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Freitag Pankraz · Ständerat · 2011-12-07

Freitag Pankraz · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2011-12-07

Wortprotokoll

Der ETH-Bereich ist eine grosse Organisation mit etwa 24 000 Studierenden, zwei Drittel davon in Zürich, ein Drittel in Lausanne, und etwa 14 700 Vollzeitstellen. Die Gesamtausgaben betragen 3,1 Milliarden Franken. Etwa 60 Prozent davon, also mehr als die Hälfte, sind Personalkosten. Der Finanzierungsbeitrag des Bundes samt Unterbringung beträgt 2,3 Milliarden Franken. Rund 70 Prozent finanziert der Bund direkt. Die Gesamtausgaben des ETH-Bereichs steigen stärker als der Finanzierungsbeitrag des Bundes. Die konsolidierte Erfolgsrechnung der ETH sieht vor, mit einer knapp schwarzen Null und mit einem Ausgabenüberschuss von 9,5 Millionen Franken abzuschliessen.

Zusammengefasst: Die ETH ist nicht nur eine grosse, sondern auch eine sehr erfolgreiche Organisation. Das schafft ihr aber auch gewisse Probleme. Einerseits werden im Wettbewerb durch Projekte und Programme Mittel akquiriert, was dann aber Probleme bei der Finanzierung schafft, weil Overhead-Beiträge nicht gedeckt sind. Man ist erfolgreich und führt Projekte durch, muss aber eigene Gelder beisteuern. Dieses Problem muss man in nächster Zeit wahrscheinlich genauer anschauen. Andererseits hat in den letzten zehn Jahren die Zahl der Studierenden um über 50 Prozent zugenommen, die Zahl der Professoren dagegen nur um 35 Prozent. Das Verhältnis Studierende/Professoren verschlechtert sich. Das Betreuungsverhältnis liegt bei 35 Studierenden pro Professor.

Die ETH ist in internationalen Rankings sehr erfolgreich und damit auch attraktiv für Studierende. Das wird wahrscheinlich weiterhin anhalten. Deshalb stellt sich die Frage, was wir mit den steigenden Kosten in der Zukunft machen.

Wir haben in der Kommission ein Thema speziell angesprochen, nämlich die Studiengebühren. Man kann feststellen, dass der ganze Bereich bei den Einnahmen etwa 30 Millionen Franken Studiengebühren budgetiert. Das ist ein Prozent der gesamten Ausgaben, das ist natürlich sehr wenig. Das heisst, pro Studierenden, pro Studierende liegen die Studiengebühren in der Grössenordnung von 1200 Franken im Jahr. Ich habe dann salopp gesagt, da gäben wahrscheinlich die meisten mehr für die Handyrechnung aus. Zu bemerken ist auch: Diese tiefen Studiengebühren gelten für die inländischen Studierenden, aber auch für die ausländischen. Gerade für Ausländerinnen und Ausländer ist das ein tolles Angebot. Es lohnt sich für unsere Volkswirtschaft, wenn diese sehr gut sind - da gibt es natürlich viele - und nachher bei uns produktiv sind.

Die Kommission hat keinen Antrag gestellt, aber die Meinung geäussert, eine gewisse Erhöhung dieser Studiengebühren sei ernsthaft zu prüfen, wenn auch niemand zum angelsächsischen System wechseln möchte. In den USA kosten Studienplätze an Spitzenuniversitäten allenfalls Zehntausende von Dollars pro Jahr. Diese ganze Entwicklung wird mit der kommenden BFI-Botschaft 2013-2016 angeschaut.

Für den Moment beantrage ich Ihnen namens der Kommission, dem Entwurf des Bundesrates zu folgen.

[VS]