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0.191.022

Fakultativprotokoll
über den Erwerb der Staatsangehörigkeit
zum Wiener Übereinkommen über konsularische
Beziehungen

AS 1992 2062; BBl 1987 III 352

Übersetzung1

Abgeschlossen in Wien am 24. April 1963
Von der Bundesversammlung genehmigt am 23. März 19902
Schweizerische Beitrittsurkunde hinterlegt am 12. Juni 1992
In Kraft getreten für die Schweiz am 12. Juli 1992

(Stand am 26. Februar 2015)

Die dieses Protokolls und des Wiener Übereinkommens 3 über konsularische
Beziehungen,

im folgenden als «Übereinkommen» bezeichnet, das von der vom 4. März bis zum 22. April 1963 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen angenommen wurde,

von dem Wunsch geleitet, untereinander Regeln über den Erwerb der Staatsangehörigkeit durch die Mitglieder ihrer konsularischen Vertretungen und die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienangehörigen aufzustellen,

sind wie folgt übereingekommen:

Art. I

Im Sinne dieses Protokolls hat der Ausdruck «Mitglieder der konsularischen Vertretung» die ihm in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe g des Übereinkommens gegebene Bedeutung, nämlich «die Konsularbeamten, die Bediensteten des Verwaltungs‑ oder technischen Personals und die Mitglieder des dienstlichen Hauspersonals».

Art. II

Mitglieder der konsularischen Vertretung, die nicht Angehörige des Empfangsstaates sind, sowie die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienangehörigen erwerben nicht lediglich kraft der Rechtsvorschriften des Empfangsstaates dessen Staatsangehörigkeit.

Art. III

Dieses Protokoll liegt für alle Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 3 1. Oktober 1963 im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Österreich und danach bis zum 31. März 1964 am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Art. IV

Dieses Protokoll bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen.

Art. V

Dieses Protokoll liegt zum Beitritt für alle Staaten auf, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden. Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen.

Art. VI

Dieses Protokoll tritt an demselben Tag wie das Übereinkommen oder aber am dreissigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die zweite Ratifikations‑ oder Beitrittsurkunde zu dem Protokoll beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden ist, je nachdem, welcher Tag später liegt.

Für jeden Staat, der dieses Protokoll nach seinem gemäss Absatz 1 erfolgten Inkrafttreten ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikations‑ oder Beitrittsurkunde in Kraft.

Art. VII

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden:

  1. die Unterzeichnungen dieses Protokolls und die Hinterlegung der Ratifikations‑ oder Beitrittsurkunden gemäss den Artikeln III, IV, und V;
  2. den Tag, an dem dieses Protokoll gemäss Artikel VI in Kraft tritt.

Art. VIII

Das Original dieses Protokolls, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; dieser übermittelt allen in Artikel 111 bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften.

Zu Urkund dessen haben die unterzeichneten, von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben.

Erstellt in Wien am 24. April 1963.

(Es folgen die Unterschriften)

0.191.022

Geltungsbereich am 26. Februar 20154

Vertragsstaaten

Ratifikation
Beitritt (B)

Inkrafttreten

Ägypten

21. Juni

1965 B

17. März

1967

Belgien

9. September

1970 B

9. Oktober

1970

Botsuana

12. Mai

2008 B

11. Juni

2008

Bulgarien

11. Juli

1989 B

10. August

1989

Dänemark

15. November

1972

15. Dezember

1972

Deutschland

7. September

1971

7. Oktober

1971

Dominikanische Republik

4. März

1964

17. März

1967

Estland

21. Oktober

1991 B

20. November

1991

Finnland

2. Juli

1980

1. August

1980

Gabun

23. Februar

1965 B

17. März

1967

Ghana

4. Oktober

1963

17. März

1967

Indien

28. November

1977 B

28. Dezember

1977

Indonesien

4. Juni

1982 B

4. Juli

1982

Irak

14. Januar

1970 B

13. Februar

1970

Iran

5. Juni

1975 B

5. Juli

1975

Island

1. Juni

1978 B

1. Juli

1978

Italien

25. Juni

1969

25. Juli

1969

Kenia

1. Juli

1965 B

17. März

1967

Korea (Süd-)

7. März

1977 B

6. April

1977

Laos

9. August

1973 B

8. September

1973

Madagaskar

17. Februar

1967 B

17. März

1967

Malawi

23. Februar

1981 B

25. März

1981

Marokko

23. Februar

1977 B

25. März

1977

Nauru

14. Dezember

2012 B

13. Januar

2013

Nepal

28. September

1965 B

17. März

1967

Neuseelanda

5. September

2003 B

5. Oktober

2003

Nicaragua

9. Januar

1990 B

8. Februar

1990

Niederlandeb*

17. Dezember

1985 B

16. Januar

1986

Aruba

17. Dezember

1985

16. Januar

1986

Curaçao

17. Dezember

1985

16. Januar

1986

Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba)

17. Dezember

1985

16. Januar

1986

Sint Maarten

17. Dezember

1985

16. Januar

1986

Niger

21. Juni

1978 B

21. Juli

1978

Norwegen

13. Februar

1980

14. März

1980

Oman

31. Mai

1974 B

30. Juni

1974

Panama

28. August

1967

27. September

1967

Paraguay

23. Dezember

1969 B

22. Januar

1970

Philippinen

15. November

1965 B

17. März

1967

Schweden

19. März

1974

18. April

1974

Schweiz

12. Juni

1992 B

12. Juli

1992

Senegal

29. April

1966 B

17. März

1967

Suriname

11. September

1980 B

11. Oktober

1980

Syrien

21. Juni

1965 B

17. März

1967

Thailand

15. April

1999 B

15. Mai

1999

Tunesien

24. Januar

1968 B

23. Februar

1968

  1. Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach.
  1. Das Protokoll gilt nicht für die Tokelau-Inseln.
  1. Für das Königreich in Europa.

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Erklärungen

Niederlande

Das Königreich der Niederlande legt die Worte, «nicht lediglich kraft der Rechtsvorschriften des Empfangsstaats» in Artikel 11 des Protokolls dahingehend aus, dass der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Abstammung nicht als Erwerb der Staatsangehörigkeit lediglich kraft dieser Rechtsvorschriften betrachtet wird.