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preparatory:AB 112127

Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-09-20

Wortprotokoll

Ich bitte Sie, die Mehrheit zu unterstützen. Als ehemaliger Finanzanalyst hätte ich es gern, wenn sich ein Unternehmen im Geschäftsbericht auch konkret über die Zukunft äussern würde. Nur werden Sie dann rasch feststellen, dass sich die Revisionsstellen sehr schnell von Zukunftsaussagen distanzieren, und vor allem in Amerika haben Sie dann die halben Geschäftsberichte voll mit sogenannten Disclaimern. Man will sich dort alle Vorbehalte absegnen lassen, damit man ja nicht etwas verspricht, was man dann nicht halten kann. Das ist das erste Problem. Diese Zukunftsaussichten, die da dargelegt werden sollen, sind nicht revisionsfähig. Was machen dann die Unternehmen in der Praxis? Sie bleiben bei Gemeinplätzen wie: Das Umfeld ist schwierig, und deshalb werden wir vielleicht etwas kürzertreten müssen usw. Was nützt das schon, wenn wir solche Zukunftsaussichten haben?

Ein weiterer Punkt ist eben die Haftung. Wenn man dann doch konkret wird, gibt es Haftungsfälle. Das ist vielleicht in der Schweiz nicht so ein Problem. Aber mehrere unserer grossen Konzerne sind ja auch in den USA kotiert oder an anderen Börsen. Dann kann es plötzlich doch schwierig werden, wenn dann eben Enttäuschungen eintreten, die ganz im Gegensatz zu den rosigen Aussichten, die man vorher eben im Geschäftsbericht dargelegt hat, stehen. [PAGE 1384]

Aus diesen Gründen empfehle ich Ihnen, bei der Mehrheit zu bleiben. Wir sollten die Unternehmen nicht zu etwas verpflichten, sodass sie dann einfach Gemeinplätze rauslassen, wenn sie über die Zukunftsaussichten sprechen. Sagen wollen können sie das immer noch, aber die Pflicht möchte ich hier nicht im Gesetz festgehalten haben.

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