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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2010-09-27

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2010-09-27

Wortprotokoll

Musik ist zentral für das Wohlbefinden des Menschen, Musik ist gar ein elementares Bedürfnis. Jede Kultur kennt ihre Musik. Ohne Musik wäre der Alltag viel trister, und für mich wäre er ohne Musik nicht vorstellbar. Musik hilft auch über viele Krisen hinweg, und nicht zuletzt ist Musik ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Musik ist wichtig für die ganzheitliche Entwicklung eines Kindes. Mit der Musik wird seine Sozialkompetenz und seine Intelligenz gefördert. Man weiss heute aufgrund verschiedener Untersuchungen, dass beispielsweise Mathematik und Musik interessanterweise sehr nahe beieinanderliegen.

Über Musik lernen Kinder auch Sprachen, und mit Musik wird ihre Sinnesfähigkeit mehr geschult und ihre Offenheit gefördert. Deshalb ist es wichtig, dass die Musik gefördert wird - auch durch die Politik und damit durch den Bund und die Kantone. Herr Steiert, die Initiative sagt nirgends "nur der Bund fördert", sondern "Bund und Kantone fördern". Das betrifft die Förderung der Musiker und Musikerinnen, aber auch die Förderung der musikalischen Bildung, speziell von Kindern und Jugendlichen.

Für uns Grüne ist klar: Zu einer ganzheitlichen Bildung gehört die Musik, wie auch der Sport, die Kunst, das Handwerk - neben den intellektuellen Fächern. Dies bringt einen Ausgleich und macht den ganzheitlichen und wirklich auch lebensfähigen Menschen aus. Musikalische Bildung ist heute leider nicht überall gewährleistet, bzw. sie ist sehr unterschiedlich ausgestaltet und leider auch von sehr unterschiedlicher Qualität. Oft, wenn es ums Sparen geht, steht die Musik an erster Stelle; da kann man sparen, wie auch beim Zeichnen, beim Handwerk oder beim Sport.

Musikschulen sind leider häufig auch teuer, was eine grosse Hürde gerade für ärmere Menschen in unserem Land ist. Für uns ist der Sollzustand ein Anrecht auf Musikunterricht bzw. der Zugang dazu für alle, egal wie grosszügig das Portemonnaie ausgestattet ist. Er soll in allen Kantonen angeboten werden, in der Schule, aber auch ausserhalb der Schule, durch all die verschiedenen Vereine usw., in guter Qualität für alle, mit genügend und gutqualifizierten Lehrpersonen mit anständigen Arbeitsbedingungen und nicht nur Stundenverträgen.

Dazu braucht es einen einheitlichen Rahmen. Für uns ist klar, dass der Bund den Rahmen, die Leitplanken vorgeben soll. Es soll nicht in jedem Kanton ein anderes Konzept geben, ist es doch für die Menschen in der ganzen Schweiz dasselbe: Sie haben den gleichen Anspruch auf Musikausbildung, den gleichen Wunsch oder das gleiche Bedürfnis danach, sei es im Frühbereich, in der Volks- oder in der Berufsschule oder an Gymnasien.

Die Musikausbildung soll zuerst einmal als Einstieg für alle gewährt werden, aber dann sollen vor allem auch die Begabten gefördert werden, zuerst in den Schulen, später in einem Studium. Dafür braucht es wiederum genügend Studienplätze. Die Fachhochschulen haben heute eindeutig zu wenig Plätze. Beispielsweise gibt es heute den überall hochgelobten Pop- und Rocklehrgang, aber es kann gerade ein Student oder eine Studentin pro Instrument diesen Lehrgang besuchen, und das in der ganzen Schweiz. Es kann doch wohl nicht sein, dass pro Instrument nur ein begabter Student oder eine begabte Studentin gefördert werden soll.

Für uns Grüne ist es wichtig, dass der Bund den Rahmen setzt und die Kantone dann die konkrete Umsetzung machen. Die Initiative lässt den Kantonen also genügend Freiheiten. Wir sagen deshalb klar Nein zum Antrag der Minderheit Steiert. Wir wollen nicht, dass die Kantone wieder jahrelang über ein Konkordat verhandeln. Wir sehen bei Harmos, wie lange das Ganze dauert und wie zähflüssig das ist. Wir möchten einen Rahmen, der für alle gleich ist, und dann ist es an den Kantonen, die Gestaltung vor Ort vorzunehmen.

Wir sagen deshalb Ja zur Initiative und sagen damit Ja zu einem guten Musikunterricht an den Schulen, zum Zugang der Jugendlichen zum Musizieren und zur Förderung der musikalisch Begabten in unserem Land. Wir bitten Sie, die Initiative ebenfalls zur Annahme zu empfehlen.

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