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Decisione

RRB Nr. 961/2021

Gemeinnütziger Fonds des Kantons Zürich, Beiträge 2021, Entwicklungszusammenarbeit

1 settembre 2021Tedesco42 min

Source zh.ch

Gemeinnütziger Fonds des Kantons Zürich, Beiträge 2021, Entwicklungszusammenarbeit

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 1. September 2021

961. Gemeinnütziger Fonds des Kantons Zürich (Beiträge 2021, Entwicklungszusammenarbeit) Gemäss dem Lotteriefondsgesetz vom 2. November 2020 (LFG; LS 612) entscheidet der Regierungsrat auf Antrag der zuständigen Direktion über die Gewährung von Beiträgen aus dem Gemeinnützigen Fonds. Über- steigt ein Beitrag 1 Mio. Franken, bedarf der Entscheid der Genehmigung des Kantonsrates. Das fakultative Referendum ist ausgeschlossen (§ 9 Abs. 1 LFG). Der Entscheid kann mit Bedingungen und Auf‌lagen verbun- den werden (§ 9 Abs. 4 LFG). Bedingungen und Auf‌lagen von unterge- ordneter Bedeutung kann die Fondsverwaltung nachträglich ganz oder teilweise aufheben (§ 9 Abs. 5 LFG). Alle Beiträge werden praxisgemäss auf ein Vielfaches von Fr. 1000 abgerundet. Bis zum Vortag dieses Beschlusses hat der Regierungsrat bereits die folgenden Beschlüsse zur Gewährung von Beiträgen aus dem Gemein- nützigen Fonds mit dem folgenden Gesamtbetrag gefasst: RRB Nr. 105/2021 Unterstützung 2021–2025 von Kongressen, Fr. 1 000 000 Veranstaltungen usw. RRB Nr. 207/2021 Beiträge 2021, 1. Serie Fr. 1 846 000 RRB Nr. 476/2021 Unterstützung von Organisationen nicht Fr.   200 000 anerkannter Religionsgemeinschaften bei der Tragung ihrer Mietkosten während der Coronapandemie RRB Nr. 680/2021 Beiträge 2021, 2. Serie Fr. 2 273 000 RRB Nr. 792/2021 Unterstützung von Organisationen und Kultur- Fr.   578 000 schaffenden im Bereich Kinder- und Jugend­ kultur während der Coronapandemie Total Fr. 5 897 000 Die Finanzdirektion beantragt dem Regierungsrat vorliegend die Ge- währung mehrerer Beiträge aus dem Bereich der Entwicklungszusam- menarbeit (EZA) in dessen abschliessender Zuständigkeit.

1. Allgemeines

1.1 Vorgaben gemäss Lotteriefondsgesetz Gemäss § 6 Abs. 1 lit. b LFG sind die Beiträge aus dem Gemeinnüt- zigen Fonds für Vorhaben zu verwenden, die einen Bezug zum Kanton Zürich haben und in erster Linie dessen Bevölkerung zugutekommen. In der Verordnung über den Gemeinnützigen Fonds (VGF; LS 612.1) ist im Sinne einer Ausnahme in § 5 Abs. 1 lit. d festgelegt, dass Vorhaben der EZA unter folgenden Voraussetzungen mitfinanziert werden können: – Die Projekte werden in Staaten ausserhalb der Europäischen Union durchgeführt. – Die gesuchstellende Organisation verfügt über das Gütesiegel der Stif- tung ZEWO. – Die gesuchstellende Organisation hat im Jahr der Beitragsgewährung oder im Vorjahr Mittel von der Direktion für Entwicklung und Zu- sammenarbeit (DEZA) erhalten. Ausserdem werden gemäss den Richtlinien für Entwicklungszusam- menarbeit und Inlandhilfe keine Vorhaben in Ländern unterstützt, die ihre Staatsangehörigen nicht rückübernehmen (dies sind zurzeit Algerien, Marokko, Äthiopien, Eritrea, Iran und Kuba). Gemäss gängiger Praxis können kantonsnahe Institutionen wie das Kinderspital, die Pädagogische Hochschule Zürich usw. mit einem grös- seren Beitrag als die regulären Hilfswerke bzw. EZA-Organisationen berücksichtigt werden. Mit § 5 Abs. 2 VGF wird vorgegeben, dass der Gesamtbetrag der in einem Jahr gewährten Beiträge an überkantonale, nationale und inter- nationale Vorhaben in der Regel einen Fünftel der Mittel, die dem Fonds im Vorjahr zugewiesen wurden, nicht übersteigen darf. Gestützt auf die Annahme, dass dem Fonds aufgrund eines Gewinnanteils von Swisslos aus dem Geschäftsjahr 2020 24 Mio. Franken zur Verfügung stehen, hat der Regierungsrat für die Gewährung von Beiträgen in diesem Gesamt- bereich für ausserkantonale Vorhaben 4,8 Mio. Franken zur Verfügung. Die Finanzdirektion hat festgelegt, dass dieser Betrag wie folgt aufge- teilt wird: Je höchstens 2 Mio. Franken stehen für die EZA und die In- landhilfe (IH) zur Verfügung; 0,8 Mio. Franken können für überkanto- nale, nationale und allenfalls weitere internationale Vorhaben einge- setzt werden.

1.2 Zielsetzung der kantonalen EZA Mit seinen EZA-Beiträgen will der Kanton: – die betroffene Bevölkerung vor allem in den Bereichen Armutsbekämp- fung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei der Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen im Sinne der «Hilfe zur Selbsthilfe» unterstützen; – seinen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten; – verdeutlichen, dass die Unterstützung von Projekten der EZA nicht nur Angelegenheit des Bundes ist, sondern eine Verpflichtung der Ge- meinwesen aller Stufen darstellt; – dem zürcherischen Engagement im EZA-Bereich im Rahmen der Bei- tragsgewährung einen höheren Stellenwert einräumen. Hierzu wer- den Zürcher Organisationen bei ausreichenden Mitteln mit höheren Beiträgen bedacht und ausgewählte Institutionen können für beson- dere Projekte Schwerpunktbeiträge erhalten.

1.3 Beitragsgesuche 2021 2021 reichten folgende 28 Organisationen und Institutionen (2020: 26 Organisationen) je ein Gesuch in einer Gesamtsumme von Fr. 4 270 908 (2020: Fr. 5 187 474) ein: Ärzte ohne Grenzen, Aqua Alimenta, Biovision, Brücke – Le pont, Caritas*, Christoffel Blinden Mission (CBM), Co- mundo*, Fastenopfer*, Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Helvetas, Horyzon*, IAMANEH*, Medair, Mission am Nil, Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)*, Institut für Sozial- anthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zü- rich (ISEK), Nouvelle planète*, Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH), Save the children, Solidar Suisse, Solidarität mit der Welt SDW, Solidar- Med*, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi*, Swisscontact, TearFund, Terre des hommes – Kinderhilfe*, Terre des hommes Schweiz* und WWF Schweiz. Die mit * bezeichneten Hilfswerke gelten als ausserkantonale Hilfs- werke.

1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge Sämtliche Eingaben entsprechen den Richtlinien für Beiträge an die EZA. Der Kanton kann das Vorhaben einer Organisation des öffentli- chen Rechts bzw. ein besonders innovatives Vorhaben eines privaten Hilfswerks als Schwerpunktvorhaben definieren und dadurch einen höhe- ren Beitrag innerhalb der Beitragskompetenz des Regierungsrates leis- ten. Gestützt auf die Mitberichte der jeweiligen Fachdirektion wurden folgende Eingaben als Schwerpunktvorhaben bestimmt:

Organisation Projekt-Nr. Projektbezeichnung/Land Gewünschter Betrag in Franken ISEK 16 Traditional Medicine in Transition, Uganda 288 966 PHZH 28 Pay and Life Skills (PALS) – Förderung von pädagogisch- 330 000 didaktischen Kompetenzen von Dozierenden im Bereich Spiel und Life skills für die Lehrerinnen- und Lehrer­ ausbildung in Serbien und Nordmazedonien Total 618 966

Die Summe aller gewünschten Beiträge übersteigt den zur Verfügung stehenden Betrag von 2 Mio. Franken. Deshalb erfolgten Kürzungen an den nachgesuchten Beiträgen. Dabei wurde folgender Schlüssel ange- wendet: – Die beiden Schwerpunktvorhaben werden insgesamt mit einem Bei- trag von Fr. 440 000 berücksichtigt. Die nachgesuchten Beiträge wer- den im selben Verhältnis um 28,9% gekürzt, sodass sich eine Beitrags- leistung zugunsten der PHZH von Fr. 234 600 und zugunsten des ISEK von Fr. 205 400 ergibt. – Da die restliche noch zur Verfügung stehende Summe für die übrigen Hilfswerke keine vergleichsweise grossen Beiträge ermöglicht, wird auf eine unterschiedlich hohe Berücksichtigung von Hilfswerken aus dem Kanton Zürich und ausserkantonal ansässigen Hilfswerken ver- zichtet. Jedes Hilfswerk wird mit einem Beitrag von Fr. 60 000 be- rücksichtigt. Geografisch verteilen sich die EZA-Leistungen 2021 wie folgt: Kontinent Anzahl der Gesuche Anteil in % Betrag in Franken Afrika 16 (Projekte Nr. 1–16) 55 1 105 400 Asien 5 (Projekte Nr. 17–21) 15 300 000 Lateinamerika 4 (Projekte Nr. 22–25) 12 240 000 (Süd-)Osteuropa 3 (Projekte Nr. 26–28) 18 354 600 Total 28 Projekte 100 2 000 000

2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auf‌listung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper, zum Teil stichwortartiger Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: Unter «Land/Region» ist jeweils in Klammern der Rang des entspre- chenden Staates im Human Development Index (HDI) der UNO auf- geführt, der dem jeweiligen Staat gemäss HDI zwischen 1 (Norwegen) und 189 (Niger) zukommt. Der Index gibt Auskunft über die Entwick- lung eines Landes. Für seine Berechnung werden nicht nur ausschliess-

lich ökonomische Kennzahlen verwendet, sondern eine Vielzahl von As- pekten (wie beispielsweise Lebenserwartung, Bildungsstand und Brutto- inlandprodukt) berücksichtigt. – Im Berichtspunkt «Vorhaben» sind in knapper Form die Ausgangslage bzw. die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben, das Projekt- ziel und die wichtigsten Einzelmassnahmen beschrieben. – Unter «Begünstigte» wird angegeben, wie viele Personen bzw. welche Personengruppen vom Projekt voraussichtlich profitieren werden. – Beim in der Rubrik «Kosten» aufgeführten Beitrag sind jeweils auch die jeweiligen Projektbegleitkosten (PBK) aufgeführt, welche die Or- ganisation für das entsprechende Projekt ausweist. Es werden höchs- tens 10% PBK bewilligt.

2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–16)

1. Brücke – Le pont (Aus der Armut dank ländlicher Entwicklung) Gesuchsteller/in Brücke – Le pont Land/Region Benin (158) und Togo (167), insgesamt 16 Gemeinden in Südwest- und Zentralbenin und Südtogo Vorhaben Ein Grossteil der Bevölkerung in Togo und Benin lebt von der klein- bäuerlichen Landwirtschaft. Die daraus erwirtschafteten Einkom- men reichen oft nicht für die eigene Grundversorgung. Zur Haupt- sache werden als Grundnahrungsmittel Reis, Palmnüsse, Maniok und Kaffee angebaut, die vor Ort gut gedeihen und grosses Ver- kaufspotenzial aufweisen. Den Produzentinnen und Produzenten fehlt es jedoch an fachlichem Wissen und dem Zugang zum Markt. Mit dem Projekt wird eine Verbesserung von Qualität und Quantität der Produkte angestrebt, wodurch die Produzentinnen und Produzen- ten ihr Einkommen steigern können. Das Vorhaben umfasst Aus- bildungsangebote in Betriebsführung, Vermarktung und Verkauf, die Entwicklung und Anwendung von Qualitätskontrollen, das Ver- netzen von Anbietenden landwirtschaftlicher Dienstleistungen so- wie Massnahmen für einen verbesserten Zugang zu Finanzmitteln. Begünstigte Rund 15 000 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 400 742 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr.   60 000 Andere Fr. 240 742 Gewährter Beitrag Fr.   60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

2. Helvetas (Naafa – Junge Frauen und Männer ohne Schulbildung finden durch mass­geschneiderte Kurse ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt) Gesuchsteller/in Helvetas Swiss Intercooperation, Zürich Land/Region Burkina Faso (182), westliche Regionen Haut-Bassin und Cascades Vorhaben Von den unter 25-jährigen Jugendlichen haben nur wenige eine Be- rufsausbildung. Ein grosser Teil von ihnen genügt den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht. Die Unternehmen vor Ort haben es schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Das Projekt soll junge Menschen befähigen, einen ihren Fähigkeiten angepassten realistischen Be- rufswunsch zu entwickeln und eine entsprechende Ausbildung in den Bereichen Landwirtschaft, Kleinunternehmen und Handwerk zu durchlaufen. In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Jugendrat und den zuständigen Behörden werden interessierte Jugendliche beraten, ausgewählt und in Kleingruppen von je 25 Personen ge- schult und über eine Dauer von zwei Jahren durch Trainerinnen und Trainer begleitet. Parallel zu diesen Ausbildungsgängen umfasst das Projekt die Ausbildung von weiteren Trainerinnen und Trainern, die vor allem in den Bereichen kaufmännische Belange und Unter- nehmensführung geschult werden. Begünstigte 1500 junge Erwerbslose und Unterbeschäftigte Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 212 260 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr.   50 000 Andere Fr.   62 260 Gewährter Beitrag Fr.   60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

3. Biovision (Lokales Saatgut für eine grosse Vielfalt) Gesuchsteller/in Biovision, Zürich Land/Region Kenia (143), Westkenia, Region Vihiga Vorhaben Im Projektgebiet leidet ein grosser Teil der Kleinkinder unter zwei Jahren an Wachstumshemmungen. Dabei ist ein entscheidender Faktor die geringe Ernährungsvielfalt (geringe Aufnahme von Nähr- stoffen in Obst, Gemüse, Nüssen und Vollkorngetreide, «verborge- ner Hunger»). Gleichzeitig weist die Region eine verhältnismässig grosse Biodiversität auf. Ziel des Projektes ist die Bewahrung und Nutzung von vielfältigem Saatgut, was zu Biodiversität im Anbau, ganzjähriger Verfügbarkeit von unterschiedlichen Nahrungsmitteln und dadurch zu einem Rückgang der Mangelernährung führt. Seit 2017 führt Biovision in der Region ein entsprechendes Pilotprojekt durch, das nun ausgeweitet werden soll.

Begünstigte Rund 6000 Bäuerinnen und Bauern Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 203 443 Beantragter Beitrag Fr. 160 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA– Andere Fr.   43 443 Gewährter Beitrag Fr.   60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

4. Fastenopfer (Gemeinsam die Ernährung sichern und Konflikte lösen) Gesuchsteller/in Fastenopfer, Luzern Land/Region Kenia (143), Bezirke Baringo und Laikipia Vorhaben Die Projektregionen sind stark entwaldet und weisen unfruchtbar gewordene Böden auf. Landfragmentierung und nicht nachhaltige Anbaumethoden (viele Agrochemikalien mit Mais-Monokulturen) sind weit verbreitet. Die klimatischen Veränderungen verschärfen die schwierigen Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung, was zu zahlreichen Konflikten führt. Ziel des Vorhabens ist es, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu mehr Ernährungssicherheit zu verhelfen. Das Vorhaben umfasst die Lö- sung der Konflikte um natürliche Ressourcen (insbesondere Wasser) mittels Konfliktbearbeitungs- und Friedensbildungsmassnahmen, den Anbau von Mustergärten nach agrarökologischen Methoden, die Einführung von neuen klimaangepassten Pflanzensorten, die Ein- führung biologischer Düng- und Schädlingsbekämpfungsmittel so- wie den Aufbau von Solidaritätsgruppen und eines Sozialnetzes. Begünstigte Direkt rund 5200 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 337 152 Beantragter Beitrag Fr. 200 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr.   55 000 Andere Fr.   82 152 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

5. Mission am Nil International (Panzi Ausbildungs- und Rehabilitationszentrum) Gesuchsteller/in Mission am Nil International, Knonau Land/Region Demokratische Republik Kongo (175), Provinz Süd-Kivu Vorhaben Jugendliche aus armen Verhältnissen haben im Kongo kaum eine Perspektive, einen Beruf zu erlernen und sich den Lebensunterhalt verdienen zu können. Berufsausbildungen sind, soweit überhaupt verfügbar, kostenpflichtig und damit für viele nicht zugänglich. Im Rahmen des Projektes wird angestrebt, jungen Menschen im Rahmen einer dreijährigen Lehre eine Berufsausbildung als Schreinerin bzw. Schreiner oder Schneiderin bzw. Schneider zu ermöglichen. Dabei wird aufgrund der grossen Nachfrage ein bereits bestehendes An- gebot ausgeweitet. Parallel dazu wird das Problem angegangen, dass Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, oft aus den Familien verstossen werden. Ziel in diesem Teil des Projektes ist es, vergewaltigte bzw. trauma- tisierte Frauen zu befähigen, in ihr familiäres Umfeld zurückkehren zu können. Die traumatisierten Frauen werden medizinisch und psychologisch betreut und erhalten ebenfalls eine Ausbildung. Hinweis Im Rahmen des Projektes erfolgt keine Missionstätigkeit. Das Projekt steht allen Menschen offen. Begünstigte Pro Jahr bis zu 5000 Personen Kosten (einschliesslich 9% PBK) Fr. 508 000 Beantragter Beitrag Fr. 150 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 166 000 DEZA– Andere Fr. 192 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

6. WWF Schweiz (Mit Kochherden zu Unternehmertum und nachhaltiger Aufforstung) Gesuchsteller/in WWF Schweiz, Zürich Land/Region Madagaskar (164), südwestlicher Landesteil Vorhaben Die arme Bevölkerung ist stark von natürlichen Ressourcen abhän- gig. Die Wälder liefern Brennholz; der Bedarf danach ist jedoch so gross, dass die Kapazitäten der Naturwälder nicht ausreichen und auch Schutzgebiete (mit ihrer besonders grossen Artenvielfalt) ge- rodet bzw. entwaldet werden. Einzelne Waldgebiete sind akut be- droht. Mit dem Vorhaben sollen die wichtigen Ökosysteme erhalten bleiben und der Lebensunterhalt der Bevölkerung gesichert werden.

Zu diesem Zweck umfasst das Projekt umfangreiche Wiederauffors- tungen (Gesetzesreform, damit Wiederaufforstung auch finanziell attraktiv wird), die Einführung eines neuen Systems für den Verbrauch von Brennholz, die Einführung besserer Kochherde, die Stärkung der Frauen durch Ausbildung und den Aufbau von Mikro-Spargruppen sowie einer funktionierenden Agroforstwirtschaft. Begünstigte Direkt rund 2500 Personen, vor allem Frauen, indirekt rund 30 000 Haushalte Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 289 850 Beantragter Beitrag Fr. 200 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   25 000 DEZA noch offen Andere Fr.   64 850 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

7. Solidar Suisse (Verwaltung von ländlichen und städtischen Gemeinden, Demokratie «Schritt für Schritt») Gesuchsteller/in Solidar Suisse, Zürich Land/Region Mosambik (181), Zentralregion Vorhaben In Mosambik sind die demokratischen Prozesse nach wie vor fragil. Das Projekt dient dazu, die Zivilgesellschaft zu befähigen, ihre Men- schen- und Bürgerrechte besser wahrnehmen zu können, sowie Teil- nahme einschliesslich Entscheidungsprozesse zu fördern. Das Pro- jekt umfasst die Förderung von Dialog-, Verhandlungs- und Konsul- tationsprozessen zwischen den verschiedenen Interessengruppen auf lokaler, provinzieller und nationaler Stufe durch entsprechende Schulung der Beteiligten und Begleitung der Prozesse. Basisverbände (Frauengruppen, Dorfverbände usw.) sollen gestärkt werden. Diese Aktivitäten erfolgen parallel zu Förderung unabhängiger Medien und von Abteilungen der öffentlichen Verwaltung. Begünstigte 6000 direkt Begünstigte, indirekt rund 2 Mio. Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 462 341 Beantragter Beitrag Fr. 150 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA – Andere Fr. 312 341 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

8. SolidarMed (Farben retten Kinderleben) Gesuchsteller/in SolidarMed, Luzern Land/Region Mosambik (181), Nordregionen Vorhaben In Mosambik ist die Kindersterblichkeit nach wie vor überdurchschnitt- lich hoch. Fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist chronisch unterernährt, weshalb die Kinder anfällig sind für Infektionskrank- heiten (einschliesslich Malaria). Die Gesundheitsdienste sind über- lastet. Das medizinisch ungeschulte Laienpersonal ist oft überfor- dert bei der Beurteilung, ob ein Krankheitsfall einen Notfall darstellt. Das Projekt zielt aufgrund der hohen Sterberate von Kindern in der Notaufnahme von Gesundheitseinrichtungen darauf, die Patienten- triage (unter Verwendung von Farben zur Kennzeichnung verschie- dener Dringlichkeitskategorien) zu verbessern. Dies erfolgt durch den Aufbau einer Patiententriage und entsprechender Ausbildung des Personals (einschliesslich der Erarbeitung von Ausbildungsmaterial), allenfalls Anpassung der Infrastruktur und den Aufbau eines Sys- tems von Wiederholungskursen. Begünstigte 220 Mitarbeitende in den Gesundheitsdiensten, rund 250 000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 469 705 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   10 000 DEZA Fr. 150 000 Andere Fr. 209 705 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

9. Terre des hommes Schweiz (Ein Leben ohne Gewalt für Mädchen und junge Frauen) Gesuchsteller/in Terre des hommes Schweiz, Basel Land/Region Mosambik (181), Provinz Manica, 18 Gemeinden Vorhaben Armut und Ungleichheit in Mosambik spiegeln sich auch in der Bildung wider. Die mittlere Schulbesuchsdauer im Land beträgt 3,5 Jahre. Die Analphabetenrate ist sehr hoch, insbesondere bei Frauen. Gross ist auch die Zahl der Gewalttaten an Frauen. Der Anteil von Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten physi- sche oder sexuelle Gewalt erfahren haben, liegt bei 15%. Das dreijährige Projekt soll zur Verringerung der Gewalt gegen Mäd- chen und junge Frauen beitragen. Es umfasst die Durchführung von mehrtätigen Workshops, den Aufbau von Mädchenklubs an Schulen, die Begleitung und Betreuung von Familien und Gewaltopfern, die Sensibilisierung in Fragen der Bekämpfung von Gewalt und Früh- verheiratung sowie Öffentlichkeitsarbeit (Radiodebatten zu gesund- heitlichen Grundrechten und Frauenrechten, Werbespots).

Begünstigte 950 Jugendliche, insgesamt rund 12 000 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 294 525 Beantragter Beitrag Fr. 175 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   35 525 DEZA Fr.   30 000 Andere Kantone Fr.   20 000 Andere Fr.   34 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

10. Terre des hommes – Kinderhilfe («PROTECT»: Gezielte Schulbildung mit Kinderschutz für benachteiligte Kinder) Gesuchsteller/in Terre des hommes Kinderhilfe, Lausanne Land/Region Nigeria (161), Provinz Borno Vorhaben Das Leben der Bevölkerung in Nigeria wird seit rund zwölf Jahren mit- geprägt durch die Terrorgruppe Boko Haram. Viele Menschen muss- ten ihre Dörfer fluchtartig und zum Teil für einen längeren Zeitraum verlassen. Viele suchen Zuflucht in grösseren Städten. Bei Kindern besteht das Problem der Wiedereingliederung in die Schule, die sie fluchtbedingt unter- oder abbrechen mussten. Diese Kinder weisen einen Bildungsrückstand auf. Der Schulabbruch setzt die Kinder meh- reren Risiken aus wie Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung, Drogen und Rekrutierung durch Banden. Das Projekt zielt auf eine Verbes- serung der Lernmöglichkeiten für Kinder und umfasst die Sensibili- sierung der Eltern für die Bedeutung des Schulunterrichts, eine In- tegration der Kinder in bestehende Schulangebote, die Ausstattung der Schulen mit Lehr- und Lernmaterial, den Ausbau der Schulen (La- trinen, Lavabos), Lernbegleithilfe durch Coaches, die Betreuung der Kinder sowie die Ausbildung von Lehrpersonen und Verwaltungs- personal. Begünstigte Rund 4500 Kinder und 2300 Erwachsene Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 1 120 371 Beantragter Beitrag Fr.   100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   470 371 DEZA Fr.   550 000 Gewährter Beitrag Fr.     60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

11. Nouvelle Planète (Projekt zur Förderung des nachhaltigen Gemüseanbaus und Stärkung des Verbandes der Landwirte in Senegal) Gesuchsteller/in Nouvelle Planète Land/Region Senegal (168), Region Sédhiou Vorhaben Die Einwohnerinnen und Einwohner der Projektregion leben haupt- sächlich vom Anbau von Gemüse und Früchten. Der Gemüseanbau erfolgt fast ausschliesslich in der Trockenzeit. Die Früchte werden in der Regenzeit geerntet. Infolge der abnehmenden Niederschläge muss die Landwirtschaft den neuen klimatischen Bedingungen an- gepasst werden. Das Ziel des Projektes besteht darin, der Bevölke- rung durch einen umweltfreundlichen diversifizierten Gemüse- und Früchteanbau ein genügendes Einkommen zu sichern. Das Projekt umfasst das Anlegen von Gemüseanbauflächen mit Schutzpflanzen, das Anlegen von geeigneten Bewässerungssystemen, den diversi- fizierten Anbau von Pflanzen, wodurch die Abhängigkeit von chemi- schen Produkten verringert wird, das Erstellen eines Lagergebäu- des, die Bildung von Steuerungsgruppen, Schulung des Personals und die Stärkung der Kapazitäten des Verbandes der Landwirte. Begünstigte Rund 3100 Personen mit ihren Familien Kosten (einschliesslich 3% PBK) Fr. 169 270 Beantragter Beitrag Fr. 110 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   11 207 DEZA– Andere Kantone Fr.   30 000 Andere Organisationen Fr.   18 063 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

12. Internationales Komitee vom Roten Kreuz («ALMANACH» – Algorithm for the Management of Childhood Illnesses) Gesuchsteller/in Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Genf Land/Region Somalia, Regionen Afgoye, Gubaldley Vorhaben In Somalia haben Gewalt und Naturkatastrophen zu umfangreichen, oft länger anhaltenden Vertreibungen geführt. Der Zugang zu Gesund- heitsversorgung ist für geschätzte 45% der Bevölkerung prekär. Das Gesundheitssystem ist u. a. durch die mangelnde Einhaltung klini- scher Leitlinien beeinträchtigt. Ziel des Vorhabens ist es, in zwei wei- teren Regionen des Landes das Tablet-gestützte Diagnosesystem ALMANACH und dadurch eine effiziente Methode zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung einzuführen. Das Projekt umfasst die Ausbildung des Gesundheitspersonals am System ALMANACH als Entscheidungshilfe beim Erstellen einer Diagnose, die Begleitung der am System Ausgebildeten, die Verbesserung der IT-Infrastruktur und die Förderung der Akzeptanz des Systems in der Bevölkerung.

Begünstigte Rund 100 000 Kleinkinder unter fünf Jahren, lokales Gesundheits- personal Kosten (einschliesslich 6,5% PBK) Fr. 729 460 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA– Andere Fr. 609 460 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

13. Ärzte ohne Grenzen (Unterstützung für das Spital von Agok) Gesuchsteller/in Ärzte ohne Grenzen Land/Region Südsudan (185), Region Abyei Vorhaben Die Organisation Ärzte ohne Grenzen ist seit 2008 in der Stadt Agok tätig. Das Sonderverwaltungsgebiet Abyei mit der Stadt Agok gehört weder eindeutig zum Sudan, noch zum Südsudan. Sicherheitstrup- pen der UNO sorgen für eine minimale Sicherheit. Die medizinische Versorgung der Region ist schlecht. Das Projekt zielt auf eine Sen- kung der Krankheits- und Sterblichkeitsrate der Bevölkerung und den Aufbau einer guten medizinischen Versorgung im Spital von Agok. Das Vorhaben umfasst eine Stärkung des Spitals (165 Bet- ten), insbesondere die Verbesserung der Geburtshilfe und Betreuung von Neugeborenen, die Behandlungen von Personen mit HIV und He- patitis C sowie die Aus- und Weiterbildung des lokalen Personals. Hinzu kommt der Aufbau einer Notfallbereitschaft, dazu zählen auch der Aufbau eines Dienstes zur Früherkennung und die Behandlung von Malariakranken. Begünstigte Rund 56 000 Patientinnen und Patienten pro Jahr Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 9 167 069 Beantragter Beitrag Fr.   200 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA– Staat Kanada Fr.   745 000 Andere Fr. 8 222 069 Gewährter Beitrag Fr.     60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

14. HEKS (Frieden und bessere Lebensbedingungen) Gesuchsteller/in Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz, Zürich Land/Region Südsudan (185), Bundesstaat Zentraläquatoria Vorhaben Der Südsudan ist gezeichnet von jahrelangen bewaffneten Konflik- ten, wiederkehrenden Naturkatastrophen und einer schweren Wirt- schaftskrise. Die Grundversorgung ist in vielen Teilen des Landes nicht sichergestellt. Hinzu kommt eine schwere Ernährungskrise. Das Projekt zielt auf eine Verbesserung und Stabilisierung der Lebens- grundlagen und die Stärkung des friedlichen Zusammenlebens. Es umfasst Schulungen, um den Haushalten Fähigkeiten und Kapazi- täten für eine höhere landwirtschaftliche Produktion zu vermitteln. Ebenso werden bessere Arbeitsmöglichkeiten für Frauen und Jugend- liche geschaffen. Hinzu kommen Rehabilitationsangebote. Begünstigte Direkt rund 2400 Personen, indirekt rund 15 000 Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 325 511 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 135 511 DEZA Fr.   30 000 Andere Fr.   40 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

15. Solidarität mit der Welt (SDW) (Hilfe zur Selbsthilfe im Südsudan: Hebammenschule: Frauen setzen sich für Leben und gegen Armut im ganzen Land ein) Gesuchsteller/in Solidarität mit der Welt (SDW), Wädenswil Land/Region Südsudan (185), Region Juba Vorhaben Die Gesundheitssituation vor allem von Frauen und Kindern ist in der Region Juba schlecht und die Müttersterblichkeit hoch. Es be- steht hoher Bedarf an Fachkräften in den Bereichen Gesundheitsver- sorgung und Gesundheitsprävention. Das Projekt dient dem Ziel, mit Hebammen Frauen vor, während und nach der Geburt ihrer Kinder über ein Jahr zu begleiten und dadurch die Mütter- und Kindersterb- lichkeit verringern zu können. Es umfasst den Bau einer Hebammen- schule, an welcher jeweils 60 junge Frauen während einer dreijäh- rigen Ausbildung zu qualifizierten Hebammen ausgebildet werden können. Die Hebammen garantieren eine gute Versorgung der Müt- ter und ihrer Kinder sowie Aufklärungsarbeit in den Bereichen HIV- Prävention, Impfschutz, Hygiene und Ernährung. Begünstigte 60 Hebammenstudentinnen (jeweils über drei Jahre), jährlich rund 1000 Kinder und Mütter

Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 253 000 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   25 000 DEZA Fr.   8 000 Andere Fr. 100 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

16. Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich (Traditional Medicine in Transition) Gesuchsteller/in Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich Land/Region Uganda (159), Regionen im Süd- und Nordosten sowie im Zentrum des Landes Vorhaben In Uganda sind schätzungsweise 80% der Bevölkerung auf tradi- tionelle Medizin, insbesondere Pflanzenmedizin angewiesen. Die be- stehenden öffentlichen Gesundheitsdienste reichen nicht aus, um die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten. In den ländlichen Gegenden sind Medikamente nur eingeschränkt verfügbar. Einhei- mische pflanzliche Arzneimittel erfreuen sich – insbesondere auf dem Land – einer breiten Akzeptanz. Traditionelle Heilmittel sind in der Regel besser und schneller verfügbar als öffentliche Gesund- heitsdienste. Das Projekt dient einerseits dem Ziel, in den entsprechenden Ge- bieten eine nachhaltige und sichere medizinische Selbstversorgung sicherzustellen und das Bewusstsein für die traditionelle medizini- sche Versorgung durch Medizinalpflanzen zu gewährleisten. Ander- seits soll die Pflanzenheilkunde als Teil des immateriellen Kulturerbes von Uganda bewahrt und zum Teil revitalisiert werden. Im Bildungs- bereich geht es darum, die Reichweite der ugandischen Partner- museen zu vergrössern und die Museen zu fördern (Fähigkeit zur Ko- operation, Erprobung neuer Methoden zur Datenerhebung, Entwick- lung genauer Methoden zur Dokumentation). Im Rahmen des Projektes werden in Zusammenarbeit mit zwei ugan- dischen Museen Vertreterinnen und Vertreter lokaler Gemeinschaf- ten, der Wissenschaft und nichtstaatlicher Organisationen stationäre, mobile und digitale Ausstellungen zum Thema Medizinalpflanzen entwickelt und umgesetzt. Insbesondere die jüngere Generation soll für die Bedeutung der traditionellen Medizin und ihre natürlichen Grundlagen sensibilisiert werden. Zu den Ausstellungen werden Be- gleitveranstaltungen (Workshops, Führungen, weitere museumspäda- gogische Angebote) erarbeitet. Parallel dazu werden botanische Gär- ten geplant bzw. ausgebaut. Es ist vorgesehen, die mobilen Ausstel- lungen an jeweils 70 bis 100 Standorten pro Jahr zu zeigen. Dort sollen vor allem Schulklassen angesprochen werden.

Begünstigte Permanente sowie temporäre und mobile Ausstellungen: Rund 200 000 Personen Digitale Ausstellungen: 5–10 Mio. Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 649 378 Beantragter Beitrag Fr. 288 966 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 177 894 DEZA– Andere Fr. 182 518 Gewährter Beitrag Fr. 205 400 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

2.2 Projekte in Asien

17. TearFund Schweiz (Starke Frauen. Starke Familien – Befähigung von Frauen in Bangladesch) Gesuchsteller/in TearFund Schweiz, Zürich Land/Region Bangladesch (133), Region Dhobaura Vorhaben Die Menschen im Projektgebiet leben vorwiegend von der Land- wirtschaft. Die Region ist schlecht an Dienstleistungen des Landes angeschlossen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weit ver- breitet. Die Anliegen der Frauen werden innerhalb der Familie oft nicht berücksichtigt. Ihr Alltag beschränkt sich in der Regel auf den Haushalt und die Kindererziehung. Mädchen gelten als Last für die Familie: Entsprechend häufig werden sie schon als Minderjährige zur Heirat gedrängt. Das Projekt zielt auf eine bessere soziale Sicher- heit der Frauen und insbesondere auf eine Verringerung der Kinder- heiratsrate, der Missbrauchsfälle und der sexuellen Gewalt sowie auf den besseren Zugang der Frauen zu Gesundheitsdiensten. Das Vorhaben umfasst die Förderung der Frauen beim Erzielen von Ein- kommen, eine bessere medizinische Versorgung von Mädchen und Frauen (Ausbildung), das Fördern des politischen Engagements von Frauen auf lokaler, regionaler und Distriktebene und die Sen- sibilisierungsarbeit auch bei Männern. Begünstigte Rund 26 000 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 660 000 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr.   60 000 Andere Fr. 500 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

18. Medair (Gesundheits-, Ernährungs- und WASH-Leistungen für bedürftige und vom Konflikt betroffene Menschen im Südjemen) Gesuchsteller/in Medair, Zürich Land/Region Jemen (179), Bezirk Al Dhale’e Vorhaben Seit der Eskalation des Bürgerkrieges 2015 arbeiten nur wenige NGO im Projektgebiet. Es besteht ein äusserst grosser Bedarf an medizi- nischer Hilfe. Die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen leidet unter Engpässen bei Personal, Ausstattung und Medikamenten. Auch der Ernährungszustand der Bevölkerung ist alarmierend: 2 Mio. Kinder unter fünf Jahren und 1 Mio. schwangere und stillende Frauen sind unterernährt. Viele leiden wegen kontaminiertem Wasser unter Durchfallerkrankungen. Hinzu kommen wiederholte Cholera-Aus- brüche. Mithilfe von acht Gesundheitseinrichtungen will Medair die Krankheits- und Sterberate der Bevölkerung verringern und ins- besondere den Zugang von bedürftigen Personen zu lebensretten- den Gesundheits- und Ernährungsleistungen verbessern. Das Vor- haben umfasst das Aufrechterhalten und den Ausbau der medizini- schen Grundversorgung, die Aus- und Weiterbildung von Mitarbei- tenden im Gesundheitsbereich, die Abgabe therapeutischer Not- nahrung, Informationen für (werdende) Mütter (in Selbsthilfegruppen), den Bau von Latrinen sowie die Ausbildung im Bereich Hygiene, Ab- fallentsorgung und Wasserqualität. Begünstigte Rund 81 000 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 2 846 518 Beantragter Beitrag Fr.   130 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.     10 438 DEZA– Andere Fr. 2 706 080 Gewährter Beitrag Fr.     60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

19. Christoffel Blinden Mission (CBM) (Gemeinsam stark für Suizidprävention) Gesuchsteller/in CBM, Thalwil Land/Region Nepal (142), Provinz Gandaki Vorhaben In Nepal ist Suizid die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren und die zweithäufigste bei Jugendlichen. Es man- gelt an gemeindenahen psychosozialen Diensten sowie an der sektor- übergreifenden Zusammenarbeit und Koordination zwischen Regie- rung, Zivilgesellschaft und privatem Sektor. Suizidgefährdete Perso- nen erleben häufig soziale Ausgrenzung.

Das Projekt zielt auf das Erarbeiten einer Suizidprävention und auf eine multisektorielle Zusammenarbeit (lokal, regional, überregional). Der Fokus des Projektes liegt auf einer Stärkung der öffentlichen Prä- vention, indem einerseits der Bevölkerung die Problematik bewusst gemacht wird (über Massenmedien und öffentliche Veranstaltun- gen) und anderseits der konkrete Aufbau von Präventionsdiensten mit der Ausbildung von Gesundheitspersonal forciert wird. Begünstigte Direkt rund 3000 Personen, indirekt rund 30% der Gesamtbevölke- rung Kosten (einschliesslich 7% PBK) Fr. 202 132 Beantragter Beitrag Fr. 131 492 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   10 000 DEZA Fr.   60 640 Andere– Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

20. Save the Children (Frühförderung und Schutz von Kleinkindern) Gesuchsteller/in Save the Children, Zürich Land/Region Nepal (142), Distrikt Kalikot Vorhaben Das Projekt bezweckt, Kinder im Alter bis zu drei Jahren darin zu unterstützen, ihr Potenzial zu entwickeln. Dazu ist eine möglichst sichere und schützende häusliche Umgebung notwendig. Das Pro- jekt zielt darauf ab, die Kompetenzen von Eltern und Bezugsperso- nen zu verbessern, um ihren Kindern eine achtsame Betreuung zu bieten. Insgesamt 18 ausgebildete Gesundheits- und Bildungsfach- personen sowie vier Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter werden mit Eltern und Bezugspersonen arbeiten und sie durch Schulungen, Hausbesuche, Kampagnen (Theateraufführungen usw.) in diesem Bereich fördern. Das Projekt umfasst neben Schulungsanlässen die Ausbildung von Gesundheits- und Bildungsfachpersonen sowie von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, die Herstellung von Spiel- und Lernmaterialien und eine Radiokampagne. Begünstigte Rund 830 Kinder und 2000 Erwachsene Kosten (einschliesslich 8,2% PBK) Fr. 180 000 Beantragter Beitrag Fr. 150 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA– Andere Fr.   30 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

21. Caritas Schweiz (Weather, Water and Climate Services [WWCS] für eine widerstandsfähige ländliche Bevölkerung) Gesuchsteller/in Caritas Schweiz, Luzern Land/Region Tadschikistan (125), oberes Rasht-Tal und Khation-Region Vorhaben Viele Menschen in Tadschikistan leben von der Landwirtschaft. Eine wettergerechte Planung ist für sie Grundlage der Existenz. Es gibt aber in Tadschikistan kaum verlässliche Wettervorhersagen. Ebenso fehlen Warnungen vor Ereignissen wie Erdrutschen, Lawinen oder Überflutung. Das Projekt zielt darauf ab, den tadschikischen Wetter- dienst zu einem wirksamen und dienstleitungsorientierten Anbieter (mit dem entsprechenden Aufbau von kostengünstigen Wetterstatio- nen) aufzubauen. Die Grundidee besteht darin, dass die ländliche Bevölkerung Daten sammelt und an den Wetterdienst übermittelt, dieser die Daten auswertet und der Bevölkerung, vor allem den Bäue- rinnen und Bauern mit Empfehlungen zur Verfügung stellt. Parallel dazu werden die Bäuerinnen und Bauern motiviert und geschult, Dienstleistungen im Bereich Wetter, Wasser und Klima als Entschei- dungsgrundlagen für ihre Arbeit zu nutzen. Das Projekt umfasst Aus- bildungen auf allen Stufen (Bevölkerung, Bäuerinnen und Bauern, Wet- terdienst, Agraruniversität). Es wird u. a. begleitet durch Meteo­ Schweiz sowie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung. Begünstigte Rund 11 000 Bäuerinnen und Bauern, insgesamt rund 700 000 Per- sonen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Beantragter Beitrag Fr.   300 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   553 556 DEZA Fr. 2 864 262 Andere Fr. 2 464 214 Gewährter Beitrag Fr.     60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

2.3 Projekte in Lateinamerika

22. Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (Lasst uns unser Recht auf Bildung leben) Gesuchsteller/in Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Trogen Land/Region El Salvador (124), Departement Usulutan Vorhaben El Salvador hält seine Schulen seit dem Beginn der Coronapandemie im März 2020 geschlossen. Es ist zu befürchten, dass viele der be- troffenen Kinder ihren Schulbesuch abbrechen. Ziel des vorliegen- den Projektes ist, in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium solche Abbrüche zu verhindern und die Kinder zu motivieren, weiter- hin ihre Schule zu besuchen. Zu diesem Zweck werden die Eltern der betroffenen Kinder für die Bedeutung der Schulbildung sensibili- siert. Parallel dazu erfolgt die Ausbildung von Lehrpersonen für kind­ zentrierte bzw. -gerechtere Lehrmethoden. Diese sehen unter an- derem einen Hybridunterricht (Kontaktunterricht und Heimunterricht) vor. Ebenso wird ein Frühwarnsystem eingerichtet, um schulseitig bei drohenden Schulabbrüchen frühzeitig reagieren zu können. Begünstigte Rund 19 000 Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen sowie Leh- rerinnen und Lehrer Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 265 700 Beantragter Beitrag Fr. 115 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   93 500 DEZA Fr.   42 200 Andere Fr.   15 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

23. Aqua Alimenta (Produktive indigene Kleinbauern) Gesuchsteller/in Aqua Alimenta, Zürich Land/Region Guatemala (127), ausgewählte Gemeinden in vier Departementen Vorhaben Guatemala ist vom Klimawandel stark betroffen. Der traditionelle Re- genfeldbau gerät dadurch zunehmend unter Druck. Das Projekt zielt darauf, Kleinbauernfamilien bei der Umstellung auf eine ökologi- sche, vom Klima weniger abhängige Bewässerungslandwirtschaft als Alternative zum bisherigen Regenfeldbau zu unterstützen. Es um- fasst eine Anpassung der Bewässerungssysteme, das Anlegen von Gemüsegärten, die Erhöhung der Pflanzendiversität und dadurch eine bessere Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen, die Pro- duktion und den Einsatz von fussbetriebenen Wasserpumpen sowie die Ausbildung der Betroffenen in Bodenkunde und Kommerziali- sierung der Produkte.

Begünstigte Direkt rund 2100 Personen Kosten (einschliesslich 22% PBK) Fr. 231 163 Beantragter Beitrag Fr. 140 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   53 241 DEZA Fr.   20 000 Andere Fr.   17 922 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Auf‌lage Vom bewilligten Betrag dürfen höchstens 10% als PBK eingesetzt werden. Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

24. Horyzon (Espace Sûr – ein sicherer Ort, Bildung für Mädchen und junge Frauen in den Slums von Haiti) Gesuchsteller/in Horyzon, Olten Land/Region Haiti (170), Port-au-Price Vorhaben Haitis Bevölkerung leidet u. a. unter fehlender Bildung. Insbesondere Mädchen und junge Frauen, bei denen die Anzahl von Schulabbrü- chen besonders hoch ist, sind davon betroffen. Hinzu kommt, dass Gewalt gegen Frauen weit verbreitet ist. Die Zahl der Jugendschwan- gerschaften ist hoch. Das Vorhaben zielt darauf ab, dass sich junge Frauen und Mädchen aus der Armut befreien können, und umfasst die Unterstützung von jährlich 250 Mädchen zwischen 5 und 19 Jah- ren (psychologische Betreuung, Mahlzeiten, Ausbildung in Hygiene und Gesundheit und zu geschlechtsspezifischer Gewalt sowie in Um- weltfragen). Diese Ausbildung erfolgt im Rahmen von schulischem Nachhilfeunterricht und Workshops. Begünstigte Pro Jahr rund 250 Mädchen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 311 745 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   80 794 DEZA Fr. 100 000 Andere Fr.   30 951 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

25. Comundo (Trauma aufarbeiten und Menschenrechte für Konfliktopfer durchsetzen) Gesuchsteller/in Comundo, Luzern Land/Region Kolumbien (83), Departemente Cauca, Narinno Valle des Cauca und Bogotá Vorhaben Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Re- gierung und der FARC, den revolutionären Streitkräften Kolumbiens, Ende 2016 befindet sich Kolumbien in einer sogenannten Postkon- fliktsituation. Organisationen der Zivilgesellschaft prangern die man- gelnde Kontinuität des Friedensprozesses an (Bildung illegaler Grup- pierungen). Es gibt weiterhin Vertreibungen und Zwangsrekrutie- rungen. Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, der Bevölkerung, vor allem Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, eine Perspek- tive zu geben, um in ihrem von Gewalt und Ungerechtigkeit gepräg- ten Umfeld gewaltfrei überleben, sich behaupten und ihre Rechte einfordern zu können. Die entsprechenden Massnahmen sind: Auf- bau eines Informationsangebotes (Plattform), Beratung in Menschen- rechtsfragen, Schulungen zum Thema Menschenrechte, Erarbeiten von Ausbildungsmaterial und Ausbildungsmodulen. Begünstigte Rund 4700 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 382 600 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr.   50 000 DEZA Fr.   80 000 Andere Kantone Fr.   30 000 Andere Fr. 102 600 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

2.4 Projekte in Südosteuropa (Projekte 26–28)

26. Swisscontact («BOOST» – Digital Arbeitsmöglichkeiten suchen und finden) Gesuchsteller/in Swisscontact, Zürich Land/Region Albanien (69) / Kosovo, jeweils landesweit Vorhaben Albanien und Kosovo weisen, insbesondere bei jungen Erwachse- nen, eine hohe Arbeitslosigkeit auf trotz wirtschaftlicher Verbesse- rungen. Besonders betroffen sind Angehörige ethnischer Minder- heiten und Personen aus ländlichen Gebieten. Für die Unternehmen besteht das Problem, geeignete Bewerberinnen und Bewerber rekru- tieren zu können. Das Projekt hat das Ziel, benachteiligten Stellen- suchenden mittels der Plattform BOOST Zugang zu offenen Stellen und zu individuellem Coaching zu ermöglichen. Die Online-Plattform BOOST verbindet verschiedene Akteure (Unter- nehmen und Stellensuchende) und lässt sich zudem beliebig mit zu- sätzlichen Angeboten ausweiten. Im Rahmen des anstehenden Pro- jektschritts werden neben den bereits einsetzbaren 200 Coaches weitere ausgebildet und die öffentliche Verwaltung sowie weitere Teile des Privatsektors in das Projekt einbezogen. Die Coaches ver- mitteln neu auch geeignete Praktikumsstellen. Begünstigte Rund 30 000 Personen, rund 700 Unternehmen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 550 000 Beantragter Beitrag Fr. 150 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr. 165 000 Andere Fr. 235 000 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

27. IAMANEH Schweiz (Verbesserung der psychischen Gesundheit von traumatisierten und gewaltbetroffenen Frauen und Kindern) Gesuchsteller/in IAMANEH, Basel Land/Region Bosnien-Herzegowina (73), Kanton Tuzla Vorhaben In Bosnien-Herzegowina gibt es ungefähr 200 000 Menschen, die während des Krieges gefoltert wurden. Tausende Frauen und Mäd- chen wurden vergewaltigt, versklavt oder in Vergewaltigungslager gesteckt. Sie leiden auch Jahrzehnte später noch an psychischen und physischen Problemen (posttraumatische Stresssymptome, Angst- zustände, Schlafstörungen usw.). Hinzu kommen die schwierigen Nachkriegsverhältnisse und die steigende Verarmung breiter Bevöl- kerungsschichten. Bei vielen Männern führt der Verlust von Arbeit,

Einkommen und ihrer Rolle als ernährendes Familienoberhaupt zu Alkoholismus und einer erhöhten Gewaltbereitschaft, die sich in ers- ter Linie innerhalb der Familien entlädt. Das Projekt zielt auf die Prä- vention von Gewalt und die Verbesserung der psychischen Gesund- heit von traumatisierten und von Gewalt betroffenen Frauen und Kin- dern. Das Projekt umfasst psychotherapeutische Unterstützung, Sozial- und Rechtsberatung, Workshops zur Stärkung der individu- ellen Fähigkeiten, die Arbeit mit Jugendlichen an Schulen, das Er- stellen von Ausbildungs- bzw. Trainingsmaterial und Sensibilisierungs- arbeit auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene für einen besse- ren Schutz von Frauen und Kindern. Begünstigte Direkt mindestens 600 Frauen und Mädchen, 100 Schülerinnen und Schüler Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 371 910 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel– DEZA Fr. 120 000 Andere Kantone Fr.   30 000 Andere Fr. 121 910 Gewährter Beitrag Fr. 60 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA.

28. Pädagogische Hochschule Zürich («Play and Life Skills [PALS]» – Förderung von pädagogisch-didaktischen Kompetenzen) Gesuchsteller/in Pädagogische Hochschule, Zürich Land/Region Nordmazedonien (82), landesweit; Serbien (64), Region Vojvodina Vorhaben Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren lernen auf spielerische Art und Weise. Dabei eignen sie sich nicht nur fachliche Kompetenzen an, sondern auch Fähigkeiten, Fertigkeiten sowie Einstellungen auf verschiedenen Ebenen (kreatives Denken, soziale Kompetenzen usw., sogenannte Life Skills). Diese grundlegenden Erkenntnisse werden nicht in allen europäischen Bildungssystemen gleichermassen be- rücksichtigt. Fachleute aus Nordmazedonien und Serbien haben gegenüber der PHZH um Unterstützung ersucht bei Massnahmen, um in der Ausbildung von Lehrpersonen die Bedeutung von Spiel- und Lerngelegenheiten im Elementarbereich stärker zu berücksichtigen. Insbesondere auf Kindergarten- und Elementarschulstufe sollen bessere Voraussetzungen für ein freies Spiel bzw. für die Aneignung von Life Skills geschaffen werden. Das Projekt richtet sich an Dozie- rende, Studierende und Lehrpersonen und will sie für die Bedeutung von freiem Spiel für die Aneignung von Life Skills sensibilisieren, ihre Kompetenzen erweitern und dadurch eine verstärkte Verknüp-

fung von Ausbildung und Schulpraxis im Bereich Spielen und Lernen für Kinder von vier bis acht Jahren erreichen. Im Rahmen des Projek- tes wird ein Handbuch für Hochschuldozierende (Serbisch, Ungarisch, Mazedonisch und Albanisch) erarbeitet, das als Grundlage für die Aus- bildung von Lehrpersonen dient. Parallel dazu werden Videobeispiele für den Einsatz in Lehr- oder Weiterbildungsveranstaltungen für Pra- xislehrpersonen entwickelt. In einer zweiten Phase wird ein Weiter- bildungsprogramm angeboten, das theoretische und praxisnahe In- halte für Lehrerinnen und Lehrer vermittelt. In einer dritten Phase wer- den neue Ausbildungsmodule entwickelt, ausgetestet und in die Aus- bildung von Lehrpersonen integriert. Begünstigte Rund 300 Dozierende an Hochschulen, rund 500 Lehrpersonen und jährlich rund 1000 Studierende Kosten (einschliesslich 5,9% PBK) Fr. 567 800 Beantragter Beitrag Fr. 330 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 175 200 DEZA– Andere Fr.   62 600 Gewährter Beitrag Fr. 234 600 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2021 geltenden Vergabekriterien EZA

3. Übersichtslisten

3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Organisationen Organisation Projekt-Nr. Staat(en) Beitrag in Franken Ärzte ohne Grenzen 13 Südsudan 60 000 Aqua Alimenta 23 Guatemala 60 000 Biovision 3 Kenia 60 000 Brücke – Le pont 1 Benin/Togo 60 000 Caritas Schweiz 21 Tadschikistan 60 000 Christoffel Blindenmission 19 Nepal 60 000 Comundo 25 Kolumbien 60 000 Fastenopfer 4 Kenia 60 000 HEKS 14 Südsudan 60 000 Helvetas 2 Burkina Faso 60 000 Horyzon 24 Haiti 60 000 IAMANEH 27 Bosnien-Herzegowina 60 000 IKRK 12 Somalia 60 000 Medair 18 Jemen 60 000 Mission am Nil 5 Kongo (D.R.) 60 000

Organisation Projekt-Nr. Staat(en) Beitrag in Franken Nouvelle planète 11 Senegal 60 000 PHZH 28 Serbien, Nordmazedonien 234 600 Save the Children 20 Nepal 60 000 Solidar Suisse 7 Mosambik 60 000 Solidarität mit der Welt (SDW) 15 Südsudan 60 000 SolidarMed 8 Mosambik 60 000 Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 22 El Salvador 60 000 Swisscontact 26 Albanien/Kosovo 60 000 TearFund Schweiz 17 Bangladesch 60 000 Terre des hommes – 10 Nigeria 60 000 Kinderhilfe Terre des hommes Schweiz 9 Mosambik 60 000 Universität Zürich, ISEK 16 Uganda 205 400 WWF Schweiz 6 Madagaskar 60 000

3.2 Übersicht zum Engagement in den einzelnen Staaten Kontinent / Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Afrika Benin/Togo 1 60 000 60 000 Burkina Faso 2 60 000 60 000 Kenia 3 60 000 4 60 000 120 000 Kongo (D.R.) 5 60 000 60 000 Madagaskar 6 60 000 60 000 Mosambik 7 60 000 8 60 000 9 60 000 180 000 Nigeria 10 60 000 60 000 Senegal 11 60 000 60 000 Somalia 12 60 000 60 000 Südsudan 13 60 000 14 60 000 15 60 000 180 000 Uganda 16 205 400 205 400 Afrika total 1 105 400

Kontinent / Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Asien Bangladesch 17 60 000 60 000 Jemen 18 60 000 60 000 Nepal 19 60 000 20 60 000 120 000 Tadschikistan 21 60 000 60 000 Asien total 300 000 Südamerika El Salvador 22 60 000 60 000 Guatemala 23 60 000 60 000 Haiti 24 60 000 60 000 Kolumbien 25 60 000 60 000 Südamerika total 240 000 Europa Albanien/Kosovo 26 60 000 60 000 Bosnien-Herzegowina 27 60 000 60 000 Serbien/Nordmazedonien 28 234 600 234 600 Europa total 354 600 Total 2 000 000

3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projektes wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 1, 3, 4, 6, 11, 14, 21, 23 Ernährung, Umwelt 1, 3, 4, 6, 14 Kleinunternehmen, Einkommensförderung 1, 2, 6, 17, 26 Sozialpolitik, Verwaltung 5, 7, 9, 10, 14, 17, 19, 20, 21, 24, 25, 26, 27 Gesundheit 5, 8, 12, 13, 15, 16, 18, 19 Frauenförderung 5, 6, 7, 9, 11, 14, 15, 17, 24, 27 (Berufs-)Bildung, Förderung von Kindern 2, 4, 5, 9, 10, 16, 20, 22, 24, 25, 26, 28 und Jugendlichen

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Den folgenden Empfängerinnen und Empfängern werden für die genannten Vorhaben die folgenden Beiträge aus dem Gemeinnützigen Fonds gewährt:

1. Brücke – Le pont (Aus der Armut dank ländlicher Entwicklung) Fr. 60 000

2. Helvetas (Naafa – Junge Frauen und Männer ohne Schulbildung finden durch massgeschneiderte Kurse ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt) Fr. 60 000

3. Biovision (Lokales Saatgut für eine grosse Vielfalt) Fr. 60 000

4. Fastenopfer (Gemeinsam die Ernährung sichern und Konflikte lösen) Fr. 60 000

5. Mission am Nil International (Panzi Ausbildungs- und Rehabilitationszentrum) Fr. 60 000

6. WWF Schweiz (Mit Kochherden zu Unternehmertum und nachhaltiger Aufforstung) Fr. 60 000

7. Solidar Suisse (Verwaltung von ländlichen und städtischen Gemeinden, Demokratie «Schritt für Schritt» Fr. 60 000

8. SolidarMed (Farben retten Kinderleben) Fr. 60 000

9. Terre des hommes Schweiz (Ein Leben ohne Gewalt für Mädchen und junge Frauen) Fr. 60 000

10. Terre des hommes – Kinderhilfe («PROTECT»: Gezielte Schulbildung mit Kinderschutz für benachteiligte Kinder) Fr. 60 000

11. Nouvelle Planète (Projekt zur Förderung des nachhaltigen Gemüseanbaus und Stärkung des Verbandes der Landwirte in Senegal) Fr. 60 000

12. Internationales Komitee vom Roten Kreuz («ALMANACH» – Algorithm for the Management of Childhood Illnesses) Fr. 60 000

13. Ärzte ohne Grenzen (Unterstützung für das Spital von Agok) Fr. 60 000

14. HEKS (Frieden und bessere Lebensbedingungen) Fr. 60 000

15. Solidarität mit der Welt (Hilfe zur Selbsthilfe im Südsudan: Hebammenschule: Frauen setzen sich für Leben und gegen Armut im ganzen Land ein) Fr. 60 000

16. Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich (Traditional Medicine in Transition) Fr. 205 400

17. TearFund Schweiz (Starke Frauen. Starke Familien – Befähigung von Frauen in Bangladesch) Fr. 60 000

18. Medair (Gesundheits-, Ernährungs- und WASH-Leistungen für bedürftige und vom Konflikt betroffene Menschen im Südjemen) Fr. 60 000

19. Christoffel Blinden Mission (Gemeinsam stark für Suizidprävention) Fr. 60 000

20. Save the Children (Frühförderung und Schutz von Kleinkindern) Fr. 60 000

21. Caritas Schweiz (Weather, Water and Climate Services [WWCS] für eine widerstands­ fähige ländliche Bevölkerung) Fr. 60 000

22. Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (Lasst uns unser Recht auf Bildung leben) Fr. 60 000

23. Aqua Alimenta (Produktive indigene Kleinbauern) Fr. 60 000

24. Horyzon (Espace Sûr – ein sicherer Ort, Bildung für Mädchen und junge Frauen in den Slums von Haiti) Fr. 60 000

25. Comundo (Trauma aufarbeiten und Menschenrechte für Konfliktopfer durchsetzen) Fr. 60 000

26. Swisscontact («BOOST» – Digital Arbeitsmöglichkeiten suchen und finden) Fr. 60 000

27. IAMANEH Schweiz (Verbesserung der psychischen Gesundheit von traumatisierten und gewaltbetroffenen Frauen und Kindern) Fr. 60 000

28. Pädagogische Hochschule Zürich («Play and Life Skills (PALS)» – Förderung von pädagogisch­ didaktischen Kompetenzen) Fr. 234 600 Total Fr. 2 000 000

II. Die Gewährung erfolgt unter den Bedingungen und Auf‌lagen, die in den Erwägungen zu den einzelnen Beiträgen genannt sind, sowie unter den folgenden allgemeinen Bedingungen und Auf‌lagen: a) Die Empfängerin oder der Empfänger hat der Fondsverwaltung elek- tronisch die Erfüllung aller Auf‌lagen zuzusichern (Bedingung). b) Die Empfängerin oder der Empfänger hat die Fondsverwaltung in- nert fünf Jahren seit der Gewährung elektronisch um die Auszahlung des Beitrags zu ersuchen und der Fondsverwaltung den Schlussbericht gemäss § 11 Abs. 2 Satz 1 LFG in einer von dieser akzeptierten Fas- sung einzureichen (Bedingung für diese Auszahlung).

c) Die Empfängerin oder der Empfänger hat geeignete Massnahmen zur Verhinderung einer Zweckentfremdung der Mittel, insbesondere durch Korruption und Kickbacks, zu treffen (Auf‌lage). d) Die Empfängerin oder der Empfänger hat den Gemeinnützigen Fonds an geeigneter Stelle als Geldgeber zu erwähnen, wenn möglich unter Verwendung des Logos des Gemeinnützigen Fonds (Auf‌lage). e) Ergibt sich nach der Verwirklichung des Vorhabens eine Überfinan- zierung, hat die Empfängerin oder der Empfänger dem Gemeinnützi- gen Fonds davon den Teil zu erstatten, der dem Anteil des Fonds an der Finanzierung des Vorhabens entspricht (Auf‌lage). III. Die Finanzdirektion wird beauftragt, die Beiträge gemäss Disposi- tiv I unter Berücksichtigung der Bedingungen und Auf‌lagen gemäss Dis- positiv II auszubezahlen. IV. Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Beschluss ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu be- zeichnen und soweit möglich beizulegen. V. Mitteilung an die Empfängerinnen und Empfänger der Beiträge gemäss Dispositiv I (durch die Finanzdirektion), die Genossenschaft Swisslos Interkantonale Landeslotterie, Lange Gasse 20, 4052 Basel, die Finanzkommission des Kantonsrates sowie an die Direktionen des Re- gierungsrates und die Staatskanzlei.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli