Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · 2012-09-18
Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-09-18
Wortprotokoll
Namens der Minderheit bitte ich Sie, der parlamentarischen Initiative "Schaffung eines Goldfrankens" Folge zu geben.
In Ergänzung zum Franken soll mit dieser parlamentarischen Initiative eine Zweitwährung in Form eines Goldfrankens - der Name müsste dann noch bestimmt werden - mit einem Satz von Münzen geschaffen werden. Diese Goldmünzwährung würde es allen Interessierten, Experten wie Laien, ermöglichen, jederzeit und wesentlich einfacher als mit den heutigen Möglichkeiten kleinere und grössere Mengen Gold zu kaufen oder zu verkaufen. Vor allem auch Kleinsparer hätten damit eine einfache Möglichkeit, Teile ihres Vermögens in Gold anzulegen und damit vor einer möglichen Entwertung zu sichern. Der heutige Franken bliebe also unsere Erstwährung für tägliche Zahlungen, Kredite und Investitionen, die Goldmünzwährung wäre eine Ergänzung dazu, eine krisensichere Wertanlage.
Natürlich unterliegt der Goldwert auch Kursschwankungen. Gold ist jedoch nachweislich das Wertstabilste und zeichnet sich durch hohe Qualität aus. So liessen sich diese Goldmünzen zum jeweiligen Tageskurs in jede beliebige Währung umtauschen und wären als Zahlungsmittel zum Kauf von Gütern und Dienstleistungen verwendbar. Damit hätten wir eine zusätzliche Währung, völlig unabhängig von allen heutigen Währungen, in Ergänzung zum Franken; der Goldfranken würde sich als attraktive Fluchtwährung anbieten. Die zur Ausgabe von Schweizer Goldfranken konzessionierten Banken würden sich das für die Herstellung benötigte Gold auf dem freien Markt beschaffen, in dem Umfang, in dem die Kundennachfrage besteht.
Die Minderheit ist davon überzeugt, dass Goldmünzen eine langfristig inflationsgeschützte Wertanlage für Schweizer Haushalte darstellen. Auch für Schweizer Pensionskassen, Banken und Lebensversicherungen bringt die Entwicklung eines neuen Produktes auf der Basis der Goldwährung Wettbewerbsvorteile.
Wenn wir daran denken, dass am 6. September die Europäische Zentralbank sich selbst ermächtigt hat, unlimitiert Staatsanleihen zu kaufen, selbst Anleihen mit Ramschstatus, gibt dies zu grosser Besorgnis Anlass, auch weil es ein Tabubruch ist. Die Schweiz ist mit der Franken-Euro-Untergrenze eins zu eins an diese Entwicklung gekoppelt, und wir können nicht wissen, wohin die Reise geht. Deshalb sind wir von der Minderheit überzeugt, dass Gold auch heute noch die beste Absicherung gegen Unwägbarkeiten im heutigen Geldsystem ist und das auch bleibt.
Wir teilen auch die Auffassung des Basler Professors Peter Bernholz, eines weltweit respektierten Experten in Geld- und Währungstheorie. In seinem Artikel über die parlamentarische Initiative "Schaffung eines Goldfrankens" in der "NZZ" vom 16. Mai 2012 hat er festgehalten, dass eine Franken-Gold-Kombination mehr Sicherheit in Finanzbelangen bringt. Allein schon dieser Aspekt sollte genügen, dass wir die einmalige Gelegenheit heute in diesem Parlament wahrnehmen, als Pioniere des Goldfrankens in die Geschichte einzugehen.
Ich danke Ihnen, wenn Sie der parlamentarischen Initiative Folge geben.