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David Eugen · Ständerat · 2010-12-15

David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Fraktion CVP/EVP/glp · 2010-12-15

Wortprotokoll

Ich sehe die grösste Chance für die Netzwerke bei den Chronischkranken - man kann auch sagen: bei den Hochkostenfällen. Das, was in diesem Artikel ja auch erwähnt wird, nämlich die Vorgabe oder die Strukturierung von Behandlungspfaden, ist geeignet, bei ihnen eine bessere Qualität der Behandlung herbeizuführen und auch die Ressourcen optimal einzusetzen. Diese Patientengruppe nimmt pro Jahr Leistungen für Kosten von mehr als 5000 Franken pro Patientin oder Patient in Anspruch. Das ist die Patientengruppe, bei welcher die Netzwerke eigentlich die grössten Chancen bringen. Es ist eine zahlenmässig relativ kleine Gruppe - sie bewegt sich im Bereich von 10 Prozent -, auf der Leistungskostenseite verursacht diese Gruppe aber Kosten von 50 bis 60 Prozent des gesamten Volumens.

Um diese Gruppe anzusprechen, spielen die Spitäler natürlich eine ganz wichtige Rolle. "Integrierte Versorgung" heisst ja gerade, dass man das Leistungsspektrum der Spitäler mit einbezieht, und zwar gerade für die schweren Fälle. Es soll auch durchaus zulässig sein - es muss nicht so sein -, dass die Spitäler die Initiative ergreifen. Es kann insbesondere auch ein Ziel von Regionalspitälern sein, in ihrer Region Ärztenetzwerke zu initiieren und sich stark auf die schweren Fälle zu konzentrieren. Wenn wir der Minderheit folgen würden, würden diese nach meiner Meinung zentralen Möglichkeiten des Netzwerks beseitigt, sie würden quasi untersagt. Den Spitälern würde in der ganzen Netzwerkfrage allenfalls eine Nebenrolle zuerkannt, und das wäre falsch.

Ich behaupte nicht, dass die Spitäler die Hauptrolle spielen müssen. Es muss ihnen vielmehr freigestellt sein, diese Rolle zu übernehmen. Das muss sich nachher auf dem Feld zeigen: An einem Ort kann das sehr wohl eine ganz gute Lösung sein, an einem anderen Ort wird eher die Lösung richtig sein, dass das Spital einfach Vertragspartner eines Netzwerkes ist. Es wäre meines Erachtens ganz falsch, wenn wir mit der Zustimmung zum Antrag der Minderheit diese Lösung von Anfang an verbauen würden; vielmehr sollten wir diese Möglichkeit offenlassen und es den Beteiligten in der Versorgung überlassen, die besten Lösungen zu finden.

In diesem Sinne bitte ich Sie, im Interesse einer freieren Lösung der Mehrheit zu folgen, wonach solche Netzwerke auch zusammen mit Spitälern entstehen können.