Egerszegi-Obrist Christine · Ständerat · 2012-02-27
Egerszegi-Obrist Christine · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2012-02-27
Wortprotokoll
Ich äussere mich zum Brief vom 15. Februar, den Sie von der IG Musikinitiative erhalten haben. Damals war die Situation die folgende: Der Bundesrat hatte Nein zur Initiative und zu einem Gegenvorschlag gesagt, der Nationalrat sagte dann aber mit grosser Mehrheit, mit 119 zu 44 Stimmen, Ja zu einem Gegenvorschlag und Empfehlung zur Annahme der Initiative.
Seither haben wir eine andere Situation. Der Bundesrat hat am Tag, als der Brief der IG Musikinitiative versandt wurde, am 15. Februar, getagt. Er hat sich angesichts der neuen Situation für den Gegenvorschlag, und zwar für den Gegenvorschlag der Minderheit Seydoux, ausgesprochen. Er hat damit einen grossen Schritt vorwärts getan. Die WBK-SR hat einen grossen Schritt getan, indem sie Absatz 1 und zwei Forderungen aus Absatz 2 stehengelassen und Ihnen als Gegenvorschlag vorgelegt hat. Jetzt haben wir uns getroffen, auch mit Herrn Bundesrat Berset, und ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Initianten selber noch einen Schritt vorwärts tun, denn wir wollen alle dasselbe - ich habe niemanden gehört, egal, wie er sich in der letzten Debatte geäussert hat, der gegen dieses Anliegen ist.
Es ist das erste Mal, dass alle Professionellenverbände und alle Laienverbände am gleichen Strick ziehen, da sie Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs haben. Die Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigungen sind sehr breit gestreut, und an den meisten pädagogischen Hochschulen sind das Singen und das Musizieren aus dem Fächerspektrum herausgefallen. Wir müssen von irgendwoher den Nachwuchs haben, sonst geht uns ein Teil der Kultur verloren.
Im Sinne auch eines Schrittes der Initianten nach vorne kann ich mir gut vorstellen, dass wir mit dem Gegenvorschlag gemäss Minderheit Seydoux aufeinander zugehen können, auch im Nationalrat, damit wir dieses breite Volksanliegen mit einer gemeinsamen Version zum Erfolg führen können.
Deshalb bitte ich Sie, hier die Minderheit Seydoux zu unterstützen.