Region Demokratische Republik Kongo, Region Kivu Partner – Grundinformationen Bei den bürgerkriegsähnlichen Auseinander- setzungen rekrutierten die Konfliktparteien Knaben und Mädchen aus den Dörfern als Kämpfer, Träger, Diener und Sexsklaven. Es wird geschätzt, dass bis Ende 2008 etwa 30 000 Kinder rekrutiert wurden, davon 40% Mäd- chen. Zwar haben Kinderschutzorganisatio- nen diese Kinder und Jugendlichen zum Teil demobilisieren können, doch ist ihre Einglie- derung in ihre Familien mühevoll. Erfolgver- sprechend ist sie u. a. dann, wenn sie ihren Fa- milien wirtschaftlich nicht zur Last fallen.
Projektinhalt Ausbildung von ehemaligen Kindersoldatin- nen in Ziegenzucht und -haltung, Ausbildung in der Bekämpfung von Tierseuchen, Aufbau einer Ziegenfleisch-Verkaufsorganisation. Projektziel Soziale und wirtschaftliche Wiedereingliede- rung von 100 ehemaligen Kindersoldatinnen. Begünstigte 100 Kindersoldatinnen und ihre Familien Gesamtkosten Fr. 311 590 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 5) Fonjak Hilfswerk Grünwerk Staat/Region Kamerun, Südprovinzen Partner Fonjak (NRO) Grundinformationen In Südkamerun leben vorwiegend Kleinbau- ern. Sie betreiben traditionellen Wanderfeldbau mit Brandrodung. Auf der Suche nach frucht- barem Boden und durch die Vergrösserung der Produktionsfläche verlagern die Bauern den landwirtschaftlichen Anbau immer weiter in den Urwald hinein. Die Auswirkungen sind: schwindende Primär- und Sekundärwälder, un- fruchtbare Böden, Dezimierung der Artenviel- falt, Landflucht, zunehmende Verslumung der Städte, soziale und kulturelle Konflikte. Projektinhalt Weiterbildungsseminare für Bäuerinnen und Bauern zur Gründung und Führung von Ko- operativen für Ernte, Verarbeitung und Ver- marktung von Früchten, Nüssen und anderen Nicht-Holz-Produkten, Aufbau von Baumschu- len, Mikrokredite. Projektziele Schutz des Urwaldes, Förderung der nachhal- tigen Produktion, Verarbeitung und Vermark- tung von Nicht-Holz-Produkten Begünstigte Rund 3000 Direktbegünstigte und ihre Familien Gesamtkosten 09–11 Fr. 632 000 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000
6) Armutsbekämpfung und Entschuldung durch Spargruppen Hilfswerk Fastenopfer Staat/Region Madagaskar, südliches Hochland, Südosten, Ost- und Westküste Partner Zwei regionale NRO Grundinformationen Den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bleibt als Mittel gegen schlechte Ernteerträge, Ern- teausfälle und Nahrungsknappheit einzig die Kreditaufnahme – in der Regel zu Wucherzin- sen. Oft verlieren sie dabei ihr Land und somit ihre Lebensgrundlage. Auch die Stadtbevölke- rung kennt das Problem der Verschuldung; hier trifft es die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die kleinen Beamtinnen und Beamten. Die verschuldete Bevölkerung kann ihre Kin- der nicht mehr zur Schule schicken. Bildungs- defizite, Unterernährung und Armut hängen so unmittelbar zusammen. Zudem fehlt eine nationale Strategie gegen diese zunehmende Verschuldung breiter Bevölkerungsschichten. Projektinhalte Begleitung von rund 2800 Spargruppen beim Festigen ihrer Spargruppenprogramme, Auf- bau von 500 neuen Spargruppen und Reisban- ken, Zusammenschluss von Spargruppen zu Netzwerken, Aus- und Weiterbildung der Grup- pen (Verwaltung, Kreditvergabe, Landrechte, angepasste Techniken in der Landwirtschaft usw.). Projektziel Entschuldung sämtlicher Spargruppenmitglie- der. Begünstigte Rund 230 000 Menschen in 3250 Spargruppen Gesamtkosten Fr. 227 410 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 165 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 7) Geburtsrisiko Fisteln: Prävention und Behandlung Hilfswerk Iamaneh Staat/Region Mali, Region Ségou Partner Iamaneh Mali Grundinformationen Die von Fisteln betroffenen Frauen stammen vorwiegend aus ländlichen Gebieten. Die Frau- en haben während ihrer Schwangerschaft keine
vorgeburtlichen Untersuchungen erhalten und meistens ohne medizinische Hilfe geboren. Fis- teln sind das Resultat von Geweberissen im Vaginal-/Darmbereich, sie führen zu perma- nentem Ausfluss von Urin und Stuhl. Die von Fisteln betroffenen Frauen werden in der Regel von ihren Ehemännern und Familien ver- stossen, sie leben dann isoliert und im Elend. Projektinhalte Prävention (Informations- und Sensibilisie- rungsaktivitäten durch Radiosendungen, Ge- sprächsgruppen, Hausbesuche, Ausbildung von 90 Projektteams), Behandlung (Operationen und Nachoperationen), Wiedereingliederung (Kreditvergaben, Schulungen). Projektziel Verringerung der Fistel-Erkrankungen und der damit verbundenen körperlichen und so- zialen Folgen Begünstigte Rund 64 000 Frauen Gesamtkosten Fr. 553 466 PBK 15% Gewünschter Beitrag Fr. 140 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 8) Basisgesundheit und Verhütung von Armutsblindheit Hilfswerk SRK Staat/Region Mali, Region Timbuktu Partner Malische Rotkreuzgesellschaft Grundinformationen Das Hauptproblem der Bevölkerung in der Region Timbuktu ist der Mangel an sauberem Trink- und Nutzwasser für eine ausreichende landwirtschaftliche Produktion und Viehzucht. Mit dem Wassermangel und dem allgemein tiefen Ausbildungsstand der Menschen eng verbunden sind gesundheitliche Probleme (Hygiene, Infektions- und Augenkrankheiten). Projektinhalte Verbesserung der medizinischen Dienstleis- tungen, Ausbildung der Bevölkerung in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Aus- bildung von medizinischem Fachpersonal, Auf- bau eines augenmedizinischen Basisdienstes, Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trink- wasser (Aus- und Weiterbildung von Brun- nenverantwortlichen).
Projektziele Verbesserung der Gesundheitssituation der Bevölkerung im Distrikt Goundam und Ein- führung eines augenmedizinischen Dienstes in der Region Timbuktu. Begünstigte Rund 582 000 Menschen Gesamtkosten Fr. 2 414 800 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 9) Schule der zweiten Chance Hilfswerk Enfants du Monde Staat/Region Niger, Region Niamey Partner Nigerianische Bildungsorganisation ONEN Grundinformationen Die Einschulungsquote im Niger ist noch immer tief (Knaben rund 56%, Mädchen rund 40%). Der Unterricht wird von Anfang an in der Fremdsprache Französisch erteilt, zudem ist das Angebot an Schulen und Lehrkräften quantitativ und qualitativ mangelhaft. Auch fehlt es an Lehrmaterial. Zahlreiche Kinder verlassen die Schule frühzeitig. Projektinhalte Aufbau einer Schule für Kinder, die noch nie zur Schule gegangen sind oder diese frühzeitig verlassen haben (Unterricht in regionalen Sprachen, Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern), Stärkung der Organisation ONEN, Integration dieses Bildungsmodells in das staatliche Schulsystem. Projektziel Verbesserung der Ausbildungsqualität im Niger. Begünstigte 12 Lehrerinnen und Lehrer, 440 Schülerinnen und Schüler Gesamtkosten Fr. 279 771 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 10) Gesundheitszentrum Ruram Hilfswerk Solidarität Dritte Welt Staat/Region Ruanda, Präfektur Gikongoro, Gebiet Ruramba Partner Kongregation Abizemariya
Grundinformationen Die Provinz verfügt nur über eine geringe Infrastruktur, die Krankenversorgung erfolgt durch wenige regionale Gesundheitszentren. Mangelerscheinungen vor allem aufgrund ein- seitiger Ernährung sind weit verbreitet. Projektinhalte Präventionsarbeit gegen Fehl- und Unterer- nährung bei Kleinkindern, Kindern, Jugendli- chen. Gesundheitskampagnen (Hygiene, Ge- sundheitsvorsorge, Aids). Projektziele Verbesserung der medizinischen Versorgung im Gebiet Ruramba, Senkung der Folgeer- krankungen. Begünstigte Jährlich mindestens 15 000 Kranke Gesamtkosten Fr. 384 000 PBK 6% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6% PBK) Fr. 116 000 11) Bildungsprojekt Rumbek Hilfswerk TearFund Schweiz Staat/Region Südsudan Partner Regionale NRO Grundinformationen Der Bürgerkrieg und die jahrzehntelange In- existenz von funktionierenden kommunalen und regionalen Verwaltungsstrukturen haben im Südsudan insbesondere beim Bildungswe- sen zu einem desolaten Zustand geführt. Ge- mäss Schätzungen gehen nur 20% der Kinder zur Schule. Projektinhalte Ausbildung von Lehrpersonen, Bildung von Lehrer-Eltern-Ausschüssen, Alphabetisierungs- kurse für Erwachsene, Anlegen von Schulgär- ten, Sensibilisierungskampagnen zur Förderung des Schulbesuchs von Mädchen. Projektziel Verbesserung der Infrastruktur von Schulen mit Steigerung des Mädchenanteils an den Schulen. Begünstigte Rund 250 Lehrkräfte und 12 000 Schüler Gesamtkosten Fr. 1 670 700 PBK 3% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 3% PBK) Fr. 116 000
12) Gesundheitswesen Tansania Hilfswerk Interteam Staat/Region Tansania, Nordregionen Partner Drei regionale Gesundheitsorganisationen und ein Regionalspital Grundinformationen Die Gesundheitssituation im Land ist prekär. Die Müttersterblichkeit auf 100 000 Geburten liegt bei 1500 (Afrika: 910) und die durch- schnittliche Lebenserwartung beträgt 46 Jahre. Auch die Personalsituation im Gesund- heitswesen ist schlecht, auf 100 000 Einwohne- rinnen und Einwohner kommen zwei Ärztin- nen und Ärzte (Afrika: 21). Projektinhalte Beratung, Unterstützung und Weiterentwick- lung der Partner (Management, Unterhalt me- dizinischer Geräte, Aufbau und Durchführen von Ausbildungsprogrammen, Einführung von Informatik). Projektziel Qualitative Verbesserung des Gesundheitswe- sens durch institutionelle Stärkung der Partner. Begünstigte Direkt: elf Spitäler, drei angegliederte Ausbil- dungsstätten mit rund 1500 Angestellten; indi- rekt: mehrere Millionen Menschen Gesamtkosten Fr. 1 575 000 PBK 16% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 13) Unterstützung von Witwen, Waisen und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen Hilfswerk Terre des hommes Schweiz Staat/Region Tansania, Region Mwanza (Nordwest-Tansania) Partner Überregionale Jugendhilfeorganisation (NRO) Grundinformationen Kinder, Jugendliche und Frauen sind von AIDS besonders betroffen. Sie müssen mit dem Verlust von Angehörigen klarkommen, sind selber mit der Krankheit konfrontiert und werden als Waisen oder Witwen oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Unterstüt- zung benötigen auch Menschen mit Albinis- mus, die aufgrund abergläubischer Vorstellun- gen verfolgt werden.
Projektinhalte Jugendarbeit (Gründung und Unterstützung von Jugendclubs, Durchführung von Kursen und Seminaren), psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung, Informationskampagnen zu Themen wie Grund- und Menschenrechte, HIV/Aids-Prävention, Schutz der Albinos gegen Verfolgung, Strassenkinder-Programm. Projektziel Verbesserung der Lebenssituation benachtei- ligter und HIV/Aids-betroffener Kinder und Jugendlicher sowie von Menschen mit Albinis- mus. Begünstigte Direkt: rund 2000 Menschen Gesamtkosten Fr. 284 730 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 240 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 14) Ernährungssicherheit in der Sahelregion Hilfswerk Swissaid Staat/Region Tschad, Sahelregion Partner Fünf regionale NRO Grundinformationen Die Ernährungssicherheit der Menschen im Sahelgebiet des Tschads ist klimabedingt nicht gewährleistet. Deshalb kann nicht mit regel- mässigen Ernten gerechnet werden. Zudem herrscht Mangel an Trinkwasser. Dadurch ver- schlechtern sich die Lebensbedingungen er- heblich (Krankheiten, hohe Kindersterblich- keit). Hinzu kommen mangelnde Ressourcen, Landflucht der Bauern in Zeiten der Trocken- heit, Erosion, verminderte Ernteerträge wegen Trockenheit und Schädlingen, fehlender Zu- gang zu neuem Saatgut. Projektinhalte Bau eines Vorratslagers, Betrieb und Einrich- tung eines Gemeinschafts- und Ausbildungs- zentrum, Trinkwasserbohrungen; Kurse in Ge- müsebau/Landwirtschaft, in Veterinärwesen, Baumzucht und Fischerei, Vermarktung; Be- wusstseinsbildung in Ernährungs- und Gesund- heitsfragen, Ausbildung von Dorfverantwort- lichen in der Führung von Spar- und Kredit- kassen, Organisationsentwicklung.
Projektziel Verbesserung der Ernährungssicherheit. Begünstigte Direkt: rund 80 000 Menschen Gesamtkosten Fr. 215 000 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 215 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 15) Armutsbekämpfung durch bessere Wertschöpfung in der Landwirtschaft Hilfswerk Swisscontact Staat/Region Uganda, Distrikt Luwero Partner Bienenzüchtervereinigung, Beratungsdienst für Bienenzucht im Landwirtschaftsministerium, mehrere Betriebe für Nahrungsmittelverar- beitung Grundinformationen Uganda ist ein typisches Agrarland. Armutsre- duktion kann über die Förderung der land- wirtschaftlichen Produktion erreicht werden. Besonders geeignet ist die Produktion von Honig, Kaffee und Ananas. Projektinhalte Ausbildung in Anbau, Produktion, Verarbei- tung und Vermarktung, Verbessern der Pro- duktionsmethoden (Bio-Zertifizierung), Schaf- fung neuer Arbeitsplätze, Verbessern der Ab- satzmöglichkeiten. Projektziel Erhöhung von Beschäftigung und Einkom- men von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im ländlichen Raum. Begünstigte Direkt: rund 3000 Bäuerinnen, Bauern, Kleinst- unternehmerinnen und -unternehmer; indirekt: rund 20 000 Personen Gesamtkosten 09–12 Fr. 1 600 000 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 16) Psychosoziale Hilfe für HIV/Aids-betroffene Kinder und Erwachsene Hilfswerk Co-Operaid Staat/Region Uganda, Distrikte Wakiso und Mpigi Partner Zwei lokale NRO Grundinformationen Die Zahl der Aids-Waisen in Uganda wird auf 1 Mio. geschätzt. Kinderhaushalte und Haus- halte mit älteren Pflegepersonen (Grossel- tern, andere Verwandte) sind heute in der Mehrzahl.
Projektinhalte Weiterbildung für Betreuerinnen und Betreu- er von Fachpersonen in den Bereichen Famili- enhilfe und Gesundheitsprävention, Beratun- gen für Aids-Betroffene auf Gemeindeebene, Familienhilfe. Projektziel Besserer Umgang mit der Krankheit und den Kranken. Begünstigte 260 Beraterinnen und Berater, rund 2300 Fami- lien Gesamtkosten Fr. 145 200 PBK 16% Gewünschter Beitrag Fr. 125 200 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 17) Aids-Behandlung Hilfswerk SolidarMed Staat/Region Simbabwe, Provinz Maswingo Partner Diözese Maswingo und Gesundheitsministe- rium der Provinz Grundinformationen In Simbabwe ist die Lebenserwartung auf- grund der Probleme im Gesundheitswesen und insbesondere der HIV/Aids-Epidemie stark zurückgegangen und beträgt mittlerwei- le noch 36 Jahre. Der grossen Mehrheit der ländlichen Bevölkerung bleibt der Zugang zur Aids-Behandlung weiterhin versperrt. Projektinhalt Medizinische Grundversorgung, Aufbau und Betrieb von HIV-Testzentren, Aufbau und Be- trieb von zwei Aids-Kliniken und 20 dezentra- len Gesundheitszentren, Ausbildung des me- dizinischen Personals, Ausbau des Therapiean- gebotes. Projektziel Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Begünstigte Rund 350 000 Menschen Gesamtkosten Fr. 1 300 000 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 18) Gartenwirtschaftsprojekt Hilfswerk Rokpa Schweiz Staat/Region Simbabwe Partner Rokpa Simbabwe (NRO)
Grundinformationen In Simbabwe sind behinderte Kinder mehr- fach benachteiligt, sie werden beim Zugang zu Nahrung diskriminiert, haben keinen Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge, Freizeitak- tivitäten usw. Diese Situation wird durch die immer grösser werdende Armut der Haushal- te noch verschärft. Dazu kommt, dass Eltern von behinderten Kindern oft von Entwick- lungsangeboten ausgeschlossen werden, da der Behinderung ein soziales Stigma anhaftet. Projektinhalt Anlegen von Gärten mit naturnahem Anbau von Früchten und Gemüse, um die Ernäh- rungssicherheit und den Ernährungszustand der Kinder und ihrer Familien zu verbessern; Verkauf der Überproduktion, Bau von neuen Bewässerungsanlagen und Instandsetzung der bestehenden Anlagen; Ausbildung mit dem Ziel, ein besseres Einkommen zu erzielen. Projektziel Verstärkung der wirtschaftlichen und sozialen Grundlage bei mindestens 1000 Familien mit behinderten Kindern. Begünstigte Direkt: rund 6000 Kinder und ihre Eltern Gesamtkosten Fr. 228 715 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 19) Lokale Landwirtschaft sichert Ernährung Hilfswerk Brücke – Le Pont Staat/Region Benin (Departemente Mono-Couffo, Collines); Togo (Region Plateaux) Partner Fünf NRO aus dem Agrar- bzw. Sozialbereich Grundinformationen 2008 erlebten Benin und Togo eine Versor- gungskrise im Bereich der landwirtschaft- lichen Erzeugnisse. Billigimporte aus Asien (Reis, Speiseöle), Europa (Weizen, Tiefkühl- produkte) und den USA führten dazu, dass viele Bäuerinnen und Bauern ihre Produktion einstellten; sie konnten mit den Billigwaren nicht konkurrieren. Um eine genügende Nah- rungsmenge sicherzustellen, muss schnell wie- der vor Ort Nahrung für die einheimischen Märkte produziert werden. Dadurch entste- hen auch neue Arbeitsplätze.
Projektinhalt Verbesserung der Qualität von Agrarproduk- ten, Ausbildung in Reisanbau und Reisverar- beitung, Aufbau von Vermarktungsgenossen- schaften für Weisskohl. Projektziel Erhöhung des Einkommens bei Familienbe- trieben durch Vergrösserung einer ökologi- schen Nahrungsmittelproduktion. Begünstigte Direkt: rund 1300 Bäuerinnen und Bauern, in- direkt: rund 8000 Menschen Gesamtkosten Fr. 235 000 PBK 11% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000 20) Stopp Malaria – umweltfreundliche Malariabekämpfung Hilfswerk Biovision Staat/Region Kenia, Distrikte Nyando und Malindi; Äthiopien, Regionalstaat Oromiya Partner International Centre of Insect Physiology and Ecology idipe Grundinformationen Jedes Jahr sterben weltweit gegen zwei Millio- nen Menschen an den Folgen der Malaria, die meisten in Subsahara-Afrika. Am schwersten betroffen sind marginalisierte Personen, ins- besondere Mütter und kleine Kinder. Projektinhalt Information und Aufklärung (über umwelt- freundliche Methoden der Malariaprophylaxe und -bekämpfung), Ausbildung (von rund 30 lokalen Schlüsselpersonen, die lokal ver- antwortliche Umweltmanagement-Teams füh- ren), Aufbau einer Dokumentation zur Effi- zienz und Wirksamkeit von Moskito-Kontroll- methoden (als Mittel, um lokale Entschei- dungsträger zu überzeugen und die Methoden in weiteren Distrikten anwenden zu können). Projektziel In Pilotprojekten zeigen, wie dank kostengüns- tiger integrierter und ökologischer Massnah- men möglichst viele Menschen in betroffenen Gebieten vor dem Malaria-Tod geschützt wer- den können. Begünstigte Rund 126 000 Menschen und rund 580 Mitglie- der von Selbsthilfegruppen, Angestellte im Gesundheitswesen und «Moskito-Pfadfinder»
Gesamtkosten Fr. 926 941 PBK – Gewünschter Beitrag Fr. 826 941 Beitrag des Kantons Fr. 116 000 21) Bildungs- und Aufbauprojekte zur Friedensförderung und Existenzsicherung Hilfswerk Brot für Alle Staat/Region Ruanda, Ost-Kongo, Tansania (Region der grossen Seen) Partner Drei regionale NRO Grundinformationen In Ruanda kam 1994 durch den Völkermord etwa 1 Mio. Menschen ums Leben und 2 Mio. flohen in die Nachbarländer Ost- Kongo, Tansania und Kenia. 1996 kam es auch im Ost-Kongo zu schweren Kämpfen, was wie- derum Flüchtlingsströme nach West-Tansania zur Folge hatte. Die Auseinandersetzungen führten zur Verarmung der Menschen und machten viele zu Witwen und Waisen. Gemäss UNHCR leben heute rund 400 000 Flüchtlinge in dieser Region. Viele Kinder und Jugend- liche kennen nur ein Leben als Flüchtling. Da sie kaum die Möglichkeit zu formeller Bildung haben, treiben sie sich herum und verrohen. Projektinhalt Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, Berufslehrgänge für Jugendliche und Frauen (Landwirtschaft, Handwerk). Projektziel Grundlage für Wiederaufbau und Schaffen von Einkommensmöglichkeiten. Begünstigte Mehrere Tausend Flüchtlinge, davon haupt- sächlich Frauen, Kinder und Jugendliche Gesamtkosten Fr. 1 120 500 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 135 600 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 116 000
3.2 Projekte in (Süd-)Osteuropa und in GUS-Staaten (Projekte Nrn. 22–29) 22) Kooperation mit Kosovo im Lehrmittelbereich Hilfswerk Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) / Institut für internationale Bildungsprojekte Staat/Region Kosovo Partner Bildungsministerium Kosovo
Grundinformationen Die in den Schulen von Kosovo verwendeten Lehrmittel entstanden mehrheitlich unter den schwierigen Bedingungen der 1980er- und 90er- Jahre. Sie sind in didaktischer, pädagogisch- ideologischer und inhaltlicher Sicht grossteils veraltet und entsprechen nicht mehr den Zie- len der multiethnischen Republik Kosovo. Das- selbe gilt für die Lehrmittel, die im albanischen Ergänzungsunterricht verwendet werden, den viele albanischsprachige Kinder in der Migra- tion (davon mehrere Tausend in der Schweiz) besuchen. Zu den dringlichsten Anliegen des kosovarischen Bildungsministeriums zählt denn auch die Schaffung von didaktisch und inhalt- lich modernen Lehrmitteln. Projektinhalte Entwicklung von Standards für Lehrmittel (als Grundlage und Referenzrahmen für die Folgearbeiten, Sicherstellung der Einheitlich- keit und Qualität der nachfolgenden Lehrmit- telerarbeitung), Prüfung der bestehenden Lehrmittel, Klärung des Entwicklungsbedarfs (Klarheit, was muss neu geschaffen bzw. ange- passt werden?), Entwicklung neuer Lehrmit- tel für den albanischen Ergänzungsunterricht in den Migrationsländern. Projektziele Schaffung von Voraussetzungen, dass die kosovarischen Schülerinnen und Schüler aller Ethnien wie auch jene des albanischen Ergän- zungsunterrichts in der Migration einen Un- terricht erhalten, der durch seine Abstützung auf zeitgemässe, qualitativ hochstehende Lehrmittel zu einer bestmöglichen Förderung, Qualifikation und Integration dieser Kinder und Jugendlichen beiträgt. Begünstigte Direkt: gesamte Schülerschaft in Kosovo (alle Ethnien) und deren Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen des albanischen Ergänzungsunterrichts in den Migrationsländern; indirekt: Eltern der ge- nannten Schülerinnen und Schüler, PHZH Gesamtkosten Fr. 783 290 PBK nicht bezifferbar Gewünschter Beitrag Fr. 400 000
Stellungnahme Die Bildungsdirektion hat das Gesuch ge- prüft. Sie empfiehlt, das Vorhaben im Rahmen der Auslandhilfe 2009 als Schwerpunktvorha- ben zu behandeln, und wünscht eine Beitrags- leistung von Fr. 400 000. Beitrag des Kantons Fr. 400 000 23) Interkulturelle Bildung für Jugendliche Hilfswerk Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Staat/Region Mazedonien, drei Städte Partner Bildungszentrum Triagolnik (NRO) Grundinformationen Mazedonien ist in einen mazedonischen und einen albanischen Teil geteilt. Seit dem jugo- slawischen Bürgerkrieg von 2001 bestehen zwischen diesen beiden Bevölkerungsteilen erhöhte Spannungen. Die beiden Hauptgrup- pen grenzen sich gegenseitig aus, dazwischen befinden sich die Minderheiten der Roma, Türken, Serben und Vlachen. Diese Situation, sowie die wirtschaftliche Krise ergeben ein Umfeld, das Kindern und Jugendlichen kaum Zukunftsperspektiven eröffnet. Projektinhalt Aufbau einer interkulturellen Jugendarbeit über Jugendclubs, Sensibilisierung der Bevöl- kerung, der Behörden und der Politik (Publi- kationen, Theatervorstellungen, Radiosendun- gen, Workshops). Projektziele Bildung junger Menschen zu engagierten, ver- antwortungsbewussten Bürgerinnen und Bür- gern; Erkennen des Wertes von gezielter Ju- gendarbeit durch Schulen, Lehrpersonen und lokale Behörden. Begünstigte Rund 2000 Jugendliche, 90 Lehrkräfte bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gemein- den und NRO Gesamtkosten Fr. 778 000 PBK 24% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000
24) Sozialdialog und Gewerkschaftsunterstützung Hilfswerk SAH Staat/Region Serbien (alle Regionen) und vier Städte Partner Metall- und Baubranchenverbände Grundinformationen Die wirtschaftliche Lage Serbiens ist trostlos. Langsam setzt sich die Einsicht durch, dass die grossen sozialen und wirtschaftlichen Proble- me mit Vorteil unter Einbezug der Sozialpart- ner und Behörden und mit regelmässigem Sozialdialog (anstelle von Dekreten) angegan- gen werden müssen. Foren für den Sozialdialog zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberver- bänden und Behörden sind auf allen Ebenen per Gesetz eingerichtet, die Sozialpartner ver- mögen jedoch dieses Instrument noch nicht (gut) zu nutzen. Projektinhalte Erarbeiten von Grundlagen (Folgen der Pri- vatisierung und Restrukturierung, Bewälti- gung der sozialen Folgen in den beteiligten Branchen); Weiterbildung und Training der Sozialpartner (für friedliche Beilegung von Arbeitskonflikten, Schutz und Sicherheit am Arbeitsplatz usw.); organisatorische Stärkung der Sozialpartner (Ausbildung in Organisati- onsaufbau); Öffentlichkeitsarbeit (Aufklärung geltendes Arbeitsrecht, Schutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, Bekämpfung von Diskrimi- nierungen). Projektziel Durch Verbreitung grundlegenden Wissens und Förderung der Fähigkeiten für Sozialdia- log nachhaltige Verbesserung des gegensei- tigen Verständnisses und der Beziehungen zwischen den Sozialpartnern. Begünstigte Direkt: zwei Gewerkschaftsverbände mit mehreren Hundert Gewerkschaftsfunktionä- rinnen und -funktionären, Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitgeberverbandes; indirekt: alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Bau- und Metallbranchen (sowie Beschäf- tigte in weiteren Industriebereichen) Gesamtkosten Fr. 1 026 045 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000
25) Health for the Future (präventives Gesundheitsprojekt) Hilfswerk Green Cross Schweiz Staat/Region Weissrussland/Ukraine (fünf bzw. sechs Regionen) Partner Green Cross Weissrussland und Green Cross Ukraine Grundinformationen Das Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl führ- te zu einer grossflächigen Verstrahlung vor allem in Weissrussland und in der Ukraine. Aus Unwissen, Resignation und wegen fehlen- der Strukturen sind viele Menschen nicht in der Lage, sich vor der unsichtbaren Radioakti- vität zu schützen. Die wirtschaftliche und so- ziale Krise verstärkt die Situation, Perspektiv- losigkeit und Passivität machen sich breit. Kin- der und Jugendliche reagieren empfindlich auf die Verstrahlung, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Zusammen mit ihren Eltern müssen sie lernen, sich vor der Radio- aktivität zu schützen und ihre Lebenssituation zu verbessern. Projektinhalt Medizinische Untersuchungen in Schulen und entlegenen Gebieten durch mobile Ärzte- Teams, Beratung und Information über Prä- ventionsmassnahmen und Verhaltensregeln, Durchführung von 24-tägigen Therapiecamps mit umfassender Betreuung, Ausbildung zur Stärkung der individuellen Fähigkeiten und für das Selbstmanagement, Orientierungsver- anstaltungen an Schulen und für die Dorfbe- völkerungen. Projektziel Verbesserung der gesundheitlichen und sozia- len Situation der Menschen in kontaminierten Gebieten. Begünstigte Direkt: 450 kranke und behinderte Kinder bzw. 4900 Kinder mit medizinischer Untersu- chung, rund 400 Fachpersonen und Freiwillige, indirekt: 950 Dörfer bzw. Schulen, Regierungs- stellen und Spitäler Gesamtkosten Fr. 924 000 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000
26) Kinderschutzprojekt Hilfswerk Terre des hommes Kinderhilfe Staat/Region Ungarn (administratives Zentrum); Albanien, Kosovo, Moldawien, Rumänien (praktische Arbeit) Partner 18 nationale (z. T. staatliche) Kinderschutzor- ganisationen Grundinformationen Zentral- und Südosteuropa hat in den letzten 20 Jahren grosse politische, soziale und ökono- mische Umwälzungen erlebt. Obwohl die Staaten unterschiedlich sind, leben die Kinder in ähnlichen Situationen: Armut, zunehmende Kriminalität, Diskriminierung von Minderhei- ten, Abnahme traditioneller Familien- und Gemeinschaftssolidarität. Jedes Jahr emigrie- ren Tausende von Kindern auf der Suche nach einem besseren Leben in andere Länder. Dabei ist das Risiko gross, dass diese Kinder Opfer von Ausbeutung bzw. Kinderhandel werden. Projektinhalt Unterstützung von nationalen Partnern (Erar- beitung von nationalen Strategien, Ausarbei- tung von Gesetzen, Begleitung von Behörden beim Entwickeln von Kinderschutzprogram- men); Sensibilisierung und Mobilisierung auf europäischem Niveau (Entwicklung suprana- tionaler Richtlinien); Verstärkung der Öffent- lichkeitsarbeit. Projektziele In Osteuropa Mechanismen gegen Kinder- handel aufbauen bzw. stärken. Kinder in Mi- grationssituationen besser vor Ausbeutung schützen. Begünstigte Direkt: 26 NRO, rund 430 Medienschaffende und Beamte; indirekt: rund 10 000 Kinder Gesamtkosten Fr. 2 798 912 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 324 086 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000 27) Leiterinnen-/Leiterschulung und Aufbau von Jugendorganisationen in der Balkanregion Hilfswerk Horyzon (Cevi Schweiz) Staat/Region Albanien, Mazedonien, Bulgarien, Kosovo, Rumänien (mit Ausweitung auf Serbien, Mon- tenegro, Kroatien)
Partner YMCA in Rumänien, Bulgarien, Mazedonien und Griechenland Grundinformationen Die kriegerischen Ereignisse und die grossen Veränderungen der Balkanregion seit den 90er- Jahren sind für alle Altersgruppen schwierig. Die Jugendlichen gehören zu einer «Über- gangsgeneration», die alle Risiken und Her- ausforderungen der Veränderungsprozesse in ihren Ländern erlebt. Dazu gehören Armut, Jugendarbeitslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, die dauernde Gefahr offener Konflikte und die beschwerlichen, langsamen sozialen Ver- änderungen. Der jungen Generation fehlt des- halb weitgehend die Perspektive, in naher Zu- kunft eine Verbesserung der Situation erleben zu können. Projektinhalt Aufbau von nationalen und lokalen Jugendor- ganisationen, Ausbildung von lokalen Jugend- leiterinnen und -leitern, die selbst Jugendpro- gramme organisieren und durchführen können; institutionelle Stärkung der YMCA-Jugend- verbände in den Balkanländern (Betriebsfüh- rung, Finanz- und Personalwesen), Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, Geldbe- schaffungskonzept mit dem Ziel von selbsttra- genden Vorhaben. Projektziele Aufbau der Jugendarbeit und Integration von Jugendlichen in die gesellschaftliche und kul- turelle Entwicklung in den Balkanländern, Aufbau von demokratisch funktionierenden und gesellschaftlich wichtigen Jugendpro- grammen. Begünstigte Direkt: rund 550 Mitarbeitende und Jugend- leiterinnen und -leiter, indirekt: rund 16 000 jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendprogramme Gesamtkosten Fr. 582 713 PBK 15% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000
28) Landwirtschaftliche Berufsbildung in ländlichen Regionen Kirgistans Hilfswerk Helvetas Staat/Region Kirgistan, Provinzen Yssykkol, Chui und Talas Partner Berufsschulen, mehrere lokale NRO, staat- liche Agentur für Berufsbildung, Finanzminis- terium, Agraruniversität und mehrere Aus- und Weiterbildungsinstitutionen Grundinformationen Bis 1991 war Kirgistan Teil der Sowjetunion mit zentralistischer Planwirtschaft und mit grossen Kolchose- und Sowchosebetrieben. In den ländlichen Gebieten arbeiteten die Leute in diesen Kollektivbauernhöfen als Tierzüch- terinnen und -züchter, Mechanikerinnen und Mechaniker oder Buchhalterinnen und Buch- halter. Nach dem Zusammenbruch der So- wjetunion wurden diese Grossbetriebe aufge- löst, der Staat teilte den Spezialistinnen und Spezialisten Landparzellen zu, die sie nun ei- genständig zu bewirtschaften hatten. Dies führte insbesondere in den ärmeren ländli- chen Gegenden zu grossen Problemen; in die- ser Form Bäuerin oder Bauer zu sein, war für die Betroffenen völlig neu. Kirgistan verfügt zwar über ein Berufsbildungssystem, aber ein Ausbildungslehrgang, der dieser neuen Situa- tion im Landwirtschaftsbereich entspricht, be- steht nicht. Es fehlt somit an praktischen und theoretischen Ausbildungsgängen, ebenso an Unterrichtsmaterial. Helvetas ist seit 2001 im kirgisischen Berufsbildungssystem aktiv, in einer ersten Phase wurde ein dreijähriger Aus- bildungskurs «Bauer/Bäuerin» entwickelt. Projektinhalt Entwicklung eines modularen Weiterbildungs- kurses zum landwirtschaftlichen Unterneh- mertum, Erarbeiten von Lehrmaterialien in zwei Landessprachen, Umsetzung dieses Kon- zeptes, Ausweitung des landwirtschaftlichen Kursangebotes auf das gesamte Land (Weiter- bildung für Lehrkräfte, Unterstützung von Partnerschulen, Aufbau einer lokalen Träger- schaft für die Co-Finanzierung der Ausbil- dungskurse, Erneuerung des Berufsbildungs- systems auf nationaler Ebene).
Projektziele Sicherung und Erhöhung des Einkommens von Bäuerinnen und Bauern in abgelegenen Gebieten durch verbesserte berufliche Qua- lifikation, Erhöhung der Selbstständigkeit (Fähigkeit, einen Betrieb selbstständig und marktorientiert zu bewirtschaften), dadurch Armutsbekämpfung. Begünstigte Rund 2000 Bäuerinnen und Bauern bzw. Aus- zubildende, 160 Lehrerinnen und Lehrer Gesamtkosten 09 Fr. 527 920 PBK 11% Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000 29) Menschen schützen sich vor Naturgefahren und beugen ihnen vor Hilfswerk Caritas Staat/Region Tadschikistan, Region Kathlon, Distrikt Muminabad Partner Zwei regionale NRO, staatliche Behörden bzw. Distriktregierung Grundinformationen Der Distrikt Muminabad wird oft von Natur- katastrophen heimgesucht. Der Zusammen- bruch der Sowjetunion hat das sozioökonomi- sche Umfeld dramatisch verändert: Vorhande- ne Wasserschutzeinrichtungen (z. B. Dämme) wurden nicht mehr unterhalten. Destabilisie- rend wirken sich zudem Abholzung, Überwei- dung und eine verstärkte landwirtschaftliche Nutzung aus. Diese Faktoren wiederum sind Folge von Armut und Mangel an Ausweich- möglichkeiten, insbesondere im Energiebe- reich. Projektinhalt Erarbeitung eines Naturgefahren-Manage- mentplans (als Grundlage für den Einsatz der Mittel von Regierung und anderer Geber), Aufbau eines Fonds zur Finanzierung von Massnahmen im Katastrophenschutz, Ausbil- dung und Stärkung der lokalen Regierung und von NRO, Umsetzung von ausgetesteten Pilot- projekten in den Bereichen Land- und Wald- wirtschaft (Landnutzung, Wiederaufforstung, Anbau Mischkulturen), zum Schutz von Was- sereinzugsgebieten und zum Schutz des Bodens vor Erosion; Durchführen von Pilotprojekten im Bereich Energieverbrauch, Erarbeitung
von Risikoanalysen und Einbezug dieser Ana- lysen bei der Erarbeitung von Entwicklungs- plänen. Projektziel Staatliche Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten gemeinsam für einen nachhaltigen Schutz der Bevölkerung vor Na- turgefahren. Begünstigte Rund 72 000 Personen, davon 4500 in zehn Projekten Gesamtkosten Fr. 456 121 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 170 000
3. Übersichtstabellen
3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Hilfswerke Hilfswerk Nr. Staat Betrag Total Fr. BFA 21 Ruanda/Ost-Kongo/ Tansania 116 000 Biovision 20 Kenia/Äthiopien 116 000 Brücke – Le Pont 19 Benin/Togo 116 000 Caritas 29 Tadschikistan 170 000 Cfd 1 Algerien 116 000 Co-Operaid 16 Uganda 116 000 Enfants du Monde 9 Niger 116 000 Fastenopfer 6 Madagaskar 116 000 Green Cross 25 Weissrussland/Ukraine 170 000 Grünwerk 5 Kamerun 116 000 HEKS 3 Kongo 116 000 Helvetas 28 Kirgistan 170 000 Horyzon 27 Balkan 170 000 Iamaneh 7 Mali 116 000 Interteam 12 Tansania 116 000 New Tree 2 Burkina Faso 116 000 PHZH 22 Kosovo 400 000 Rokpa Schweiz 18 Simbabwe 110 000 SAH 24 Serbien 170 000 SRK 8 Mali 116 000 Solidarität Dritte Welt 10 Ruanda 116 000 SolidarMed 17 Simbabwe 116 000 Stiftung Kinderdorf 23 Mazedonien 150 000 Swissaid 14 Tschad 116 000 Swisscontact 15 Uganda 116 000 TearFund 11 Sudan 116 000 TDH Kinderhilfe 26 Osteuropa 170 000 TDH Schweiz 13 Tansania 116 000 VSF 4 Kongo 116 000 Total 4 000 000
3.2 Übersicht zum Engagement des Kantons in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Nr. Betrag Projekt Fr. Total Land Fr. Total Kontinent Fr. Afrika Algerien 1 116 000 116 000 Burkina Faso 2 116 000 116 000 DR Kongo 3 116 000 4 116 000 232 000 Kamerun 5 116 000 116 000 Madagaskar 6 116 000 116 000 Mali 7 116 000 8 116 000 232 000 Niger 9 116 000 116 000 Ruanda 10 116 000 116 000 Sudan 11 116 000 116 000 Tansania 12 116 000 13 116 000 232 000 Tschad 14 116 000 116 000 Uganda 15 116 000 16 116 000 232 000 Simbabwe 17 116 000 18 110 000 226 000 Benin/Togo 19 116 000 116 000 Kenia/Äthiopien 20 116 000 116 000 Ruanda, Ost-Kongo, Tansania 21 116 000 116 000 Afrika total 2 430 000 Europa/GUS Kosovo 22 400 000 400 000 Mazedonien 23 150 000 150 000 Serbien 24 170 000 170 000 Weissrussland/Ukraine 25 170 000 170 000 Südosteuropa 26 170 000 170 000 Balkan 27 170 000 170 000 Kirgistan 28 170 000 170 000 Tadschikistan 29 170 000 170 000 Europa/GUS total 1 570 000 Total 4 000 000
3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projektes wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen:
Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft, 2, 3, 5, 6, 14, 15, 19, 29 Ernährung, Umwelt, Einkommensförderung Gewerbe, Handwerk, Kleinunternehmen, 2, 3, 5, 6, 14, 15, 18, 19, 21, 28 Einkommensförderung Sozialpolitik, Bildung, Verwaltung 1, 4, 9, 11, 13, 16, 17, 18, 22, 23, 24, 26, 27, 28 Gesundheit 7, 8, 10, 12, 14,16, 17, 20, 25 Frauenförderung 1, 4, 7, 11, 13, 21
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Auslandhilfebeiträ- ge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 0000 3636 3 0000): Fr. – dem Hilfswerk Biovision 116 000 – dem Hilfswerk Brot für alle (BFA) 116 000 – dem Hilfswerk Brücke – Le Pont 116 000 – dem Hilfswerk Caritas 170 000 – dem Hilfswerk Christlicher Friedensdienst (cfd) 116 000 – dem Hilfswerk Co-Operaid 116 000 – dem Hilfswerk Enfants du Monde 116 000 – dem Hilfswerk Fastenopfer 116 000 – dem Hilfswerk Grünwerk 116 000 – dem Hilfswerk Green Cross Schweiz 170 000 – dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) 116 000 – dem Hilfswerk Helvetas 170 000 – dem Hilfswerk Horyzon 170 000 – dem Hilfswerk Iamaneh 116 000 – dem Hilfswerk Interteam 116 000 – dem Hilfswerk New Tree 116 000 – dem Hilfswerk Rokpa Schweiz 110 000 – dem Schweizerischen Arbeiter Hilfswerk (SAH) 170 000 – dem Hilfswerk Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) 116 000 – dem Hilfswerk Solidarität Dritte Welt 116 000 – dem Hilfswerk SolidarMed 116 000 – dem Hilfswerk Swissaid 116 000 – dem Hilfswerk Swisscontact 116 000 – dem Hilfswerk TearFund Schweiz 116 000 – dem Hilfswerk Terre des hommes Kinderhilfe (TDH Kinderhilfe) 170 000 – dem Hilfswerk Terre des hommes Schweiz (TDH Schweiz) 116 000 – dem Hilfswerk Vétérinaires sans frontières (VSF) 116 000 – der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) 400 000 – der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 150 000 Total 4 000 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi