Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · 2011-03-17
Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP/EVP/glp · 2011-03-17
Wortprotokoll
Ich bin überzeugt, dass ich nicht die Einzige bin, die sich schon wieder auf die nächsten Ferien freut. Ausgleich zum Alltag, Erholung und manchmal auch ganz einfach andere Luft, das brauchen wir alle. Ich begreife sogar Leute, die die vorliegende Initiative unterschrieben haben, weil sie einfach mehr Freizeit möchten. Dennoch werde ich diese Initiative ablehnen, und zwar aus folgenden Gründen:
4 Wochen Ferien sind heute im Gesetz verankert und gelten in vielen Firmen als Ausgangslage für ihre Verträge. Viele Firmen haben die Ferien ihrer Mitarbeiter schon heute auf 5 Wochen ausgeweitet, und dies, ohne dass ein Gesetz vorliegt. Zusätzlich gibt es mit den Feiertagen noch Freitage, die in einigen Firmen ebenfalls über die gesetzliche Regelung hinaus grosszügig bezahlt werden.
Als ich vor einigen Tagen mit einem Geschäftsführer über diese Initiative diskutierte, meinte er: Ihn belaste die Initiative kaum, bei ihnen hätten alle Mitarbeiter 5 Wochen Ferien - das ist freiwillig notabene -, und er würde in diesem Fall einfach weniger Feiertage bezahlen. Gesetzlich verpflichtet, den Feiertag zu bezahlen, ist der Arbeitgeber nur für den 1. August. Die Initiative würde also in dieser Firma genau einer freiwilligen grosszügigen Ferien- und Feiertagsleistung den Riegel schieben.
Wenn ich die Diskussionen höre, habe ich den Eindruck, dass alle Arbeitnehmer und ganz besonders alle Arbeitnehmerinnen nur noch unter Stress arbeiten. Eine gesunde Work-Life-Balance kann aber nicht nur mit Ferien erreicht werden. Sie wird erreicht, wenn die Freizeit regelmässig sinnvoll genutzt werden kann.
Ich setze auf die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die über das Gesetz hinausgehen und ihre Ferienregelungen sehr oft auch zusammen mit ihren Sozialpartnern ausarbeiten.
Ich werde die Initiative "6 Wochen Ferien für alle" ablehnen.