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Fetz Anita · Ständerat · 2012-03-12

Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-03-12

Wortprotokoll

Ich teile die Ansicht des Kommissionssprechers, dass E-Health als Strategie in der Schweiz möglichst rasch eingeführt werden soll. Aber leider sind die Erfahrungen so, dass es ohne Anschubfinanzierung sehr, sehr lange dauern wird. Experten sprechen von fünfzehn bis zwanzig Jahren. Das ist ungefähr die Zeit, die es noch braucht, bis die Generation, die noch nicht problemlos mit dem Computer aufgewachsen ist, in Pension geht. Ich meine, das kann ja nicht der Sinn der Sache sein.

Wir brauchen möglichst rasch diese Umstellung dieser Patientendossiers. Es gibt viele Hinweise, sowohl aus Kanada wie aus Australien, wie aus den USA, die alle zeigen, dass die Anschubfinanzierung oder eben Anreizprogramme sehr viel rascher das Einsetzen solcher E-Health-Strategien bewirken, als wenn man das einfach dem einzelnen Arzt überlässt.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum wir das nicht dem einzelnen Arzt überlassen sollten. Wir haben nämlich ein hohes Interesse daran: Gerade wenn wir Managed Care, also die integrierten Modelle, favorisieren wollen, ist das eine der Voraussetzungen, die es braucht, um Qualität und Effizienz sicherzustellen. Dies ist meiner Meinung nach eine der grössten Effizienzsparmassnahmen im Gesundheitswesen: wenn nämlich Daten elektronisch übermittelt werden können und damit Mehrfachuntersuchungen, die wir heute noch x-mal haben, vermieden werden. Beim Röntgen, beim MRI, bei Laboruntersuchungen muss ja jeder Arzt wieder seine eigene Gewissheit haben, dass er die Untersuchungsresultate sehen kann und dass die Untersuchung nochmals gemacht wird. Sie dürfen nicht vergessen: Gerade bei den Hausärzten ist es nicht mehr so, dass sie auf Rosen gebettet sind. Eine Investition in E-Health-Massnahmen kostet ungefähr 70 000 bis 100 000 Franken. Der Arzt selber hat eigentlich keinen Mehrwert davon, sondern erst die nachgelagerte Behandlungskette und das Gesundheitswesen als Ganzes können dann von den Vorteilen und vom Effizienzgewinn profitieren.

Jetzt kann man sagen, man solle das über die Taxpunkte regeln. Doch auch Sie wissen, wie schwierig, langwierig und unerfreulich diese Taxpunkt-Verhandlungen sind. Wir haben schon vor Langem gesagt, dass es dort grossen Reformbedarf gebe, nicht nur jetzt im Fall von E-Health. Es ist ein kleiner Trost, wenn Sie jetzt die Ärzte darauf verweisen.

Für mich ist einfach klar: Wenn wir die E-Health-Strategie in den Arztpraxen - diese werden für den Effizienzschub sorgen - wollen, können wir es ohne Unterstützung machen, wie das die Kommissionsmehrheit will; dann warten wir noch fünfzehn bis zwanzig Jahre. Wir können es aber auch mit einem Impulsprogramm machen, so, wie wir das übrigens in vielen anderen Politikbereichen auch schon getan haben - dann wird es wesentlich schneller laufen.

Deshalb bitte ich Sie, auch Buchstabe a anzunehmen, so, wie das schon der Nationalrat gemacht hat, nachdem auch der Bundesrat die Annahme beantragt hatte.