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Erwerb einer zweiten Landessprache. Kredit für die Förderung des Austauschs zwischen den Sprachgemeinschaften

17.3306 · Motion · 2017-05-04

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, innerhalb des Gesamtkredits der Kulturbotschaft 2016-2020 den Kredit zur Umsetzung des Austauschs zwischen den Sprachgemeinschaften im Rahmen des schweizerischen Bildungssystems zu erhöhen. Die Förderung der Mehrsprachigkeit ist eine der Grundfesten der kulturellen Identität der Schweiz. Die Verständigung zwischen den Kulturen, die insbesondere eine sprachliche Verständigung voraussetzt, ist für den nationalen Zusammenhalt unverzichtbar. Mit einer Finanzhilfe des Bundes könnte der Erwerb einer zweiten Landessprache durch Immersion gefördert werden.

Begründung

Dem Bund kommt bei der Förderung der Mehrsprachigkeit neben gesetzgeberischen Aufgaben insbesondere die Rolle zu, den Austausch zwischen den verschiedenen Sprachregionen während der obligatorischen Schulzeit und im Rahmen der Berufsbildung zu fördern. Die sprachliche Diversität muss stärker genutzt werden, sowohl zugunsten des Fremdsprachenerwerbs wie auch bei der Förderung des sprachlichen Austauschs zwischen den Regionen. Die Kulturbotschaft 2016-2020 sieht für Massnahmen zur Förderung der Verständigung und des Austauschs zwischen den Sprachgemeinschaften zwar Mittel vor. Ein stärkeres Engagement des Bundes für Programme zum Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften im Inland wäre dennoch wünschenswert. Denn die gemäss Botschaft dafür vorgesehenen Mittel scheinen im Vergleich zum gesamten Kredit, der für die neue Periode für die Kultur vorgesehen ist, relativ bescheiden zu sein. Es müssen in diesem Bereich daher deutliche Verbesserungen vorgenommen werden.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat misst der Förderung des Austauschs zwischen den Sprachregionen in der Schweiz einen hohen Stellenwert zu. Ein Sprachaufenthalt ermöglicht die Begegnung mit anderen Kulturen, stärkt die Sprachkompetenzen und fördert die Motivation zum Sprachenerwerb. Ein Sprachaufenthalt stellt eine wirkungsvolle Ergänzung zum schulischen Sprachunterricht dar und sollte in der mehrsprachigen Schweiz ein selbstverständlicher Teil von Bildung, Arbeit, Freizeit und Kultur sein.

Der Bundesrat teilt die Ansicht der Motionärin über die Wichtigkeit von Sprachaufenthalten. Der Austausch zwischen den Sprachregionen in Schule und Berufsbildung soll gestärkt und das Potenzial der Mehrsprachigkeit in der Schweiz besser genutzt werden. Die Austauschförderung bildet darum einen Schwerpunkt der Kulturbotschaft 2016-2020 und wurde entsprechend ausgebaut.

Der Bundesrat verweist auf seine Antwort zur Motion Trede 14.3949 und auf die laufenden Arbeiten zur Neuausrichtung der Austauschförderung auf nationaler und internationaler Ebene. Bund und Kantone haben 2016 die Schweizerische Stiftung für die Förderung von Austausch und Mobilität gegründet. Bis Ende 2017 soll eine gemeinsame Strategie "Austausch und Mobilität" von Bund und Kantonen vorliegen. Auf dieser Grundlage wird der Bericht in Beantwortung des Postulates der WBK-N 14.3670 erstellt werden, das die Ausarbeitung eines Konzepts für ein Sprachaustauschprogramm verlangt. Der Bundesrat wird im Rahmen dieses Berichtes, in Zusammenarbeit mit den Kantonen, Vorschläge für allfällige zusätzliche Massnahmen und deren Finanzierung vorlegen. Der Bericht wird als Grundlage für die Vorbereitung der Kulturbotschaft 2021-2024 dienen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der aktuellen Lage des Finanzhaushalts erscheint eine Erhöhung der Mittel für den Binnenaustausch zum heutigen Zeitpunkt nicht angezeigt.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.