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Auswirkungen der Covid-19-Krise, der Klimakrise und der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt und Perspektiven für eine innovative, nachhaltige Berufsfeldentwicklung

21.3290 · Postulat · 2021-03-18

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird ersucht in einem Bericht aufzuzeigen, welche Auswirkungen die COVID-19-, die Klimakrise und die beschleunigte Digitalisierung auf Arbeitsmarkt und Berufsbildung haben, speziell für Branchen unter starkem Strukturwandel. Der Bericht soll Perspektiven für die innovative Berufsfeldentwicklung aufzeigen: Wie können Initiativen, wie etwa "Digitale Schweiz", "Berufsbildung 2030" und die Energiewende zusammen mit den Kantonen und Dritten synergetisch weiterentwickelt werden?

Begründung

Die dreifache Zäsur durch die Covid19-, die Klimakrise und die Digitalisierung trifft auf die Umsetzung der Klimaziele, die rasche Anpassung der Wirtschaft an neue Konsum- und Investitionserfordernisse und asymmetrische Folgen der Pandemie für verschiedene Erwerbsgruppen und unsere Binnen- und Exportwirtschaft. Dies erfordert aktuelle, schweizweit vergleichbare Zahlen über Veränderungen von Arbeitsverhältnissen und eine Prognose über das Zusammenwirken von existenten Angeboten auf die Entwicklung neuer Berufsfelder.

Letztere baut nicht allein auf Erfahrungswissen und den flexiblen Strukturen bis dato auf. Sie muss der erstmaligen Kombination aus drei strukturellen Herausforderungen vorausschauend begegnen. Die föderale Vielfalt, die begrenzte Branchenperspektive der Sozialpartner und die unzureichende Vergleichbarkeit mit anderen Ländern machen eine Makroperspektive notwendig, die mit der subsidiären Rolle des Bundes in Aus- und Weiterbildung vereinbar ist.

Gemäss dem Outlook 2018 der ILO sollten "...die Länder dringend frühzeitige Massnahmen ergreifen, um die für den Übergang zu einer ökologischen Wirtschaft erforderlichen Fähigkeiten bereitzustellen und neue Ausbildungsprogramme anbieten." Eine Vorausschau eröffnet Gestaltungsspielraum, ohne Gefahr, "Eine dieser Entwicklung vorauseilende, staatlich gelenkte Berufsentwicklung oder eine Förderung einzelner Berufsgruppen für "grüne Jobs" (als) systemfremd und nicht zielführend" einzuführen, wie der Bundesrat auf die Interpellation 20.4735 anführte. Ziel ist eine Synergieanalyse der Initiativen mit den Anforderungen aus aktueller Public Health-Perspektive und den Pandemiefolgen: Ist unser Instrumentarium für Up- und Re-Skilling ausreichend für die Berufsfeldentwicklung in neuen Technologien gerüstet? Zu prüfen ist die Wirksamkeit der eingesetzten Gelder und die Notwendigkeit zusätzlicher finanzieller Mittel.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat analysiert die politische Situation laufend und legt dabei Ziele und Massnahmen fest. Die Legislaturplanung ist das Kernstück der strategischen Planung auf Bundesebene. Sie enthält die Grundzüge der Regierungspolitik sowie den vierjährigen Finanzplan. Die Sektion Strategische Führungsunterstützung der Bundeskanzlei erstellt den Bericht über die Legislaturplanung. Darüber hinaus analysiert sie globale Trends mit einem mittelfristigen und strategischen Krisenpotenzial für die Schweiz (Krisenfrüherkennung) bzw. ihre Auswirkung auf die politische Planung (Lage- und Umfeldanalyse).

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft können auf Universitäten, Forschungsinstitute und Fachleute zählen, wenn es darum geht, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch nationale und internationale Institutionen befassen sich mit künftigen Trends und stellen ihr Wissen zur Verfügung. Dazu gehören u.a. das Weltwirtschaftsforum WEF oder das Gottlieb Duttweiler Institut. Der Bund setzt sich auf vielfältige Weise für die Schaffung von Rahmenbedingungen und Plattformen für alle interessierten Akteure ein. Dank dem können sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene pragmatische und praktische Herangehensweisen für die aktuellen Herausforderungen gefunden werden. Mit den Nationalen Forschungsprogrammen (NFP) fördert der Bund Forschungsprojekte, die zur Lösung wichtiger und aktueller Probleme beitragen. Die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geleiteten NFP umfassen Forschungsprojekte und Teams, die auf ein gemeinsames Gesamtziel hinarbeiten, wobei der Wissens- und Technologietransfer eine zentrale Rolle spielt. Vor Kurzem hat der Bund neue Forschungsprogramme lanciert, beispielsweise das NFP 77 "Digitale Transformation", das NFP 75 "Big Data" oder das NFP 73 "Nachhaltige Wirtschaft". Zu erwähnen sind auch das NFP 78 "Covid-19", welches im Frühling 2020 in kurzer Zeit realisiert wurde, und das soeben lancierte NFP 80 "Covid-19 in der Gesellschaft".

Die Schweiz ist auf internationaler Ebene bestens integriert und beteiligt sich an zwischenstaatlichen Initiativen, Programmen und Organisationen. So kann sie von den Erkenntnissen anderer Länder profitieren, ihre Ziele anpassen und ihre politischen Strategien sichtbar machen. Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO verfolgt der Bundesrat beispielsweise eine aktive Politik zur Umsetzung der 17 Ziele. In der "Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 zeigt der Bundesrat auf, wie er diesbezüglich in den nächsten zehn Jahren vorgehen will. Auf internationaler Ebene legt er alle vier Jahre einen Bericht zur nationalen Umsetzung der Agenda 2030 vor. Im Bereich der Bildung bietet die OECD der Schweiz die Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten, sich an der Definition internationaler Standards zu beteiligen und ein Forum für systemisches und interinstitutionelles Lernen zu nutzen. Die Schweiz kann sich insbesondere bei der Berufsbildung an Fallstudien verschiedener Länder beteiligen und damit aus den Erfahrungen anderer Länder lernen.

Auf Grundlage solcher Forschungsresultate, Expertenmeinungen und internationaler Zusammenarbeit können die Akteure des Arbeitsmarktes und die für die Entwicklung der Berufsbildung zuständigen Gremien auf Branchenebene ihre Schlussfolgerungen ziehen und sich dem Strukturwandel sowie künftigen Trends anpassen. Damit wird sichergestellt, dass die Angebote der Berufsbildung weiterhin auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt werden und die Unternehmen auch künftig über qualifizierte Arbeitskräfte verfügen - Arbeitskräfte, welche sich mit den neusten Technologien auskennen und in der Lage sind, Marktchancen zu erkennen.

Die bisherige Entwicklung zeigt, dass die Wirtschaft in der Schweiz mit dem Strukturwandel gut Schritt halten kann. Angesichts des breiten Spektrums verfügbarer Erkenntnisse und Instrumente wäre aus Sicht des Bundesrats das Erstellen eines separaten Berichts nicht zielführend. Ein solch allgemeiner Bericht könnte den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Sektoren nicht gerecht werden.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

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