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Kuprecht Alex · Ständerat · 2013-03-12

Kuprecht Alex · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-03-12

Wortprotokoll

Erlauben Sie mir, Herrn Engler kurz eine Antwort zu geben:

Wir müssen natürlich festhalten, dass wir mit der 5. und insbesondere mit Teil a der 6. IV-Revision eigentlich einen Paradigmenwechsel eingeleitet haben. Bis zur 6. Revision, Teil a haben wir nie davon gesprochen, bestehende Rentnerinnen und Rentner wieder in den Wirtschaftskreislauf zu integrieren. Es gab zahlreiche Hindernisse vor allem versicherungs- und arbeitsrechtlicher Natur, die natürlich die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber davon abgehalten haben, Menschen mit einer Beeinträchtigung zu reintegrieren. Mit der 5. und 6. Revision haben wir diese Hürden beiseitegeschafft. [PAGE 120] Im Rahmen eines Trainingsarbeitsplatzes ist es jederzeit möglich, die betreffende Person wieder in die alte Rente zurückzuführen, wenn es nicht funktioniert. Das hat man früher nicht gemacht. Insofern ist es eben ein Paradigmenwechsel, der jetzt dazu führt, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sich natürlich eher bereiterklären, jemanden zurückzunehmen, als dies früher der Fall war. Das ist völlig logisch.

Ich habe versucht, dieses Problem bei meinem Arbeitgeber - immerhin eine grosse Assekuranz mit etwa 3000 Mitarbeitern mit Hauptsitz am Rheinknie - ebenfalls einzubringen, weil ich der Auffassung war, dass wir vorangehen sollten. Die Geschäftsleitung hat dann entschieden, dass man drei Trainingsarbeitsplätze schafft. Das ist ein Bestandteil dieses Systems. Bei der Ausschreibung innerhalb des Konzerns haben sich sieben Abteilungsleiter bereiterklärt, solche Trainingsarbeitsplätze einzufügen. Die Geschäftsleitung hat dann entschieden, auf die Anzahl von sieben solcher Plätze hinaufzugehen. Ich muss Ihnen sagen, dass die ersten Erfahrungen, die wir gemacht haben - da gehört auch die Schulung der Mitarbeiter dazu, die dann mit diesen Personen zusammenarbeiten -, äusserst positiv waren, nicht nur bei denen, denen man einen Trainingsjob angeboten hat, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch hier, stelle ich fest, findet ein Paradigmenwechsel im Denken statt: Man ist sich bewusst, dass man diese Leute reintegrieren muss. Es geht ja nicht nur um eine ökonomische Reintegration, sondern auch um eine Reintegration in das Gesellschaftsleben dieses Landes; das scheint mir genauso wichtig zu sein.

Genau diese Erfahrung - ich habe es vorhin schon erklärt - mache ich jetzt als Präsident des Vereins "Netzwerk Arbeit" des Kantons Schwyz: Wir haben in nur einem Jahr 70 Betriebe gefunden, die diesem Netzwerk beigetreten sind und diese Plattform jetzt nutzen, um Erfahrungen auszutauschen und entsprechend Menschen mit Behinderungen zu reintegrieren. Das ist ein positiver Ansatzpunkt. Wenn alle Kantone sich dieser Problematik so annehmen würden wie derjenige, den ich hier vertrete, dann wären wir wahrscheinlich diesem Ziel, Arbeitsplätze im Umfang von 12 500 gewichteten Renten zu schaffen, um wesentliche Schritte näher gekommen.

Es bleibt noch viel zu tun, nicht nur von bürgerlicher Seite, sondern vielleicht auch von Ihrer Seite, nämlich hinauszutreten, dafür zu sorgen und da mitzuhelfen, entsprechend hier einen Beitrag zu leisten. Ich werde meinen Beitrag leisten, das kann ich Ihnen sagen, und ich habe schon jetzt einige Unternehmer gesehen, die bereit sind, Personen mit Behinderung wieder zurückzuführen und entsprechend in ihren Betrieben einzustellen. Sie sind sich auch bewusst, dass sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen müssen. Es geht ebenfalls, da müssen wir uns auch nicht ein X für ein U vormachen, um ökonomische Fragen. Wenn diese Unternehmer nämlich nicht bereit sind, diese Aufgabe wahrzunehmen, dann werden sie künftig mit Beitragserhöhungen rechnen müssen und im schlimmsten Fall sogar noch mit einer Quote. Das möchten sie eben auch nicht, und sie sind bereit, entsprechend ihren Beitrag zu leisten. Wir sollten alle helfen, das auch zu unterstützen. Dies ist eben ein Paradigmenwechsel - das nochmals, Herr Kollege Engler -, der jetzt stattfindet und der jetzt so richtig anläuft. Wir haben noch Zeit bis 2017, aber ich glaube, der Wagen wird schneller rollen, als wir uns das vorstellen können.