Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · 2012-09-18
Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · Freiburg · Fraktion CVP-EVP · 2012-09-18
Wortprotokoll
Die CVP/EVP-Fraktion begrüsst die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung in Mailand und stimmt für Eintreten auf die Vorlage mit dem Verpflichtungskredit von 23,1 Millionen Franken. Die Frage, welche Schweiz wir in Italien bekanntmachen wollen, aber auch das Ausstellungsthema "Den Planeten ernähren. Energie für das Leben" und den Ausstellungsstandort in der Lombardei sehen wir als Herausforderung und Chance. Gewissen Ängsten und Zweifeln in Bezug auf das effektive Stattfinden der Expo begegnen wir mit Entschlossenheit und dem Willen, die Expo zu unterstützen.
Der vorgelegte Kredit entspricht jenem für die Weltausstellung in Schanghai. Wir erwarten eine gründliche zusätzliche Evaluation der vergangenen Expo, um daraus Verbesserungsansätze zu gewinnen und eine Optimierung des Mitteleinsatzes und eine nachhaltige Wirkung der Expo 2015 zu erreichen.
Das Projekt "Confooderatio Helvetica" für die Gestaltung des Schweizer Pavillons überzeugt uns. Angesichts neuer globaler Szenarien und aktueller Probleme liegt der Schwerpunkt auf dem Recht aller Menschen auf gesunde und ausreichende Ernährung. Bei der Umsetzung des Konzepts sollen alle Facetten des Ernährungssystems gezeigt und die diversen Aspekte der Nachhaltigkeit in den Ausstellungsteil integriert werden. Zu betonen ist die Chance, unser Nachbarland auch über Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Ernährung zu informieren. Gewisse konzeptuelle Punkte bedürfen nach unserer Meinung nochmals der Überprüfung, insbesondere bezüglich Auswahl der zu zeigenden Nahrungsmittelprodukte und der eigentlichen Ausstellungsbotschaft, welche keinesfalls ein Image der [PAGE 1465] Verschwendung vermitteln darf, sondern ein Image des verantwortungsbewussten Umgangs mit Nahrung vermitteln muss.
Positiv beurteilen wir auch die Einbindung der Kantone Tessin, Graubünden, Uri und Wallis sowie der Städte Bern, Zürich, Basel und Genf ins Projekt, was der Schweiz zu einem ganzheitlichen Auftritt verhilft und den Fakten, dass eine halbe Million italienische Bürger und Bürgerinnen in der Schweiz leben und ein wichtiger Teil der Schweiz italienischsprachig ist, Rechnung trägt. Besonders aufmerksam verfolgen wir die Möglichkeit einer Förderung der Italianità, welche Teile der Schweiz mit Italien verbindet. In diesem Zusammenhang können wir die Zwischenbemerkung nicht unterlassen, dass der finanziell bedingte Stopp des italienischsprachigen Fernsehens in Widerspruch steht zu unserem Ziel, mit der Teilnahme an der Expo auch die Schweiz in Italien bekanntzumachen.
Die Distanz vom Tessin nach Mailand ist ein Katzensprung, und die touristische Nutzung ist ein Erfordernis. Mit Hotelprogrammen beispielsweise ist zu bewirken, dass Expo-Besucher gezielt auch im Tessin übernachten.
Klimatische, soziale, politische und ökonomische Faktoren als Ursachen für rund eine Milliarde hungernde Menschen auf dieser Erde fordern von Wissenschaft, Bildung, Technologie und Politik innovative und kreative Lösungsansätze. Von der Weltausstellung in Mailand versprechen wir uns zukunftsweisende Wege und bitten Sie, für Eintreten auf die Vorlage zu stimmen.