AS 2004 3999
Übereinkommen über die internationale Zivilluftfahrt
Übereinkommen vom 7. Dezember 1944 über die internationale Zivilluftfahrt
SR 0.748.0; AS 1971 1305
I
Änderung des letzten Absatzes An ihrer zweiundzwanzigsten Tagung am 30. September 1977 in Montreal hat die Versammlung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation eine Änderung des letzten Absatzes des Übereinkommens beschlossen. Das Protokoll vom 30. September 1977 wurde am 12. Dezember 19791 von der Bundesversammlung genehmigt und ist am 17. August 1999 für die Schweiz in Kraft getreten. Der letzte Absatz des Übereinkommens lautet demnach wie folgt:
Übersetzung2 «Geschehen zu Chicago am siebenten Dezember tausendneunhundertvierundvierzig in englischer Sprache. Die Fassungen dieses Übereinkommens in französischer, englischer, spanischer und russischer Sprache sind gleichermassen verbindlich. Diese Fassungen werden in den Archiven der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hinterlegt, und beglaubigte Ausfertigungen sind von dieser Regierung den Regierungen aller Staaten zu übermitteln, die dieses Übereinkommen unterzeichnen oder ihm beitreten werden. Dieses Übereinkommen wird in Washington D.C. zur Unterzeichnung aufgelegt.»
II
Einfügen eines neuen Artikels 83bis An ihrer dreiundzwanzigsten Tagung am 6. Oktober 1980 in Montreal hat die Ver- sammlung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation die Schaffung eines Arti- kels 83bis beschlossen. Das Protokoll vom 6. Oktober 1980 wurde am 26. November 19843 von der Bun- desversammlung genehmigt und ist am 20. Juni 1997 für die Schweiz in Kraft getreten.
1 AS 2004 3993
2 Amtliche Übersetzung des französischen Originaltextes (RO 2004 3999).
3 AS 2004 3995
2003-2434 3999
Internationale Zivilluftfahrt. Änderung des Übereinkommens AS 2004
Nach Artikel 83 wird der neue Artikel 83bis eingefügt:
Übersetzung4
«Art. 83bis Übertragung bestimmter Funktionen und Aufgaben a) Wird ein in einem Vertragsstaat eingetragenes Luftfahrzeug gemäss einer Vereinbarung über das Vermieten, das Verchartern oder den Austausch des Luftfahrzeugs oder irgendeiner anderen Vereinbarung durch eine Luftfahr- zeughalter betrieben, der seinen Hauptgeschäftssitz oder, ist ein solcher nicht vorhanden, seinen ständigen Aufenthalt in einem anderen Vertragsstaat hat, kann der Eintragungsstaat unbeschadet der Artikel 12, 30, 31 und 3a diesem anderen Staat durch Vereinbarung die Funktionen und Aufgaben des Eintra- gungsstaates nach den Artikeln 12, 30, 31 und 32a entweder ganz oder teil- weise für dieses Luftfahrzeug übertragen. Der Eintragungsstaat wird von der Zuständigkeit für die übertragenen Funktionen und Aufgaben entbunden. b) Die Übertragung wird für andere Vertragsstaaten erst wirksam, wenn entwe- der die Vereinbarung zwischen den betreffenden Staaten, in der diese Über- tragung festgelegt wird, beim Rat registriert und gemäss Artikel 83 veröf- fentlicht wurde, oder wenn das Bestehen und der Umfang der Vereinbarung den Behörden des anderen Vertragsstaates oder den anderen Vertragsstaaten durch einen Vertragsstaat dieser Vereinbarung mitgeteilt wurden. c) Die Bestimmungen der Absätze a und b gelten auch für Fälle nach Arti- kel 77.»
III
Schaffung eines Artikel 3bis An ihrer fünfundzwanzigsten Tagung am 10. Mai 1984 in Montreal hat die Ver- sammlung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation die Schaffung eines Arti- kels 3bis beschlossen. Das Protokoll vom 10. Mai 1984 wurde am 2. Dezember 19855 von der Bundesver- sammlung genehmigt und ist am 1. Oktober 1998 für die Schweiz in Kraft getreten.
4 Amtliche Übersetzung des französischen Originaltestes (RO 2004 4000).
5 AS 2004 3997
Internationale Zivilluftfahrt. Änderung des Übereinkommens AS 2004
Nach Artikel 3 ist ein neuer Artikel 3bis einzufügen:
Übersetzung6
«Art. 3bis a) Die Vertragsstaaten anerkennen, dass sich jeder Staat der Anwendung von Waffen gegen im Flug befindliche Zivilluftfahrzeuge enthalten muss und dass im Falle des Abfangens das Leben der Personen an Bord und die Si- cherheit des Luftfahrzeuges nicht gefährdet werden dürfen. Diese Bestim- mung ist nicht so auszulegen, als ändere sie in irgendeiner Weise die in der Charta der Vereinten Nationen7 niedergelegten Rechte und Pflichten der Staaten. b) Die Vertragsstaaten anerkennen, dass jeder Staat in Ausübung seiner Souve- ränität berechtigt ist, die Landung eines Zivilluftfahrzeuges auf einem be- zeichneten Flughafen zu verlangen, wenn dieses unbefugt sein Hoheitsgebiet überfliegt oder wenn ausreichende Gründe für die Schlussfolgerung vorlie- gen, dass es zu Zwecken benützt wird, die mit den Zielen dieses Überein- kommens unvereinbar sind; er kann einem solchen Luftfahrzeug auch alle sonstigen Anweisungen erteilen, um derartige Verletzungen zu beenden. Zu diesem Zweck können sich die Vertragsstaaten aller geeigneten Mittel be- dienen, die im Einklang mit den einschlägigen Regeln des Völkerrechts ste- hen, einschliesslich der einschlägigen Bestimmungen dieses Übereinkom- mens, insbesondere mit Absatz a dieses Artikels. Jeder Vertragsstaat erklärt sich einverstanden, seine geltenden Vorschriften über das Abfangen von Zi- villuftfahrzeugen zu veröffentlichen. c) Jedes Zivilluftfahrzeug hat eine in Übereinstimmung mit Absatz b dieses Ar- tikels erteilte Anweisung zu befolgen. Zu diesem Zweck nimmt jeder Ver- tragsstaat alle erforderlichen Bestimmungen in seine nationalen Gesetze und Vorschriften auf, um eine derartige Befolgung für alle Zivilluftfahrzeuge verbindlich zu machen, die in diesem Staat eingetragen sind oder von einem Halter betrieben werden, der seinen Hauptgeschäftssitz oder seinen ständi- gen Aufenthalt in diesem Staat hat. Jeder Vertragsstaat unterwirft jegliche Verletzung dieser anzuwendenden Gesetze oder Vorschriften strengen Sank- tionen und unterbreitet den Fall seinen zuständigen Behörden gemäss seinen Gesetzen oder Vorschriften. d) Jeder Vertragsstaat trifft geeignete Massnahmen im Hinblick auf ein Verbot der vorsätzlichen Verwendung eines Zivilluftfahrzeuges, das in diesem Staat eingetragen ist oder von einem Halter betrieben wird, der seinen Hauptge- schäftssitz oder seinen ständigen Aufenthalt in diesem Staat hat, für Zwecke, die mit den Zielen dieses Übereinkommens unvereinbar sind. Diese Be- stimmung lässt Absatz a unberührt und schränkt die Absätze b und c dieses Artikels nicht ein.»
6 Amtliche Übersetzung des französischen Originaltextes (RO 2004 4001).
7 SR 0.120
Internationale Zivilluftfahrt. Änderung des Übereinkommens AS 2004
IV
Änderung von Artikel 50a An ihrer achtundzwanzigsten (ausserordentlichen) Tagung am 26. Oktober 1990 hat die Versammlung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation eine Änderung von Artikel 50 Absatz a des Übereinkommens beschlossen. Das Protokoll vom 26. Oktober 1990 ist am 28. November 2002 für die Schweiz in Kraft getreten. Im zweiten Satz in Artikel 50 Absatz a wird «dreiunddreissig» durch «sechsund- dreissig» ersetzt. Der Satz lautet demnach wie folgt: «Er setzt sich aus sechsunddreissig Staaten zusammen, welche von der Versamm- lung gewählt werden.»
V
Geltungsbereich des Übereinkommens am 26. März 2004, Nachtrag8 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B)
Albanien 28. März 1991 B 27. April 1991 Andorra 26. Januar 2001 B 25. Februar 2001 Armenien 18. Juni 1992 B 18. Juli 1992 Aserbaidschan 9. Oktober 1992 B 8. November 1992 Belarus 4. Juni 1993 B 4. Juli 1993 Belize 7. Dezember 1990 B 6. Januar 1991 Bosnien und Herzegowina 13. Januar 1993 B 12. Februar 1993 China Hongkong* a 3. Juni 1997 1. Juli 1997 Macau* b 6. Oktober 1999 20. Dezember 1999 Eritrea 17. September 1993 B 17. Oktober 1993 Estland 24. Januar 1992 B 23. Februar 1992 Georgien 21. Januar 1994 B 20. Februar 1994 Kasachstan 21. August 1992 B 20. September 1992 Kirgisistan 25. Februar 1993 B 27. März 1993 Kroatien 9. April 1992 B 9. Mai 1992 Lettland 13. Juli 1992 B 12. August 1992 Litauen 8. Januar 1992 B 7. Februar 1992 Mazedonien 10. Dezember 1992 B 9. Januar 1993 Moldau 1. Juni 1992 B 1. Juli 1992 Namibia 30. April 1991 B 30. Mai 1991
8 Diese Veröffentlichung ergänzt die früheren in AS 1973 1616, 1975 1552, 1976 496,
1977 1299, 1978 190, 1980 418, 1981 1438, 1985 771, 1987 1073, 1989 859 und
1990 1566.
Internationale Zivilluftfahrt. Änderung des Übereinkommens AS 2004
Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B)
Niederlande Aruba 9. Januar 1986 1. Januar 1986 Palau 4. Oktober 1995 B 3. November 1995 Samoa 21. November 1996 B 21. Dezember 1996 Serbien und Montenegrod 14. Dezember 2000 B 13. Januar 2001 Slowakeic 15. März 1993 B 14. April 1993 Slowenien 9. April 1992 B 9. Mai 1992 St. Kitts und Nevis 21. Mai 2002 B 20. Juni 2002 Tadschikistan 3. September 1993 B 3. Oktober 1993 Tschechische Republikc 4. März 1993 B 3. April 1993 Turkmenistan 15. März 1993 B 14. April 1993 Ukraine 10. August 1992 B 9. September 1992 Usbekistan 13. Oktober 1992 B 12. November 1992 * Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. a Vom 4. April 1947 bis zum 30. Juni 1997 war das Übereinkommen auf Grund der Zuge- hörigkeit zum Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreichs in Hongkong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hongkong eine Besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volks- republik China. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 3. Juni 1997 ist das Überein- kommen seit dem 1. Juli 1997 auch in der SAR Hongkong anwendbar. b 01.04.1947: In-Kraft-Treten. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 8. Dezember
1999 ist das Übereinkommen seit dem 20. Dezember 1999 auch in der SAR Macau
anwendbar. c Tschechoslowakei: 18.04.1945: Unterzeichnung; 01.03.1947: Ratifikation; 01.04.1947: In-Kraft-Treten. d 09.03.1960: Ratifikation durch die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. 04.02.2003: Die Bundesrepublik Jugoslawien wird zu Serbien und Montenegro.
Vorbehalte und Erklärungen Die Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht ver- öffentlicht. Die englischen Texte können auf der Internet-Seite der Vereinigten Staaten von Amerika, Depositar für dieses Übereinkommen: http://www.state.gov/s/l/c9841.htm eingesehen oder bei der Direktion für Völker- recht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.
Internationale Zivilluftfahrt. Änderung des Übereinkommens AS 2004