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Leuthard Doris · Bundesrat · 2010-12-15

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2010-12-15

Wortprotokoll

Wir haben in Cancun einiges erreicht. Ich bin auch noch nicht zufrieden mit den Resultaten; das ist niemand. Die Position der Schweiz ist hier gerade, dass uns Versprechungen und freiwillige Massnahmen nicht reichen, dass wir das gerne verbindlich hätten. Deshalb haben wir auch nicht einem faulen Kompromiss zugestimmt, sondern unseren Druck politisch aufrechterhalten. Wir sagen: Okay, das ist eine Zwischenetappe, es ist besser als Kopenhagen, aber jetzt müssen konkrete Taten folgen. [PAGE 2050]

Jedes Land ist natürlich auch selbst verantwortlich, dieses Zwei-Grad-Ziel mit eigenen Anstrengungen zu erreichen. Wir in der Schweiz haben im CO2-Gesetz die Grundlage dafür geschaffen; das ist auf gutem Wege. Wir haben im Gebäudebereich vieles, das man dem CO2-Bereich zuordnen kann und das damit zur Erreichung des Klimaziels beitragen kann. Ich kann das nicht befehlen, wir können es aber anstreben. Jede Bürgerin, jeder Bürger, jedes Unternehmen, jede Gesellschaft ist verantwortlich. Wenn wir alle die Verantwortung übernehmen und nicht nur davon sprechen, sondern auch handeln, dann erreichen wir das auch, Herr Wasserfallen.

Die Chinesen haben jetzt viel gelernt; das wissen wir. Die Bewältigung der massiven Schäden, die sie durch diverse Katastrophen erlitten haben, kommt sie viel teurer zu stehen als die Anstrengungen, die sie jetzt unternehmen müssen, damit das Wasser, die Luft und der CO2-Gehalt wieder in Ordnung kommen. Das kostet Geld, das ist nicht gratis; es geht auch nicht von heute auf morgen. Es muss doch wichtig sein, jetzt die Ziele zu definieren und konkret zu handeln, statt zu warten, bis der andere etwas tut. Wenn wir alle nur warten, bis sich jemand bewegt, dann verliert die Umwelt, dann verlieren die Kinder, dann verliert der ganze Planet.