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Fetz Anita · Nationalrat · 2001-06-11

Fetz Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2001-06-11

Wortprotokoll

Ich danke für die positive Aufnahme des Gesetzes, dafür, dass die Rückweisung durch alle Fraktionen hindurch abgelehnt wird. Ich danke insbesondere dem Vertreter der SVP dafür, dass er noch etwas Farbe in die parlamentarische Debatte gebracht hat - obwohl ich sagen muss: Inhaltlich sind Sie einfach im falschen Film, weil es nicht um diese Frage geht, Herr Mörgeli; aber aus Spass an der parlamentarischen Debatte gebe ich Ihnen gerne noch ein paar Hinweise inhaltlicher Art.

Selbstverständlich ist die Selbstregulierung der Branche der Stein des Anstosses. Aus linker Sicht darf man geradezu von einer deregulierten Filmkultur und sogar von einem Wirtschaftsgesetz sprechen; die Filmwirtschaft ist in der Schweiz auch eine halbe Milliarde Franken schwer. Was mir aber ganz besonders gefallen hat, ist Ihr Vergleich: Wenn der amerikanische Film ein Gesamtkunstwerk ist - was ist dann in Ihren Augen die Nato? Ein Welt-Super-Kunstwerk? Dort schaffen ja auch alle zusammen! Auch Ihr Vergleich mit Europa scheint mir etwas fragwürdig zu sein: In einer offenen, wettbewerbsorientierten Filmwirtschaft - die wir auch unterstützen - haben sich die Schweizer Filmemacher vor Konkurrenz nicht zu fürchten, aber was sie brauchen, das sind gleich lange Spiesse im internationalen Wettbewerb, und das sind Mittel, Geldmittel, die gesprochen werden müssen.

Wenn Sie so sehr die Oper verehren, dann muss ich Sie natürlich daran erinnern, dass jedes Opernhaus in der Schweiz [PAGE 654] das Fünf- bis Zehnfache bekommt von dem, was der schweizerische Film insgesamt bekommt. Ihr Zürcher Opernhaus bekommt etwa 80 Millionen Franken, meines in Basel 35 Millionen Franken, der Schweizer Film bekommt Peanuts, ungefähr 12 Millionen Franken.

In diesem Sinne können Sie die Rückweisung an den Bundesrat beruhigt ablehnen und Hand bieten dafür, dass der Ständerat, der ja das Geschäft gerne wieder inhaltlich beraten möchte, die Sache in der Herbstsession speditiv über die Bühne bringen kann.