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Altherr Hans · Ständerat · 2011-12-23

Altherr Hans · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion · 2011-12-23

Wortprotokoll

Wir haben uns noch von einem langjährigen Mitarbeiter der Parlamentsdienste zu verabschieden: Hans Peter Gerschwiler wird in wenigen Wochen in den Ruhestand treten. Er ist stellvertretender Generalsekretär der Bundesversammlung und Leiter des Bereiches Ressourcen, Sicherheit und Logistik.

Als Hans Peter Gerschwiler am 1. Februar 1989 seine Arbeit im Parlamentsgebäude begann, war das damalige Sekretariat der Bundesversammlung im Begriff, zu einem professionelleren, auf moderne Anforderungen ausgerichteten Dienstleistungsbetrieb für das Parlament zu werden. Das Parlament stützte sich mehr und mehr auf eigene Dienste und wollte nicht länger von den dem Bundesrat unterstellten Dienststellen der Bundesverwaltung abhängig sein.

Eine der ersten Aufgaben von Hans Peter Gerschwiler als damaligem Personalchef war es, sämtliche Stellen neu zu beschreiben und einzureihen - ein aufwendiger Prozess, der die historisch gewachsene und teilweise überholte frühere Situation in ein geordnetes Gefüge brachte. Ausserdem wurden neue Dienste geschaffen.

Ein solcher neuer Dienst war der Informatikdienst. Als Hans Peter Gerschwiler kam, gab es noch praktisch keine Computer im Parlamentsgebäude. Er baute sukzessive die IT in den Parlamentsdiensten auf. Und weil die beiden Räte beschlossen hatten, dass jedes Mitglied des National- und des Ständerates über einen persönlichen Computer und Zugang zu den Programmen verfügen müsse, wurden unter der Ägide von Hans Peter Gerschwiler auch alle Ratsmitglieder mit Informatikmitteln ausgerüstet. Mehr und mehr Informationen wurden in der Folge in Datenbanken abgelegt und elektronisch zur Verfügung gestellt. Damals hat begonnen, was man heute immer noch sagen kann: Die Bundesversammlung erhält Informatikdienstleistungen, welche im Vergleich zu anderen Parlamenten der Welt zu den besten gehören. Es ist Hans Peter Gerschwilers Verdienst, die rasante Entwicklung der IT stets gefördert zu haben.

Auch im Bereich der Sicherheit hat Hans Peter Gerschwiler Aufbauarbeit geleistet. Während man vor 1989 noch mit einem freundlichen Gruss, ohne jeden Ausweis, sogar mit einem Hund an der Leine und einer Zigarette im Mund, ins Parlamentsgebäude spazieren konnte, (Heiterkeit) mussten ab 2001 als Folge des Attentats im Parlament von Zug leider die Sicherheitsvorkehrungen wesentlich verschärft werden. Hans Peter Gerschwiler hat sich mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik um bauliche Massnahmen gekümmert sowie mit Erfolg die Zusammenarbeit mit dem Bundessicherheitsdienst in die Wege geleitet.

Das Meisterstück von Hans Peter Gerschwiler war der Umbau des Parlamentsgebäudes in den Jahren 2006 bis 2008. Er war als Oberprojektleiter dafür verantwortlich, die Interessen der Benutzer - nämlich der Organe des Parlamentes, der Ratsmitglieder und der Parlamentsdienste und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - in den Prozess einzubringen. Wer je gebaut hat, weiss, dass Konflikte, Verzögerungen, Budgetüberschreitungen usw. unvermeidlich sind. Da brauchte es ein hohes Mass an Einsatz, an Verhandlungsgeschick, an Durchsetzungskraft, um das Projekt zu einem so guten Ende zu bringen, wie dies glücklicherweise gelungen ist.

Verbunden mit dem Umbau des Parlamentsgebäudes und früheren Teilrenovationen der Ratssäle waren die drei Sessionen der Bundesversammlung, welche in den Jahren 1993, 2001 und 2006 in Genf, Lugano und Flims durchgeführt wurden. Auch hier war Hans Peter Gerschwiler jeweils Projektleiter. Alle von uns, die bei einer oder mehreren Sessionen extra muros dabei waren, wissen, wie viele kleine und grössere Probleme zu lösen waren - denken wir z. B. an die Abstimmungsanlage im improvisierten Nationalratssaal über dem Tennisplatz des Hotels Waldhaus in Flims.

Ich danke Hans Peter Gerschwiler im Namen des Ständerates für seine kompetente Arbeit und für die ausgezeichnete und vertrauensvolle Zusammenarbeit während vieler Jahre.

Hans Peter ist einer der wenigen Ostschweizer in den Parlamentsdiensten. Der Zufall will es, dass wir beide im selben Ort geboren und aufgewachsen sind, nämlich in Rorschach am Bodensee. Wir haben miteinander im Sandkasten gespielt und Burgen gebaut. Danach haben wir uns aus den Augen verloren. In Bern sind wir uns bei der Wahl von Ständerat Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat erstmals wieder begegnet. Lieber Hans Peter, Du hast mir damals als Erster prophezeit, ich würde ihm in den Ständerat nachfolgen. Seither haben wir auf verschiedenen Gebieten eng und gut zusammengearbeitet, bis hin zu unserer letzten gemeinsamen Sandburg, dem Umbau und der Renovation des Ständeratssaales.

Hans Peter Gerschwiler wird sich vom Februar des nächsten Jahres an anderen Projekten widmen: zum Beispiel seinem Handicap als Golfer, der Lektüre von Kriminalromanen, dem Sammeln von Pilzen oder dem Reisen.

Lieber Hans Peter, wir wünschen Dir für die kommenden Jahre von Herzen viel Glück und gute Gesundheit und danken Dir nochmals für Deinen grossen, langjährigen Einsatz für die Bundesversammlung. (Grosser Beifall; der Präsident überreicht Herrn Gerschwiler einen Blumenstrauss)

Damit ist die Wintersession geschlossen. Ich wünsche Ihnen besinnliche Festtage, eine erholsame Zeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen tollen Start im nächsten Jahr. Alles Gute! (Beifall)

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Schluss der Sitzung und der Session um 08.45 Uhr

Fin de la séance et de la session à 08 h 45

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