Luginbühl Werner · Ständerat · 2012-09-17
Luginbühl Werner · Ständerat · Bern · Fraktion BD · 2012-09-17
Wortprotokoll
Sie werden es kaum glauben, aber es gibt auch eine Rangliste der sportlichsten Nationen der Welt. Die Schweiz ist gemäss Daten, die von der Europäischen Kommission und aus anderen Quellen stammen, eine der sportlichsten Nationen dieses Globus. Das ist nicht nur positiv für den Spitzensport, das ist vor allem auch positiv für den Breitensport. Die Wirkung dieser Spitzenstellung dürfte wahrscheinlich höher sein als jene jeder Präventionskampagne, und sie wirkt sich positiv auf die Volksgesundheit und auf die Gesundheitskosten aus. Sport hat eine beeindruckende wirtschaftliche Bedeutung, die häufig unterschätzt wird. Die Sportwirtschaft generiert in der Schweiz einen Gesamtumsatz von rund 15 Milliarden Franken, leistet 1,8 Prozent zum BIP und bietet 80 000 Arbeitsplätze. Das sind immerhin 2,5 Prozent der Gesamtbeschäftigung. Sport ist wichtig für die Entwicklung der Jugend und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration. Und was nicht vergessen werden darf: Viele Sportarten sind für das Standortmarketing der Schweiz als Tourismusland von entscheidender Bedeutung.
Die Sportstätten sind für eine sportliche Nation selbstverständlich nur ein Element, aber ein sehr wichtiges. Sportstätten bedingen fast immer hohe Investitionen, Sportstätten können ohne massive Hilfe von Dritten kaum je realisiert werden, und sie lassen sich in der Regel auch nicht rentabel betreiben.
Der Bund handelt im Bereich der Sportanlagen subsidiär. Das ist richtig so. Er hat von 1998 bis heute mit den drei ersten Nasak-Krediten und den gesprochenen insgesamt 94 Millionen Franken Sportstätten im Umfang von 850 Millionen Franken ermöglicht. Ich bin überzeugt, dass dies gutinvestiertes Geld war: eine relativ kleine Investition und eine hohe Wirkung. Oder man könnte es auch anders sagen: Man hat mit einer Wurst eine Hamme heruntergeschlagen. Das Nasak-Programm hat sich bewährt und soll daher vorderhand bis 2017 als Planungs- und Koordinationsinstrument, aber eben auch als Anschubhilfe fortgesetzt werden. Das ist richtig so, und das ist wichtig.
Die Verbände haben Projekte im Umfang von 87 Millionen Franken eingereicht. Es ist also keinesfalls so, dass es keine realisierungsreifen Projekte gäbe.
Bundesrat und Mehrheit der Kommission beantragen 50 Millionen, die knappe Minderheit der Kommission beantragt 70 Millionen Franken. Wir sind nicht nur eine der sportlichsten Nationen der Welt, wir sind auch eine der reichsten. Ich will unsere finanzielle Situation nicht schönreden, aber das reichste Land der Welt kann es sich auch leisten, pro Jahr 14 statt 10 Millionen Franken in diesem wichtigen Bereich auszugeben. Damit wird die Realisierungschance vieler Projekte erhöht, und andere werden gar erst ermöglicht. Mit diesen jährlich 4 Millionen Franken mehr können in den nächsten fünf Jahren Sportanlagen in der Grössenordnung von 200 Millionen Franken zusätzlich realisiert werden.
Im Interesse des Sports, der Jugend, der Volksgesundheit, der Kandidatur für die Olympischen Spiele usw. - ich könnte noch lange fortfahren - bitte ich Sie, auf die Vorlage einzutreten und die Minderheit zu unterstützen.