Jenny This · Ständerat · 2010-06-08
Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-06-08
Wortprotokoll
Es wird Sie kaum erstaunen, dass ich für eine Wohneigentumsförderung einstehe. Ich stelle sehr oft fest, dass Leute, die im Zweifel sind, ob sie ein Eigenheim bauen sollen, weil die Mittel knapp sind, dies nachher gar nie bereut haben. Kollege Zanetti, zu Ihrer Bemerkung über die Säule 3a ist zu sagen, dass das eine das andere tatsächlich nicht ausschliesst. Zur Immobilienblase, die Sie angesprochen haben: Bei allen Krisen, die wir gehabt haben, und bei allen Problemen der Banken waren nie die Eigenheimbesitzer das Problem der Banken. Diejenigen, die mit knappen Mitteln Häuser bauen, sehen Sie nie auf dem freien Markt, aber die Spekulanten sehr wohl. Diejenigen, die knapp wirtschaften müssen, schauen zu ihrem Geld und werden, wie auch immer, versuchen, ihre Hypotheken zu bezahlen. [PAGE 527]
Es gibt noch einen anderen Grund, weshalb ich jedem empfehle, im Zweifelsfall ein Eigenheim zu bauen: Wenn jemand das Geld in ein Eigenheim investiert, ist dies eine Vorsorge. Er wird das Geld dann nicht für Luxusgüter wie Autos oder weiss ich was brauchen, und er wird danach trachten, das Fremdkapital abzubauen; er wird versuchen, die Hypotheken in den ersten zwanzig Jahren abzubauen - dann haben Sie das Problem, in den ersten zehn bis fünfzehn Jahren. Darum ist dieses Modell gut, weil es die ersten zehn Jahre massiv berücksichtigt.
Kollege Frick hat es angetönt: Wir müssen nicht uns selber fördern; wir alle haben genug Mittel, wir könnten jetzt auf Zuschüsse verzichten. Aber im Alter zwischen 25 und 40 Jahren ist man darauf angewiesen. Es nützt ja nichts, wenn ich ein Eigenheim erst dann baue, wenn meine Kinder schon 25 oder 30 Jahre alt sind. Wir sollten mit den Kindern in einem Heim wohnen können, solange sie zwischen 7 und 15 Jahre alt sind. Das Bausparen trägt diesem Umstand Rechnung.
Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit II (David) respektive dem Antrag Niederberger zuzustimmen. Es ist eine sinnvolle und gute Lösung.
Zu Ihren Bedenken, Kollege Zanetti: Das eine schliesst das andere nicht aus; Ihre Klientel ist oder wäre auf diese Zusatzvergünstigungen angewiesen, sie wäre froh darum.