I. Präkolumbische Textilien
Repräsentative Textilien für folgende Hauptkulturen und Hauptobjektklassen:
A. Chimu
Kissen: In Taschenform genähte Stoffstücke mit Füllmaterial aus Pflanzenfasern. Meist in Tapisserie. 60 × 40 cm.
Bemalte Tücher: Flache Baumwolltücher mit gemalten Mustern. Grösse zwischen 20 cm und 6,1 m.
Kopfschmuck: Kopfschmuck ist meist aus vor allem weissen, grünen und dunkelbraunen Federn gefertigt, an einem Stoff befestigt und mit einem Rohr- oder Flechtrahmen zusammengehalten. Die Federn im obersten Teil werden so angebracht, dass sie aufrecht stehen.
Federstoffe: Mit Vogelfedern geschmückte Stoffe, vor allem Wandteppiche und Tuniken. Unterschiedlich in Form und Grösse, meist in geometrischen Motiven und Spiralen. Variieren von 20 cm–3 m Länge und können bis 1,5 m breit sein.
Wandteppiche: Es gibt zwei Typen von Chimu-Wandteppichen: Tapisseriegewebe oder einfach gewobene Baumwolle. Isolierte anthropomorphe Motive herrschen vor, können mit zoomorphen Motiven verbunden sein. Von 20 × 20 cm bis 2,0 × 1,8 m.
Gürtel und Schärpen: Meist in Tapisserie, hauptsächlich rot, weiss, ocker und schwarz. Wie andere Chimu-Textilien stellen sie meist menschliche Gesichter mit gestreiftem Kopfschmuck dar. Bis 2,20 m lang.
B. Chancay
Webereien: Webereien findet man häufig in der Chancay-Kultur, manchmal sind die Webstücke noch am Rahmen. Oft zeigen diese Textilstücke verschiedene Techniken und werden als «Muster» bezeichnet. 50 × 20 cm.
Lendenschürzen: Dreieckige Wandteppiche mit in Tapisserie gearbeiteten Borten.
Puppen: Dreidimensionale, mit Pflanzenfasern ausgestopfte menschliche Figuren mit Haar und anderen Verzierungen. Manchmal stellen sie weibliche Wesen allein, manchmal in Gruppen angeordnet dar. Wichtiges Detail: Die Augen sind in Tapisserie gefertigt; Fälschungen haben gestickte Gesichtszüge. Meist 20 cm hoch und 8 cm breit.
Falsche Köpfe: In der Chancay-Kultur sind falsche Köpfe aus einem mit Pflanzenfasern gestopften Kissen und mit einem einfach gewobenen Tuch gemacht, verziert mit Muscheln, Perlen, Metall, Holz oder Bemalung zur Darstellung der Gesichtszüge. Manchmal haben sie echtes Haar. Meist 30 × 35 cm gross.
Unku/Tuniken: Verschiedene Grössen und Stile. Einige sind einfach gewoben, andere in Gaze, wieder andere in Tapisserie oder in Brokat. Man erkennt sie an ihrer Ikonografie, die geometrische Motive, Vögel, Fische, Pflanzen und menschliche Figuren umfasst. Miniaturen sind sehr klein; Exemplare in normaler Grösse messen ca. 50 × 50 cm.
Gürtel: Chancay-Gürtel sind bunt mit geometrischen Motiven in Tapisserie. Manchmal sind die Enden in Kunstsamt gearbeitet. 2 m × 5 cm.
Wandteppiche: Chancay-Wandteppiche gibt es in Tapisserie oder bemalt auf einfach gewobenem Stoff. Letztere können Muster mit Fischen, Papageien, Affen, Viszcachas, Raubkatzen, Füchsen und menschlichen Figuren tragen. Unterschiedliche Grössen von Miniaturen bis 4 × 2 m.
Banner: Chancay-Banner werden von einem Rahmen aus geraden Schilfrohren gehalten und mit einem Baumwolltuch überzogen, das mit anthropomorphen, ockerfarbigen und schwarzen Motiven bemalt ist. Manchmal haben sie eine Fahnenstange. 20 × 20 cm.
Gaze: Tücher in Durchbruchtechnik mit sehr feinen Baumwollfäden. Können bestickte Motive im gleichen Faden haben, welche Vögel oder andere Tier- oder Pflanzenmuster darstellen. Normalerweise 80 × 80 cm, einige auch kleiner.
C. Nazca
Dreidimensionaler Stoff: Stoff, dreidimensional, mit Nadeln hergestellt. Viele helle Farben, verknüpft zu langen Streifen. Jede Figur ist ca. 5 cm lang und 2 cm breit.
Unku/Tunikas: Umfassen Miniaturtunikas und Tunikas von normaler Grösse. Meist einfarbig, vorwiegend hellbraun. Die Halsränder, Säume und Fransen haben mehrfarbige geometrische Muster. Fransenenden in gewobenen Zöpfen. Unterschiedliche Grössen von Miniaturen bis ca. 1,5 × 0,8 m.
Taschen: Es gibt Taschen in vielen Grössen, von Miniaturen bis zu sehr grossen, normalerweise mit enger Öffnung und grossem Beutel. Einige haben Fransen. Ihre Ikonografie ähnelt jener der Unku (Tunika), stilisierte gelbe, rote, dunkel- und hellblaue Muster.
Schärpen: Nazca Schärpen sind auf speziellen Webstühlen gearbeitet. Ihre Enden sind mit plissierten Fransen verziert.
Knüpfbatik (bemaltes) Tuch: Am häufigsten in Knüpfbatik; der Stoff wird verknotet und gebunden, bevor er gefärbt wird, so dass nach dem Aufbinden Negativbilder mit Diamantformen sowie quadratische und konzentrische Formen erscheinen. Am häufigsten sind orange, rote, blaue, grüne und gelbe Farben. Variieren von ca. 20 × 20 cm bis 2,0 × 1,8 m.
Patchwork-Stoff: Variante der Knüpfbatik, wo kleine Stoffstücke hergestellt und danach zusammengenäht werden, so dass daraus ein Stoff mit Rechtecken aus Batik in verschiedenen Farben entsteht. Der Stoff kann mit Fransen verziert sein. Variiert von 20 × 20 cm bis 2,0 × 1,8 m.
Wara/Lendenschurz: Meist aus einem flachen Stück Stoff mit bunten Borten, die stilisierte geometrische Muster aufweisen. Enden in Fransen. 50 × 30 cm.
Fächer: Die Fassung ist aus Pflanzenfasern mit gebogenen Besatzstreifen, in welche die Federn gesteckt werden. Normalerweise werden zwei Farben von Federn auf diese Weise eingesetzt, beispielsweise orange und grün oder gelb und blau. 30 × 20 cm.
D. Huari
Wandteppiche: Zeichnen sich aus durch ihre komplexe, abstrakte Ikonografie. In Tapisserie und in einer breiten Farbenpalette von braun, beige, gelb, rot bis orange und grün. Variieren von 20 × 20 cm bis 2,0 × 1,8 m.
Unku/Tuniken: Gross, mit einer abstrakten, geometrischen Ikonografie. Oft wiederholen sich die Muster in den vertikalen Borten. Meist haben diese Tuniken eine Baumwollkette und einen Kamelid-Faserschuss. Einige sind so fein gewebt, dass auf 1 cm 2 100 Fäden kommen. Unterschiedliche Grössen von Miniaturen bis zu 1,5 m × 80 cm.
Mützen: Am meisten verbreitet sind die sog. «Vierkantmützen» in Kunstsamt, wodurch ein samtiges Gewebe entsteht. An den Stoff werden kleine Quasten aus hellfarbiger Wolle angebracht.
Vincha/Kopfbänder: Diese Accessoires sind in Tapisserie oder Kunstsamt gefertigt und mit geometrischen Motiven verziert.
Taschen: Taschen haben Öffnungen, die einiges kleiner sind als der eigentliche Beutel, mit Mustern, die Raubkatzen, Kameliden, menschliche Gesichter und Gesichter mit Tierzügen darstellen.
E. Paracas
Esclavina/Kleine Schulterponchos: Esclavina-Paracas sind einmalig in ihrer Art durch ihre Verzierung in Paracastil mit hellfarbigen Bildern bestehend aus Vögeln, Blumen, Tieren und menschlichen Figuren. Variieren in der Grösse von Miniaturen bis 60 × 30 cm.
Umhänge: Paracas-Umhänge können aufgrund ihres Dekors in fünf Typen eingeteilt werden. Alle sind ca. 2,5 × 1,6 m gross.
- Umhänge mit einem einfarbigen Feld und gewobenen Borten;
- Umhänge mit verzierten (bestickten) Borten und einfarbigem Feld;
- Umhänge mit verzierten (bestickten) Borten und einem dekorativen Streifen im Mittelfeld;
- Umhänge mit bestickten Borten und in Schachbrettart besticktem Mittelfeld;
- Umhänge mit bestickten Borten und abwechselnd Diagonalen von gestickten Figuren im Mittelfeld.
Gazen: Paracas-Gazen sind einfarbig, beispielsweise lila, gelb, rot oder grau. Sie sind meist rechteckig und haben ein weiches und zartes Gewebe. Ca. 1 × 1 m.
Wandteppiche: Paracas-Wandteppiche sind normalerweise aus Tuch und dienten zu Gebrauchszwecken. Sie sind meist nicht verziert. Variieren von 20 × 20 cm bis 2 × 1,8 m.
Röcke: Es gibt zwei Typen von Paracas-Röcken: Einige sind einfach, aus Baumwolle mit Verzierungen nur an den Enden; andere sind kunstvoll bestickt mit bunten Motiven in Wolle. Diese bilden oft Kombinationen mit Umhängen und anderen Kleidungsstücken. Röcke sind rechteckig und sehr weit, sie haben zwei mit Fransen besetzte Bänder. 3 m lang und 70 cm breit.
Wara/Lendenschürzen: Aus Baumwolle, sind nicht so lang wie die Röcke, und viele haben bestickte Borten.
Schleudern: Paracas-Schleudern sind in Cavernas-Stil verziert aus Pflanzenfasern und sind klein, meist 1,5 m × 5 cm.
Pelze: Es gibt zahlreiche bekannte Exemplare von Tierhäuten aus Paracas-Kontexten, darunter Füchse, Vizcachas und Meerschweinchen. Die meisten sind sehr schlecht erhalten.
F. Moche
Taschen: Moche-Taschen sind meist quadratisch, klein und haben einen kurzen Henkel, in Tapisserie mit grossen, eingewebten Mustern. Die häufigsten Farben sind Weiss, Schwarz, Rot, Hellblau und Ocker.
Wandteppiche: Diese in Tapisserie gefertigten, an ihrer Ikonografie erkennbaren Wandteppiche stellen Personen auf Balsa-Schilfflössen dar, umringt von einem Gefolge. Sie sind geometrisch, schwarz umrandet und im Profil dargestellt. Vorherrschend sind Darstellungen des maritimen Lebens und von Meerestieren. Variieren von 20 × 20 cm bis 2 × 1,8 m.
Zierstöcke: Kleine Stöcke sind «zusammengewebt» in Körperbindung mit bunten Fäden, die anthropomorphe Muster zeigen. Ca. 10 × 10 cm.
G. Lambayeque
Wandteppiche: Lambayeque-Wandteppiche sind klein, in Tapisserie, aus Baumwolle und Wolle. Von 20 × 20 cm bis 2 × 1,8 m.
H. Inka
Schleudern: Es gibt zwei Typen von Inka-Schleudern. Zeremonielle Schleudern sind übergross und kunstvoll verziert mit geometrischen Motiven und mit langen Fransen. Die anderen sind kleiner und für den Gebrauch bestimmt, fast immer nur auf dem Beutel und an den äusseren Enden verziert. Die Verzierung ist geometrisch und die Enden der Schleudern weisen Fransen auf.
Unku/Tuniken: Inka-Tuniken sind alle schön gearbeitet und bunt, meist rot, olivgrün, schwarz und gelb. Verzierende Elemente können nach Schachbrettart angeordnet sein und kommen im oberen und unteren Teil des Kleidungsstücks vor. Die Grösse variiert von Miniaturen bis zu ca. 1,5 m × 80 cm.
Taschen: Erkennbar an ihren hellen Farben, sie haben eine Öffnung, die enger ist als der Beutel, der weit ist und mit langen Fransen verziert, mit einem Henkel. Grösse variiert von Miniaturen bis zu 30 × 20 cm.
Wandteppiche: Einige sind aus Baumwolle in Doppelstoff-Technik, basierend auf hellem Braun und Beige. Reihen von geometrisch dargestellten Lamas herrschen vor. Unterschiedliche Grössen von 20 × 20 cm bis 2 × 1,8 m.
Umhänge: Inka-Umhänge haben Standardmasse, manchmal sind sie mehr als 1 m lang, meist rechteckig. Sie sind mehrfarbig, die Kette ist aus Baumwolle, der Schuss aus Wolle. Die häufigsten Farben sind Dunkelrot, Olivgrün, Weiss und Schwarz. Meist 2,5 × 1,6 m.
Kipu/quipu: Inka-Quipus (geknüpfte Kordeln, mnemotechnische Objekte) sind aus Baumwoll- und Wollschnüren gemacht, manchmal sind beide Fasern zusammengedreht. Selten ist ihre ursprüngliche Farbe erhalten, aber manchmal sieht man noch helle Blau- und Brauntöne. Einige sind in bunte Fäden eingewickelt, die an den Enden der Kordeln angebracht sind. 80 × 50 cm.
II. Präkolumbische Metalle
A. Idole
Anthropomorphe oder zoomorphe Figuren, von denen einige hohl, andere massiv sind. Sie können aus Gold und Silber gefertigt sein, vergoldet, aus Kupfer oder Bronze sein. Die Höhe variiert von 2–20 cm.
B. Plaketten
Dünne Gold- Silber- Kupferblätter oder vergoldete Kupferblätter zum Bedecken des Körpers, in Einzelstücken gefertigt. Sie haben gepunzte oder gestanzte Muster an den Rändern und in der Mitte des Blattes. Durchschnittlich 0,6 cm hoch.
C. Äxte
Fast immer T-förmig und massiv. Es gibt auch Äxte in der traditionellen Axtkopf-Form. Können aus Bronze oder aus Kupfer sein.
D. Streitkolbenköpfe
Es gibt sie in grosser Formenvielfalt, auch sternförmig, flach, zwei- und dreischichtig. Sie können aus Kupfer oder Bronze gefertigt sein. Die meisten haben ein Loch in der Mitte, durch das ein Holzgriff befestigt wurde.
E. Musikinstrumente
Trompeten: Blasinstrumente mit röhrenförmigem Körper und sich verbreiterndem Endstück, das am Verbindungsstück befestigt ist. Können aus Kupfer oder Bronze sein.
Glocken: Verschiedene Formen und Materialien (auch Gold, Silber, Kupfer und silberbeschichtetes Kupfer).
Conos: Aus einem einzelnen Blatt Metall gehämmert, mit oder ohne Schwengel. Können aus Kupfer oder Silber gefertigt sein. Bis 50 cm hoch.
Rasseln: Musikinstrumente mit einer zentralen Halterung, um einen Henkel zu befestigen. Können aus Kupfer oder Bronze sein. Variieren von 6–25 cm Höhe.
Glöckchen: Kugelförmige Glöckchen mit einer Öffnung unten und einem kleinen Henkel oben, so dass sie an einer Schärpe oder einem anderen Kleidungsstück befestigt werden können. Sie enthalten kleine Steinchen oder einen kleinen Metallball. Die Henkel können verziert sein. Glöckchen können auch andere Objekte verzieren, beispielsweise Rhythmusstöcke. Sie sind aus Gold, Silber oder Bronze. Kommen in allen präkolumbischen Kulturen Perus vor.
Chalchachas: Muschelförmige Musikinstrumente mit gepunzter Verzierung. Aus Kupfer.
Quenas (Flöten): Röhrenförmige Instrumente, meist in Silber, mit Perforierungen zur Veränderung des Tons.
F. Messer
Messer sind je nach ihrer Herkunft verschieden. Sie können kleine oder keine Verzierungen aufweisen und aus verschiedenen Metallen oder aus zwei Metallen gefertigt sein. Am bekanntesten sind die «Tumi» der Sican-Kultur, die einen geraden oder trapezförmigen Griff und eine halbmondförmige Klinge haben. Der massive Griff kann gravierte oder geprägte Muster aufweisen. Normalerweise aus Gold, Silber oder Kupfer gefertigt. Bei zeremoniellen Stücken können die Klinge und der obere Teil eine anthropomorphe stehende oder sitzende Figur darstellen oder einfach ein Gesicht oder eine Maske mit einem kunstvollen Kopfschmuck, Ohrschmuck und eingelassenen Halbedelsteinen. Tumi-Griffe können drei- oder viereckig oder trapezförmig sein. Die Klingen sind oval oder halbmondförmig.
G. Anstecknadeln
Mit einem geraden Schaft und einem spitzen Ende können Anstecknadeln flach oder im Querschnitt zylinderförmig sein. Die meisten sind gehämmert, einige sind hohl. Sie können aus Gold, Silber, Kupfer, Bronze, aus vergoldetem Silber oder aus zwei Metallen bestehen. Einige Nadeln sind zoomorph, andere zeigen Blumen- und wieder andere Fischdarstellungen. Einige haben einen runden Kopf, andere einen flachen, kreisförmigen, wieder andere sind halbmondförmig. Es gibt hohlköpfige Rassel-Anstecknadeln, andere sind massiv und stellen anthropomorphe Bilder dar. Die meisten sind bis 50 cm lang mit Köpfen bis zu 10 cm Durchmesser. Die kleinen Nadeln sind rund 5 cm lang.
H. Gefässe
Es gibt vielfältige Metallgefässe; sie können aus Gold, Silber, vergoldetem Silber, vergoldetem Kupfer, silberbelegtem Kupfer oder aus Bronze sein. Es gibt Miniaturen und grosse Gefässe. Solche Gefässe sind aus allen Kulturen bekannt. Die Formen umfassen Becher, Schalen, flache Teller, kugelförmige Gefässe und Flaschen mit bügelförmigem Hals. Die genaue Form und Oberflächenverzierung variiert von Kultur zu Kultur. Formen schliessen Becher, Schalen und Teller ein. Durchschnittlich 5–30 cm Höhe.
I. Masken
Können aus Gold, Silber, vergoldetem Silber, Kupfer, vergoldetem Kupfer, silberbelegtem Kupfer oder aus zwei Metallen gefertigt sein. Sie variieren stark in Form und Muster. Die bekanntesten Stücke stammen aus folgenden Kulturen: Moche, Sican, Chimu, Huari, Inka, Nazca und Chincha. Die Exemplare aus dem Gebiet der Nordküste haben oft Einsätze aus Muscheln, Edel- oder Halbedelsteinen. Pflanzenharz kann für die Darstellung der Augen und Zähne verwendet werden. Fast alle nicht gereinigten Exemplare haben eine zinnoberrote Oberfläche. Sican-Exemplare messen bis 49 cm in der Breite und 29 cm in der Höhe. Miniaturen können 7 × 5 cm messen. Miniaturmasken werden auch als Verzierung auf anderen Gegenständen verwendet. Kupferexemplare sind meist stark oxidiert.
J. Kronen
Dünne oder dicke Metallblätter für die Umfassung des Kopfes. Sie können aus Silber, Gold, Kupfer, vergoldetem Silber, silberbelegtem Kupfer oder aus zwei Metallen gearbeitet sein. Einige Stücke haben einen gebogenen Mittelteil. Viele sind verziert mit Metallstücken und echten oder künstlichen Federn, die mit kleinen Klammern befestigt werden. Kommen in allen Kulturen vor.
K. Penachos (Stilisierte Metallfedern)
Stilisierte Metallfedern werden für die Verzierung von Kronen verwendet. Können aus Gold, Silber, Kupfer oder silberbelegtem Kupfer gefertigt sein.
L. Tocados (Kopfbedeckungen)
Verzierungen von Kopfbedeckungen können einfach oder komplex sein. Sie können aus einem oder aus mehreren Teilen gefertigt sein. Sie kommen in allen Kulturen vor und haben die Form von Kronen, Diademen oder Krönchen. Sie können zwei stilisierte Federn zur Verzierung der Krone und für die Befestigung am Haar aufweisen (insbesondere die Chimu-Exemplare). Paracas-Exemplare haben meist Strahlenanhängsel mit durchbohrten Scheiben, die an den Enden der Strahlen befestigt sind.
M. Turbane
Lange Stoffstücke, die um den Kopf gewickelt werden. Auf die Turbane können Metallverzierungen aufgenäht sein. Kommen in allen Kulturen vor; die Metallverzierungen variieren von Kultur zu Kultur.
N. Löffel
Gebrauchsobjekte aus Gold, Silber oder Kupfer.
O. Kalkspachtel
Miniaturspachtel: Ein gerader Griff hat ein leicht löffelförmiges Ende. Der Griff kann eine anthropomorphe Figur aufweisen. Aus Gold, Silber oder Kupfer.
P. Ohrschmuck
Ohrschmuck ist vorwiegend aus einem zylindrischen Röhrchen gemacht, das durch das Ohrläppchen befestigt ist und eine grössere Scheibe oder ein Zierblatt auf einer Seite aufweist. Die Scheiben können mit gepunzten, gestanzten oder gravierten Mustern verziert sein oder eingelassene Steine oder Muscheln aufweisen. Können aus Gold, Silber, Kupfer oder aus zwei Metallen gefertigt sein. Ohrschmuck kommt in allen Kulturen vor. Die grössten Stücke sind bis zu 15 cm gross, Durchmesser: 5–14 cm.
Q. Nasenschmuck
Aus verschiedenen Formen, Nasenschmuck kann ein einfaches, gerades Röhrchen sein oder komplexer mit einem flachen Blatt mit gepunztem Muster. Im oberen Teil sind zwei Punkte für die Befestigung des Schmucks an der Nasenscheidewand angebracht. Kann aus Gold, Silber, Kupfer oder aus zwei Metallen gefertigt sein.
R. Ohrringe
Schmuckstücke, die an den Ohrläppchen befestigt werden.
S. Ringe
Einfache Ringe mit oder ohne Muster. Einige bestehen aus zwei Reifen, die in filigranen Spiralen zusammengefügt sind. Einige haben Steine eingelegt. Sie können aus Silber, Gold, Kupfer oder aus Legierungen sein.
T. Armreifen
Armbänder sind aus geraden oder leicht trapezförmigen Metallblättern mit geprägten oder gepunzten Mustern. Es gibt einfache, schmale Reifen. Kommen in allen Kulturen und in verschiedenen Mustern vor. Können aus Gold, Silber, Bronze oder Kupferlegierungen gearbeitet sein. Normalerweise 4–14 cm breit.
U. Halsketten
Halsbänder sind aus Perlen und/oder kleinen gegossenen Perlen gefertigt. Sie sind aus Muscheln, Knochen, Gold, Silber, Kupfer oder Bronze. Die Perlen können verschiedene Formen haben. Alle Perlen haben zwei seitliche Durchbrüche für die Schnur.
V. Pinzetten
Aus einem Stück gemacht mit zwei identischen Enden und einem gebogenen Mittelgriff. Sie sind von verschiedenen Formen, u.a. dreieckig, trapezförmig und oval. Die Griffmitte kann ein Loch aufweisen zur Befestigung der Pinzette an einer Schnur.
W. Federträger
Kegelförmige Objekte mit einem spitzen, hohlen Ende, in das man Federn, Lamahäute oder Affenschwänze einlegt und die mit Teer zusammengehalten werden. Sie können aus Gold, Silber oder silberbelegtem Kupfer gefertigt sein.
V. Präkolumbische vergängliche Relikte
A. Holz
Keroplastiken (Becher): Die häufigste Form ist ein glockenförmiger Becher mit einem flachen Fuss, einige haben auch einen Sockel wie ein Kelch. Die Verzierung variiert von Epoche zu Epoche:
- Prä-Inka: Sehr selten, sie haben gerade Seiten und eingeschnitzte oder hervortretende Reliefverzierungen. Einige mit eingearbeiteten Muscheln.
- Inka: Normalerweise mit geometrischen, eingeschnittenen Mustern auf der gesamten Aussenfläche.
- Koloniales Inka: Aussen mit Lack bemalt, mit Darstellungen von Alltagsszenen, Natur und Krieg.
Stöcke: Rituelle oder zeremonielle Objekte aus einem einzigen Stück Holz gefertigt. Können aufgrund von zwei oder drei der folgenden Merkmale identifiziert werden:
- Im unteren Drittel können die Stöcke eine Metallverzierung aufweisen.
- Der Körper selber ist zylindrisch und von unterschiedlicher Länge.
- Das obere Drittel kann Verzierungen aufweisen, unter anderem eingelegte Muscheln, Steine oder Metall. Einige Stöcke funktionieren als Rasseln, dann ist die Rassel im oberen Teil.
Schnitzereien: Bearbeitete Holzblöcke, beispielsweise Holzsäulen (Orcone) als Stützen von Hausdächern: Chincha-, Chimu- und Chancay-Kultur. Können stehende oder auf einem Sockel sitzende Figuren darstellen. Im oberen Teil ist eine Einkerbung zur Fixierung der Balken, diese Einkerbung hat meist am Fuss ein manchmal bemaltes Gesicht. Die Länge variiert, aber sie sind mindestens 1 m lang oder länger.
Holzkästchen: Kleine Holzkästchen mit Deckel, geschnitzt aus zwei Holzstücken. Normalerweise sind die äussere Seite der Kästchen und der Deckel in Relief geschnitzt. Chimu- und Inka-Kulturen. Sie messen rund 20 × 10 cm.
Spiegel: Holzrahmen für eine reflektierende Oberfläche aus glänzendem Anthrazit oder Pyrit. In einigen Fällen ist der obere Teil der Rückseite in Relief gearbeitet oder hat Muscheleinlagen. Moche-Kultur.
Paddel und Ruder: Grosse, aus einem einzigen Stück gearbeitete Holzstücke. Man unterscheidet drei Teile des Paddels: das Blatt und den Griff (manchmal verziert) und einen oberen, verzierten Teil, der einen Metallüberzug oder eine Verzierungsbemalung haben kann. Die Ruder haben zwei Teile: das Blatt und einen Griff, die Reliefschnitzereien aufweisen können. Chincha-Kultur. Paddel sind bis 2,3 m lang, Ruder bis 1,4 m.
Geräte: Schalen und Löffel aus verziertem Holz mit zoomorphen und anthropomorphen Motiven.
Musikinstrumente: Trompeten und Pfeifen. Trompeten können bis 1,2 m lang sein und sind normalerweise auf dem oberen Drittel des Instruments verziert. Pfeifen variieren stark von unverzierten bis zu solchen, die mit menschlichen Formen verziert sind. Moche-, Huari- und Inka-Kulturen.
B. Knochen
Bearbeitete Knochen: Die interessantesten sind die Chavin-Exemplare mit geschnitzter Verzierung. Meist sind es lange Knochen von Säugetieren. Ihre Länge variiert von 10–25 cm.
Gewichtssteine: Flache Rechtecke aus Knochen von ca. 10 cm Länge. Chincha-Kultur.
Musikinstrumente: Quenas (Flöten) und Antaras (Panflöten) in vielen verschiedenen Formen. Paracas-, Chincha- und Ancon-Kulturen.
C. Kalebassen
Gefässe: Schalen, Töpfe und Kalkhalter (fürs Coca-Kauen). Am interessantesten sind die geschnitzten oder feuergeprägten. Werden seit der präkeramischen Zeit hergestellt.
Musikinstrumente: Ocarinas, kleine Flöten und Pfeifen. Inka-Exemplare können eingravierte Verzierungen oder Verzierungen mit Schnüren und Federn haben.
D. Rohr
Musikinstrumente: Flöten (besonders in der Chancay-Kultur), Panflöten und Pfeifen. Flöten sind oft pyrograviert. Panflöten können zwei oder drei Reihen von Pfeifen haben, die manchmal mit farbigen Fäden zusammengehalten werden. Nazca-Kultur.
E. Stroh
Geflochtene Körbe: Flechtwerk über einem Schilfrahmen in Form eines Kästchens mit Deckel. Manchmal ist das Flechtwerk aus verschiedenfarbigen Fasern gemacht, um die geometrischen Muster herauszuarbeiten. Einzelne haben immer noch ihren ursprünglichen Inhalt: Nadeln, Spindeln, lose Fäden usw. Chancay-Kultur.
F. Muscheln
Musikinstrumente: Meermuscheln (Strombus galeatus, Malea ringens usw.), einige, vor allem aus der Formativzeit, mit eingravierter Verzierung.
Schmuck: Kleine Perlen und Amulette aus Muscheln, vor allem Spondylus princeps, vor allem für Halsbänder und Halsketten. Moche-, Chimu-, und Inka-Kulturen.