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Das Jagdgesetz ist an die rasant zunehmende Wolfspopulation anzupassen. Präventive Bestandesregulierung und zusätzliche ausserordentliche Schutzmassnahmen für 2022

21.493 · Parlamentarische Initiative · 2021-09-30

Erledigt

Wortlaut

1. Das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) wird geändert, damit der rasch zunehmende Wolfsbestand wirksam reguliert werden kann und damit die Zahl der Konflikte substanziell abnimmt.

Solche Regulationen dürfen den Wolfsbestand insgesamt nicht gefährden. Der Bund gewährt den Kantonen globale Finanzhilfen zur Durchführung der Massnahmen.

2. Der Bund soll die Kantone bei der Umsetzung von ausserordentlichen Schutzmassnahmen für den Alpsommer 2022 unterstützen. Die Schutzmassnahmen müssen durch die kantonalen Behörden in Zusammenarbeit mit den betroffenen Bestössern, Weidetierhaltern und allfällig weiteren Personenkreisen definiert werden. Der Bund leistete einen finanziellen Beitrag.

Begründung

In der Schweiz wurden erste Wölfe ab 1995 nachgewiesen. Mit der Bildung des ersten Rudels 2012 wuchs die Wolfspopulation sprunghaft auf heute geschätzte 150 Wolfs-Individuen und 11 Rudel. Die Revision des Schweizerischen Jagdgesetzes trug dieser Entwicklung Rechnung, und strebte im Rahmen der Berner Konvention eine Lockerung des Wolfsschutzes an, mit der Möglichkeit der präventiven Regulation und Steuerung der Populationsentwicklung durch die kantonale Wildhut.

Die Gesetzesvorlage wurde von den Umweltverbänden mit einem Referendum bekämpft. Die bevölkerungsreiche, städtisch-urbane Stimmbevölkerung überstimmte die Bevölkerung der direkt betroffenen Alpen- und Voralpengebiete, die ihrerseits ihre Betroffenheit mit gegen 60 bis 86 Prozent Zustimmung zum Ausdruck brachte. Das in allen Teilen "überladene" Gesetz wurde schliesslich im September 2020 an der Urne mit 51,8 Prozent abgelehnt. Das eigentliche Problem, eine verhältnismässige Regulierung der Wolfspopulation, bleibt ungelöst. Die aktuelle Entwicklung der Wolfsbestände bestätigen die Prognosen: ohne Regulierung wächst die Population sehr dynamisch und droht vollends ausser Kontrolle zu geraten. Es braucht jetzt dringend ein Gesetz, welches die präventive Regulierung erlaubt.

Dazu ist ein anhaltend hoher Druck auf Wölfe mit unerwünschtem Verhalten mit einer zeit- und ortsnahen Regulierung unerlässlich.

Nur so kann ein akzeptabler und verträglicher Wolfsbestand neben dem Tourismus sowie der Land- und Alpwirtschaft gewährleistet werden.

Ansonsten drohen den Schweizer Berggebieten und ländlichen Räumen irreversible Schäden. Betriebs- und Bewirtschaftungsaufgaben von Weideflächen nehmen zu. Dies führt zur Verbuschung von artenreichen Berg- und Alpweiden und einer Abnahme der natürlichen Vielfalt, zu einer Zunahme von Hangrutschungen und Murgängen, zum Verlust der landschaftlichen Attraktivität für den Tourismus und erholungssuchende Mensch sowie zu einer latenten Verunsicherung der ansässigen Bevölkerung.

Der wachsende Wolfsbestand setzt zudem dem Wildbestand wie Rehe oder Gämsen zu, wie dies bereits in den umliegenden Ländern beobachtet wird.

2. Der Alpsommer 2021 zeigte in aller Deutlichkeit: in gewissen Berg- und Alpgebieten musste zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Wolfsangriffen gerechnet werden. Die Hälfte der Angriffe erfolgte auf geschützte Herden, Berichte von Annäherungen an Menschen mehren sich.

Die Verunsicherung bei den Weidetierhaltern ist enorm. Es braucht ein Set an Sofortmassnahmen für den Alpsommer 2022, um die Alpbewirtschafter bei der Planung der Alpsaison 2022 zu unterstützten und eine Perspektive für die Zukunft zu bieten.

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